Wie verhütet junges Mädchen mit Gerinnungsstörung?
17.04.2005
Pro:
vergleichsweise preiswert, hormonfrei, Spaß haben ohne nachdenken
Kontra:
manchmal etwas schmerzhaft, Risiken
Empfehlenswert:
Ja
 Leila22
Über sich:
Mitglied seit:11.02.2005
Erfahrungsberichte:6
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 37 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mein heutiger Erfahrungsbericht wird sich um die Kupferspirale drehen - eine von zahlreichen Verhütungsmethoden. #Die Kupferspirale allgemein # Die Kupferspirale ist eine etwas umstrittene Verhütungsmethode. Sie bestehen aus einem T- bzw. hufeisenförmigen Kunststoffkörper, um dessen Schaft ein Kupferdraht gewickelt ist. Die Spirale wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Dort gibt der Kupferdraht Kupferionen ab, die zum einen die Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit der Samenfäden stark einschränken.
--Sicherheit-- Im Gegensatz zur Verhütung mit der Pille tritt die Sicherheit hier sofort ein (Bei der Pille erst nach 1 Monat). Dennoch ist es ratsam vorerst zusätzlich (z.b. mit Kondom) zu verhüten, da der weibliche Körper gerade am Anfang versucht die Spirale abzustoßen, wobei diese dabei leicht verrutschen kann. Und wichtig ist: Liegt die Spirale falsch, so ist keine Sicherheit gewährleistet! Allgemein hat die Kupferspirale einen Pearl Index von 1-3, d.h. innerhalb eines Jahres werden 1-3 Frauen schwanger, die nur mit der Kupferspirale verhüten. --Nebenwirkungen-- Nicht selten beschweren sich Frauen über stärkere sowie schmerzhaftere Blutungen. Dennoch MUSS dies nicht der Fall sein! Es wurde ebenfalls festgestellt, dass Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke häufiger bei Frauen auftraten, die die Spirale tragen. In schwerwiegenden Fällen können solche Entzündungen sogar zur Unfruchtbarkeit führen. Verantwortlich für die Entzündungen ist der Rückholfaden, durch den Krankheitserreger leichter in die Gebärmutter eindringen können. Eine Schwangerschaft ist auch hier nicht komplett ausgeschlossen! Kommt es zu einer Schwangerschaft, so werden häufig Bauchhölenschwangerschaften beobachtet.
#Die Flexi~T(+)# Die Flexi~T ist eine sehr kleine Spirale und deshalb auch unter Umständen für Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, geeignet.
Das Einlegen der Spirale Es wird empfohlen die Spirale zwischen dem 3. und 5. Tag der Menstruationsblutung zu legen, da in diesen Tagen der Muttermund etwas geöffnet ist und so das Legen ein wenig erleichtert wird. Das Einlegen der Spirale wird vom Frauenarzt durchgeführt. Es ist unter Umständen etwas schmerzhaft. Meist erfolgt vorher eine Betäubung (Spritze, betäubendes Gel auf dem Muttermund, evtl Schmerztablette). Dennoch empfinden manche Frauen sehr starke Schmerzen, andere wiederum sehr wenig. Nach dem Einsetzen, wird die Lage der Spirale per Ultraschall untersucht. Die Anwendungsdauer Es wird empfohlen die Flexi~T nach 3 Jahren auszutauschen. Sie kann aber auch bis zu 5 Jahre liegen bleiben. Nach dem Entfernen kann sofort eine neue Spirale gelegt werden.
