Fischkrankheiten - Tipps & Tricks

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Teil 1 einer langen "Leidensgeschichte" Egel, Schneckenegel, Blutegel, Fischegel, Schildkrötenegel, Entenegel, Pferdeegel....usw. Was es nicht alles gibt dachte ich als ich damit begann mich mit dem Thema Egel zu beschäftigen. Der Grund für mein Interesse an diesen Tierchen bestand darin ... Bericht lesen





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Häßlich wie die Nacht
Erfahrungsbericht von Tritos über Fischkrankheiten - Tipps & Tricks
18.06.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Wie jetzt? was fürn Pro?
Kontra: Ein Parasit ist Kontra genug

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Teil 1 einer langen "Leidensgeschichte"

Egel, Schneckenegel, Blutegel, Fischegel, Schildkrötenegel, Entenegel, Pferdeegel....usw.

Was es nicht alles gibt dachte ich als ich damit begann mich mit dem Thema Egel zu beschäftigen.
Der Grund für mein Interesse an diesen Tierchen bestand darin das ich eine seltsame Kreatur in einen meiner Aquarien entdeckte deren gestallt mich sofort an die eines Blutegels erinnerte welche wir als Kinder in Tümpeln und Teichen gefangen haben oder auch unter Steinen fanden.

Allerdings war das Exemplar in meinem Aquarium mit etwa 3 cm. Im Gestreckten Zustand wesentlich kleiner und zeigte auch nicht die intensive Rotfärbung wie die mir bis dahin bekannten Egel sondern war von leicht gräulicher bis bräunlicher Farbe. Lediglich die Form und das Vorhandensein eines Saugnapfes am Kopf und einen weiteren am Hinterteil wiesen darauf hin das es sich hierbei um einen Egel handelte.

Sicher löste die Entdeckung dieses Tieres keine Begeisterung bei mir aus da Egel meines Erachtens nach grundsätzlich nichts gutes bedeuten konnten. Allerdings war ich auch noch nicht in der Lage einschätzen zu können ob es sich hierbei um eine Gefahr für die Insassen des Aquariums handelte der ich sofort entgegenwirken musste, oder ob ich dieser Situation gelassen gegenüberstehen konnte und möglicherweise erst zu einen späteren Zeitpunkt eingreifen musste.

In den folgenden Tagen bekam ich den Egel nicht mehr zu Gesicht und ich dachte – oder hoffte insgeheim, das es sich um ein Einzelexemplar handelte das sich irgendwie in mein Aquarium „verlaufen“ hatte und sich dieses Thema von allein erledigt hätte.
Wie dem auch sei, ich behielt das betroffene Becken nun unter besonderer Beobachtung und begann damit mich besser über diese Tierchen zu Informieren da mir solche Tiere in über 15 Jahren Aquaristik noch nicht begegnet sind und auch im Freundes und Bekanntenkreis ein solcher Fall bisher noch nicht aufgetreten war. Meine Hoffnung das es sich um ein Einzeltier handelte bestätigten sich allerdings nicht, denn etwa eine Woche nach dem ersten Fund entdeckte ich zwei weitere kleinere Egel. In den darauf folgenden Tagen nahm die Anzahl stetig zu und ich konnte schließlich nach Umfangreichen Recherchen, die sich als äußerst schwierig Gestalteten, da selbst das Internet nur wenig Informationen hergab mindestens zwei verschiedene Egelarten Identifizieren.
Bei meinen neuen Bewohnern handelte es sich um verschiedene Arten von Schneckenegeln und zwar um den Bernsteinfarbenen Schneckenegel (Alboglossiphania hyalina) und um Helobdella europaea oder möglicherweise auch Helobdella triserialis. Verwirrende Namen die kaum jemand aussprechen, geschweige behalten kann zudem die wenigsten Egel einen Deutschen Namen haben. Auch die Bestimmung dieser Tiere ist ausgesprochen schwierig da viele Arten sich zum verwechseln ähnlich sehen und sich oft nur durch ihre Größe oder Fressverhalten unterscheiden.
Allen gemeinsam ist meiner Meinung nach lediglich das sie allesamt Hässlich wie die Nacht sind.

