4x4, manchmal eine Notwendigkeit
16.12.2003
Pro:
Zuverlässiges Zugfahrzeug, Preis/Leistungsverhältnis
Kontra:
2000 kein ABS verfügbar
Empfehlenswert:
Ja
 padova95
Über sich:
Mitglied seit:09.12.2003
Erfahrungsberichte:3
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Infos zum Ranger PickUp 4x4 Nachdem mein Mondeo an die 250.000 km anzeigte, wurde es Zeit sich um ein neues Auto umzusehen. Da ein Verwandter in einer Fordwerkstätte tätig ist, war die Marke kein Thema. Um den mittlerweile hinzugekommen Tieranhang adäquat zu befördern wurde die Auswahl weiter auf ein zugstarkes und geländegängiges Fahrzeug eingeschränkt – Maverick oder Ranger.
Sich auf dem Gebrauchtmarkt umzusehen war ernüchternd, die Gebrauchtwagenpreise bei geringer Kilometerleistung nicht ohne - also ein Neuwagen mit günstigen Konditionen, da hatte man zumindest 3 Jahre Garantie. Der Maverick schied ebenfalls aus, da im Ösiland nicht mehr im Programm - blieb der Ranger PickUp 4x4 (mit Doppelkabine). Die wichtigsten technischen Daten: 2,5 Liter Turbodiesel mit 80kw (109PS) und 266Nm Drehmoment (bei 2000U/min) zuschaltbarer Allradantrieb mit elektrisch schaltbaren Freilaufnaben 1610 kg Eigengewicht, 995kg Nutzlast ca. 21cm Bodenfreiheit und 45cm Wattiefe 235/75-15 Bereifung
Motor, Getriebe Der 12-Ventil Dieselmotor mit Turbolader ist unterhalb 1700U/min etwas schwach, erst danach baut der Turbolader Druck auf und zieht kräftig durch, dies aber dank der 12-Ventiltechnik bis zum roten Bereich. Durchschnittlich genehmigt er sich um die 10Liter Diesel, bei Hängerbetrieb mit ca. 2t Last um die 15 Liter. Da das Tankvolumen 70 Liter beträgt sind damit immerhin noch um die 450km Reichweite möglich. Das 5-Gang Getriebe lässt sich verhältnismäßig leicht schalten, die Schaltwege fallen naturgemäß etwas länger aus. Beim Anfahren fällt sofort der relativ kurz übersetzte 1. Gang auf, im normalen Fahrbetrieb ergibt sich damit eine etwas ungewohnte weite Spreizung zum 2. – andererseits im Hängerbetrieb oder schweren Gelände hat man mit dem kurz übersetzten 1. Gang einen nicht unerheblichen Vorteil beim Anfahren oder bei Schrittempo und die Kupplung wird es danken. Zusätzlich verfügt der Ranger noch über ein Untersetzungsgetriebe welches normalerweise nur für Extrembedingungen notwendig ist, beim Rangieren von 2 Tonnen Anhängelast im tiefen Boden war ich allerdings froh diese Option zur Verfügung zu haben.
Die Freilaufnaben werden beim Umschalten auf Allrad-Betrieb automatisch gesperrt – allerdings muß man dazu einmal stehen bleiben, sind die Naben bereits arretiert kann man auch während der Fahrt zwischen Heck und Allradantrieb umschalten. Die gesperrten Naben können nach Umschalten auf Heckantrieb jederzeit mittels Kippschalter wieder elektrisch entkoppelt werden. Zusätzlich verfügt das hintere Differential über eine ca. 70% Schlupfregelung, eine 100% Sperre ist nicht verfügbar. Bei nassen Untergrund oder gar Schnee/Eis wird der Ranger bei beherztem Gasgeben zur Heckschleuder, bei Schneelage ist er ohne Allrad kaum vernünftig fahrbar, da trotz Schlupfregelung zu wenig Gewicht auf der Hinterachse liegt – damit auch die Problematik beim Bremsen, dazu aber später mehr. Fahrwerk, Bremsen Ein stabiler Leiterrahmen und Starrachse mit Blattfedern bilden die Basis der Karosserie. Unbeladen macht das Fahrwerk keinen Hehl aus seiner Bestimmung, mit fast 1t Nutzlast ist es entsprechend hart ausgelegt. Vor allem die Passagiere auf der hinteren Sitzbank sind jederzeit über den Straßenzustand informiert. Vorteil dieser Auslegung ist selbst bei Beladung ein halbwegs sicheres Fahrverhalten ohne Eiertanz aufgrund Bodenunebenheiten beim Kurvenfahren. Auch im Hängerbetrieb bringt die stabile Starrachse nichts so schnell aus der Ruhe, selbst bei Seitenwind kein Schlingern und kein Aufschaukeln wie man z.B. bei manch PKW mit Wohnanhänger beobachten kann. Auf Forst- oder Almwegen sowie tlw. kaum befestigten „Wegen“ war die Bodenfreiheit und Geländegängigkeit immer ausreichend, durch den Allrad gab es immer ein Weiterkommen.
