Fluss Nil - Nil-Kreuzfahrten, Ägypten

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Fluss Nil - Nil-Kreuzfahrten, Ägypten

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Erfahrungsbericht über "Fluss Nil - Nil-Kreuzfahrten, Ägypten"

veröffentlicht 10.04.2017 | hollfehrenbach
Mitglied seit : 19.12.2003
Erfahrungsberichte : 101
Vertrauende : 2
Über sich :
Ich bin neugierig. Will (fast) alles wissen und gebe gerne meine Erfahrungen weiter... :-)
Ausgezeichnet
Pro Bequeme Reisemöglichkeit auf dem Nil, Möglichkeit sich die Reise selbst zusammenzustellen
Kontra Aggresiv bettelnde Kinder, vor allem in Luxor
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"Urlaub in Ägypten? Immer wieder gerne."

Poolbereich an Deck

Poolbereich an Deck

Was war das aus meinem Umfeld für ein Spießrutenlauf vor meinem letzten Ägyptenurlaub im Februar 2016. Ich kann es heute noch immer nicht in Worte fassen, was man mir verbal um die Ohren gehauen hatte. Es war nicht mein erster Urlaub in dem Land und daher wusste ich, worauf ich mich einlasse. Es ist nichts von dem eingetreten von den Dingen, die man mir von den Menschen an den Kopf geschmissen hatte, die noch nie in dem Land zu Gast waren.

Es war nun das zweite Mal nach Ende 2004, dass ich eine Nilkreuzfahrt unternommen habe und es war erneut ein sehr schöner Urlaub. Ein anderes Schiff, ein anderer Reiseführer und es lagen über 10 Jahre dazwischen – Zeit genug, dass sich die Orte entlang des Nils zum Positiven hin geändert haben.

Ich möchte gerne denen, die es sich überlegen, eine Nilkreuzfahrt zu buchen, die eine oder andere Hilfestellung geben, damit die Reise nach den eigenen Vorstellungen verläuft.


Beste Reisezeit bzw. wann sind Haupt- und Nebensaison?

Hauptsaison ist zwischen Oktober und April und Nebensaison ist zwischen Mai und September. Mit die teuerste Zeit ist der Monat Oktober (da es der Hauptreisemonat der Ägypter ist) und in den Schulferien (Weihnachten, Silvester, Ostern). In der Nebensaison ist es warm – wirklich richtig, richtig arg warm-, was man als Mitteleuropäer nicht unterschätzen soll. Selbst wenn ein Mitteleuropäer sagt: „Ich LIEBE die Wärme!!!“ täuscht sich hier gewaltig und die Wärme am Nil ist eine andere als am Meer und wird intensiver wahrgenommen und ist eine Belastung für den Kreislauf. In meinen Augen wäre es schade, wenn man vor lauter Hitze und belasteten Kreislauf dann das Ausflugspaket nicht oder nur eingeschränkt nutzt. Ich habe mich schon mit wärmeliebenden Mitmenschen unterhalten, die die Entscheidung beim Verlassen des Flugzeugs bereut haben, weil es für sie in Luxor sich angefühlt hatte, als würden sie gegen eine Hitzewand laufen.

Ich selbst war zwei Mal im Winter dort und es hat mir persönlich von den Temperaturen her gut erreicht – Sonne, blauer Himmel und tagsüber zwischen 20 und 25°C. Das passt. Selbst im Winter hatte ich in beiden Urlauben bei allen Ausflügen etwas zum Trinken dabei – und zwar immer!! Das ist das Tückische am Winter in Ägypten: es ist für uns Mitteleuropäer angenehm, nur verdunstet man immer Wasser und merkt es nicht. Also immer was einstecken: wenn nicht eine große Flasche Wasser, dann eine kleine. Die meisten Kreuzfahrten sind zwischenzeitlich mit All inclusive Angebot und somit entstehen keine Mehrkosten.


Sicherheit

Während beider Urlaube habe ich mich entlang des Nils sicher gefühlt. In Oberägypten – also Luxor und das südlichere Staatsgebiet Ägyptens – wurde in den ganzen Jahren nicht durch Anschläge behelligt. Wenn es Anschläge gab, dann in Unterägypten (Kairo und das nördlichere Gebiet bis zum Mittelmeer) und auf der Sinai-Halbinsel. Auf der Homepage des Auswärtigen Amtes gibt es immer aktuelle Reisehinweise. Wenn es Anschläge gab, dann gegen die Polizei, Militär und an Grenzübergängen. Die Halbinsel Sinai ist für mich ein heikles Thema, denn es ist traditionell das Rückzugsgebiet von Rebellengruppierungen, die heute dem IS nahe stehen. Der Südsinai ist ein beliebtes Reiseziel, wenn man einen Tauchurlaub plant. Hier habe ich persönlich Bauchweh, wenn ich mir dort ein Hotel buchen würde.