Allgemeines zu Egeln

Wie bereits erwähnt waren meine Kenntnisse im Bezug auf Egel eher als gering oder auch als nicht vorhanden einzustufen und so war ich gezwungen mich näher mit diesen Tieren zu Beschäftigen.
Den Namen Schneckenegel lernte ich erst im laufe meiner Nachforschungen kennen und war dann doch sehr erstaunt wie viele Egelarten es gibt – deshalb unter anderem die Anfänglichen Aufführungen. So fand ich allein unter den oben angegebenen Begriffen über 95 verschiedene Arten, was einer Zuordnung meiner Arten nicht gerade einfacher machte.
Die Egel sind nahe Verwandt mit den Regenwürmern und ebenso wie diese Zwitter und sind somit entsprechend vermehrungsfreudig. Sie unterteilen sich in die beiden Untergruppen der Blut und der Leberegel. Interessant für den Aquarianer sind dabei nur die Blutegel da zu dieser Gruppe auch die Hier Beschriebenen Schneckenegel zählen von denen es ebenfalls wiederum eine hohe Anzahl von Arten gibt.

Die in unseren Aquarien vorkommenden Schneckenegel sind meistens keine Exoten und kommen ebenfalls in freier Natur vor, jedoch kommen ihnen die warmen Temperaturen und die allgemeinen Lebensbedingungen in unseren Becken sehr entgegen. Schneckenegel sind im Bezug auf das Wasser relativ anspruchslos, jedoch sind sie darauf angewiesen das es in ihrem Lebensraum genügend Nahrung – also Schnecken gibt.

Prinzipiell kann man sagen das sich Schneckenegel grundsätzlich nicht an Fischen oder deren Eiern vergreifen, sondern nur von Niederen Tieren wie etwa Schnecken oder Muscheln Leben. Vorausgesetzt man zählt nicht grad zu den Schneckenliebhabern oder Pflegt Apfelschnecken oder Turmdeckelschnecken auf die man nicht Verzichten möchte (so wie ich) könnte man nun theoretisch vom Auftreten der Egel relativ Unbeeindruckt bleiben und diese ohne Gefahr neben den Fischen im Becken belassen.
Theoretisch Gesehen sicher richtig, Praktisch aber doch Unverantwortlich. Denn auch wenn sich diese Parasiten nicht an den Fischen vergreifen so Übertragen sie doch einige Krankheiten ohne selbst davon betroffen zu sein ähnlich wie Stubenfliegen. Durch das Austauschen von Fischen, Schnecken, Wurzel, Pflanzen oder sonstiges ist eine weitere Verbreitung dieser Plagegeister auf andere Becken Praktisch Garantiert. Sicher ist es nicht im Sinne des Aquarianers anderen Aquarianern diese Parasiten „frei Haus“ zu Liefern und so sollte jeder Betroffene sehr vorsichtig und Umsichtig Handeln um den Schaden möglichst gering zu halten.

