TÖFF TÖFF ;o)
30.10.2007 (05.02.2008)
Pro:
siehe Bericht
Kontra:
das Fahrwerk : - (
Empfehlenswert:
Ja
 GlineurJL
Über sich:
Mitglied seit:06.03.2003
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Vertrauende:135
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 112 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
VORGESCHICHTE... ... ein Auto, nur für den Winter, fahre ich seit drei Jahren, um einen 20 Jahre altes Cabrio Alfa Romeo Spider nicht im Winter durch Salz auf den Straßen zu „quälen“. Ein Winterfahrzeug durfte mich indes nicht zuviel kosten.
Vor drei Jahren schuf ich mir für rund 1400 Euro einen bisher sehr treuen, aber auch alten Honda Civic an. Der allerdings schlummert jetzt im „Autohimmel“, nachdem mir bei Tempo 160 auf der Autobahn die eigene Motorhaube entgegenkam. Das Auto hat nur noch Schrottwert, ein anderes Winterauto musste her. BEI HONDA ...
... bei einem Kaller Honda-Händler, der einen allerbesten Ruf hat, stand ein Ford Fiesta Diesel, Baujahr 1995. Er sollte mich 1800 Euro kosten, natürlich mit 2 Jahren TÜV. 127.000 km hatte er gelaufen. Ich habe nicht lange gehandelt oder um das Auto geschlichen, sondern bereits am Telefon „blind“ zugesagt, da ich einfach von diesem Händler Bestes wusste. Abgemacht war es nicht, aber der Händler Mäder tauschte sogar im Preis inbegriffen den Zahnriemen aus, eine Sache, die ansonsten einige 100 Euro kosten würde. Toll also !!! Er wollte einfach auf Nummer sicher gehen.
DAS FAHRZEUG Es handelt sich um einen Ford Fiesta mit einer 1,8-Liter-Dieselmaschine. Bei 4800 U/min leistet er 44 KW bzw. 60 PS. Das gebrauchte Modell ist ein Drei-Türer, Farbe dunkelgrün und ohne Sonderausstattungen.
Meines Wissen handelt es sich bei dem Motor noch um eine Maschine, die von Deutz entwickelt wurde. Der 12 Jahre alte Gebrauchtwagen hat fünf Gänge, - rein zufällig natürlich auch einen Rückwärtsgang ;-) Einziger „Luxus“ ist die obere grüne Tönung der Windschutzscheibe – was ich allerdings für „Spielerei“ halte.
Zum Zubehör gehörte ein Originalradio mit Cassettenteil, welches aber einem neueren zum Opfer fiel, das CDs abspielen kann. Problem waren die Ford-eigenen Adapter, aber das wusste Honda Mäder gelungen zu lösen und baute mein JVC ein. FAHRVERHALTEN / KOMFORT
Ich nenne es ein „Opa-Auto“, ohne damit ältere Menschen ärgern zu wollen. Der Fiesta Diesel ist kein Fahrzeug für schnelle Spritztouren, auch wenn mich die 60 PS überraschen. Aber dazu später... Im Geradeauslauf und bei längeren Strecken ist der PKW trotz der eindeutigen Diesel-Feelings recht angenehm. Das typische „Nageln“ eines Diesels fällt nur auf, wenn der Motor noch kalt ist, oder aber im Leerlauf, z.B. an der Ampel. Das würde ich als sehr unangenehm bezeichnen, ist gewöhnungsbedürftig, aber für diese ältere Dieselmotoren-Generation üblich.
Auch das Fahren hat Licht- und Schattenseiten. Der PKW ist bei langen Strecken im Grunde komfortabel, fühlt sich im Handling sicher an und ist trotz Diesels nicht so laut, dass man seinen Beifahrer beim Unterhalten anbrüllen muss. Schwächen zeigt der Fiesta Diesel aber im Kurvenverhalten. Bei zügiger Fahrweise wird die Vorderachse instabil, der PKW zeigt frühes Untersteuern, d.h. er möchte über die Vorderachse schieben. Für mich persönlich ein Rätsel, ein so schwammiges Fahrwerk zu konzipieren, dass sich noch schlimmer auf nasser Strecke outet. Es gilt ganz klar, sich dem Fahrwerk anzupassen, allerdings bin ich der Meinung, dass diese Straßenauslegung gerade unerfahrenen Führerscheinneulingen auch zu Falle werden kann. Auch die 165er Bereifung, die für dieses Modell angemeessen ist, ändert nichts daran. Hier wäre ein etwas strafferes Fahrwerk oder eine andere Fahrwerksgeometrie zugunsten der Sicherheit besser.
Apropos 165er Bereifung ... die Dimensionen 165/70R13 und jene 165/65R13 sind zugelassen. Preislich sind erstere günstiger, da typischer auf dem Markt. Das Leergewicht sind 925 kg, mit Zuladung sind max. 1400 kg erlaubt. Schnell wird der Fiesta Diesel mit 5 erlaubten Personen an Bord dann zur „lahmen Ente“. Aber das liegt in der Natur der Dinge bzw. der 60 PS.
