Flipper (1996)

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Flipper (1996)

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Er flippt wieder
Erfahrungsbericht von Prisca über Flipper (1996)
09.05.2007


Produktbewertung des Autors:   


Pro: viel Humor, gute Darsteller, modern erzählt
Kontra: DVD ohne Extras

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Heute möchte ich mal wieder von einer DVD berichten (durch meine internetlose Zeit habe ich tatsächlich Zeit gefunden, den einen oder anderen Film zu gucken **gg** - etwas Gutes hatte der Totalausfall also auf jeden Fall). Ein etwas älterer Film für die ganze Familie


*** FLIPPER ***


Ja, tatsächlich, manchmal brauche ich so was einfach - und neulich war es eben mal wieder so weit. Heute möchte ich euch diesen Film vorstellen. Anfangen werde ich wie immer mit dem


*** INHALT ***


Sandy ist ein typischer Teenager - auf der Suche nach sich selbst, ein wenig aufmüpfig gegen jede Autorität, von seiner Mutter (die gerade in Scheidung lebt) fühlt er sich in den Sommerferien zu seinem Onkel abgeschoben.

Entsprechend schlecht ist seine Laune, als er auf der kleinen Insel ankommt, auf der sein Onkel lebt - und der seine Ankunft doch glatt vergessen hat. Zudem ist hier nichts so, wie es einem Teenager gefallen könnte: das Haus, das sein Onkel bewohnt liegt zwar idyllisch, ist aber ziemlich heruntergekommen - sein Onkel ein rauer Geselle (wenn auch einer mit Herz, wie sich schnell herausstellt) der keine Lust hat, auf die Eskapaden eines Teenagers Rücksicht zu nehmen.

Gleich am ersten Morgen nimmt er Sandy mit auf sein Boot zum Fischen - worauf hin dieser erst mal seekrank wird, was seine Laune nicht gerade steigert. Außerdem kommt es zu einer unangenehmen Begegnung mit einem anderen Fischer, der mit einem Gewehr auf zwei Delphine schießt (und einen davon sogar tötet), weil er seine Fanggründe durch die Delphine gefährdet sieht. Der zweite Delphin kann sich rechtzeitig in Sicherheit bringen - nicht zuletzt durch eine kleine Notlüge Sandys, der Mitleid verspürt.

Damit beginnt eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen Sandy und Flipper, wie er den Delphin später nennen wird - eine Freundschaft, die Sandy aus seiner Langweile herausreißen und in ein Abenteuer stürzen wird ...

Soweit zum Inhalt - jetzt zu meinen


*** EINDRÜCKEN ***


vom Film.

Wer den Inhalt aufmerksam gelesen hat und die alten Flipper-Storys kennt, wird erkennen, das sich hier vieles ähnelt, anderes aber auch abweicht. Die Namen wurden übernommen, die Charaktere erinnern aber nur noch ansatzweise an die alten Geschichten. Auch die Geschichte selbst wurde etwas modernisiert, wird flotter erzählt. Geblieben ist die Grundeinstellung der geschichte, die von Freundschaft, Vertrauen, Liebe zu einem Tier erzählt - eingebunden in eine Abenteuergeschichte, die sehr kindgerecht ist.

Es ist ganz klar ein Familienfilm - obwohl ich jetzt als Erwachsener nicht sagen würde, das ich mich beim Ansehen gelangweilt habe. Es ist wohl eine Sache der Einstellung - ich darf hier einfach keinen Erwachsenenfilm mit thrillerähnlichen Zügen erwarten - dann kann ich mich beim Ansehen durchaus gut unterhalten.

Die Geschichte ist sehr einfach gestrickt - es gibt spannende und auch recht amüsante Szenen. Zunächst geht es eigentlich "nur" um einen unglücklichen Teenager, der nicht genau weiß, wohin er eigentlich gehört. Ich denke, das sich gerade Kinder/Jugendliche jüngeren Alters in dieser Rolle wiederfinden können, denn die Probleme mit denen er sich herumschlägt sind nicht völlig aus der Luft gegriffen (Scheidung der Eltern - sich Abgeschoben fühlen - Einsamkeit, keine Freunde, niemand versteht mich - und daraus folgend Auflehnung gegen alles und jeden).

