Erfahrungsbericht über

Ford Focus Futura Turnier TDCi

Gesamtbewertung (19): Gesamtbewertung Ford Focus Futura Turnier TDCi

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TDCi - Kein Diesel von gestern

4 24. Jan 2006 (5. Dez 2008)

Pro:
Verbrauch, Fahrleistungen, Platzangebot, Xenon - Licht, Zuverlässigkeit

Kontra:
teils mäßige Verarbeitung, einfache Materialien, Anfahrschwäche

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Zuverlässigkeit:

Fahreigenschaften:

Bedienung:

Platzangebot:

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Chimera86

Über sich:

Mitglied seit:23.01.2006

Erfahrungsberichte:7

Vertrauende:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Erfahrungsbericht Ford Focus 1.8 TDCi (85kW) Futura Turnier

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin kein großer Freund der Produkte aus der westfälischen Großstadt am Rhein. Aber der Focus ist durchaus als Glanzpunkt der Palette von Ford anzusehen. Dass er 2000 und 2001 das weltweit am meisten verkaufte Auto war, spricht auch für sich. In Deutschland indes war er fast immer die Nummer drei hinter Golf und Astra. An den Qualitäten des Wagens kann dies kaum gelegen haben...

Ich versuche nun den Wagen neutral und kritisch zu bewerten. Der Focus ist ja sowieso eher ein "Nutztier" als ein emotionales Produkt unserer Konsumgesellschaft.

Vor gut 5 Jahren musste ein neuer Wagen her, da das Vorgängermodell technisch stark in die Jahre gekommen war und die Zylinderkopfdichtung das Zeitliche gesegnet hat. Ford bot seinerzeit ein passendes Rabattangebot an (bis 3500€ über DAT-Schwacke auf den Gebrauchten), so dass wir nun recht zufriedene Besitzer eines Focus Futura Turnier sind, welcher nun auch schon die 90.000km-Marke überschritten hat und eilig in den sechsstelligen Bereich stürmt.

Als Motorisierung kam für mich im Focus sowieso nur der 115PS-starke Common-Rail-Turbodiesel in Frage, welchen es seit Mai 2001 im Focus-Angebot gibt und als Einziger Kraft mit Sparsamkeit verbindet. Die Ausstattungsvariante "Futura" (Editionsmodell) würde ich ebenso nicht eine Sekunde missen wollen, da sie schon im Serienumfang gut ausgestattet ist und Details wie Sportsitze und eine sportliche Fahrwerksabstimmung (Serie bei Trend/Futura) beinhaltet. Die Ausstattung ist - zumal auch noch Details wie Xenon und Klimaautomatik geordert wurden - für die Kompaktklasse mehr als ansehnlich. Das Fernlicht der schicken Bi-Xenon-Scheinwerfer ist jedenfalls über jeden Zweifel erhaben - somit wird die Nacht fast zum Tag - mit exzellenter Reichweite und guter Lichtverteilung.

Motor/Getriebe

Den 1753cm³ großen Zweiventil-Common-Rail-Diesel der zweiten Generation zeichnet ein unverleugbares Turboloch aus. Ist dies erstmal überwunden, zerrt das hohe Motordrehmoment wie wild an den Vorderrädern, so dass nicht selten das (optionale) ASR energisch eingreift. Ab 1800U/min kommt die wahre Kraft des kleinen Diesels zum Ausdruck - 250Nm bei 1850U/min sagt das Papier. Der Motor hängt gut am Gas und beschleunigt nach seinen Startschwierigkeiten mehr als zufriedenstellend. Das relativ kurz gestufte 5-Gang-Getriebe mit kurzen Schaltwegen macht Gangwechsel zum Vergnügen, auch wenn es derweilen etwas hakelt. Ein standesgemäßer Vortrieb ist allerdings nur bis höchstens 4000U/min gewährleistet, danach flaut die Motorleistung spürbar ab. Wer dann doch lieber die Gänge ausdrehen möchte (bis etwa 4600U/min), wird nicht durch ein deutlich vernehmbares Dröhnen wie bei so mancher Konkurrenz gestört. Ein VW TDI ist bereits bei 3500U/min aus der Puste.

