Fischzucht - Tipps & Tricks

Fischzucht - Tipps & Tricks

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Wie wir zur Fischzucht kamen: Eigentlich wollte ich nur ein dekoratives Aquarium als Raumteiler zwischen Wonzimmer und Eßecke stehen haben, ein einziges Aquarium. Da dieses aber sehr viel Geld kostet, wollte ich zunächst erst mal testen, ob mir dieses Hobby überhaupt zusagt, und so kaufte ... Bericht lesen





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Nicht bei jedem Fisch klappt es so einfach
Erfahrungsbericht von Jakini über Fischzucht - Tipps & Tricks
27.04.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Ist immer Interessant und spannend
Kontra: kann manchmal auch zu viel werden

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Wie wir zur Fischzucht kamen:
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Eigentlich wollte ich nur ein dekoratives Aquarium als Raumteiler zwischen Wonzimmer und Eßecke stehen haben, ein einziges Aquarium. Da dieses aber sehr viel Geld kostet, wollte ich zunächst erst mal testen, ob mir dieses Hobby überhaupt zusagt, und so kaufte ich mir ein 60 iger Becken, dazu dann drei Gubbys, ein Männchen mit zwei schwangeren Weibchen. Und schon war das Becken voll, denn ich hatte offensichtlich die richtigen Pflanzen ausgewählt, in denen sich die Kleinen gut verstecken konnten.

Doch so einfach ist das nicht bei jedem Fisch, nur bei den sogenannten Lebendgebärdenen, zu denen zählen unter anderem

Gubby,
Platy,
Schwertträger ,
Segelkärpflinge
und Molly.

Es gibt sicherlich noch mehr Lebendgebärdene, doch diese vier sind eigentlich die geläuftigsten, denn es sind sog. Anfängerfische, bei denen es mit der Nachzucht recht leicht klappt.

Interessanter wird es bei anderen Fischen, so z.B. bei den Eierlegenende Zarnkarpfen, den Salmern oder aber bei Barschen. Hier werde ich mich bald versuchen, doch ob es wirklich was wird, das kann ich nun noch nicht sagen, Erfolg hatten wir bisher nur bei unseren Lebendgebärdenen Zahnkarpfen, doch der ist sicherlich für jeden Anfänger ein wirklicher Erfolg. Aber auch hier ist nicht jeder Fisch unbedingt gebärfreudig, auch wir haben eine Platy Dame, die will einfach nicht dick werden, da kann man dann auch nichts machen.

Was braucht man für die Zucht:
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Zunächst einmal braucht man ein Becken, in dem man die Fische unterbringt. Hier muß man sich selber vorher überlegen,

ob die Fische in einem Gesellschaftsbecken leben sollen, wo die Kleinen dann auf Gut Glück ev. überleben, und vorallem es sein kann, daß sich einige Fische untereinander kreuzen,

ob man ein Artbecken haben möchte, in dem nur eine Art von Fischen ist,

ob die Fische sich mischen sollen, d.h. ob man verschiden farbige Fische einer Art in das Becken setzen möchte.

Hiervon hängt die Größe des Beckens ab. Man kann durchaus schon ein 60 iger Becken zum Züchten nehmen, hier dürfen dann aber nur wenige kleine Fische rein, es eignet sich dann doch eher als ein Artbecken, in dem man .z.B. nur Gubby oder nur Platy hält und züchtet.
Möchte man ein Gesellschaftsbecken, dann sollte es schon mindestens 80 cm groß sein. Aber hier sollten nicht zu viele Fische aufeinmal reingestezt werden.

Neben den Fischen, die man züchten möchte, sollte man schon einige Welse einsetzen, es gibt hier eine große Auswahl, denn Welse verhindern die zu starke Bildung von Algen. In meinem einen Becken, in dem die kleinen aufgezogen werden, habe ich kleine Welse, denn die Babyfische schaffen es nicht, die Algen zu fressen. Lebendgebärdene Zahnkarpfen sind nämlich sehr gut Algenfresser, doch auch dazu müssen sie erst einmal wachsen. Es gibt zum Glück kleine Welse, die den kleinen Fischen nichts tun, aber den Algen zu Laibe rücken.

Die Wasserwerte müssen für die Fischart stimmen, damit diese sich wohlfühlen und überhaupt vermehren, so ist hier die Wasserhärte und der PH Wert besonders wichtig. Es gibt Fische die brauchen Hartes Wasser mit einem hohen PH Wert, aber auch welches, die leben lieber in weichem Wasser mit niedrigem PH Wert. Bei der Grundsätzlichen Haltung sollte man zwar auch auf diese Wasserverhältnisse achten, doch wenn man züchten möchte, dann sind die noch wichtiger. Mit Torf kann man dann hartes Wasser weicher bekommen, wenn man z.B. Neons züchten möchte.