LEISTUNGSCHARISMA Heutige Dieselgenerationen sind richtige Dampfhämmer, selbst im Motorsport gewinnen dieselangetriebene Prototypen z.B. die 24 Stunden von Le Mans. Neue Serienfahrzeuge indes „ziehen“ in allen Gängen oft besser als Benziner, brauchen sich also keineswegs zu „verstecken“.
Der 12 Jahre alte Fiesta mit 60 PS läßt die permanente Weiterentwicklung der Erfindung von Rudolf Diesel bereits ahnen. In jedem Gang beweist sich der kleine Kölner Fiesta als durchzugstark, die Leistung der 60 Pferdchen setzt bereits in unteren Drehzahlen ein. Ebenso imposant ist die Drehzahlbreite ... der „Kleine“ läßt sich selbst bei Tempo 50 im 5. Gang angenehm fahren und beschleunigt ohne Zurückschalten, wenn auch moderat, wieder auf ein höheres Tempo. Der kleine Diesel ist daher ein wunderbares Auto für den schaltfaulen Menschen. Die Elastizität, ob schaltfaul oder nicht, ist jedenfalls erstaunlich, und spätestens, wenn es „bergauf“ geht, sticht der Fiesta Diesel im Anzug gleichstarke Benziner aus.
Bis Tempo 100 mag man aus dem Stand rund 15 Sekunden brauchen, auch die 120 erreicht er flüssig. Dann wird er etwas träger und braucht ein wenig Geduld, bis er die maximalen Tempo 150 erreicht.
SONSTIGES Mit Schadstoffklasse E2 kostet der Diesel in der Kraftfahrzeugsteuer mehr als ein Benziner gleichen Hubraums. Die Differenz amortisiert sich nur durch viele gefahrene Kilometer, denn Dieselkraftstoff ist nunmal deutlich günstiger, zudem wartet der „Kleine“ mit einem sehr günstigen Verbrauch auf. Trotz vieler Kurzstrecken pendelt sich mein Verbauch je 100 Kilometer bei 5,5 bis 6 Liter ein. Bei Langstrecken sinkt der Schnitt auf klar 5 Liter je 100 Kilometer.
Mit vierteljährlich 80 Euro Haftpflicht bei der R+V ist der Fiesta alle drei Monate sogar 20 Euro teurer als mein früherer Honda Civic. Hier liegt mein Schadenfreiheitsrabatt von 30% zugrunde. FAZIT
Das teils typische Dieselverhalten namens Nageln ist lästig, weiß man aber zuvor, wenn man sich zur Anschaffung entscheidet. Angenehm ist das Fahren längerer Strecken, zumal auch ein 186 cm großer Mensch wie ich sehr komfortabel sitzt. Auch die „Polster“ sind gemütlich und führen nicht zu Ermüdungen und Rückenschmerzen. Für die „Hinterbänkler“ ist ausreichend Platz in der Beinregion vorhanden, auch wenn das Fahren für maximal vier Personen komfortabel ist. Mit No. 5 an Bord wird es im Fond dann rasch eng.
Sehr gut ist das Leistungsverhalten des kleinen Motors, elastisch und für 60 PS sehr drehmomentfreudig, genial das Faulenzen beim Schalten. Die Schaltwege sind recht kurz, auch wenn es gewöhnungsbedürftig ist, dass die Gänge recht eng beieinanderliegen. Mittelmäßig ist die Heizung, die gerne nur zwischen warm oder kalt entscheidet und keine Mittelwerte mag. Dafür aber sind die Bedienungsinstrumente ordentlich und übersichtlich. Die Verarbeitung ist entsprechend gut – nur der Aschenbecher zeigt wohl nach 12 Jahren Schwächen: fährt man über einen „Stolperstein“ klappt er ungefragt auf. Aber damit läßt sich leben.
Leidiges Thema bleibt das schwache Fahrwerk, das sich einfach zu früh als „überfordert“ bei Kurvenfahrten meldet. Unterm Strich bietet Ford mit dem 12 Jahre alten Modell eine gute Hausmannkost... Jean-Louis Glineur © 2007ff.
Bilder von Ford Fiesta 1.8 TD (bis 2002)
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17.01.2008 13:47
Ups,der Verbrauch ist ja angenehm. Mein Fiesta hat damals um die 7 bis 8 l gescluckt :-( lg panico:-)
09.12.2007 23:28
ein autobericht in prosa ... .-)) auch nicht schlecht! :-)) lg detlef
07.12.2007 16:10
Hey einfach ein Klasse Bericht ! da ist ja wirklich alles dabei: Super Struktur, netter Schreibstil ! so macht ciao Spaß. Wir sehen uns !