Insgesamt zeichnet sich der TDCi durch eine gute Laufkultur aus, die in etwa auf dem Niveau eines - rauhen - Benziners liegt. An die leichten Vibrationen im Leerlauf muss man sich als Ex-Benzinerfahrer aber erst gewöhnen. Von innen ist er im warmgelaufenen Zustand kaum als Diesel zu erkennen - auch dank seiner umfangreichen Dämmung. Wenn der Motor aber noch kalt ist, dringen brummige Frequenzen an das geübte Ohr. Im Fahrzeuginneren ist davon zum Glück wenig zu vernehmen. Bei so mancher Konkurrenz kommen zum Brummen noch das dieseltypische Nageln (tackerndes Geräusch) hinzu. Davon bleibt man beim TDCi verschont.

Die Stadt ist nicht zwangsläufig die Paraderegion des kompakten Focus mit dem modernen TDCi-Motor. Wer oft früh schaltet, aber gleichwohl gut von der Ampel wegkommen möchte, ist mit dem Focus möglicherweise etwas überfordert. Schnelles Anfahren entwickelt sich fast zum Geschicklichkeitsspiel, da man den Grad zwischen Anfahrschwäche und Traktionsverlust finden muss. Des weiteren braucht der Diesel im Allgemeinen länger, um auf Temperatur zu kommen. Er fühlt sich dann schon eher auf der Autobahn wohl - da reicht es dank guter Elastizität mühelos zu raschen Überholvorgängen und zum Mitschwimmen mit diversen Vertreter-Tretern. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa
Bilder von Ford Focus Futura Turnier TDCi
  • Ford Focus Futura Turnier TDCi Focus vorn
  • Ford Focus Futura Turnier TDCi Focus hinten
  • Ford Focus Futura Turnier TDCi Focus vorn
  • Ford Focus Futura Turnier TDCi Focus hinten
Ford Focus Futura Turnier TDCi Focus vorn
Focus mit Xenon
Tacho 207 (auf ebener Strecke), was in etwa der Werksangabe (196km/h) entspricht. Mein Rekord lag bisher bei 218km/h nach Tacho - bergab, versteht sich. Mehr als reelle 215km/h lässt das Getriebe aber nicht zu - so lang das Gefälle auch sein mag.

Ab Tempo 160 hat der Motor noch genug Reserven und befördert den Zeiger des Tachos innerhalb von gezählten 8 Sekunden auf 180. Danach wird der Vortrieb zunehmend zäh. Als Reisewagen ist er also allemal ausreichend, zumal die Ölkonzerne nicht gerade spendabel sind und ein Tempo jenseits der 200km/h-Marke wenig Sinn macht. Bei Höchstgeschwindigkeit saugt er sich über 11,5 Liter auf 100km.

Fahrwerk/Fahrsicherheit

Was soll ich dazu sagen? Dass die Kölner gute Fahrwerke bauen können, wissen wir nicht erst seit dem Focus. Mit dem Focus macht das Kurvenräubern eine Menge Spaß. Dank des agilen, sicheren und dynamischen Fahrwerks mit Multilink-Hinterachse können Kurven mit hohem Tempo angegangen werden - freilich sollte man sich hier nicht überschätzen. Sollte man dies tatsächlich mal tun, greifen die gut dosierbaren Bremsen ein, welche einen noch erträglichen Bremsweg von unter 40m aus 100km/h bieten.

Ein ESP gab es für den TDCi nicht für Geld und gute Worte - allerdings braucht der Focus diesen Sicherheitsanker nicht wirklich. Man neigt bei einem Fahrzeug mit ESP nur eher zur Überschätzung, da man diesem elektronischen Bauteil zu viel Vertrauen abgewinnt. Aber die Physik kann es auch nicht außer Kraft setzen. Außerdem verdeutlicht das fehlende ESP nur die hohen Fahrwerkqualitäten der Modelle mit der Pflaume im Kühlergrill. Auch im Winter bei engagierter Fahrweise ist er gut beherrschbar und sorgt für Fahrspaß. Auch das Untersteuern hält sich in Grenzen, eher lässt sich sogar ein leichtes Mitlenken des Hecks verzeichnen.

