Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
interessantes Spielprinzip; zauberhafte Story; außerordentlich gute deutsche Lokalisation; einfach zu verstehen dank Tutorial und Hilfefunktion; viele Secrets |
| Kontra: |
nicht besonders umfangreich; grafisch nicht der Hammer . . . |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Fire Emblem kommt nun endlich auch nach Europa. Während man in Japan schon seit NES-Zeiten an mittlerweile sieben Teilen sein strategisches Können beweisen durfte (ein neuer GBA- und ein Game Cube-Teil sind zudem angekündigt), fängt Nintendo in heimischen Gefilden erstmal klein an. Teil 1 ist eigentlich Fire Emblem 7, schön auch, dass man den sechsten Teil erst gar nicht veröffentlichte. Okay, als Prequel von Fire Emblem 7 kann man das Spiel immer noch nachschieben. Außerdem muss man als Konsolenspieler ja frohlocken, wenn überhaupt mal ein RPG was nicht mit „Final“ im Namen beginnt in heimischen Gefilden herauskommt. Also freuen wir uns halt über den ersten vollständig lokalisierten Fire Emblem-Teil in Deutschland und hoffen auf gute Verkaufszahlen, die Nintendo dazu veranlassen noch ein paar mehr Teile bei uns zu veröffentlichen. Derweil werde ich euch aber erstmal erzählen, was ich von Fire Emblem halte...
STORY
Vor langer Zeit teilten sich Drachen und Menschen einen Frieden, geboren aus Weisheit, der viele Generationen anhielt. Doch ging dieser verloren, als die Menschheit diese Balance mit einem plötzlichen Anschlag zunichte machte. In einem Krieg, der ihre Welt erzittern ließ, kämpften Menschen gegen Drachen. Dieser Krieg hieß fortan „Die Befreiung.“ Besiegt und gedemütigt zogen sich die Drachen zurück. Doch die Menschheit erstarkte wieder erweiterte die Herrschaft über das Land und die Inseln im Ozean. Seit dem Ende jener dunklen Zeit ist ein Millenium vergangen.
Mit diesen Worten startet der Vorspann zu Fire Emblem und mündet in einer der schönsten Rollenspielgeschichten, die ich seit langem erlebt habe.
SPIELPRINZIP
Fire Emblem ist eine Mischung aus Taktik- und Strategiespiel gewürzt mit jeder Menge RPG. Vergleichbar ist es unter anderem mit Game-Hits wie Vandal Hearts, Advance Wars oder dem unlängst erschienen Final Fantasy Tactics Advance. Mit letztgenannten Spiel werde ich Fire Emblem im Laufe des Berichtes sicher das eine oder andere Mal vergleichen. Dies bietet sich bei einem ähnlichen Spielprinzip und der gleichen Plattform (GameBoy Advance) natürlich an.
Lasst uns nun in die Spielewelt von Fire Emblem eintauchen. Nachdem ihr euren Namen, Geburtsmonat und euer Geschlecht festgelegt habt, befindet man sich auch schon in einem Nomadenzelt wieder. Lyn vom Stamme der Lorca fand euch in den Ebenen. Gerade erzählt ihr Lyn noch, dass ihr ein Stratege in Ausbildung seid, da wird man auch schon in den ersten Kampf verwickelt. Banditen sind aus den Bergen herabgestiegen und betrohen die umliegenden Dörfer. Ihr könnt Lyn als Stratege natürlich helfen, indem ihr sie befehligt. Und damit seit ihr auch schon mitten im Kampfgetümmel...
Fire Emblem bietet sicher eines der längsten Tutorials, die ich überhaupt gespielt habe. Bis zu zehn Stunden kann man an den Einführungsmissionen sitzen, in Kapiteln ausgedrückt macht die Geschichte von Lyn immerhin ein Drittel des gesamten Spieles aus. Dies lässt natürlich nur einen Gedanken schlussfolgern - Fire Emblem ist komplex. Und ihr habt recht, das Spiel hat es in sich. Weniger für Leute, die schon das eine oder andere Strategie-RPG gespielt haben, für alles anderen aber schon. Also werde auch ich mich mal daran versuchen, euch das Spielprinzip des Games näher zu bringen.
