Erfahrungsbericht über

Flyboys - Helden der Lüfte (Blu-Ray Disc)

Gesamtbewertung (3): Gesamtbewertung Flyboys - Helden der Lüfte (Blu-Ray Disc)

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Überflieger

3  19.05.2007

Pro:
Jean Reno, atemberaubende Flugszenen

Kontra:
übertriebene Heroisierung der Charaktere, etwas langatmig

Empfehlenswert: Ja 

schranzkaenguruh

Über sich:

Mitglied seit:21.04.2003

Erfahrungsberichte:160

Vertrauende:55

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 95 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo ihr Lieben! ;)

Eigentlich wollte ich Euch einen ganz exklusiven Filmbericht vor offiziellem Starttermin servieren, ihr ahnt es: Ich habe gesneaked. Durch den turbulenten Maibeginn habe ich mich allerdings erstmal durch zahlreiche Gegenlesungen gewühlt und mich bemüht, meine liebsten Schreiberlinge mit Lesungen, Bewertungen und Kommentaren zu verwöhnen.
Okay, dann eben total bequem und entspannt der Filmbericht für Interessierte, Neugierige und Kinosüchtige … ganz klassisch NACH Filmstart ;)


1. Ein paar Basisdaten ……………………………………………………………………………

1.1. Filmtitel, Deutschland …………………………………. Flyboys
1.2. Originaltitel, USA ...………………………………........ Flyboys
1.3. Erscheinung, Deutschland ……………………………. 10.Mai.2007
1.4. Filmlänge ……………………………………………….. 139 Minuten
1.5. Genre ……………………………………………………. Drama, Kriegsfilm
1.6. Regie …………………………………………………….. Tony Bill
1.7. Verleih …………………………………………………… 20th Century Fox

……………………………………………………………………………………………………….

2. Story …………………………………………………………………………………………......

Schauplatz ist das Frankreich des ersten Weltkrieges. Es ist das Jahr 1916 und die Vereinigten Staaten stehen dem europäischen Kriegsgeschehen bislang neutral gegenüber. Dennoch entsteht auf französischem Boden eine Schwadron französischer Luftstreitkräfte, die "Lafayette Escadrille", welche überwiegend aus amerikanischen Kriegsfreiwilligen besteht.

Tollkühnheit, Mut und Verbissenheit von französischen und amerikanischen Piloten haben dem Geschwader einen hervorragenden, beinahe heroischen Ruf beschert. All diese Begriffe haben mit dem Alltag der Fliegerstaffel, unweit der Schlachtfelder von Verdun, allerdings wenig zu tun. Das Leben ist vom Tod geprägt, der selbst die besten und tapfersten Piloten oft rasend schnell trifft. Freundschaften haben wenig Bestand, denn oft sind neue Freunde bereits schon am nächsten Tag unter der Erde und werden durch jene freiwilligen Männer ersetzt, die der Staffel noch immer zuströmen und hier zu Fliegerassen ausgebildet werden.

Die sechs unterschiedlichen Männer Rawlings, Higgins, Skinner, Beagle, Lowry und Jensen sind allesamt diese amerikanischen Freiwilligen, welche aus den unterschiedlichsten Motivationen in der französischen Fremdenlegion fliegen und kämpfen wollen - und schließlich die Aufgaben und die Maschinen jener Piloten übernehmen, die bereits gefallen sind.

Im Zentrum des Films stehen die harte Ausbildung und der raue Alltag dieser sechs Männer und deren gesamter Staffel, in der die durchschnittliche Lebenserwartung bei drei bis sechs Wochen liegt. Der Film erzählt von sechs dynamischen und energischen Jungen, die voller Hoffnungen und Illusionen in einen Krieg ziehen, der sie innerhalb weniger Wochen bricht und an die Grenzen ihres Verstandes, an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit und weit darüber hinaus treibt.

……………………………………………………………………………………………………….

