Fing'rs Kunstfingernägel kurz

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Von wegen Mallorcaschlampe: Endlich zeig ich Hand!

4  18.11.2001

Pro:
sehen natürlich aus, lassen sich wie normale Nägel bearbeiten, preiswerter als das Nagelstudio, halten gut und lang

Kontra:
Aufkleben ist etwas schwierig, Kleber sehr flüssig, viel Feingefühl erforderlich, am Anfang ungewohnt

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Qualität:

Robustheit:

Kaufanreiz:

Farbe:


stefbl

Über sich: Kaum schreibt man mal wieder Berichte, schon sind sie wieder da: Die unsäglichen Anfragen für Leseru...

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Kunstfingernägel sind was für Mallorca-Schlampen und Schicki-Trusen. Habe ich lange Zeit immer gedacht. Bis der Tag kam, an dem ich einer Freundin von mir auf die Hände schaute und richtig, aber so richtig neidisch wurde. Fingernägel hatte die – ein Traum! Glatt, schön und mit einem eleganten Nagellack verziert – solche Hände ziehen die Blicke auf sich. Umso überraschter war ich, als sie auf meine Nachfrage zugab, dass die Fingernägel nun nicht soooo echt wären, dass sie dafür 120 Mark im Nagelstudio gelassen hätte und jetzt immer noch regelmäßig ca. 70 Mark fürs Auffüllen (schließlich wachsen die Naturnägel darunter ja weiter) anfallen würden. Gut, 120 Mark hätte ich für solche Nägel gerne mal investiert. Aber die Folgekosten – die schienen mir doch ein bisschen hoch.

Meine eigenen Fingernägel dagegen – ein Drama. Ehrlich gesagt sogar der einzige Bestandteil meines Körpers, den ich wirklich gehasst habe. Seit ich ein Kind bin, knabbere ich meine Nägel zwar nicht an, aber ich knibbel sie ab. Mal mehr, mal weniger – und in Situationen mit Stress und Hektik gleich dreimal. Gemerkt habe ich das meistens erst, als es schon viel zu spät war und die paar Millimeter, die da mal gewachsen waren, sich auch schon wieder verabschiedet hatten. Nägel lackieren? Kam gar nicht in Frage, das machte alles nur noch schlimmer. Und schließlich ging ich dazu über, meine Hände größtenteils zu verstecken, sie so zu drehen, dass der Blick nicht auf meine Nägel gerichtet wurde. Mag sein, dass andere das gar nicht als so schlimm empfunden haben. Für mich jedoch war es immer die Hölle.

Und dann kam er, der Tag, als ich hier bei ciao mal wieder planlos ein bisschen durch die Gegend las und dabei auch über einige Berichte zum Thema "künstliche Fingernägel aus der Drogerie" stieß. Stimmt, beim DM hatte ich schon eine ganze Regalwand mit künstlichen "Do-it-yourself"-Fingernägeln in allen Längen und Formen entdeckt, dazu eine Menge Zubehör wie Kleber, Schmuck, Entfernerflüssigkeiten etc. "Das kann doch nichts sein!", habe ich immer gedacht – denn wenn man sich für nur 14 Mark (soviel kostet nämlich ein Satz Fingernägel mit Kleber) selbst schöne Nägel ankleben kann, warum sollte da noch jemand ins Nagelstudio gehen? Komisch nur, dass die Berichte hier bei ciao eine ganz andere Sprache sprachen, die Nutzer begeistert waren und die Hersteller über den grünen Klee lobten. Na gut, eigentlich können ciao-Mitglieder ja nicht irren – und tatsächlich ging ich mit einer Packung "Fin'rs Kunstfingernägel extra kurz" (schließlich verbringe ich ja den ganzen Tag an der PC-Tastatur) und für alle Fälle einer "Kunstfingernagel-Entfernerflüssigkeit) für insgesamt fast 30 Mark nach Hause. Durch den Entferner sicherlich kein günstiger Spaß. Auf jeden Fall wollte ich mir aber die Möglichkeit offen halten, die Dinger im Falle eines Falles auch wieder runter von meinen Händen zu kriegen – nämlich dann, wenn sie mir gar nicht gefallen würden und ich doch den Eindruck einer Mallorca-Schlampe machen würde. Schließlich will man ja für alle Eventualitäten gerüstet sein.