Fire Emblem ist wie gesagt ein Mix aus Taktik-, Strategie- und Rollenspiel. Die komplette Geschichte ist in mehr als dreißig Kapitel (plus einige Sitequests) unterteilt. Vorangetrieben wird die Story durch ellenlange Unterredungen vor und nach den Kämpfen. Dabei sieht man immer einen malerischen Hintergrund vor dem sich unsere Protagonisten mit wechselnder Mimik sprechblasenartig unterhalten. Die Geschichte von Fire Emblem ist komplex und so sind diese Unterhaltungen auch wirklich von ausdauerbedürftiger Natur. Selten habe ich ein Spiel erlebt, was über so viel Text verfügt. Aber sei es drum, für Leute, die nur mal schnell rollenspielartig metzeln wollen, ist Fire Emblem jedenfalls nichts. Die einzelnen Kämpfe sind immer in Gespräche und Unterredungen eingebettet, meist wird sogar selbst im Kampf noch gequasselt. Dies ist aber auch von Nöten, um die großartige Story voranzubringen. Früher oder später kommt es dann natürlich doch mal zum Kampf. Fire Emblem bietet dabei ein rundenbasierendes System, was ganz einfach bedeutet, dass Spieler und Gegenspieler abwechselnd ziehen. Ist also in etwa vergleichbar mit Schach. Und auch bei Fire Emblem, habt ihr einzelne Figuren, die ihr auf einer von oben dargestellten Karte ziehen müsst. Zu Beginn des Spiels befehligt ihr als Stratege einzig und allein Lyn, einige Kapitel später habt ihr schon eine kleine Armee und zum Ende des Games verfügt ihr je nach Geschick über bis zu vierzig Spielfiguren.
Diese Spielcharaktere sind natürlich ziemlich rollenspieltypisch „angelegt“. Zum einen besitzen sie verschiedene Attribute wie Stärke, Geschicklichkeit, Resistenz usw. Die Werte sind wiederrum abhängig vom Level der einzelnen Spielfigur. Je höher dabei der Wert desto mehr steigen auch die Attributwerte. Dafür muss man natürlich Gegner plätten oder Zauber einsetzen. Bei einhundert Erfahrungspunkten steigt man jeweils um ein Level, was zur Folge hat, dass die Attributwerte automatisch angehoben werden. Ihr habt also keine Möglichkeit, bei einem Levelaufstieg Attribute manuell zu steigern, das Spiel übernimmt dies für euch. Dabei stellt sich Fire Emblem ziemlich intelligent an und steigert immer nur die Werte, die für den Charakter am wichtigsten sind. Bei einem Schwertkrieger sind dabei sicherlich andere Attribute gefordert als bei einem Zauberer. Gut, kann man natürlich sagen, ich will meine Charaktere so entwickeln wie es mir gefällt, bei der aber immer größer werdenden Armee ist das schlicht ein Ding der Unmöglichkeit. Da zudem selbst bei zum Beispiel zwei Lanzenkämpfern Attribute unterschiedlich angehoben werden, ist eine gewisse Individualität der einzelnen Charaktere auf jeden Fall gegeben. Ihr werdet in eurer Armee niemals zwei Personen haben, die über die gleichen Werte verfügen. Dem Aufleveln ist dann aber leider für mich einen nicht ganz logische Grenze gesetzt. Diese befindet sich bei Level zwanzig. Hat man dieses Ziel erreicht, werden keine Erfahrungspunkte mehr gezählt, bis zu dem Zeitpunkt wo man für die jeweilige Figur einen Gegenstand einsetzt, der ihn aufsteigen lässt. Man verbessert sozusagen den Rang einer Figur, aus Level 20 wird wird Level 1 und dieses lässt sich wieder bis auf Level 20 steigern. Sicher ist das gewöhnungsbedürftig, aber jedes Spiel hat seine Eigenheiten. Das Vorankommen der einzelnen Charaktere spezialisiert sich damit jedenfalls nicht nur auf stupides Aufleveln, man muss halt auch diese bestimmten und natürlich seltenen Items haben. Dabei bleibt euch überlassen, ob ihr euren Charakter bereits bei Level 10 aufsteigen lasst oder erst später, schwierig ist es auch, wenn man für zwei gleiche Charakterklassen nur ein Item hat. Ihr müsst also selbst entscheiden, welche Figur euch wichtiger ist.