Beim Bremsen wünscht man sich vor allem auf rutschigem Untergrund ABS, welches 2000 für den Ranger noch nicht verfügbar war – ist wenn verfügbar ein Muß. Ein gefühlvolles Bremsen ist ohnehin Vorraussetzung, will man vom Hinterteil bei Gefahrenbremsung oder schlechten Fahrbahnverhältnissen nicht überholt werden. Ebenso bei Bergabfahrten auf Schnee/Eis/Rollsplitt kann alleine aufgrund der Motorbremswirkung bereits das Heck ausbrechen – hier sollte man unbedingt den Allrad dazuschalten. In Parkhäusern oder beim Wenden wirkt sich auch der große Wendekreis unterstützt von doch ca. 5m Gesamtlänge etwas störend aus, etwas Rangieren kann dann erforderlich sein. Ausstattung Die Innenausstattung ist für einen LKW vollständig und übersichtlich, japanischer (Mazda) Standard eben. Elektrisch verstellbare Spiegel, elektr. Fensterheber, Zentralverriegelung (nur von der Fahrertür) und eine aufpreispflichtige Klimaanlage verrichten ihren Dienst zufriedenstellend. Das Plastik wirkt nicht besonders hochwertig, wirklich störend ist jedoch die großteils fehlende Beleuchtung der Schalter in der Nacht. Als Zusatzausstattung habe ich für die Optik verchromte Seitenschutzleisten (die lange Ausführung von Mazda) sowie einen Wildfang, Sportbügel und doppelte Heckstoßstangenrohre von einem Zubehörlieferanten geordert. Nützlich erwies sich auch die Laderaumschutzwanne und Abdeckplane, da sich auf diese Art und Weise fast alles wetterunabhängig transportieren lässt.
Wenn man sich diesen Pickup zulegt, darf man keinen Komfort erwarten, auch lange Autobahnfahrten gehören aufgrund der kurzen Getriebeübersetzung nicht unbedingt zum Metier dieses Wagens. Wer allerdings ein zuverlässiges Arbeitstier oder wie ich ein Zugfahrzeug sucht, ist mit dem Wagen sicher nicht schlecht bedient. In den 120.000 bisher gefahrenen Kilometern waren die einzigen Defekte eine undichte Turboladerdichtung (Garantieaustausch) sowie 2 Glühbirnen.
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20.10.2004 00:29
Hi rollandis, außer der bereits beschriebenen Turboladerdichtung ist außer den Serviceterminen bisher kein einziger Werkstattaufenthalt angefallen. Bei feuchter Witterung ist anfangs ein leichtes Kupplungsrupfen feststellbar, sonst alles völlig OK - und dies obwohl ich den Ranger hauptsächlich im Hängerbetrieb nutze. Mit ein paar Goodis (Klima, Alu, AHK, div. Chromstangen, usw.) habe ich damals ungefähr an die 350.000,- ATS bezahlt.
19.10.2004 19:34
allerfeinster bericht. steh grad vor der entscheidung mir so ein teil (mit tischer kabinen aufsatz) zuzulegen. ist ebenfalls baujahr 2000 (oder nehm ich halt an-erstzulassung 04/2001). mich würd interessieren wieviel du damals neu bezahlt hast? Ach ja & gabs mittlerweile - sprich kurz nach garantiezeit gröbere reperaturen? l.g.
17.12.2003 17:40
Hallo! Ein wirklich guter und informativer Bericht...! Ich träume ja von einem Dodge RAM oder einem Dodge Dakota...! *g* Liebe Grüße, Lars :o)