Fische

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... Eigentlich kauft jeder Aquarianer, Fische die schöngefärbt sind oder schöne Muster aufweisen. Das heißt alle kaufen zwar farbige Fische aber ich kenne niemanden der sich schon mal gefragt hat wie die Farben der Fische überhaupt zustande kommen. Ich habe mir die Frage gestellt, informierte ... Bericht lesen





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Die bunte Welt der Fische, oder the colors of Life
Erfahrungsbericht von Blue_Shark über Fische
11.05.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Sehr viele verrschiedene Möglichkeiten und Formen
Kontra: gibts bei mir keines

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo Zusammen!!!

So jetzt habe ich endlich ein neues Schreibthema gefunden das ich für sehr wichtig aber auch interessant zugleich finde.

Ich denke, dieser Bericht ist unter Tipps und Tricks gut aufgehoben, da ich Euch einige Tipps und Tricks zur Farbbestimmung und deshalb auch zum gezielten Einkauf von „schön gefärbten Tieren“ erzähle.

Eigentlich kauft jeder Aquarianer, Fische die schöngefärbt sind oder schöne Muster aufweisen. Das heißt alle kaufen zwar farbige Fische aber ich kenne niemanden der sich schon mal gefragt hat wie die Farben der Fische überhaupt zustande kommen.
Ich habe mir die Frage gestellt, informierte mich über die ganzen Details der Entstehung der Farben und dachte mir das wäre doch einmal ein super Bericht zur Aufklärung der Leute über die Farben der Fische.
Und hier ist er, mein Bericht über die Entstehung der Farben der Herrscher des Wassers, den Fischen.

Es ist völlig unbestritten, dass Fische zu den farbenprächtigsten Tieren der Welt gehören. Das gilt vor allem für die tropisch- subtropischen Arten, die mit reichen Farben und Mustern gezeichnet sind.
Die Fische haben diese Farben aber nicht weil sie Menschen gefallen wollen, sondern dass hinter all dieser Farbenpracht ein biologischer Zweck und Sinn steht. Genauer gesagt erfüllen die Farben eine ganze Menge Funktionen, die sich nahezu alle unter einen Hut bringen lassen, wenn man sie als Anpassungserscheinungen deutet.
Diese recht einfach zu erklärende Erscheinung ist Beispielweise die Tatsache, dass bei den meisten Fischen die Rückenpartie dunkel, die Bauchpartie hell gefärbt ist. Dieses Grundmuster dient den Fischen dazu sich wenigstens in groben Zügen ihrer Umgebung anzupassen. Darüber hinaus bewirken Farben aber noch viele andere Dinge.

~°~°~°~ Farben zur Tarnung ~°~°~°~

Nicht gefressen zu werden ist das höchste Gebot im Tierreich. Wer sich vor Feinden unsichtbar machen kann, ist gehörig im Vorteil.
Manche Fische sind wahre Meister der Tarnung, wie z.B. die Scholle (Pleuronectes platessa), die ihre Körperfärbung dem jeweiligen Hintergrund perfekt anpassen kann. Aber was potentiellen Beutetieren recht ist, ist auch den Räubern billig, denn diese tarnen sich ebenfalls, wie z.B. der Blattfisch, um wiederum von ihren Opfern nicht entdeckt zu werden und so sicher an ihre Mahlzeit zu kommen.
Andere, scheinbar auffällige Farbmuster, wie zum Beispiel Streifenmuster erweisen sich beim genaueren hinsehen ebenfalls oft als Tarnung, lösen sie etwa im Schwarm die Körperkonturen bis zur völligen Unkenntlichkeit auf.