Einzigartig wie das Entwickeln der einzelnen Charaktere ist bei Fire Emblem auch das Waffen- und Ausrüstungssystem. Vereinfacht gesagt gibt es in diesem Spiel nur drei Waffentypen - Axt, Schwert und Lanzen. Das Verhältnis dieser Metzelwerkzeuge zueinander ist vergleichbar mit den Regeln des Spiels „Stein-Schere-Papier“. So ist zum Beispiel die Axt stark gegen Lanzen und schwach gegen Schwerter, das Schwert ist wiederum stark gegen Axt und schwach gegen Lanzen. Dieses Prinzip bekommt man gleich im zweiten Kapitel des Tutorials vermittelt und man muss das so genannte Waffendreieck wirklich verinnerlichen, wenn man Freude an diesem Spiel haben möchte. Zum Glück wird bei Kämpfen immer angezeigt, ob man mit einer bestimmten Waffengattung gegen Kontrahenten etwas reißen kann, aber man sollte sich trotzdem merken, welche Waffe wann eingesetzt wird. Genauso wie das Waffensystem ist übrigens auch der Umgang mit Magie in einer Art Dreieck aufgeteilt und natürlich sollte man sich auch hier genau merken, welcher Typ Zauber jeweils sinnvoll eingesetzt werden kann.
Das einzigartige Waffen- und Magiesystem von Fire Emblem wäre damit also erklärt, erwähnenswert ist sicher auch das Rüstungssystem. Mehr oder minder kann man sagen, bei Fire Emblem gibt es schlichtweg keins. Eure Charaktere tragen eigentlich nur Waffen mit sich. Rüstungen oder Schilde gibt es nicht, braucht Fire Emblem aber wiederum auch nicht, weil die Attribute perfekt durch das Levelsystem gesteigert werden. Wenn es dann doch mal ein Schild oder ein anderen Ausrüstungsgegenstand im Spiel gibt, dann bewirkt dieser eine einmalige Statusanhebung, man muss sich also genau überlegen, bei welchem Charakter man das Item einsetzt. Mit diesem nichtvorhandenen Rüstungssystem besitzt Fire Emblem damit schon eine zweite wesentliche Eigenart. Ob man diese gut und eher störend findet, ich weiß es nicht. 40 Charaktere einzeln mit Rüstungen und Schilden auszurüsten würde das Spiel natürlich noch wesentlich langatmiger und komplexer machen, als es so schon ist - man sollte also auch ohne Rüstung & Beinschoner an Fire Emblem Gefallen finden. Und das werdet ihr sicherlich auch, schon allein wegen der vielen unterschiedlichen Charaktere. Zu Beginn des Spiel zieht ihr allein mit Lyn in den Kampf, wenige Kapitel später habt ihr aber schon einige Kämpfer „eingesammelt“, die euch treu zur Seite stehen. Das Finden/Rekrutieren und Entwickeln diese Charaktere ist dabei sicherlich eines der Stärken von Fire Emblem. Jede Spielfigur besitzt ihre eigene Geschichte und all diese vereinen sich zu einer großartigen Gesamtstory. Nach und nach werden eure Sympathien für bestimmte Charaktere geweckt, da gibt es zum Beispiel den kampfeslustigen, ungehobelten Axtkrieger Hector, die zickige Heilerin Serra, oder den gewitzten Dieb Matthew. Diese Figuren tauchen nicht einfach so in Fire Emblem auf, sie sind alle irgendwie in die Story eingebunden. Teilweise könnt ihr sogar Endbosse überzeugen, für das Gute zu kämpfen. Typisch ist dies jedenfalls, denn die meisten Sympathisanten erhaltet ihr wirklich bei den verschiedenen Kampfeinsätzen. Auch hier hat Fire Emblem wieder ein spezielles System. Und das bedeutet, rechne überall mit Verbündeten. Viele der zu euch stoßenden Charaktere ergeben sich einfach so aus der Story, mal rettet ihr einen Pegasus-Ritter vor feindlichen Banditen, ein andermal betretet ihr eines der auf den Karten zahlreich vertretenen Dörfer und ein Bewohner möchte euch schlichtweg unterstürzen. Es gibt aber natürlich auch jede Menge Geheimcharaktere bei Fire Emblem. Diese dürft ihr nur in eurer kleinen Armee begrüßen, wenn ihr bestimmte Bedingungen erfühlt. So lassen sich manche Kämpfer nur von „geeigneten“ Personen überzeugen, für die richtige Seite zu kämpfen, andererseits stoßen Figuren auch nur zu euch, wenn ihr ein Kapitel in einer vorgegebenen Rundenzahl erledigt. Im günstigsten Fall habt ihr zum Ende des Spiels über vierzig Mann in eurer Armee, wobei man einige Charaktere entweder nur mit viel Glück oder mit der richtigen Komplettlösung erhaschen kann.