Dass das Fahrwerk manchmal etwas unsanft auf Fahrbahnunebenheiten reagiert, liegt wohl an der sportlichen Fahrwerksabstimmung, welche der 'Trend' und dessen Editionsmodell 'Futura' serienmäßig besitzen. Trotz schmaler 195er Reifen mit relativ hohem Querschnitt federt der Wagen manchmal etwas trocken. Aber ein etwas härteres Fahrwerk ist angesichts der nicht zu verachtenden Fahrwerte schon angebracht - wirklich stören tut es demnach nicht. Etwas mehr Komfort vermittelt die Version "Ghia" mit Velours-Sitzen und einfacher Holzimitat-Vertäfelung - diese ist aber nicht mein Geschmack.

Dass heutige Fahrwerke teilweise besser sind, steht außer Frage. Doch der Focus I war lange Zeit der Maßstab seiner Klasse und kann auch heute noch gut mithalten. Einen großen Unterschied zum Nachfolger, den es ab November 2004 gibt (ich habe ein Exemplar mit Sportfahrwerk getestet), konnte ich nicht feststellen. Das Fahrwerk des Focus I hat mir bisher ein höheres Sicherheitsgefühl suggeriert.

Umwelt/Verbrauch

Der Dieselpartikelfilter war mal in aller Munde, heute ist er eine Selbstverständlichkeit. Damals gab es ihn für den Focus allerdings noch nicht ab Werk. Die Nachrüstung beim Focus I blieb lange offen, seit dem 30.04.2007 haben wir allerdings einen Twin-Tec Partikelminderungssystem (offenes Filtersystem) nachgerüstet - inkl. Inspektion lag die Rechnung bei knapp über 1000€. Der Filter arbeitet bisher unauffällig. Man darf nur das Freibrennen nicht vergessen.

Dank Partikelfilter darf er sich mit der grünen Plakette profilieren. Manch andere Diesel-Triebwerke schaffen dies dank EU4-Klassifzierung auch ohne Rußfilter. Beim TDCi muss EU3 genügen.

Aber dafür zaubert der niedrige Verbrauch ein Lächeln auf das Gesicht und fördert damit die Freude am Fahren. Unser Focus genehmigt sich im Schnitt etwa 6.0 Liter - mit einem hohen Stadtanteil. Der Stadtverbrauch des Focus liegt laut Angaben von Ford bei 7,0 Litern - im Alltag entspricht das der Obergrenze, wenn man sportlich und wenig sparsam oder im stark stockenden Stadtverkehr unterwegs ist. Auf der Landstraße fließen gar nur etwa 5.0 Liter je 100km durch die Ansaugkanäle - oder auch mal deutlich weniger. Auf der Autobahn mit viel Vollgasanteil dürfen es auch mal etwas mehr als 7 Liter sein - dann allerdings befördert er seine Insassen recht zügig.

Innenraum/Ausstattung

Die Gestaltung des Innenraums sehe ich als sein größtes Manko an. An das Design mag man sich vielleicht noch gewöhnen, welches am Anfang etwas konfus erscheint. Aber die Auswahl der Materialien ist überhaupt nicht mehr zeitgemäß. Das Material des Amaturenbretts ist wohl eine Mischung aus dem letzten Escort und dem aktuellen Focus. An der Türverkleidung stört derweilen kratzanfälliges Hartplastik. Der Softlack an den Armauflagen blättert munter ab. Die titanfarbene Blende - das Zentrum des Focus-Interieurs - sieht meines Erachtens etwas billig und primitiv aus. Angesichts des akzeptablen Preises kann man noch darüber stehen, aber insgesamt ergibt sich leider nur ein mäßiger Qualitätseindruck - der sich im Übrigen auch außen fortsetzt. Aktuelle Ford-Modelle haben in dieser Hinsicht aufgeholt.

