Erfahrungsbericht über

Flash - Roman / Robert Sawyer

Gesamtbewertung (3): Gesamtbewertung Flash - Roman / Robert Sawyer

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Was wäre, wenn alle Menschen gleichzeitig in Ohnmacht fallen?

3  25.04.2012

Pro:
Einfallsreicher und interessanter Science - Fiction - Roman, aber  .  .  .

Kontra:
.  .  .  unheimlich schwierig und komplex

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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Cuchulainn1981

Über sich: Jetzt versucht Ciao, mich mit Community-Punkten zu Facebook zu locken. Das wird aber nicht klappen! ...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 162 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Eigentlich war dieser Bericht für den Bücherfrühling 2012 geplant, aber leider hatte ich keine Lust mehr, ihn zu veröffentlichen. Daher kommt er jetzt außerhalb des Bücherfrühlings. Ganz leicht gefallen ist mir dieser Text nicht. Ich denke, ihr werdet bald verstehen warum. "Flash" ist ein Roman von Robert Sawyer, der auf eine etwas ungewöhnliche Art und Weise verfilmt worden ist, nämlich als Serie "Flash Forward" (auch der Originaltitel des Romans). Wobei man sagen muss, dass es sich eigentlich um keine Verfilmung handelt, sondern Buch und Serie haben eigentlich nur einige Namen und die Grundidee gemeinsam.

Ich sage es gleich vorweg: "Flash" ist alles andere als leichte Kost.

Handlung


Am 21. April 2009 startet der Wissenschaftler Lloyd Simcoe am CERN in Genf ein verhängnisvolles Experiment: Kurze Zeit nach dem Start des Experiments fällt Simcoe in Ohnmacht. Als er wieder aufwacht, muss er feststellen, dass alle anderen Menschen im Labor das gleiche Schicksal erlitten haben. Doch es kommt noch schlimmer: Auch die Menschen in Genf sind in Ohnmacht gefallen. Und bald finden Lloyd und seine Kollegen heraus, dass es sich um eine globale Ohnmacht gehandelt hat: Alle Menschen auf der Welt haben in demselben Augenblick das Bewusstsein verloren.

Und das geschah natürlich mit katastrophalen Konsequenzen: Menschen fielen die Treppe herunter, Operationen wurden in wichtigen Momenten unterbrochen, Verkehrsunfälle, Flugzeugabstürze. Der weltweite Blackout fordert Millionen von Toten, unter anderem auch die Tochter von Lloyds Freundin Michiko, die von einem Auto überfahren wurde, dessen Fahrer ohnmächtig geworden ist und somit die Kontrolle über das Fahrzeug verloren hat.

Aber die Menschen waren nicht einfach ohnmächtig. Sie hatten Träume, unglaublich realistische Träume. Schon bald finden Lloyd und seine Kollegen heraus, dass diese Träume Visionen von der Zukunft waren. Die Menschen haben einen Blick in ihr eigenes Leben in 20 Jahren werfen können. All das können die Wissenschaftler rekonstruieren - die Frage ist nur, warum dies geschehen ist. Und natürlich, ob die Zukunft geändert werden kann oder ob sie endgültig fest steht.

Denn nicht alle Menschen sind glücklich mit ihrer Vision und ihrem Leben in der Zukunft. Und einige Personen wie Lloyds Kollege Theo hatten überhaupt keine Vision: Theo wird in 20 Jahren nicht mehr am Leben sein. Und er tut alles, um herauszufinden, warum er sterben wird und wie er das verhindern kann. Schon bald müssen Lloyd und seine Kollegen eine schreckliche Theorie aufstellen: Ihr Experiment hat die globale Katastrophe ausgelöst und das Blut so vieler Menschen klebt an ihren Händen.

Meinung


Ich habe zuerst die Serie gesehen und natürlich habe ich danach das Buch gelesen - wie es sich bei einer Romanverfilmung gehört. Ziemlich schnell war mir klar, dass zwei vollkommen unterschiedliche Geschichten erzählt werden. Die Grundidee ist gleich: Alle Menschen fallen für zwei Minuten in Ohnmacht und werfen einen Blick in die Zukunft. Während sich die Serie um einen FBI-Agenten dreht, der herausfinden möchte, was geschehen ist, und dabei auf eine Verschwörung stößt, ist der Roman alles andere als actionreich. Hier geht es um die Wissenschaft.

"Flash" gehört zu den äußerst wissenschaftlichen Science-Fiction-Romanen. Wir werden also nicht mit viel Action gesegnet, sondern stattdessen erforschen wir die aufregende Welt der Wissenschaft. Es geht nicht um Verschwörungen; Lloyd und seine Kollegen versuchen das Geheimnis um den Blackout mit Hilfe der Physik zu lösen. Und der Philosophie.