~°~°~°~ Farben zur Warnung ~°~°~°~

Auffällige Farbmuster können aber auch das glatte gegenteilige Ziel verfolgen. Sie sollen andere Fische, Artgenossen oder mögliche Fressfeinde warnen. So kommt es nicht von ungefähr, dass zum Beispiel viele giftige Fische, wie etwa der berühmte, Meeresbewohnende Rotfeuerfisch, der Gattung Pterios, ziemlich auffällig gefärbt ist. Auch die so genannten „Plakatbarben“ vieler Riffbewohnenden Fischen verfolgen die gleiche Absicht, sie sollen ebenfalls warnen, wobei meist arteigene Konkurrenten angesprochen werden sollen.

~°~°~°~ Farben zum Auffallen ~°~°~°~

In ähnlicher Richtung zielen die Leuchtfarben vieler in Schwärmen lebender Arten. Ihre kräftigen Farben dienen ebenfalls dazu, aufzufallen. Außerdem wollen sie dadurch ihre Artgenossen auch im trüben Wasser nicht aus den Augen verlieren und engsten Kontakt halten. Dazu gehören etwa viele Arten, die im Schwarzwasser des Amazonas oder des Kongobeckens zu hause sind.

~°~°~°~ Farbe als Verständigungsmittel ~°~°~°~

Bereits die Warnfarben deuten an, dass Farben in großem Maße der Verständigung, etwa der Erkennung von Artgenossen, dienen. So umfassen die Prachtkärpflinge der Gattung Aphyosemion zahlreiche Arten, die alle annähernd die gleiche Gestalt haben, sich aber im Farbmuster sehr unterscheiden. Außerdem sind Männchen und Weibchen einer Art oft unterschiedlich gefärbt. Daran erkennen sich die Tiere als Geschlechtspartner und umgekehrt nehmen sich gleichgeschlechtliche Tiere gegebenenfalls als Rivalen wahr.

~°~°~°~ Hübsche Hochzeitskleider ~°~°~°~

Besondere Erwähnung verdienen im Zusammenhang der Verständigung auch die so genannten Hochzeitskleider vieler Fischarten. Dabei zeigen sie, ein relativ gleich bleibendes, prächtiges Laichgewand, während andere in den einzelnen Abschnitten der Laichzeit unterschiedliche Farbmuster annehmen. So kann man z.B. bei vielen Buntbarschen zwischen Balz-, Ablaich- und Brutpflegefärbung gut unterscheiden.

~°~°~°~ Farbe als Stimmungsbarometer ~°~°~°~

Zudem kann man bei vielen Farbspielen der Fische erkennen, in welcher Stimmung sie sich befinden.
Wenn Stimmungsänderungen vorliegen können sie binnen Sekunden die Farben ändern. Derartige Farbspiele kann man in vielen Situationen des täglichen Fischlebens beobachten, angefangen von Begrüßungs-, über Schreck- und Imponierfärbungen und noch viele mehr.
Zu diesem Bereich kann man auch die die bei vielen Fischen zu beobachtenden längerfristige Stimmungen rechnen, die auf äußeren Faktoren beruhen können.
Hierzu gehören z.B. die bei vielen Fischen vorkommende Tag- und Nachtfärbung, die meist ein Zeichen des Wohlbefindens ausdrücken.
Für den Aquarianer wichtig zu wissen, gehören dazu jedoch in hohem Maße auch außergewöhnliche, nicht normale Einflüsse, wie z.B. zu niedrige- oder zu hohe Temperaturen, Sauerstoffmangel, Krankheiten oder schlechte, unzureichende Ernährung der Fische.

~°~°~°~ Farbe als Zeichen des Alters ~°~°~°~

Schließlich fällt aber auch auf, dass Fische in Abhängigkeit ihres Alters recht unterschiedlich gefärbt sein können.
So besitzen Jungfische oft nie die volle Farbigkeit ihrer Eltern, was wiederum auf verschiedene Ursachen beruhen kann. Oft soll dies verhindern, dass nicht Ausgefärbte Jungtiere als Rivalen betrachtet werden und sich deshalb nicht im Revier oder in der Nähe eines Erwachsenen aufhalten dürfen.
Auf diese Weise können zahlreiche Arten ganz elegant territorialen Druck verringern.