Für einen Besuch Kairos würde ich mich erst vor Ort entscheiden. Wenn man Monate vorher eine Reise plant und bucht, weiß man nicht, was dann los ist, wenn man im Land ist. An eine Nilkreuzfahrt wird gerne noch ein Badeaufenthalt dran gehängt. Die Zeit des Badeaufenthalts kann man für einen vergleichsweise kurzen Ausflug von ein oder zwei Tagen einplanen. Der Reiseleiter vor Ort wird wissen, wie sicher Kairo zum Zeitpunkt des Aufenthalts sein wird.


Nilkreuzfahrt für „Wiederholungstäter“ reizvoll – die Ausflugspakete

Wer es sich überlegt – ob zum ersten Mal oder als „Wiederholungstäter“ – eine Nilkreuzfahrt zu unternehmen hat die Qual der Wahl. Entweder greift man bei einem angebotenen Paket zu (7 Tage Nilkreuzfahrtschiff und 7 Tage Hotelaufenthalt am Roten Meer). Wenn man sich seinen Urlaub selbst zusammenstellen möchte, hat die Wahl zwischen unterschiedlichen Schiffen (Motorschiff, Schaufelraddampfer bzw. einer Dahabeya, dem ägyptischen Segelschiff), den Ausflugspaketen und wie lange man auf dem Nil unterwegs sein will (3, 4 oder 7 Tage).

Bei meiner ersten Nilkreuzfahrt war es ein typisches Angebot, wie man es gemein hin im TV in Reiseshow anpreist oder im Reisekatalog beim Kaffeeröster vorfindet: eine Woche Nilkreuzfahrt und anschließend noch eine Woche Hotel am Roten Meer zur Erholung.

In meinen Augen finden sich in einem Basispaket der Ausflugspakete folgende Städte und Sehenswürdigkeiten auf alle Fälle wieder:

- Luxor mit dem Luxor- und Karanak-Tempel, in Teben-West (u.a. auch gerne Westbank genannt) das Tal der Könige, der Totentempel der Hatschepsut und die Kolossalstatuen der Memnon-Kolosse.
- Edfu: Besuch des Horus-Tempel
- Kom Omb: Besuch des Doppeltempels
- Assuan: bei einer 7-tägigen Kreuzfahrt erstreckt sich hier der Aufenthalt über 2 Tage mit der Möglichkeit eines fakultativen Ausflugs nach Abu Simbel, besichtigt wird in Assuan in aller Regel der unvollendete Obelisk, der Hochstaudamm, eine Fahrt mit der Feluke (kleine Boote ohne Motor) oder mit einem Motorboot durch das Katarakt bei Assuan. Auf der Stadtrundfahrt ist manchmal ein Besuch der Mosche und betrachten des Sonnenuntergangs am Rande Assuans in einem höher gelegenen Restaurant mit Cafe bei Tee und Gebäck mit dabei. Bei manchen Ausflugspaketen sind auch der Besuch der Insel Agilkia mit dem Philae-Tempel und dem Tempel von Kalabsha mit dabei – aber nicht immer.


Ein erweitertes Ausflugsprogramm gibt es manchmal bei ganz bestimmten Schiffen, was im Katalog entsprechend auch vermerkt ist. Die zusätzlichen Sehenswürdigkeiten befinden sich dann in aller Regel in Luxor und Assuan.
Bei Luxor ist dann z.B. das zusätzliche Ticket für das Grab des Tutanchamun (zusätzlich 100 L.E., Stand Februar 2016) mit dabei und der Besuch der Gräber der Noblen. In Assuan ist es dann der Besuch des Philae-Tempels auf der Insel Agilkia, selten des Tempels von Kalabsha in Sichtweite des Hochstaudamms, der ganz sicher bei einer Nasserseekreuzfahrt besichtigt wird.

Wenn man sich nicht auf ein vorgegebenes Urlaubspaket einlassen möchte wird bei großen Reiseveranstaltern fündig und sich seinen individuellen Reiseverlauf zusammenstellen aus Kreuzfahrtschiff und passendem Ausflugspaket.

In Luxor können so zusätzlich oder anstelle der bereits genannten noch folgende Sehenswürdigkeiten besichtigt werden: Gräber der Noblen, Tal der Königinnen, Medinet-Habu-Tempel, das Ramesseum und das Mumien-Museum.