3. Der geschichtliche Hintergrund ……………………………………………………………….

Im Nachhinein sehr beeindruckt bin ich durch die großen Übereinstimmungen zwischen geschichtlichen Fakten und Film, deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal kurz darauf eingehen. Die "Lafayette Escadrille" war eine Schwadron der französischen Luftstreitkräfte, die überwiegend aus amerikanischen Kriegsfreiwilligen bestand und 1918 schließlich in die amerikanischen Streitkräfte eingegliedert wurde. Das Geschwader stand tatsächlich in dem Ruf besonders wagemutig und draufgängerisch zu sein und flog ihren ersten, verlustreichen Kampfeinsatz über den Schlachtfeldern von Verdun.

Der französische Captain Georges Thenault, im Film durch Jean Reno verkörpert, war tatsächlich der Kommandeur der legendären Fliegerstaffel. Ein besonderes Schicksal hat im Film der schwarze Amerikaner Eugene Skinner, der seit Jahren in Frankreich lebt und boxt und deshalb seine Wahlheimat verteidigen möchte. Tatsächlich flog der erste schwarze Kampfpilot, Eugene Bullard, in der "Lafayette Escadrille".

Dennoch gibt der Film die geschichtlichen Tatsachen nur schemenhaft und natürlich stark suggestiv wieder und sollte keinesfalls mit einem Geschichtsbuch verwechselt werden, wenngleich er sich angenehm nah an seine geschichtlichen Hintergründe anschmiegt.

……………………………………………………………………………………………………….

4. Kommentar ……………………………………………………………………………………...

Ich habe den Film, wie eingangs erwähnt, nicht bewusst ausgewählt sondern in der Sneak Preview gesehen. "Nein, nicht schon wieder ein Kriegsfilm" schoss es mir spontan durch den Kopf. Obwohl ich es natürlich sehr wichtig finde, sich mit der eigenen Geschichte und den Verfehlungen der Vergangenheit auseinanderzusetzen, bin ich persönlich von der Thematik der ersten beiden Weltkriege absolut gesättigt, wenn nicht sogar übersättigt. Im Übrigen gibt es aus meiner Sicht sehr viel qualifizierte Medien, zum Beispiel die Nachkriegsliteratur, um sich mit den Schrecken und Gefahren der beiden Weltkriege auseinanderzusetzen. Ein Film dieses Naturells stößt bei mir also nur bedingt auf Gegenliebe, weil ich das Thema aufgrund der Film- und Dokumentationsflut - zumindest im Moment - für reichlich ausgeschlachtet halte.

Kriegsfilmverweigerern sei gesagt, der Film ist zwar nicht unblutig verzichtet aber weitgehend auf besonders brutale und geschmacklose Darstellungen. Das Thema des ersten Weltkrieges wird keineswegs neutral oder differenziert aber auch nicht reißerisch aufgegriffen.
Im Vordergrund des Films stehen klar die Schicksale der sechs Piloten, wobei diese gleichermaßen auf seelischer wie auch auf körperlicher Ebene verfolgt werden, und die ausgiebigen Flugszenen. Tatsächlich dominieren nämlich Szenen von abenteuerlichen und atemberaubenden, tragischen und gefährlichen Flugmanövern den Film. Der Höhepunkt des Films ist ein absolut gewagtes und hochdramatisches Manöver, welches einen deutschen, mit Bomben beladenen, Zeppelin unschädlich machen soll. Hier sehe ich übrigens klar die Stärke des ansonsten eher langatmigen Films: Es ist wirklich angenehm, die ausgiebigen und teilweise phantastischen Flugszenen anzuschauen und ein bisschen mitzufiebern.

Ein echter Leckerbissen und für mich eine unerwartete Überraschung ist natürlich das Auftauchen des sympathischen Schauspielers Jean Reno als unkonventioneller Captain Thenault. Eine Rolle, welche dem hartzarten Franzosen wirklich auf den Leib geschneidert scheint. Also, eine durchaus gelungene Überraschung, wenngleich es sich beinahe schon um eine Nebenrolle handelt.