Nachdem ich euch nun über das Charakter- , das Kampf- und das Waffensystem aufgeklärt habe, möchte ich natürlich auch mal beleuchten wie solch ein einzelner Kampf abläuft. Das Fire Emblem rundenbasierend gespielt wird, habe ich euch ja schon erklärt. Man wechselt sich also immer mit der Armee des Gegners ab. Wichtig in den einzelnen Kämpfen ist auch immer das Missionsziel. Meist beschränkt es sich auf das Niedermetzeln aller Gegner oder des Oberbosses. In manchen Kapiteln muss man aber auch einfach nur eine bestimmte Anzahl Runden überleben oder irgendwelche Spielfiguren unterstützen. Zudem sind die Siegbedingungen jederzeit einsehbar, man kann als bereits vor dem Kampf seine Strategie festlegen. Dazu gehört auch, seine Armee richtig auf die einzelnen Einsätze vorzubereiten. Gerade in späteren Kapiteln kann man nicht mehr alle Figuren mit in einen Fight nehmen, man muss so eine gesunde Mischung aus seinem Kämpferarsenal zusammenstellen und diese natürlich auch richtig auf der Karte platzieren. Zauberer gehören niemals an die Front, die erste Linie ist mehr etwas für den abwehrstarken Kämpfer. In die zweiten Reihe stellt man am besten Bogenschützen und natürlich dahinter erst Zauberer und Heiler. Vor dem Kampf müssen zudem auch alle beteiligten Figuren vernünftig mit Waffen, Stäben und Heilitems ausgerüstet werden, weiterhin kann man sich von ein Orakel über die zu erwartende Feindtaktik aufklären lassen. Meist erfährt man beim Hellseher auch noch kleinere Hinweise zu den jeweils in den Kapiteln versteckten Charakteren.
Nachdem man seine Armee ausreichend auf den Kampf vorbereitet hat, lässt sich beruhigt in ein Metzel-Kapitel einsteigen. Man zieht nun also mit allen Kämpfern auf der Karte gen Feind. Erwischt man einen direkt vor seiner Waffe, wird in einen extra Bildschirm gewechselt, der den Kampf fein animiert darstellt. Ich empfehle natürlich allen Fire Emblem-Spielern trotz der schön anzuschauenden Kämpfe diese im Menü auszuschalten, weil sie einfach ein Zeitfresser sind. Ohne die Animationen kämpfen die Figuren - zwar in der Optik spartanischer - direkt auf der Karte und die einzelnen Kapitel gestalten sich dadurch merklich flüssiger. Bei den Kämpfen kommt natürlich vollkommen die strategisch-taktische Note von Fire Emblem zum Zuge, denn ihr spielt ja nicht nur mit Schwert- und Axtkämpfern, die sich direkt vor dem Gegner platzieren müssen, um ihn angreifen zu können. Ihr habt Bogenschützen, Lanzenreiter, Pegasusritter oder auch Zauberer und die greifen natürlich vornehmlich aus der zweiten Reihe an. Mit diesen Figuren kann man also erstmal die Gegner schwächen, bevor die Nahkämpfer den Feind dann mit dem „finalen“ Angriff erlösen.
In den Kampfsequenzen spielt sich Fire Emblem also wie viele andere Games aus diesem Genre. Aber auch hier hat die Serie wieder einige Eigenheiten zu bieten, die durchaus zu gefallen wissen. Erstmal ist mir aufgefallen, dass man sich natürlich die Karte leicht zum Vorteil machen kann. Postiert man seine Charaktere auf Felsen, in Wäldern oder Festungen haben sich im Kampf einen erheblichen Vorteil gegenüber dem Feind. Die Festung hat zudem noch den Pluspunkt, dass nach einer abgeschlossenen Runde einige Lebenspunkte regeneriert werden, was natürlich einen wichtige strategische Komponente im Kampf sein kann.