Störend find ich ebenso, dass es hinten keine Verstaumöglichkeiten in den Türen gibt. Glücklicherweise hat man aber an praktische Taschen an den Rückseiten der Vordersitze gedacht.

Das beim Futura serienmäßige Lederlenkrad ist von idealer Größe und liegt wunderbar in der Hand, nach nun etwa 98.000km ist es allerdings schon stark abgegriffen und vom Alter gezehrt. Die Bedienung des Cockpits ist nahezu einwandfrei - deutlich besser, als das wirre Design im Innenraum vermuten lässt. Alle Griffe und Schalter liegen gut zur Hand - auch der lederbezogene Schalthebel. Die optionale Radiofernbedienung halte ich - wohl auch wegen der guten Bedienbarkeit des Radios - für verzichtbar. Sie überfrachtet das Lenkgehäuse nur unnötig.

Eine Sitzposition auf den relativ straffen Stoffpolstern ist für den Durchschnitts-Deutschen schnell und problemlos gefunden. Das Lenkrad lässt sich axial als auch in der Höhe verstellen. Der Fläche des Fahrersitzes ist manuell in der Höhe verstellbar - sicherlich keine besonders gute Lösung, aber sie erfüllt ihren Zweck. Leider sitzt man auch in der tiefsten Position noch sehr hoch. Als Option gab es eine elektrische Sitzverstellung, über die unser Exemplar jedoch nicht verfügt.

Das Platzangebot vorne ist etwas eingeschränkt, da das klobige Amaturenbrett sehr viel Platz raubt. Eng bemessen ist - vorne wie hinten - auch der Fußraum, wohingegen sich die Knie nicht beschweren dürfen. Die Innenbreite ist noch annehmbar - zwei Fondpassagiere kommen sich nichts ins Gehege. Man sollte sich gut überlegen, hinten zu dritt zu fahren. Die Innenraumhöhe ist im Gegenzug aber exzellent, fast schon vanartig.

Kommen wir zum Kernpunkt des Kombi-Modells: Den Kofferraum. Dieser ist mit mindestens 520 bzw. maximal 1580 Litern Stauvolumen (jeweils Werksangabe) mehr als überzeugend. Die Ladekante ist sehr niedrig ausgeführt und durch eine Kunststoffleiste geschützt. Breite und hohe Gegenstände dürften auch ebenso kein Problem darstellen. Wem das nicht ausreicht, ordert eine Anhängerkupplung, die sich wie bei unserem Modell bei Bedarf auch abnehmen lässt.

Karosserie

Design ist bekanntlich Geschmackssache. Einerseits möchte der Kölner mit Raffinesse überzeugen, andererseits kommt am Heck eine altbürgerliche Gestaltung durch. Damals wurde der Einsatz von eckigen Designelementen hochgradig als 'New-Edge' bepriesen - das war vor immerhin 10 Jahren. Heute hat das Design deutlich an Frische verloren. Der Focus hat zwar ein unverwechselbares Design, jedoch sieht man ihn an fast jeder Ecke.

Im Oktober 2001 gab es letztendlich eine kleine Auffrischung in Form von überarbeiteten Scheinwerfern, Nebelleuchten und Stoßfängern (inkl. Kunststoffleisten). Obendrein gibt es seitdem einen neuen Kühlergrill, neue Farben - u.A. Graphit-Grau siehe Bilder - neue Felgen, eine Klimaautomatik sowie das sehr empfehlenswerte Xenon-Licht (damals optional für 840€, beim Ghia Exclusive und Sport TDCi Serie). Die Veränderungen des "Facelifts" fallen Unversierten vielleicht erst auf den zweiten Blick auf. Ich würde es eher als gelungene Modifikation bezeichnen, die mit einigen Detailveränderungen einher ging.