Ja, richtig gelesen. Denn es geht auch sehr viel um die Frage, ob die Zukunft verändert werden kann. Dabei packt Sawyer auf den Normalmenschen wie mich abstrus wirkende physikalische und philosophische Theorien aus wie z.B. Schrödingers Katze in der Quantenmechanik. Ich habe nach der Lektüre ein wenig recherchiert und musste feststellen, dass diese ganzen Theorien nicht der Fantasie des Autors entsprungen sind - es ist wirklich umstritten, ob wir unsere Zukunft wirklich selbst bestimmen. Aber ich sage gleich, dass das alles für einen einfachen Verstand wie den meinen nicht alles nachvollziehbar ist.

Dabei werden die Theorien diskutiert, neue werden aufgestellt und der Leser muss dem Ganzen folgen. Das ist nicht einfach, wenn die Hintergrundinformationen fehlen. Zwar liefern Sawyers Figuren einiges an Erklärungen, aber mir haben sie nicht immer ausgereicht. Der Roman ist schon sehr kompliziert und setzt wissenschaftliche Vorkenntnisse voraus. Dabei genügt es nicht, einen Widerstand berechnen zu können. Hier wird schon eine ganz andere Art der Physik zum Thema: z.B. Quantenmechanik. Und das ist kompliziert. Außerdem fließt noch ein wenig Astrophysik ein, denn die Ursache des Blackouts hat etwas mit dem Weltraum zu tun - aber es sind keine Außerirdischen, sondern es hat mit der Sonne zu tun.

Ich kann die Geschichte nicht als langweilig bezeichnen, aber durch den hohen wissenschaftlichen Anteil wird sie etwas langatmig - vor allem wenn die Diskussionen, die sich teilweise über Seiten hinziehen, nicht für jeden ganz nachvollziehbar sind. Besonders wenn man die Serie kennt, die doch etwas actiongeladener ist (vollkommen ohne Wertung), plätschert der Roman stellenweise etwas vor sich hin. Faszinierend ist die Geschichte jedoch trotzdem. Und die ganzen Überlegungen darüber, ob unsere Zukunft fest steht oder ob sie geändert werden kann, stimmen doch nachdenklich.

"Flash" ist ein seltsamer Roman. Ich lese ja gerne Science-Fiction-Romane von Autoren wie Alastair Reynolds, die sehr viel wissenschaftlicher sind, wo man mal nicht eben einfach so auf 100-fache Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und für die man ebenfalls ein bisschen was an Interesse an Naturwissenschaften und Astronomie benötigt. Aber "Flash" war mir ehrlich gesagt zu hoch.

Trotz allem sind die Charaktere nicht uninteressant. Bereits von Anfang an reißt den Leser der Verlust von Michikos Tochter mit, ebenso fiebert man mit Theo mit, der seinen eigenen Tod verhindern möchte. Das Schicksal der vielen Millionen Toten macht betroffen, die Wut der Bevölkerung auf die Wissenschaftler ist nachvollziehbar. Und natürlich hofft man die ganze Zeit über, dass sich Lloyds Theorie, sein Experiment habe den Blackout ausgelöst, als falsch herausstellt. Aber dann kommen wieder die Stellen, wo die Handlung merklich in den Hintergrund rückt und die Wissenschaft das Kommando übernimmt.

Eines jedoch muss man Sawyer lassen. Er schafft es mit diesem Roman, die Science-Fiction zu dem zu machen, als das er sie bezeichnet: Die Literatur der Ideen. Wenn man sich nicht an die Grenzen der momentanen Realität halten muss, kann sich ein Schriftsteller austoben und alle möglichen Ideen ausprobieren. Und das tut Sawyer in "Flash".

Fazit


Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, wie ich "Flash" bewerten soll. Der Roman ist nicht schlecht, ist jedoch keine Lektüre zur Entspannung, weil der Leser wirklich extrem mitdenken und einiges an Wissen mitbringen muss, um wirklich der gesamten Geschichte folgen zu können. Ich weiß auch nicht, ob ich ihn als lesenswert bezeichnen soll oder nicht. "Flash" ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Das beschreibt den Roman vielleicht am besten. Und jeder Leser muss selbst bestimmen, ob ihn diese Beschreibung neugierig gemacht oder eher abgeschreckt hat.

Titel: Flash
Originaltitel: Flash Forward
432 Seiten
Verlag: Heyne TB (3. März 2008)
ISBN-10: 3453523709
ISBN-13: 978-3453523708
8,95 Euro


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Handballerin

Handballerin

12.12.2012 07:54

Die Story kommt mir sehr bekannt vor, ist das nicht erst neulich neu verfilmt worden?

nostalgia86

nostalgia86

17.11.2012 15:17

BH ist schon da :-)

nostalgia86

nostalgia86

16.11.2012 22:38

Deine Zusammenfassung über den Inhalt hört sich unheimlich interessant und spannend an. Schade, dass die Geschichte dann doch etwas langatmig ist. BH folgt in den nächsten Tagen. :-)

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"besonders hilfreich" von (6%):
  1. Handballerin
  2. nostalgia86
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