In Assuan stehen so noch folgende Sehenswürdigkeiten zusätzlich auf dem Programm: Insel Elephantine, die Gräber der Gaufürsten, das Simeons-Kloster, das Nubische Museum und bei einer Motorbootsfahrt ins Cataract-Gebiet (1. Katarakt) Besuch eines Nubischen Dorfes.

Sollte man sich dazu entschließen ein paar Tage in Assuan oder Luxor zu verweilen (entweder als Baustein in einem Urlaub oder als separater Urlaub zu einem anderen Zeitpunkt), so können die bereits erwähnten Sehenswürdigkeiten auch gebucht werden – meist in einem Paket mit mehreren Zielen in einem Zeitraum von ca. 4 Stunden.


Nilkreuzfahrt für 3, 4 oder 7 Tage?

Klar, am erholsamsten ist eine Nilkreuzfahrt von 7 Tagen, ohne Frage und ohne Zweifel. Ohne in übertriebenen Stress und Hektik zu verfallen ist es problemlos möglich eine Nilkreuzfahrt zu genießen und alles zu sehen. Es eröffnet die Möglichkeit sich aus mehreren Bausteinen eine schöne Reise in Ägypten zusammenzustellen (zusätzlich eine Nasserseekreuzfahrt oder einen zusätzlichen Aufenthalt in Kairo, Luxor und/oder Assuan zu buchen) und trotzdem ein paar Tage Zeit zur Erholung am Meer zu haben.


Welches Schiff auf dem Nil?

Durch das Ausbleiben der Touristen nach der Revolution sind einige Schiffe außer Dienst gestellt worden. Vor allem in Luxor und Assuan sieht man das ein oder andere Schiff, das heraus sticht, weil es nicht mehr gepflegt wird, die Vorhänge vorgezogen sind etc.. Es ist leider ein trauriger Anblick, der sich aber nicht vermeiden lässt.

Dennoch hat man eine gewisse Auswahl zwischen mehreren Schiffen – vor allem in ihrer Ausstattung und der Anzahl der Mitreisenden.

Es gibt einmal die „normalen“ Nilkreuzfahrtsschiffe ca. 80 Kabinen, einem Restaurant, Bar, Sonnendeck mit Pool, Wellnessbereich und einem Aufenthaltsraum, der auch für Veranstaltungen genutzt wird (Folkloreabende etc).

Seltener sieht man Schaufelraddampfer, die kleiner sind (ca. 20 Kabinen) und über einen ganz eigenen Charme verfügen und auch über den nötigen Komfort verfügen und nichts vermissen lassen.

Aus dem Rahmen fällt für mich das ägyptische Segelboot, der Dahabeyah mit ca. 10 Kabinen. Es braucht keiner Angst zu haben, über dem Motor zu schlafen – es gibt keinen. Wenn es keinen Wind gibt, man sich unterwegs verzettelt hat oder sich sonst beeilen muss, dann gibt es einen kleinen motorisierten Schlepper. Irgendwann werde ich nochmals eine Nilkreuzfahrt machen – auf einer Dahabeyah, denn man hat mir im letzten Urlaub dafür erfolgreich die Nase lang gezogen. Dieses Fortbewegungsmittel hat den Vorteil, dass es auch unterwegs mal anlegen kann – wegen seiner kleinen Größe. Entsprechend ist Maniha, der Besuch des antiken Steinbruchs von Silsila und des Kamel- und Viehmarktes von Darau in der Nähe von Kom Ombo – um mehrere zusätzliche Ausflüge aufzuzählen, die auf einem „normalen“ und vergleichsweise „großen“ Nilkreuzfahrtschiff nicht möglich sind. Die großen Schiffe haben an den Stellen einfach keinen Platz und Möglichkeit anzulegen. Es tickt auf solch einem Segelschiff die Zeit etwas anders und man ist in einer vergleichsweise kleinen Gruppe unterwegs.

In meinen Augen wird durch die verschiedenen Nilschiffstypen jedem die Möglichkeit gegeben, sich das Schiff und die Annehmlichkeiten rauszusuchen, die er will und bevorzugt.


Daten des Schiffs während meiner 2. Nilkreuzfahrt

Name: Steigenberger Minerva

Sterne in der Landeskategorie: 5 Sterne

Kabinen: 77 Kabinen, davon 73 Doppelkabinen, 2 Einzelkabinen und 2 Suiten (max. 152 Passagiere).