Die Geschichte um Flipper entwickelt sich erst etwas später im Film - zunächst als zaghafte Freundschaft zwischen Sandy und dem Delphin, was ihm weitere echte Freunde einbringt, die im später zur Seite stehen werden, als das richtige Abenteuer beginnt.

Denn wie es in so einem Film sein muss, gibt es natürlich noch den "Bösen" der den Delphinen an den Kragen will (und der so ganz nebenbei auch noch illegal Giftmüll ins Meer entsorgt). Sandy und seine Freunde nehmen den Kampf gegen ihn auf - auf eine recht einfach gestrickte, emotionale Art - wieder gilt hier, das besonders Kinder hier mitfiebern werden, wogegen Erwachsene sich eher das Ende schon jetzt ausrechnen können.

Es gibt den einen oder anderen Spannungs-Höhepunkt, aber immer kindgerecht umgesetzt, es wird niemals unappetitlich blutig oder brutal (weder als ein gefährlicher Hammerhai angreift noch als der "Böse" versucht, Sandy als Zeugen seiner Giftmüllentsorgung zu töten).

Wie gesagt, für Erwachsene eher ein netter, kleiner Unterhaltungsfilm - für Kinder durchaus eine spannende Geschichte zum Mitfiebern. Eine runde Geschichte ohne größere logische Brüche, wenn vielleicht auch die idyllische Freundschaft zwischen Mensch und Delphin ein wenig unrealistisch ist - aber die Grundaussage des Films ist durchaus ok.

Wie jeder Film lebt natürlich auch dieser hier nicht nur von der Story sondern auch von den


*** DARSTELLERN ***


Und die brauchen sich nicht verstecken.

Da wäre zuerst Elijah Wood zu nennen, der den aufmüpfigen Sandy spielt - und das macht er wirklich toll. Ich denke, er war damals genau im richtigen Alter, um sich sehr gut in die Rolle des Sandy hineinversetzen zu können (Elijah 15 / Sandy 14 Jahre). Sein Spiel ist sehr lebendig und ehrlich - kein Wunder, das gerade Kinder / Jugendliche jüngeren Alters sich mit ihm identifizieren können. Sein Spiel zeugt schon damals von schauspielerischen Talent, was aber vielleicht nicht so verwunderlich ist, wenn man weiß, das Elijah vor Flipper bereits in sechs anderen Filmen mitgewirkt hat.

Sein Onkel Porter wird gespielt von Paul Hogan. Die Rolle des leicht ausgeflippten "Hippie-Fischers" passt haargenau zu ihm (ähnlich ausgeflippte Typen hat er ja z.B. auch schon in Crocodile Dundee gespielt) - er wirkt einfach glaubwürdig, obwohl er zum Zeitpunkt des Films schon die 50 überschritten hatte. Eine sympathische Rolle, einfach, weil sich hinter der rauen Schale ein sehr weicher Kern verbirgt - weil er sich sehr gut in Sandys Gefühlswelt versetzen kann - weil er auf seine etwas ruppige Art genau den richten Ton findet um zu Sandy Zugang zu finden.

Aber auch die Nebenrollen sind durchweg sympathisch versetzt: Chelsea Field als Cathy, Porters Freundin - Jessica Wesson als Kim, Sandys spätere Freundin - Jason Fuchs als Marvin, Cathys kleiner Sohn - alles zumindest mir unbekannte Darsteller die aber durchaus überzeugend rüberbringen, was ihre Rollen ausmacht.

Aber jetzt möchte ich zu den Fakten rund um


*** FILM UND DVD ***


kommen.