Zuhause nahm ich dann meine Einkäufe das erste Mal etwas genauer unter die Lupe. Ein Tütchen mit vielen, vielen künstlichen Fingernägeln (ca. 30-35 Stück) war in der pinken Plastikverpackung, darüber hinaus ein Fläschchen mit Kleber und eine Art Feile, um die künstlichen Nägel in die passende Form zu bringen. Hier stellte ich übrigens auch das erste Mal fest, dass a) extra kurz immer noch ganz schön lang (zu lang für mich) ist und extra kurz auch lediglich bedeutet, dass die Oberseiten dieser Kunstnägel nicht oval, sondern gerade geschnitten sind. Darauf (copyright by stefbl)stehe ich ja nun nicht so – und das hatte ich auch im Laden nicht gesehen. Aber für was gibt es eine Nagelschere und eine Feile? Mit großem Eifer machte ich mich ans Werk ...

Mehr als 30 Fingernägel in einer Packung – auf den ersten Blick hört sich das viel an. Und ich dachte auch "Wow"! Sollte eine Packung tatsächlich für eine weitere Anwendung reichen? Nein. Statt dessen versuchen die Hersteller nur, für jeden Finger auch den passenden Kunstnagel zu finden – und Hände und Nägel sind ja bekanntlich sehr unterschiedlich geformt. Da waren Kunstnägelchen dabei, die wären selbst auf meinem kleinen Finger verloren gewesen, so niedlich waren die. Schließlich hatte ich aber acht Kunstnägel herausgesucht, die meine Naturnagel komplett abdecken würden. Acht deshalb, weil mir meine Daumen echte Probleme bereiten – die sind nämlich etwas breiter. Schließlich behalf ich mir hier aber mit einem Trick: Ich nahm die größten vorhandenen Nägel und bearbeitete sie einfach verkehrt herum – die obere Seite für den unteren Teil meines Nagels und umgekehrt. So schien die ganze Sache dann auch zu passen. Als nächstes war dann erst einmal lustige Bastelstunde angesagt. Alle künstlichen Fingernägel mussten passend gefeilt und in meinem Fall auch deutlich kürzer geschnitten werden. Schließlich will ich ja noch am Rechner tippen können, ohne laufend mit meinen Krallen zwischen den Buchstaben hängenzubleiben ... Danach noch einmal Probe-Auflegen: Na ja, nett würde das schon aussehen. Aber halt doch irgendwie künstlich, auffallend ... Na gut, es würde halt doch einfach auf den Versuch ankommen. Und wenn sie dann wirklich künstlich und schlecht aussehen würden, hätte ich ja immer noch die Lösungsflüssigkeit und schwuppdiwupp wären die Nägel wieder weg ...

Zu diesem Zeitpunkt musste ich erst mal eine kleine Pause machen. Denn für einen grobmotorisch veranlagten Menschen wie mich ist es ganz und gar nicht einfach, so kleine Dinger wie die winzigen Fingernägelchen in der Hand zu halten, sie zu feilen, zu bearbeiten, passend zu machen. Auch meine Augen wurden hierbei aufs höchste gefordert, und es wurde dringend Zeit für eine kleine Pause (schielen möchte ich ja auch nicht- nicht für Kunstfingernägel). Und auch die weiteren Arbeitsschritte gestalteten sich als eine ziemliche Fummelei. Bevor man mit dem Kleber hantiert, sollte man sich erst mal ein paar Tücher holen, um eventuell mal noch nachwischen zu können. Und dann ging es auch schon los. Achtung: Auf jeden Fall zunächst alle Kunstnägel genau passend bearbeiten und auch schon kürzen. Denn die ersten Handbewegungen mit den neuen Nägeln sind so schwierig und ungewohnt, dass man bestimmt nicht fähig wäre, mit einer Nagelschere dann noch akkurat zu arbeiten ... Also Vorarbeit leisten, ist wichtig!!!!