Ein gelungenes Element im Kampfgeschehen von Fire Emblem ist auch die Support-Funktion. Diese ist so aufgebaut, dass bestimmte Figuren, die beieinander stehen, mehr Schaden anrichten. Zuvor müssen die einzelnen Kämpfer aber erst kurze Unterredungen halten (positiv, sogar dies wird in die Story eingebettet). Die Support-Funktion ist übrigens so ziemlich das einzige Feature, was im Tutorial nicht erklärt wird. Da sich zudem wirklich eine ganze Reihe von Kämpfern unterstützen können, kann man hier schon einiges ausprobieren, was das Spiel nochmal eine Ecke spannender und komplexer macht.
Stolpern wird man beim Spielen von Fire Emblem sicher auch über die Speicherfunktion. Diese ist harmlos ausgedrückt „anders“ als bei ähnlichen Spielen des Genres. Bei Fire Emblem wird nämlich nach jedem Zug (einer Figur) automatisch gespeichert. Gut, dass klingt noch nicht so schlimm. Wenn ich aber erwähne, dass beim Tod der drei Hauptfiguren (Lyn, Eliwood, Hector) das Spiel beendet ist und das Figuren, die sterben nicht mehr eingesetzt werden können, dann besitzt die Speicherfunktion schon einen ganz anderen Beigeschmack. Klar, die Memory-Funktion hebt den Schwierigkeitsgrad und auch den Zeitaufwand zum bewältigen des Spiels enorm an. Es ist wirklich schwer, alle Figuren heil durch das Abenteuer zu bringen und man muss sich praktisch jeden Zug genau überlegen, bevor man ihn bestätigt. Jedenfalls dürfte die Speicherfunktion die hervorstechendste Eigenheit von Fire Emblem sein - das Spiel wird dadurch aber bestimmt nicht schlechter.
STEUERUNG, HILFEFUNKTION, ANLEITUNG
Fire Emblem ist sicher eines der komplexesten Spiele auf dem GBA, die Steuerung ist für diese Verhältnisse aber ausgesprochen gut gelungen. Durch das sehr ausführliche Tutorial bekommt man praktisch jede Funktion erklärt und in diesen 5-10 Spielstunden lernt man auch die Steuerung perfekt zu beherrschen. Hier dürften also selbst Grobmotoriker keine Probleme haben.
Wunderbar ist auch, dass man dem Spiel eine ausführliche Hilfefunktion spendiert hat. Wenn man in der ausführlichen Anleitung wirklich mal etwas nicht findet, dann lässt man es sich einfach von dieser erklären. Jeder einzelne Menüpunkt kann näher betrachtet werden und so lässt sich einfach alles im Spiel nachvollziehen.
GRAFIK
Fire Emblem ist sicher kein Grafikwunder. Den Anspruch habe ich an ein Strategie-RPG auch nicht und dafür schaut das Spiel dann schon wieder ganz ordentlich aus. Bereits der Vorspann hat einen Stil, der mir recht gut gefällt. Beim ersten Spielen verwunderte mich dann zwar das Aussehen der Unterredungen vor und nach den Kämpfen, hier sieht man aber ganz deutlich, dass Fire Emblem auf die gleichnamige Anime-Serie aufbaut. Immerhin besitzen die Figuren im Gespräch wenigstens ein grobes Maß an Mimik, zudem erkennt man an den Charakterköpfen auch wirklich immer, wer zur guten und wer zur bösen Seite gehört.
Grafisch gewöhnungsbedürftig, sind sicherlich auch die einzelnen Karten, auf denen die Kämpfe ausgefochten werden. Hier hat man sich wirklich nicht mit Ruhm bekleckert, zweckmäßig ist die Optik aber allemal.
Wer wie ich dann doch nicht die Kampfesanimationen abschaltet, der erlebt hier sicherlich das grafische Highlight von Fire Emblem. Die Fights sehen wirklich wunderschön aus. Alle Kämpfer wurden super animiert und die verschiedenen Zauber-Angriffe kommen erst hier richtig zur Geltung. Schade aber, dass dieser ich nenne ihn mal „ausführlicher Kampf“ so viel Zeit kostet und als einziger grafischer Hochgenuss wohl den meisten verborgen bleibt wird.