Aber nun näheres zu Entstehung der Farben selbst und zu den verschiedenen Pigmentarten, die Farben entstehen lassen.

Wenn man sich einmal ernsthaft die Mühe machen würde, alle Farben und ihre Nuancierungen, die man auf einem Zierfisch der gehobenen Mittelklasse so entdecken kann, zu beschreiben, so müsste man rasch die Unmöglichkeit eines solchen Unterfangens erkennen.
Müsste man aber erklären, worauf diese Farbigkeit beruht, so ist das erstaunlicherweise schon sehr viel einfacher.

~°~°~°~ Zwei Möglichkeiten der Farberzeugung~°~°~°~

Fische haben im Grunde nur 2 Möglichkeiten, Farben zu erzeugen. Sie können dazu bestimmte Farbstoffe, die so genannten Pigmente verwenden oder Farben durch andere Substanzen mittels Lichtbrechung erstrahlen lassen.

~°~°~°~ Farben aus Pigmenten ~°~°~°~

Farbstoffe sind relativ komplizierte biochemische Verbindungen.
Sie befinden sich in besonderen Körperzellen, den Chromatophoren.

Diese Zellen sind weit verästelte Säcke:

Verteilen sich die Farbkörnchen über die gesamte Fläche der Zellen, erscheint die Haut des Fisches farbig; ballen sie sich hingegen an einer Stelle der Zelle auf engstem Raum zusammen, erscheint das Tier farblos.
Durch die Kombination von Chromatophoren mit unterschiedlichen Pigmenten können Zeichnungen und Färbungen eines Fisches stark variieren.

~°~°~°~ Eine schnelle Regelung der Nerven ~°~°~°~

Viele Fischarten können die Verteilung der Farbstoffe regulieren und dadurch sehr schnell ihr Farbmuster verändern. Dieser Farbwechsel wird in erster Linie durch Nervenimpulse ausgelöst. Die in den Chromatophoren eingelagerten Farbstoffe sind die Melanine (braun bis schwarz) und die mit dem Vitamin A verwandten Karotinoide (gelb und rot).

~°~°~°~ Eine langsame Regelung durch Hormone ~°~°~°~

Darüber hinaus greifen auch Hormone in die Regulationsvorgänge ein, so dass die Farbgebung unter mehrfacher Kontrolle steht.
Hierfür typische Hormone sind etwa das aus der Nebennierenrinde stammende Adrenalin und Noradrenalin.
Weiterhin sind neben anderen Hormonen auch Sexualhormone bekannt, die am Farbwechsel beteiligt sind.
Im Allgemeinen wirken Hormone sehr viel langsamer als die Nerven.

~°~°~°~ Farben durch Lichtbrechung ~°~°~°~

Andere Zelltypen, die Guanophoren, haben eine ovale Gestalt und enthalten weiße Kristalle oder Plättchen aus Guanin, einem Abbauprodukt des Stoffwechsels.
Das Tageslicht kann von diesen Kristallen entsprechend ihrer Anordnung als weißes Licht zurückgeworfen werden, so dass die Haut eines Fisches dann silbrig glänzend oder auch diffus weiß erscheint.
In dem letzteren Fall nennt man die Farbzellen Leucophoren.
Andere Guanophoren zerlegen das Licht auch in seine Regenbogenfarben (Interferenz).
Das ist übrigens genau derselbe physikalische Vorgang, der auch dazu führt, dass ein Benzinfleck auf einer Pfütze bunt schillert.

~°~°~°~ Der Clou: Farben mischen ~°~°~°~

Unterschiedliche Guanophoren und Chromatophoren können in der Haut des Fisches kombiniert sein und ermöglichen daher eine große Vielzahl an Farben.
Zwischenfarben entstehen durch die Mischung der Farbzellen. Eigentlich bilden die Farbzellen dann viele kleine Farbpunkte auf der Haut des Fisches, die das Auge des Menschen aber nicht mehr auflösen kann und deshalb als Mischfarbe wahrnimmt.