Gedreht 1996 / USA
DVD 2003
Regie: Alan Shapiro
Lauflänge: 90 Minuten
FSK: 6 Jahre - was ich für diesen Familienfilm völlig ok finde

Bild: widescreen
Ton: DolbySurround Sound
Beides, Bild und Ton kommen klar und ohne Störungen rüber, so wie es bei einer modernen DVD Standart sein sollte (aber leider nicht immer ist).

Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel: Hilfe - wer braucht hier 16 verschiedene Sprachen, darunter solche Exoten wie arabisch und hebräisch ?!?

Enttäuschend die Extras auf der DVD, die sind nämlich schlicht und ergreifend einfach nicht vorhanden. Selbst wenn es sich hier "nur" um einen Familienfilm handelt, hätte man sich doch etwas bemühen können - mir würde da neben den üblichen Biographien/Filmographien der Darsteller z.B. eine Dokumentation über Delphine einfallen - also, wäre der Wille da gewesen, hätte man hier sich was machen können. Schade!

Dafür ist der Preis inzwischen sehr human - neu gibt es den Film für ca. 8,-- Euro - gebraucht um einiges günstiger. Dafür kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen.

Bevor ich jetzt zum Ende meines Berichts komme, möchte ich doch noch ein paar Worte über die Entwicklung von


*** FLIPPER ***


machen. Nein, nicht den Delphin, sondern Flipper als Produkt des Fernsehens meine ich.

"Geboren" wurde Flipper bereits 1963, als der erste Flipper Film gedreht wurde - dicht gefolgt von Teil zwei, der 1964 auf den Bildschirm kam (ja, es gab sie auch damals schon, die Fortsetzungen erfolgreicher Filme). Angelegt waren diese Filme ähnlich wie das Remake, um das es hier in diesem Bericht eigentlich geht - eine nette, unterhaltsame Abenteuergeschichte um die Freundschaft zwischen Mensch und Delphin. Wenn man die Filme heute guckt wirken sie von der Machart her natürlich ein wenig veraltet, sie sind nicht so locker und flott sondern wirken etwas ernsthafter - trotzdem mochte und mag ich diese Filme immer noch (vielleicht auch aus Nostalgiedenken heraus - nie werde ich vergessen wie ich damals ganz fasziniert bei Karstadt vor einem Ausstellungsfernseher gestanden und zum ersten Mal Flipper gesehen habe - meine Eltern hatten damals noch keinen Fernseher)

Aus diesen Filmen sind dann noch zwei Serien entstanden, die eine lief von 1964-1967 und hat sich ziemlich an die beiden ersten Spielfilme gehalten - die zweite ist viel später entstanden (1995-2000) und auch wenn sie sich bemüht, den Charme der Serie einzufangen, ist das meiner Meinung nach (im Gegensatz zu dem Spielfilm von 1996 - der übrigens NICHTS mit dem Serienremake zu tun hat) hier nicht so ganz gelungen.


*** MEIN FAZIT ***


Wenn man einen netten Unterhaltungsfilm für die ganze Familie sucht, dann muss es nicht immer der neueste Fantasylfilm sein. Es gibt genug anderes, das diesen Anspruch voll und ganz erfüllt ...

... und Flipper (1996) gehört für mich ganz klar dazu. Kinder und Jugendliche jüngeren Alters werden sicher gefesselt sein von der durchaus spannenden Geschichte (und nebenbei vielleicht ganz unmerklich etwas lernen über Freundschaft, Treue und das nicht immer ganz einfache Verhältnis zu Erwachsenen). Aber auch Erwachsene dürften sich bei diesem Film nicht zu Tode langweilen, denn er ist durchaus kurzweilig umgesetzt (wenn auch für Erwachsene sicher sehr vorhersehbar)

Für die fehlenden Extras auf der DVD gibt es von mir keinen Punktabzug, da ich hier nur in der Filmkategorie schreibe! Sonst wertet das die DVD natürlich leider ein wenig ab!


@ Prisca - Mai 2007 - ich schreibe für Ciao, Yopi und Dooyoo    
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