Die Karosserie wirkt an sich recht solide. Allerdings trüben die in meinen Augen teilweise recht großen Spaltmaße den guten Gesamteindruck. Obwohl unser Wagen eine gute Pflege erhalten hat, bleichen die mattschwarzen Türgriffe sowie die Kofferraumleiste kontinuierlich aus. Aus Schwarz wurde Grau. So kennt man es nicht nur vom Focus, sondern auch vom Fiesta oder Ka. Das macht keinen besonders wertigen Eindruck. Der Einsatz mit schwärzender Kunststoffpflege verschafft nur kurzfristig Abhilfe. Nach 4 bis 6 Wochen kann man schon wieder Hand anlegen.

Das biedere Heck des Turnier hat auch seine Vorteile. So ist die Raumausnutzung deutlich besser als bei Life-Style-Kombis und die Rundumsicht ausgezeichnet, die vor allem von der großzügigen Verglasung profitiert. Nach vorne ist der Wagen ebenso tadellos überschau- bzw. einschätzbar. Dass sich der Kofferraum nur über den Schlüssel (bzw. Fernbedienung) und einer Fernentriegelungstaste im Wageninneren öffnen lässt, ist leider typisch Ford und verdient keinen Orden. Man kann es sich allerdings dadurch erklären, dass die Heckklappe immer wirklich verriegelt ist und Langfingern das Leben erschwert wird. Daraus ergeben sich günstigere Versicherungstarife. Ähnlich verhält es sich mit dem Tankdeckel und der Motorhaube. Zudem wird im Falle der Motorhaube ein Bowdenzug eingespart. Ford ist für den Umgang mit dem Rotstift bekannt, aber so lassen sich erträgliche Preise für den Endkunden erzielen.

Die Karosserie steht noch rüstig da, Rost wurde noch nicht gesichtet und im Lack haben sich nur wenige Kratzer gefangen. Angesichts von Hohlraumversiegelung und Teilverzinkung sollte es nicht so schwer fallen, dass der Focus noch für ein paar Jahre vor der braunen Pest verschont bleibt. Mit der Geschichte des Escort hat Ford ein für allemal abgeschlossen.

Kosten

Das, was der TDCi an Kraftstoff spart, rächt sich in den Versicherungskosten. Die Steuer ist auch nicht gerade gering, jedoch erweisen sich hier die nur 18 angefangen 100cm³ als vorteilhaft. Die Kosten liegen aber in einem vertretbaren Rahmen und teilweise geringer als die angestammte Konkurrenz. Die jeweiligen Fixkosten müsste man dann stets Fall für Fall ausrechnen.

Der Verbrauch ist mit durchschnittlich 6 Litern Diesel im Schnitt in Anbetracht der Fahrleistungen durchaus noch akzeptabel, so dass sich der TDCi wohlmöglich schon ab 18.000km im Jahr rechnet (ich würde den Focus 2.0 als Referenzmodell sehen). Bei der heutigen Benzinpreissituation schwinden die Kostenvorteile von Dieselmodellen dahin. Es muss sich aber nicht immer rechnen. Der TDCi macht - insbesondere in der "großen" Variante mit 115PS - viel mehr Spaß. Damit gewinnt er sogar gegen den ST170 (Focus Sportversion mit 173PS) die Elastizitätswertung knapp. Der deutlich stärkere Benziner müsste herunterschalten, um dem Diesel davonzufahren. Diese Gelassenheit zeichnet den Focus TDCi aus, so dass man eventuelle Mehrkosten hinnehmen kann. Aber das nur am Rande...

Die Gebrauchtwagenpreise bewegen sich für einen 2003er TDCi Futura Turnier um etwa 7000 bis 8000€. Viel mehr ist nicht mehr zu erzielen. Das erfreut Gebrauchtwagenkäufer. Des einen Leid, des anderen Freud...