Das Zeit mit der Spirale Die Spirale bringt keinerlei Einschränkungen mit sich. Die Trägerin sollte weiterhin alle halbe Jahre ihren Frauenarzt für eine Kontrolluntersuchung aufsuchen (Liegt die Spirale nicht richtig, ist keine Sicherheit gewährleistet!). In der Regel spüren Männer beim Sex nicht die Spirale. In Ausnahmefällen können die Rückholfäden stören, wenn sie noch zu lang sind. In diesem Fall kürzt der Frauenarzt gerne nach - dieser Eingriff ist schmerzfrei und geht sehr schnell! Das Entfernen Das Entfernen der Spirale erfolgt ebenfalls durch den Frauenarzt. Es ist eigentlich nicht mit Schmerzen verbunden. An der Spirale befinden sich kleine Fädchen, mit dnene der Frauenarzt diese problemlos ziehen kann. Für wen geeignet? - Frauen, die sich sicher sind, die nächsten 3 Jahre definitiv verhüten zu wollen - Frauen, die keine Hormone nehmen dürfen (z.B. aufgrund von Gerinnungsstörungen - eigentlich für Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, in Ausnahmefällen auch für junge Frauen ohne Kinder geeignet
Wann sollte die Spirale nicht genommen werden? - bei Schwangerschaft - bei Entzündungen des oberen genitaltraktes - Uterusblutungen (unbekannter Ursache) - Gebärmutterlänge von weniger als 5 cm. Kosten Die Spirale selbst ist relativ billig. Gerade mal 15-20 Euro kostet diese. Allerdings kostet das Einsetzen 150 Euro. Bleibt die Spirale wirklich 3 Jahre liegen, lohnt es sich also! Muss sie jedoch gleich wieder entfernt werden (aufgrund von Kompliaktionen oder nebenwirkungen), war es eine teure Investition.
#Mein Erfahrungsbericht# Als ich 18 Jahre alt war, verstarb meine Oma an einem Schlaganfall. Zu diesem zeitpunkt nahm ich bereits seit 2 Jahren die Pille. Bevor ich die Pille bekam wurde mir Blut abgenommen und überprüft. ob Hormone für mich in Frage kämen. Alle Werte erwiesen sich als normal. Nach dem Schlaganfall meiner Oma drängte meine Mutter jedoch auf eine erneute Untersuchung bei einem Humangenetiker und es stellte sich heraus, dass ich zwar genetisch gesehen "gesund bin", aber dass die Pille einen Wert (freies Protein S) deutlich erniedrigt, was auf ein erhöhtes Schlaganfallrisiko hinweist. Daraufhin nahm ich zunächst blutverdünnende Mittel neben der Pille, was die Wirkung dieser jedoch aufhebt. Da ich nun aber einen festen Freund hatte und Kondome keine Dauerlösung sein konnten, sprach ich mit meiner Frauenärztin über Alternativen. Sie bot mir an die Spirale zu legen. Wenn sie dies auch nur sehr ungern tat, da ich wie gesagt noch keine Kinder hatte und man bei kinderlosen Frauen meit von solchen Eingriffen abrät. Nach langem hin und her entschied ich mich schließlich für die Spirale. Ich wurde vorher genau durch meine Ärztin aufgeklärt. Am meisten Angst hatte ich davor, dass beim Einlegen etwas schief geht. Denn es kann sogar vorkommen, dass beim Legen die Gebärmutter derart verletzt wird, dass sie entfernt werden muss, was wiederum Unfruchtbarkeit zur Folge hat. Allerdings tritt dies sehr selten auf! Vom Einsetzen der Spirale wurden mir geradezu Schauermärchen erzählt! Aber ganz ehrlich, für 3 Jahre Verhütung und an nix denken ist es aushaltbar. Zuerst einmal bekam ich eine Spritze. Danach wurde betäubendes Gel auf meinen Muttermund geschmiert. Nah 20 min Einwirkzeit durfte ich dann richtig auf den Stuhl. Die Scheide wurde "gesäubert". Anschleißend wurde sie nochmal ausgemessen (mit einer Sonde). Dieses Ausmessen geschah bereits bei der Voruntersuchung, als