SOUND
Musikalisch bietet Fire Emblem genau das, was ich mir von einem epischen RPG erwarte. Die Sounduntermalung passt jederzeit zum Geschehen und passt sich wunderbar dem Wechselbad der Story an. Einzelne Melodien haben zudem sogar Ohrwurmcharakter, gut dass man sich die verschiedenen Musikstücke in einer Art Bibliothek immer wieder anhören kann.
Gelungen sind natürlich auch die Soundeffekte im Spiel. Die Waffen wurden stilecht vertont und man hört schon fast heraus, was man dem Gegner als nächstes über die Rübe zieht.
LOKALISIERUNG
Fire Emblem ist komplett ins Deutsche übersetzt worden. Bei anderen Spielen kann man diese Tatsache ja fast schon als Drohung ansehen, wer Nintendo kennt, weiß aber auch, dass die Firma wohl über ein sehr fähiges Übersetzungsstudio verfügt. Ich habe das Spiel, weil ich es wieder mal nicht erwarten konnte natürlich schon vorab als englischsprachige Version gespielt und muss sagen, dass bei der deutschen Übersetzung nichts vom Flair des „Originals“ verloren gegangen ist. Fire Emblem besitzt auch hier einen leicht mittelalterlich angehauchten Sprachstil, der in den ersten Spielstunden sicher etwas „merkwürdig“ vorkommt. Daran gewöhnt man sich aber doch recht schnell und dann erscheint die deutsche Lokalisierung nur noch als reine Freude auf dem Bildschirm. Löblich zudem, dass die Übersetzer fast ohne Ausnahme auf lästige Rechtschreibfehler verzichtet haben.
FIRE EMBLEM VS. FFTA
Final Fantasy Tactic Advance (FFTA) ist sicher eines der besten Spiele auf dem GBA und wegen seiner Ähnlichkeit bietet sich ein Vergleich mit Fire Emblem geradezu an. Fanboys von FFTA müssen natürlich keine Angst haben, ich mag beide Spiel ebenso und blicke eigentlich mit zwei recht objektiven Augen auf diese Spielspaßperlen.
Final Fantasy untypisch finde ich bei FFTA die Story recht schwach. Ohne echte Highlights plätschert sie vor sich hin und zum Ende des Spiels ist man eigentlich auch ganz froh, dass man sie „überstanden“ hat. Dagegen ist die Geschichte von Fire Emblem ein wirklicher Genuss. Sie beginnt einsteigerfreundlich, man fiebert anfänglich Lyn und ihren Kumpanen richtiggehend nach. Hat man das Tutorial überstanden, entwickelt sich die Story dann eigentlich erst komplett. Man sitzt wie gefesselt vor dem Bildschirm und folgt den Erzählungen der einzelnen Protagonisten... Bei der Story würde ich Fire Emblem also klar im Vorteil sehen.
Beim Spielumfang sticht FFTA Fire Emblem dagegen aus. 300 Missionen plus etliche Secrets, da kann mein Story-Liebling selbst mit 30 Missionen, einigen Spielmodi und Geheimcharakteren nicht mithalten. Dabei hätte ich gern länger an Fire Emblem gezockt. Bei der Spiellänge liegt also eher FFTA vorn.
Grafik und Sound: Hier könnten beide Spiele nicht unterschiedlicher sein. Während FFTA ein grafisches Feuerwerk abliefert, liegt Fire Emblem bei der Musikuntermalung mit seinen stimmungsvollen Melodien meilenweit vorn Hier gibt's also ein Patt zwischen FFTA und Fire Emblem.
Insgesamt liegt meiner Spielernatur Fire Emblem mehr als FFTA. Bei letzterem Spiel war ich froh, als ich den Abspann des Spiels erblickte. Zwar habe ich auch diese Game einige Male gezocket, aber das artete dann schon fast in Arbeit aus. Fire Emblem dagegen ist auch beim x-ten Durchspielen noch ein Genuss.
TIPPS & TRICKS
Dieser Teil des Berichtes richtet sich natürlich vornehmlich an User, die das Spiel bereits besitzen, alles anderen können gut und gerne gleich beim Fazit weiterlesen...