Meine Beobachtungen

Es begann alles als ich mal wieder den Bestand meiner Apfelschnecken überprüfte.
Die Apfelschnecken zeigten deutliche Schäden am Gehäuse, und da zu diesem Zeitpunkt noch lange kein Egel zu sehen war ging ich Anfangs von Schäden bedingt durch zu weiches Wasser aus. Nachdem ich die Wasserwerte gemessen hatte und diese durchaus noch befriedigend waren war ich zunächst ratlos, beschloss dann aber doch noch etwas Dolomit Gestein einzubringen um einen höheren Härtegrad zu erhalten.
Nicht nur meine Apfelschnecken, sondern auch die im Becken befindlichen Posthornschnecken sowie die Turmdeckelschnecken dankten es mir mit einer stetigen Zunahme ihrer Population – was nicht zuletzt durch das nun häufigere Füttern zustande kam da sich die Apfelschnecken mittlerweile ebenfalls recht stark Vermehrten. Nur die Anfangs noch zahlreichen kleinen Blasenschnecken verschwanden Still und Leise von der Bildfläche was mich allerdings nicht sonderlich Störte. Da vor allem die Apfelschnecken ein etwas abgedämpftes Licht bevorzugen lies ich die Anfangs wenigen Wasserlinsen zu einen dichten Teppich heranwachsen um ihr Wohlbefinden etwas zu Fördern. Jedoch nahmen die Gehäuseschäden nun bei allen Schneckenarten weiter zu und die Bestände der Posthornschnecken schrumpften nun auf unerklärlicher weise rapide.
Eines Tages entdeckte ich dann eine Tote Apfelschnecke die noch am Vortag zwar etwas träge aber dennoch recht Lebendig durchs Aquarium kroch. Ihr Gehäuse zeigte kleine aber dennoch deutliche Schäden die mal kreisrund und mal wie eingeritzte Kratzer waren aber dennoch war das Gehäuse nicht Porös oder brüchig. Auch befanden sich zunehmend leere Schneckenhäuser von Posthornschnecken auf dem Boden die ebenfalls diese Beschädigungen aufwiesen. Einige Tage darauf fand ich eine weitere verendete Apfelschnecke und nach längerer Beobachtung des Aquariums sah ich dann den ersten Schneckenegel. Das Tier hatte im Gestreckten zustand eine Länge von etwa 3 cm. Es hielt sich mit dem hinteren Saugnapf unterhalb eines Blattes fest und suchte scheinbar mit dem Kopf nach einen geeigneten Gegenstand oder Opfer an dem es sich festhalten konnte. Im Laufe meiner anschließenden Nachforschungen und Beobachtungen/Experimente fand ich heraus das Tiere dieser Größe bereits ein Alter von 3 bis 4 Monaten erreicht haben müssen.

Wie bereits Anfangs erwähnt konnte ich das Exemplar welches ich als erstes entdeckte später als H. europaea bzw. H. triserialis Identifizieren. Diese fand ich meist nicht auf den nun nicht mehr so zahlreich vertretenen Posthornschnecken sondern vermehrt auf den im Becken Lebenden Apfelschnecken. Das dann vermehrte Auftreten der Egel konnte ich mir erst später erklären, war dann aber um so einleuchtender.

Schneckenegel sind nämlich vorwiegend Dämmerungs- bzw. Nachtaktiv und deshalb bemerkt der Aquarianer unter Umständen erst sehr spät das es in seinem Becken ein paar neue Bewohner gibt. Tagsüber Leben die Egel wie etwa der Posthornschneckenegel versteckt unter Wurzeln, Steinen oder was sie sonst noch finden. Manche Arten wie z.B. der Bernsteinfarbene Schneckenegel leben auch versteckt im Boden. Wenn es dunkel wird kommen die Egel aus ihren Verstecken heraus und gehen auf Nahrungssuche. Nach meinen Beobachtungen dauert diese bei gut Beleuchteten Becken etwa 6 bis 8 Stunden und ist stets vor Tagesanbruch beendet. Bei schwächerer Beleuchtung Leben die Egel weniger Versteckt.
Da die Egel im allgemeinen ein solches Schattendasein führen bleiben sie des öfteren – wie auch bei mir lange Zeit unentdeckt und nur wenn das Becken so wie etwa später bei mir stark abgedunkelt wird sieht man die Egel dann auch Tagsüber auf den Schnecken und Einrichtungsgegenständen sitzen.
Grundsätzlich kann man sagen das wenn man einen Egel entdeckt hat es etwa noch zehn weitere gibt die man nicht sieht.