Anzahl Decks: 5

Baujahr: 2010

Eirichtung:
-Schiff: Restaurant, Lounge und Bar, Souvenirladen, Tagungsfläche, großzügige Sonnenterrasse, Pool mit Poolbar, Fitnessraum und Schönheitssalon

-Zimmer: individuell regulierbare Klimaanlage, Minibar, Safe, Dusch-Badewanne und Fön im Badezimmer, Balkon und Schiebetüren auf Haupt- und Oberdeck, Internetzugang (gegen Gebühr), Sat-TV, Telefon


Zufriedenheit:

Ich war mit dem Schiff auf dem Nil zufrieden. Da zwischenzeitlich weniger Schiffe auf dem Nil unterwegs sind, sind sie die meiste Zeit des Jahres auch unterwegs und in ständigem Gebrauch. Dies hinterlässt auch Spuren (erster Verschleiß sichtbar). Dennoch konnte ich mit dem gewählten Schiff zufrieden sein, da es sauber gehalten wurde. Die Crew hat ihr bestes gegeben. Das Essen war jeden Tag sehr lecker und die Köche haben sich Mühe gegeben.


Mein persönliches Fazit:

Ja, mich wird der Nil zu einer weiteren Kreuzfahrt wiedersehen – es wird dann die dritte Nilkreuzfahrt sein. Mir schwebt dann als Schiff eine Dahabeyah – einem ägyptischen Segelschiff – vor. Attraktiv ist für mich, dass das Ausflugspaket anders ist und ich Orte sehen werde, an denen ich bisher zwei Mal vorbei geschippert bin, ohne sie mir aus der Nähe betrachtet zu haben. Angedacht ist, dass ich mir dann meinen Urlaub aus mehreren Bausteinen selbst zusammen setze. Entlang des Nils habe ich durch die bisherigen Urlaube viele altägyptische Stätten gesehen und werde die mir noch fehlenden Objekte aussuchen.

Auf der Strecke Luxor – Assuan ist meine persönliche Lieblingsstadt in Oberägypten Assuan. Es ist schnell erklärt: Auf mich machten die Einwohner von Assuan einen freundlicheren Eindruck als in Luxor. Ich meinte zu spüren, dass es hier (in Assuan) eine sehr lange Tradition hat, Handel zu treiben und mit Fremden in Kontakt zu treten. In Luxor hatte ich hingegen den Eindruck, als wollte man mir mit allen Mitteln das Geld aus der Tasche zu ziehen – wenn man mir nichts verkaufen wollte, dann durch aggressives Anbetteln durch Kranke und Kinder. Mich macht sowas wütend, wenn man Kranke und Kinder zum Geld verdienen „missbraucht“ und sie damit die Familien ernähren. Kinder gehören darüber hinaus in meinen Augen in die Schule und nicht auf die Straße zum Betteln. Dieses Verhalten ist nicht erst durch bzw. nach der Revolution aufgetreten – es war schon vorher zu beobachten.

Aufgrund seiner Schätze ist und bleibt Luxor ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Luxor ist auch Start der einwöchigen Nilkreuzfahrt und man könnte meinen, dass beim Bettenwechsel die Bettler und fliegenden Händler auf die Touristen losgelassen werden.
Noch vor der Revolution hatte man angefangen die Sehenswürdigkeiten um Besucherzentren zu erweitern und feste Stände für die Händler zu errichten. Es sieht zwischenzeitlich viel einladender aus als bei meinem ersten Besuch 2004. Heute profitiert man davon, dass schon vor der Revolution an den Tempelanlagen das „Drumherum“ aufgehübscht worden ist.

Ich hoffe, dass ich beim ein oder anderen Leser ein Interesse an einem Urlaub am Nil geweckt habe oder jemand in Erwägung zieht auch zum „Wiederholungstäter“ zu werden. Die zweite Nilkreuzfahrt im Abstand von mehreren Jahren habe ich nicht bereut – mit einem Reiseleiter, der sich wirklich richtig Mühe gegeben hat und bei den Tempeln seine eigenen Akzente gesetzt hatte und den Änderungen mit neuen Besucherzentren und neuen zugänglichen Ausgrabungen haben mir Spaß gemacht zu entdecken.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • tommynews veröffentlicht 03.05.2017
    Prima berichtet, wäre es da nicht so heiß, wäre ich dabei.
  • Scha-Tzi veröffentlicht 30.04.2017
    Lieber nach Ägypten als in die Türkei..
  • Leneory veröffentlicht 25.04.2017
    ♥liche Grüße
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