Neu kostete der TDCi Turnier übrigens ab 20.540€ (als Trend) laut Liste in Deutschland. Dieser hatte dann allerdings noch nicht einmal eine Klimaanlage serienmäßig. Unser Modell kostete neu etwa 25.000€ - ohne Leder, Navigation und optionalen Felgen (Serienfelge 6Jx15 auf 195/60 R15 momentan montiert). Das Nachfolgermodell würde mit Traumkonfiguration (2.0 TDCi DPF 6-Gang Titanium) schon locker 28.000€ im Listenpreis betragen. Zu erwähnen bleibt dann aber auch die gehobene Ausstattung und der größere Motor.

Zuverlässigkeit

Der Focus läuft anstandslos. Lediglich ein defekter Anlasser war bisher zu verzeichnen, der Wagen war aber noch vollauf fahrbereit. Falls wirklich mal etwas kaputt gehen sollte - und das ist bei unserem Modell mit Sitzheizung, Klimaautomatik, beheizbarer Frontscheibe und eben dem Dieseltriebwerk (mit vielen technischen Komponenten) schon eher mal möglich - gibt es eine umfangreiche Ersatzteilversorgung. Sporadisch und ganz selten tritt ein deutlich vernehmbares Ruckeln im 4.Gang bei 60 bis 70km/h im Teillastbereich auf - davon habe ich aber schon lange nichts mehr feststellen können. Das Problem ist allgemein bekannt. Turboladerschäden scheinen auch nicht ganz unbekannt zu sein.

Für andere Schludrigkeiten seitens des Ford-"Fachbetriebes" kann der Focus aber nichts. So wurde nach einer Inspektion einmal vergessen, den Unterdruckschlauch des Turboladers nach einem Kraftstofffilterwechsel wieder richtig zu befestigen - ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass er von selbst abfällt. Das Resultat war ein Temperament eines 60PS-Benziners. Die Motorkraft kam erst um 1000U/min verzögert an, der Wagen musste also locker bis 3000U/min gedreht werden. Ab 3000U/min lief er allerdings völlig normal und erreichte auch seine Höchstgeschwindigkeit. Ich habe wirklich gerätselt, ehe das Problem erkannt wurde.

Ebenfalls nach einer Inspektion sah man es beim Ölfilterwechsel wohl nicht so genau. Resultat: Ölverlust und ein unplanmäßiger Besuch der Ford-Werkstatt. Erfreulicherweise halten sich die Kosten in den Werkstätten im Rahmen, weil auf der Motorhaube kein Stern oder Propeller prankt. Da kann man Ausrutscher eher mal verzeihen.


Fazit

Der erste Focus als TDCi ist eine Empfehlung für jeden, der einen günstigen und sparsamen Diesel sucht, welcher keine Transportaufgaben scheuen und dabei auch noch für Spaß am Fahren sorgen soll. Das Preis-Leistungsverhältnis des Editionsmodells "Futura" ist auch mehr als überzeugend. Wer es besonders sportlich mag und Details wie Xenon-Licht, schicke 17"-Aluräder (205/50 R17) sowie Teilledersitze gerne an Bord haben möchte, sollte sich mal den Focus Sport TDCi (ab 6/2003) näher anschauen, welcher damals bei unserem Neukauf noch nicht im Angebot war. Ansonsten kann man auch auf den Kombiaufbau verzichten und sich das Fließheck besorgen, wenn man seinem Wagen eher selten Transportaufgaben auferlegt. So spart man noch ein paar Euro.

Wir würden uns den Wagen wieder zulegen. 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ThN

ThN

28.01.2006 06:39

Seht hilfreiche dein Bericht. LG Thomas

Chimera86

Chimera86

24.01.2006 21:47

Nun ist die optimierte Version online.

Chimera86

Chimera86

24.01.2006 21:02

Danke für die Blumen! Mir sind allerdings noch ein paar Detailfehler aufgefallen, die ich ugehend geändert habe. Jedoch durfte ich mit "Freuden" feststellen, dass sie (warum auch imemr) nicht übernommen werden. Ein neuer Versuch also...

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  1. koeter1097

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