Wichtig ist auch die Einrichtung des Beckens, viele Pflanzen sind z.B. wichtig, damit die Fische ihre Eier daran ablegen können, sich ihren Brutplatz einrichten oder eben bei den Lebendgebärdenen die kleinen sich vor den älteren Fischen verstecken können, denn diese fressen ihre Jungen leider sehr gerne. In erster Linie werden allerdings die kranken Jungfische gefressen, gesunde Babys haben eigentlich sehr gute Chancen, durchzukommen. Hat man natürlich besonders gefräßige Fische mit im Becken, so wie wir ein Becken mit Schwertträgern und Skalaren haben, sollte man sich schon etwas einfallen lassen, um die Kleinen noch besser zu schützen.

So gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Ein Laichnetz:

Im Fachhandel gibt es Laichnetze, wo man die trächtigen Fische kurz vor der Geburt hineingibt. Um das Netz zu befestigen, werden sie an das Glasbecken gehängt und zusätzlich durch die Abedeckung gehalten.
Diese Netze haben den großen Vorteil, daß hier das Wasser gut belüftet und gefilter wird, denn es kann ja durch das Netz gut durchlaufen. Der Nachteil ist natürlich, daß der Mutterfisch den Kleinen nach der Geburt noch nachstellen kann, bis es aus dem Netz entfernt wird. Eine Schwimmpflanze in dem Netz kann den kleinen Fischen helfen, daß sie sich verstecken.
So ein Netz kostet 3,95 Euro.

Ein Laichkasten:

Um die kleinen Fische noch besser zu schützen, kann man auch einen Laichkasten kaufen., der dann im Becken schwimmt. Dieser Laichkasten ist innen getrennt. Die kleinen Fische fallen durch einen Schlitz und können dann nicht mehr nach oben, die Mutter aber auch nicht zu ihnen nach unten. Ist die Mutter dann entnommen, kann man die Trennscheibe herausnehmen und die kleinen Fische bleiben in dem Kasten, bis sie groß genug sind, daß sie nicht mehr von den anderen Fischen gefressen werden, oder in ein Aufzuchtbecken umziehen können.
Hier ist der Nachteil, daß der Wasseraustausch schlecht ist und die Kleinen nicht gleich nach der Geburt an die Wasseroberfläche schwimmen können, um die Schwimmblase mit Sauerstoff zu füllen.

Beide Möglichkeiten finde ich persönlich nicht wirklich gut. Natürlich haben wir uns so ein Netz andrehen lassen. Und nachdem der erste Fisch unbemerkt gelaicht hatte, wir dachten, die meisten der Kleinen wären aufgefressen worden, saß der nächste dicke Fische in dem Netz. Doch er blieb nicht lange alleine, denn ein anderer Fisch hat es irgendwie geschafft, mit in das Netz zu kommen. Außerdem finde ich es im Laichnetz und im Laichkasten sehr eng für die Fische.

Wie züchten wir unsere Fische:
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Wir haben uns inzwischen ein weiteres Becken angeschafft, bzw. haben wir zwei Gemeinschaftsbecken und weiterhin unser kleines 60 cm Becken.
Da mir die Fische in dem kleinen Netz leid taten, und ich von vielen gehört habe, daß die Fische darin gar nicht laichen mögen und oftmals erst die Kleinen rauslassen, wenn man sie vor Mitleid wieder aus dem Netz oder Becken läßt, haben ich meine Fische dann in Ruhe gelassen und mir überlegt, daß ich zum Ablaichen ein extra Becken nehmen kann, in dem der Fisch dann gewohnt schwimmen kann, aber nicht so eingeegnet ist, wie in dem Netz oder Laichkasten.

Wenn ein Fisch kurz vor der Geburt ist, dann setzen wir ihn in das 60 cm Becken, alleine ist er dort auch nicht, dann die Kleinen, die inzwischen schon so groß sind, daß sie selber nicht mehr gefressen werden, aber noch nicht so groß, daß sie die nächsten Kleinen fressen könnten, sind ja noch mit in dem Becken. So haben wir unsere nächste Dicke seit ein paar Tagen in dem kleinen Becken sitzen, in der Hoffnung, daß sie nun bald die nächsten Kleinen auf die Welt bringt.
Erkennen kann man bei den Lebendgebärdenen sehr einfach, wenn es so weit sein sollte. Der Bauch sieht eher eckig als Rund aus und man kann die kleinen Augen der Fische durch die Fischhaut sehen.