Einen dicken Pluspunkt erntet der Film dadurch, dass er sowohl die neuen Rekruten als auch die Zuschauer mit dem frustrierenden und tragischen Kriegsalltag konfrontiert und zumindest hier keine Illusionen entstehen lässt. Es wird durchaus deutlich, dass der Kriegsalltag immer und zu jederzeit hart und tragisch ist und nicht nur in brenzligen und dramatischen Situationen. Ein Aspekt der mir in vielen Filmen des Genres nicht ausreichend hervorgehoben wurde.

Dennoch mochte der Film leider nicht auf einen heroischen Helden verzichten, sodass der Texaner Rawlings menschlich und technisch zum absoluten Überflieger mutiert. Er findet eine zarte Liebe und möchte seine französische Angebetete mitsamt Kindern mittels eines waghalsigen Manövers vor der Deutschen Invasion bewahren. Er bringt den legendären schwarzen Falken, einen besonders berüchtigten deutschen Piloten, zur Strecke und kümmert sich um die Seelenqualen seiner ausgebrannten Kameraden. Ein bisschen viel für einen Menschen in einem Film, der lediglich eine Zeitspanne von wenigen Wochen beschreibt. Da der Kriegsalltag ansonsten so natürlich und ungeschminkt dargestellt wird, hätte ich mir auch im Hinblick auf die Charaktere etwas mehr Differenzierung gewünscht. Entweder dümpeln die Charaktere wirklich nur an der Oberfläche menschlicher Vielfältigkeit und bleiben einigermaßen unbeleuchtet im Hintergrund oder sie sind von verwegener Natur mit absolut heroischen und unumstößlich ehrenhaften Wurzeln. Unumstößlich bin ich auch, und zwar in meinem Glauben daran, dass kein Mensch ausschließlich "schlecht" oder "gut" ist und immer mehrere Eigenschaften und unzählige Tendenzen in sich trägt.
Ab einem gewissen Zeitpunkt wurde die Heroisierung der verschiedenen Charaktere wirklich zur Plage und raubte dem Film Glaubwürdigkeit und Natürlichkeit. Ebenso stellte diese überzogene und einseitige Darstellung die wirklichen "Heldentaten" (Müssen es immer Heldentaten sein?) und Errungenschaften - moralisch, geistig, ethisch und technisch - der anderen Filmcharaktere aber auch der historischen Vorbilder etwas in den Schatten.

……………………………………………………………………………………………………….

5. Fazit ………………………………………………………………………………………………

Die wirklich atemberaubenden Flugmanöver, welche den Film inhaltlich deutlich dominieren, Jean Reno in einer Nebenrolle und die ernste, natürliche Facette des Kriegsalltags machen den Film zumindest sehenswert. Die fehlende Tiefe der Charaktere sowie die übertriebene Heroisierung der beiden Protagonisten rauben dem Film sehr viel Potential, das er trotz gelegentlicher Langatmigkeit durchaus hatte. Ein weiterer Minuspunkt ist aus meiner Sicht klar die Thematik, von der ich deutlich übersättigt bin. Da sich der Film auf einem sehr schmalen Grad zwischen Kriegsfilm und Drama bewegt, dürfte er auch den Fans dieser beiden Genres nur bedingt gerecht werden. Die perfekte Zielgruppe sind wohl alle Zuschauer, die sich gerne und gezielt mit der Thematik der beiden Weltkriege und/oder dem Fliegen auseinandersetzen.

Alle Anderen können den Film summa summarum natürlich trotzdem ertragen und werden an mancher Stelle sicherlich auch positiv überrascht sein. Hat man kein besonderes Interesse an der Thematik, würde ich den Kinogang allerdings weniger empfehlen - DVD reicht dann auch.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
X2005

X2005

30.06.2007 00:46

fand den film nicht schlecht. war durchschnitt. gruß X

mimimee

mimimee

18.06.2007 18:35

wäre wahrscheinlich kein film für mich! toller bericht, lg jenny

sandwarrior

sandwarrior

29.05.2007 17:45

Mhh Kriegsfirme schaue ich eigentlich nicht im Kino, mal sehen!

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