Zuerst muss der Kleber auf dem Nagel verteilt werden. Nicht zu viel (das er seitlich rausläuft), aber auch nicht zu wenig, weil die Nägel sonst a) nicht gescheit halten und b)sich unter dem Kunstnagel Flecken bilden. Laut "Bedienungsanleitung" soll man in so einem Fall Kleber seitlich nachlaufen lassen – wie das aber gehen soll, weiß ich nicht. Deswegen habe ich lieber von Anfang an jeden Nagel gleichmäßig mit dem Kleber bestrichen, den Kunstnagel aufgedrückt, ca. 30. Sekunden dort festgehalten – und fertig! Doch voooooorrrrrrsicht, so einfach, wie sich das hier anhört, ist es in Wirklichkeit gar nicht. Der Kleber hat es nämlich in sich, ist sehr flüssig und klebt nun wirklich nicht nur Kunstnägel, sondern auch Finger! Und während es vom kleinen Finger bis zum Zeigefinger der ersten Hand bestens funktioniert hatte, so stellte mich der Daumen vor wirkliche Herausforderungen. Erst klebte der Nagel gar nicht, dann saute der Kleber, zum Schluss drückte ich nach und klebte mit meinem Daumen auf dem anderen Daumen fest – und das tut richtig weh, wenn man davon wieder loskommen will! Darüber hinaus sollte man beim Auflegen der Fingernägel nicht zögern, sondern einfach mutig drauf los pappen. Korrigieren ist nicht, die kleben sofort bombenfest. Aus diesem Grund sollten sie auch sofort richtig schön gerade sein.

Der Klebeprozess an der rechten Hand brachte dann noch neue Herausforderungen mit sich. Nicht nur, dass mit links arbeiten eh immer schwierig ist – es ist noch schwieriger, sich mit der linken Hand Fingernägel aufzukleben, wenn man an der gleichen Hand plötzlich ungewohnte Fremdkörper hat, an die man sich noch nicht gewöhnt hat. Aber durchhalten! Irgendwann hat man es (mit ein bisschen Fluchen) auch geschafft. Und wenn ich das hinkriege, schafft Ihr das dreimal !

Und da war er dann also – der erste Moment, in denen ich meine Hände mit meinen neuen Nägeln in voller Schönheit betrachten durfte. Und was soll ich sagen? Ich war begeistert! Kaum waren die Nägel angeklebt und so richtig in ihrer Position, sahen sie gar (copyright by stefbl) nicht mehr künstlich aus, sondern gepflegt und so richtig gut!!! Ein bisschen Kleber, den ich noch am Daumen hatte, ließ sich ganz leicht mit ein bisschen Wasser und Seife herunterrubbeln. Und dann – perfekt! Klar sehen die neuen Nägel anders aus, weil sie fast weiß sind und damit schon lackiert aussehen. Ich habe noch hellen Nagellack darüber gepinselt – und dann war es für mich perfekt. Endlich machte es mir nichts mehr aus, meine Nägel auch in der Öffentlichkeit zu zeigen. Und dass ich für diese Hände ein bisschen gemogelt habe, fällt gar nicht auf. Zumindest hat mich noch niemand darauf angesprochen – und das ist ja eigentlich ein gutes Zeichen!

Zum Thema Haltbarkeit: Ich hätte es ja selbst nicht geglaubt, aber mit diesen künstlichen Nägeln kann man wirklich alles machen. Am Anfang ist es noch ungewohnt, z.B. ein Geldstück vom Tisch aufzuheben, sich Ohrringe ins Ohr zu machen oder Make-Up aufzutragen, aber mit ein bisschen Gewöhnung geht das auch alles ohne weiteres. Und sie halten wirklich gut. Gleich einen Tag später ging bei mir zwar der Daumennagel ab, aber ich vermute, dass das wohl daran gelegen hat, dass es doch ein bisschen zu viel Kleber war. Alle anderen Nägel halten seit zehn Tagen top – und die Naturnägel darunter dürfen endlich mal in Ruhe ein bisschen wachsen.