~°~°~°~ Karotinoide nur per Nahrung ~°~°~°~

Die meisten Farbstoffe können die Fische durch den eigenen Stoffwechsel synthetisieren. Ausgenommen sind jedoch die gelben oder roten Karotinoide, diese muss man den Tieren in ausreichender Menge mit dem Futter verabreichen.
Pfleger von Buntbarschen füttern diese oft mit roter Paprika, die viel Karotinoid enthält. Allerdings fressen nicht alle Fische dieses angebotene Gemüse.
Deshalb haben Hersteller von Trockenfutter dieses spezielle Farbfutter auf den Markt gebracht.
Rote Mückenlarven und Tubifex zu verfüttern hat aber wie oft gedacht, keinen Sinn, weil der rote Farbstoff dieser Tiere kein Karotinoid ist, sondern die Sauerstoffbindenden Blut- und Muskelfarbstoffe Hämoglobin und Myoglobin sind.
In der Natur stammen diese für die Fische notwendigen Karotinoide vielfach aus Kleinkrebsen wie z.B. Wasserflöhen, welche den roten Farbstoff aber auch nicht selber erzeugen können und diesen aus mikroskopisch kleinen Plankton- Algen, von dem sie sich ernähren erhalten.

~°~°~°~ Bedeutung für die Praxis ~°~°~°~

Die natürliche Farbgebung der Fische ist eine Sache; ob sie diese Farben auch wirklich zur Geltung bringen können, ist eine andere.
Hierauf kann jedoch der Aquarianer großen Einfluss nehmen. Denn durch eine möglichst optimale Haltung kann er dafür sorgen, dass seine Schützlinge auch in ihrem wahren Glanz erstrahlen. Gute Wasserwerte, richtige Wasserwerte, richtige Temperaturen, eine ausgewogene Ernährung und ein artgerecht eingerichtetes Aquarium, all das sind Grundbedingungen für das Wohlergehen der Fische. Sie werden es ihrem Pfleger danken und sich in von ihren schönsten Seiten zeigen- nicht nur was die Farbenpracht betrifft versteht sich ;)

Hier noch einmal alle Farben und deren Zustandekommen zusammengefasst.

Schwarz und Braun:
--> Melanine
Rot und Orange:
--> Karotinoide
Gelb:
--> Karotinoide
Grün:
--> 1. blau reflektierende Guanophoren über gelben Chromatophoren
--> 2. Mischung aus braunen Melanophoren und gelben Chromatophoren
Blau:
--> Lichtreflexion an Guanophoren vor schwarzem Hintergrund
Purpur:
--> Lichtreflex an Guanophoren
Silber:
--> Lichtreflex an Guanophoren
Weiß:
--> Lichtreflex an Leucophoren

So, jetzt bin ich wieder einmal am Ende angelangt und würde mich freuen, wenn Ihr etwas Brauchbares erfahren konntet.
Sollte ich etwas vergessen haben lasst es mich wissen, ich würde mich über viele Kommentare freuen.

Euer Jens

P.S. Ich hoffe das ich nicht all zuviel Schreibfehler übersehen habe, wenn ihr aber doch noch welche finden solltet lasst es mich so schnell wie möglich wissen, das ich was zum verbessern habe.

P.P.S. Ich danke zwar auch den Schnellklickern und Scrollern, denn ihr habt mir ein paar Punkte dazu geschenkt **freu**.
Ich hoffe aber trotzdem das eure Tastatur nach jedem Schnellscroller die nächsten 10 Stunden streikt ;)

P.P.P.S. Ich grüße alle meine Freunde, Leser und Bekannten und wünsche Euch noch einen schönen Tag
   
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