entscheiden wurde, ob eine Spirale überhaupt in Betracht kommt. Denn bei einer zu kleinen Gebärmutter ist das Risiko infach zu groß die Gebärmutter zu verletzen! Nach dem erneuten Ausmessen ging es dann los. Der schmerzhafteste Teil erfolgte zugleich, Mit einer Zange griff die Ärztin an den Muttermund (zwickt ein wneig), zog diesen auseinander und führte schließlich den Einführungsstab, in der sich die Spirale befand, ein. Wenn das überstanden ist, wir die Spirale lediglich herausgeschoben, der Stab zurückgeführt, die Zange zurückgenommen und anschließend die Fäden gekürzt. Wie gesagt -ö es war durchaus schmerzhaft. Trotzdem war es auszuhalten. Anschließend überprüfte meine Ärztin noch die korrekte Lage per Ultraschall. Die ersten 2 Minuten nach Legen der Spirale zog es ganz schön im Bauch (wie starke Menstruationsschmerzen). In diesem Moment versucht der Körper den Fremdkörper in der Gebärmutter auszustoßen. Doch diese Zustand dauerte wie gesagt nur wenige Minuten. Erst als ich wieder zu Hause war (ca. 1 Stunde später) hatte ich erneut Schmerzen. Ebenfalls nur etwas stärkere Menstruationsschmerzen, die auch einige Tage anhielten. Wenn die Blutungen jedoch vorbei sind, bin ich völlig schmerzfrei, fühle die Spirale auch nicht. Zu meiner Verwunderung verlängerten sich aber meine Tage nicht. Eher im gegenteil! Statt 6 Tage blutete ich gerade mal noch 4-5. Ein schöner Nebeneffekt :) Mein Freund war natürlich scharf drauf, sie sofort auszuprobieren, wobei wir anfangs noch mit Kondom verhütet haben. Er meint, dass er weder die Fäden noch die Spirale spüren kann. Also alles wie immer! Und das lästige An-die-Pille-denken ist nun Gott sei Dank auch vorbei! Im Moment bin ich zumindest total zufrieden mit der Spirale. Nur wie es in 3 Jahren weitergeht, weiß ich noch nicht. Schließlich bin ich ja dann auch bald mit meinem Studium fertig und möchte auch mal Kinder kriegen,... Aber bis dahinist ja noch Zeit! Die Spirale ist einfach eine gute Alternative, gerade für Frauen, die keine Hormone nehmen dürfen. Denn hormonfreie Verhütungsmethoden gibt es nur wenige...
Ich hoffe ich konnte mit diesem Bericht Frauen, die ebenfalls nicht mit Hormonen verhüten dürfen ein wenig Hoffnung gegeben, dass es auch Alternativen geben kann. Ich wollte an meinem Beispiel auch jungen Mädchen die Angst vor dem Einsetzen oder den Schmerzen nehmen (Ein GRund, warum viele davor zurückschrecken). Ich hoffe aber genauso, dass ich mit diesem Artikel ein kleines Stück zur Aufklärung beigetragen. Denn nix desto trotz, lehnen viele die Spirale ab, weil sie sehr schlimme Nebenwirkungen haben kann (z.b. Unfruchtbarkeit). Dennoch kann ich an dieser Stelle nur meine Erfahrungen wiedergeben und die waren bisher ganz gut...
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18.04.2005 11:22
Schöner, informativer Bericht. LG der Delphin
17.04.2005 22:49
"Spaß haben ohne nachzudenken" geht dabei aber wohl nur mit festem Freund (AIDS; Gonnorhoe, Syphillis etc) Es stimmt natürlich, dass auch die Pille keinen hundertprozentigen Schutz bietet, aber was ist in der Medizin schon hundertprozentig..., eine Thrombose/Schlaganfall als Risiko besteht übrigens bei der Pille nicht nur bei angeborenen Gerinnungsstörungen, auch gleichzeitiges Rauchen erhöht hier statistisch gesehen das Risiko. Allerdings ist auch eine Spirale nicht ganz risikofrei, aber siehe Bericht, alles gut beschrieben. VG
17.04.2005 22:37
Verhüten ist besser als Abtreiben!