Beginnen wir mit den Arenen. Hier kann man seinen Kämpfer relativ leicht hochleveln und bekommt auch noch reichlich Geld dafür. Natürlich muss man aufpassen, dass man während den Kämpfen nicht stirbt, denn auch in der Arena gilt- wenn ein Charakter hops geht, dann kann man ihn später nicht mehr einsetzen. Arenen gibt es in folgenden Kapiteln:
Lyn-Kampagne: keine Arenen
Eliwood-Kampagne: 16x, 20, 23, 29x
Hector Kampagne: 17x, 21, 24, 31x
Fire Emblem bietet weiterhin neben den Hauptkapiteln auch einige Nebenquests. Diese müssen meist erst freigespielt werden, wie man das macht, erzähle ich euch hier:
Lyn-Kampagne:
7 -> 7x Kapitel 7 muss in höchstens 15 Zügen beendet werden.
Eliwood-Kampagne:
13 -> 13x Besuche das Dorf im Nordwesten - Merlinus befindet sich dort. / 16 -> 16x Mindestens einer der Soldaten muss am Leben erhalten werden. / 18 -> 18x Kapitel 18 muss in höchstens 15 Zügen beendet werden. / 22 -> 22x Hawkeye muss rekrutiert werden, weiterhin muss die Party 700 Erfahrungspunkte einfahren. / 26 -> 26x
Nino muss rekrutiert werden, dieser spricht Jaffar an, beide überleben das Kapitel. / 29 -> 29x automatisch
Hector-Kampagne:
13 -> 13x Besuche das Dorf im Nordwesten - Merlinus befindet sich dort. / 17 -> 17x Mindestens einer der Soldaten muss am Leben erhalten werden. / 19 -> 19x Kapitel 18 muss in höchstens 15 Zügen beendet werden. / 19x -> 19xx Nils muss man in der Lyn-Kampagne auf mindestens Level 7 trainiert haben, dann kann man in Chapter 19x die magische Barriere (Kishuna) zerstören. / 23 -> 23x Hawkeye muss rekrutiert werden, weiterhin muss die Party 700 Erfahrungspunkte einfahren. / 28 -> 28x Nino muss rekrutiert werden, dieser spricht Jaffar an, beide überleben das Kapitel. / 31 -> 31x automatisch / 32 -> 32x Kapitel 32 muss in höchstens 20 Zügen durchgespielt werden.
Geheime Shops: Im Spiel sind insgesamt sechs geheime Shops versteckt, diese befinden sich in folgenden Kapiteln (ein bisschen suchen dürft ihr dann selbst noch):
Kapitel 19 (Hector 20) jeweils zwei Secret Shops
Kapitel 21 (Hector 22)
Kapitel 23A (Hector 24A)
Kapitel 23B (Hector 24B)
Kapitel 30 (Hector 32)
Diese Secret Shops bieten einige nette Items zum Verkauf an, man sollte also ruhig mal reinschauen...
Zuletzt sei natürlich noch die Frage geklärt, wie man an die verschiedenen Zusatzcharaktere rekrutiert.
Guy (Kapitel 13): Sprich ihn mit Matthew an... / Priscilla (Kapitel 14): Besuche sie im südlichen Dorf... / Erk (ebenfalls Kapitel 14): Sprich ihn mit Serra an... / Raven (Kapitel 16): Sprich ihn mit Priscilla an... / Lucius (selbes Kapitel): Sprich in mit Raven an... / Canas (Kapitel 16x): Er ist in einen der Häuser... / Fiora (Kapitel 18): Sprich sie mit Florina an... / Legault (Kapitel 19): Sprich ihn mit Lyn oder Eliwood an... / Hawkeye (Kapitel 22): Sprich ihn mit Eliwood an... / Wallace (Kapitel 23A): Sprich ihn mit Lyn, Kent, Sain, Florina oder Wil an...
/ Geitz (Kapitel 23B): Sprich ihn mit Dart an... / Farina (Kapitel 25): 20000 Gold ist doch eine Kleinigkeit... / Karel (Kapitel 25A&B):
Töte die drei aufgestiegenen Charaktere bis Runde neun/Man muss fünf oder mehr Türen in neun Runden öffnen... / Harken (Kapitel 25A&B): Ab Runde 10.../Bei weniger geöffneten Türen gibt es Harken... / Nino (Kapitel 26): Sprich ihn mit Lyn, Eliwood oder Hector an... / Jaffar (selbes Kapitel) Sprich ihn mit Nino an...
/ Vaida (Kapitel 27): Sie muss Kapitel 24 überleben. Sprich sie mit Eliwood an... / Renault (Kapitel 30): Besuche seinen Tempel im Norden vor Runde 12...