Kommen wir also zum Fazit: Dank Fing'rs Kunstfingernägel, die es in vielen Drogeriemärkten in den verschiedensten Formen (z.B. kurz lang, extra lang, Girlie etc.) für ca 14 Mark pro Grundset gibt, kann wirklich jeder schöne Fingernägel haben, die natürlich aussehen und sich auch wie normale Nägel behandeln lassen. Das Aufkleben ist zwar ein bisschen kniffelig, aber machbar. Und wenn mal ein Nagel abfällt, kann man in genausoschnell wieder ankleben.

Von wegen Mallorca-Schlampe oder Schicki-Truse – Kunstfingernägel können genauso schön wie normale Nägel aussehen – und der Besuch im Nagelstudio ist überflüssig. Es sei denn, man will was ganz besonderes, ausgefallenes haben ... Und jetzt muss niemand mehr seine Finger verstecken – selbst ich zeige sie jetzt gerne her!

stefbl, 18. November 2001

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
stein-becker

stein-becker

08.10.2002 00:19

Klasse Bericht, informativ und angenehm zu lesen. Weiter so! Grüsse Sandra

Steinchen1

Steinchen1

28.01.2002 18:07

Ich habe ueber Deinen Bericht herzlich geschmunzelt und habe das "Drama" foermlich vor mir gesehen. Ich kenne Fing'rs Naegel. Und habe eine ziemlich gemischte Meinung. Zum einen: Ich bin selber so ne "Mallorca-Schlampen" produzierende Nageltusse. Ich weiss also um die Risiken, denen Du Dich aussetzt, wenn Du selbsr Hand an Deine Naegel anlegst. Unsauberes Kleben, so dass Luftblasen unter den Tipps entstehen, kann zu Nagelpilz fuehren... Das ist wirklich haesslich, wenn man so etwas mal hat. Auch ist Dein Nagel nicht entfettet und desinfiziert - wenn Wasser unter den Tipp laeuft, weil nicht sauber geklebt wurde, kann der Nagel an der Stelle auch sehr schnell gammelt. Wenn Du einmal richtig dolle haengen bleibst, und Du Dir einen ernsthaften Nagelbett-Riss zuziehst, dann siehst Du Sternlein. das kann Dir bei Naegeln aus dem Studio natuerlich auch passieren, aber dort werden sie zumindest optimal repariert. Zum anderen finde ich es toll, dass die Industrie auch solche Produkte auf den Markt gebracht hat. Aber das Ergebnis - auch wenn Du Deine Finger leiden magst, kann nicht mit der Arbeit eines Studios verglichen werden und sollte somit auch keine Langzeitloesung sein, da die Uebergaenge ziemlich schnell ziemlich doof aussehen, weil Du den Hubbel des Kunstnagels einfach siehst. Ich verstehe aber auch Dein Kosten-Argument! Zum Glueck kann das jeder selbst entscheiden. Ich wuensche Dirnoch viel Fruede mit Deinen Fingern und noch viel, viel Stolz auf Deine eigene Arbeit. Gruss, Steinchen

Sunny81281

Sunny81281

04.12.2001 01:37

Hm, glaube das brauche ich nicht, da ich oft zu faul zum schneiden bin, dürften meine Nägel mittlerweile auch schon ungefähr in solche Regionen vorgewachsen sein..., allerdings stören sie mich langsam und ich muss mal wieder die Radikalkur machen: GANZ kurz abschneiden! *gg* Und dann kann ich sie ja wieder ein paar Wochen wachsen lassen.. Das mit den Kunstfingernägeln wäre mir einfach immer noch viiiiiiel zuviel Gefummele!! Aber ein durchaus sehr gelungener Bericht, und dass noch mit langen Nägeln getippt! ;-) Gruß Sunny

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