Fressverhalten

Nach Einbruch der Dunkelheit kommen die Egel aus ihren Verstecken und suchen sich ein geeignetes Opfer. Da die meisten Schnecken dann ihre Ruhephase Einleiten können die nicht allzu schnellen Egel sie mühelos erreichen indem sie sich zielstrebig darauf zu bewegen wobei sie sich nicht schwimmend sondern kriechend so wie z.B. manche Raupen fortbewegen.
Haben sie erst einmal eine Schnecke erreicht so heften sie sich an dem Gehäuse fest und Bohren (mit den Mundkiefern?) ein Loch in das Gehäuse und zapfen ihren Wirt an. Die Egel klammern sich stets am Gehäuse fest und entnehmen dem Wirt das Blut von dort aus, niemals konnte ich Beobachten das sie sich an den Weichteilen der Schnecken direkt anhefteten (aber auch solche Arten gibt es). Normalerweise stirbt der Wirt durch dieses Anzapfen nicht und kann sich ab Tagesanbruch wieder erholen wenn die Egel wieder ihr verstecktes Leben führen. In freier Natur ist es eher unwahrscheinlich das eine Schnecke mehrmals von demselben Egel befallen wird da sie sich automatisch am Tage meist aus dessen unmittelbaren Umgebung entfernt.
Im Aquarium sieht das dann doch schon etwas anders aus da es hier meist ein Überangebot an Wirten für die Egel gibt und sie sich dadurch gut vermehren. So kommt es dazu das eine Schnecke von mehreren Egeln gleichzeitig angefallen wird und dann innerhalb kürzester Zeit vollkommen ausgesaugt wird was unweigerlich zum Tod der Schnecke führt.
Selbst wenn ein Wirt eine solche Attacke überlebt stirbt er dann an den folgen der Blutarmut oder durch Infektionen da er über keinerlei Abwehrkräfte mehr verfügt. Das mehrmalige Anzapfen ist im Aquarium daher „Normal“ und macht sich gerade bei Posthornschnecken gut bemerkbar da sie von Tag zu Tag blasser werden und die Gehäuseschäden dabei stetig zunehmen. In manchen Berichten ist zu Lesen das Schneckenegel hauptsächlich Schnecken befallen und nur in Notsituationen auf andere Wirte wie etwa Muscheln übergehen. Ein Befall von Fischen oder Laich ist bisher noch nicht bekantgeworden und kann Theoretisch ausgeschlossen werden da Fische zu schnell sind (da gäbe es dann den Speziellen Fischegel), und im Laich kein brauchbares Blut vorhanden ist. Anders als manch andere Egel verhalten sich die Schneckenegel soweit es meine Versuche ergaben auch (leider) nicht Kanibalistisch allerdings überstehen sie auch lange Hungerperioden.

Den Egeln entgegen kommt man wenn man so wie ich für eine Schwimmpflanzendecke sorgt und gleichzeitig versucht einige Junge Apfelschnecken aufzuziehen. Auf diese weise habe ich unbeabsichtigt für optimale Lebensbedingungen gesorgt und konnte die Egel so später sogar am Tage Beobachten.

Soziales Verhalten / sonstiges

Hmm... Soziales Verhalten bei Egeln? was kann man denn da Schreiben?
Nun Sozial könnte man es ja schon nennen das sie sich nicht gegenseitig Auffressen, aber Interessanter ist da wohl doch die Tatsache das diese Tierchen Brutpflege betreiben. Der Aquarianer hat da nun sicher direkt das Verhalten von Barschen vor Augen die ihr Gelege oder ihre Jungfische Verteidigen und kann sich das bei Egeln nun sicher nicht Vorstellen und liegt damit natürlich auch richtig. Bei den Schneckenegeln bedeutet Brutpflege das sich die Jungen aus den Eiern entwickeln, Schlüpfen und vom Alttier einige Wochen unter dem Körper Mitgeführt werden bis sie sich weit genug entwickelt haben und das Alttier dann schließlich einen geeigneten Wirt(Schnecke) für seine Nachkommen sucht und sie darauf absetzt. Bei meinen Vertretern z.B. sind (waren) es meistens zwischen 6 und 8 Jungtiere die zu diesem Zeitpunkt bereits eine Länge von etwa 1 mm haben
Nun Brutpflege hin oder her, es sind für den Aquarianer zweifelsfrei Parasiten die es gilt zu entfernen, auch wenn ich erfahren habe das es manche Liebhaber gibt die sich diese Tiere tatsächlich statt Fische in kleinen Aquarien halten und Züchten, so stellt sich für uns doch eher die Frage: wie werde ich diese Dinger am schnellsten wieder los? Und was sind die effektivsten Tötungsmaßnahmen und wie kann ich die anderen Beckeninsassen schonen?

Um diese Frage zu klären habe ich vieles ausprobiert und Experimentiert und werde dieses im zweiten teil dieses Berichtes schildern.

Bis dahin

Tritos
(Marcus)

   
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