FAZIT
Fire Emblem ist ganz klar ein Highlight im Videospieleregal. Taktik-Strategie-Rollenspiele sind sowieso mehr als selten und eigentlich gibt es in diesem Genre kaum Spiele-Gurken. Fire Emblem sticht aber auch hier nochmals hinaus. Ich bin ehrlich froh, dass Nintendo sich dazu entschlossen hat, diese in Japan ungemein erfolgreiche Serie auch bei uns zu veröffentlichen. Ich hoffe zumindest, dass es nicht bei diesem einen Spiel bleibt, immerhin sind ja schon zwei neue Fire Emblem Teile angekündigt.
Der vorliegende auf dem GBA bietet unterdessen jedenfalls fast perfekten Spielspaß. Mit einer göttlichen Story, verständlicher Spielmechanik und zauberhafter Musikuntermalung bringt Fire Emblem meine Rollenspielerader zum pochen, da kann auch die triste Grafik und der etwas schmale Umfang nichts dagegen unternehmen. Zudem ist Fire Emblem perfekt ins Deutsche übersetzt worden und bietet mit einem langen Tutorial und einer umfangreichen Hilfefunktion selbst Genre-Neulingen einen Anreiz auf das Spiel. Ich empfehle Fire Emblem sowohl dem jungen Mario-Spieler, kauft auch statt dem hundertsten Jump ´n´ Run mal ein anderes Spiel, Taktik/Strategie-RPG Fetischisten müssen sowieso zugreifen und werden von den Eigenheiten des Spieles sicher genauso fasziniert sein wie ich.
Fire Emblem
Entwickler: Intelligent Systems
Erscheinungsdatum in D: 16.07.2004
Preis: um die 40 Euro
| weitere Erfahrungsberichte |
Eine super Mischung aus RPG und Strategiespiel
Bewertung für Fire Emblem (Gameboy Advance) von
Young-Link
Pro: guter Sound, sehr gute Einführung, gute Grafik
Kontra: kompliziert durch viele Namen
Als ich am Freitag im Media Markt war, hab ich mich entschieden das Gameboyadvance-Spiel „Fire Emblem“ zu kaufen, da ich über dieses Spiel schon mehrere sehr gute Tests bei Magazinen gelesen habe.
Preis:
Das Spiel hat neu im Media Markt 42,99€ gekos ...
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sehr hilfreich
30.08.2004
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Besser selber sehen...
Bewertung für Fire Emblem (Gameboy Advance) von
mikmaxim
Pro: Einzigartiger Stil, passende Musikuntermalung.
Kontra: Mir fällt nichts ein!
Ehrlich gesagt gibt es in der Sammlung der GBA-Spiele sogenannte „Tactical RPG“ mehr als genug. Beispiele gefällig? „FFT Advance”, “Tactics Ogre: The Knight of Lodis” und “Advance Wars 2: Black Hole Rising” sind wohl die namhaftesten Vertreter des Genres ...
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sehr hilfreich
08.12.2004
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Fire Emblem
Bewertung für Fire Emblem (Gameboy Advance) von
SusanSto-Helit
Pro: ausgezeichnetes Strategiespiel, tiefe Story- und Charakterentwicklung
Kontra: linearer Handlungsfaden
Die Einteilung in eine bestimmte Kategorie fällt bei einigen Spielen garantiert nicht leicht und so ist es auch beim Fantasy-Spiel "Fire Emblem", das stark zwischen einem Strategie- und einem Rollenspiel schwankt. Zwischen den jeweiligen Leveln wird jewei ...
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sehr hilfreich
03.08.2004
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DIE Schlacht für den Game boy advance
Bewertung für Fire Emblem (Gameboy Advance) von
Sherry92
Pro: Kann lange Zeit fesseln, ist auch nach dem ersten Durchgang anspruchsvoll
Kontra: wenn man alle Charaktere behalten möchte, kann das Spiel ziemlich schwer sein
Die Vorgeschichte
Lyndis,(kurz gennant Lyn,) eine junge Schwertkämpferin, findet euch bewusstlos in den Ebenen von Sacae, ihrem Heimatort und pflegt euch in ihrem Haus. Als ihr aufwacht, stellt sie sich euch vor. Plötzlich hört sie von draußen Lärm. Es i ...
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hilfreich
14.01.2006
(05.02.2006)
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