Hat der Fische die Kleinen dann auf die Welt gebracht, kommt er in sein altes Becken zurück, hier natürlich mit langsamer Eingewöhnung.
Sicherlich ist dieses ständige Umsetzen des Fisches auch Stress, doch ich denke, es ist immer noch angenehmer, als wenn man die Fische in einen kleinen Laichkasten sperrt. Und die Kleinen sind dann schon im Aufzuchtbecken, und nicht im Laichkasten eingesperrt, sie bekommen gut gefiltertes Wasser und können in Ruhe wachsen. Natürlich hat man hier nicht so den Überblick, ob noch alle kleinen Fisch da sind, ev. mal einer es nicht schafft und stirbt, denn die Fische sind am Anfang so klein, daß man sie auch schnell übersehen könnte. Auch bei der Reinigung des Beckens besteht natürlich die Gefahr, daß man kleine Fische mit aus dem Becken saugen könnte.
Um hier ein bisschen vorzubeugen, reinigen wir kurz vor der Geburt, die sich durch den eckigen Bauch und die Augen der Kleinen ankündigt, noch einmal richtig gründlich. So kann es dann gut zwei Wochen dauern, bis es das nächste Mal mit Mulmsaugen etc. gereinigt wird. Wasser wird dann vorsichtig von der Oberfläche geschöpft, und auf diese Weise in der Zwischenzeit ausgetauscht. Nach zwei/drei Wochen sind die kleinen Fische dann groß genug, um nicht übersehen und ausversehen mit rausgesaugt zu werden. Dann kann auch mal wieder der Mulm abgesaugt werden.

Die Lebendgebärdenen vermehren sich sehr schnell. Da besteht dann natürlich auch die Gefahr, daß das Becken schnell zu klein wird. Entweder schafft man sich gleich ein größeres Becken an, läßt der Natur ihren Lauf, so daß nur einige der kleinen Fische durchkommen, gibt die Fische ab oder so makaber es auch klingen mag, nutz sie als Lebendfutter für die anderen Fische. Allerdings werden Lebendgebärdene auch nicht sonderlich alt, so ist es immer gut, wenn man Nachwuchs im Haus hat, um verstorbene Fische ersetzen zu können.

Wichtig ist bei der Zucht aber auch, daß man darauf achtet, die Fische aus verschiedenen Familien stammen. Inzucht kann nämlich auch bei Fischen zu Mißbildungen führen. Will man die Fische nutzen, um sie zu verfüttern, dann mag dies nicht so schlimm sein, möchte man sie aber am Leben erhalten und gar abgeben, dann sollte man schon darauf achten, daß keine Geschwister unterschiedlichen Geschlchtes in ein Becken kommen, wenn sie geschlechtsreif werden, was mit ca. 4 Monaten der Fall ist. Da sollte man dann darauf achten, die Geschlechter zu trennen. Praktisch ist es hier natürlich auch, sich mit anderen auszutauschen, so hat man immer Fische von unterschiedlichen Familien.

Witzig sind auch Mischlinge, so haben wir ein Molly Paar mit Jungen übernommen. Zunächst hat mich die Farbe der Kleinen etwas verwundert, denn sie sind vorne gelb und hinten schwarz. Ich vermute mal, daß sich unser Black Molly Männchen, das Weibchen ist gescheckt, mit einer Segelkärpfling Dame, die das gleiche Becken bewohnt, eingelassen hat und wir nun kleine Mischlinge aufziehen, was natürlich auch interessant ist. Mal sehen, wie die Kleinen aussehen.
Gerade Molly lassen sich auch mit anderen Fischen ein, so haben wir auch Mischlinge bekommen, die wir gegen ein paar unserer Gubby Babys eingetauscht haben, die Mischlinge zwischen Molly und Gubby sein sollen. Vom Aussehen her kann das gut möglich sein.

Fazit:
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Fische züchten macht auf jeden Fall Spaß, denn bei Lebendgebärdenen hat man ein schnelles Erfolgserlebnis, was der Seele gut tut.
Natürlich muß man unter Umständen sehen, was man mit den Fischen macht, wenn es zu viele werden, doch auch hier weden sich Lösungen finden.
Interessant wird es natürlich bei anderen Sorten Fischen, mal sehen, ob wir hier Glück haben, probieren werden wir es auf jeden Fall.   
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