Ich denke, ich habe verstanden
11.07.2002
Pro:
Sean Connery, die Thematik des Films
Kontra:
nichts
Empfehlenswert:
Ja
 Sylviane
Über sich:
***beLIEve *** Mir persönlich besonders wichtig: MIT KLEINEN SCHRITTEN ZUM ERFOLG, mein Bericht über...
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Sean Connery gehört meines Erachtens zu den besten Schauspielern unserer Zeit. Er hat bei weitem mehr zu bieten als das Image eines James Bond, der heldenhaft und frauenverführend seine Missionen begeht. Dieses wird besonders deutlich in den Film "Forrester-gefunden ", einem Drama, das in der Bronx spielt. Hier wird das Charisma, der Charme und der unglaubliche Witz des Schauspielers deutlich. Doch nun zunächst einmal zum Inhalt dieses wirklich bemerkenswerten Filmes: Der junge Jamal (Rob Brown) ist gerade mal 16 Jahre alt. Geht zur Schule und hat zwei große Hobbies, einmal das Schreiben, was eine rechte Leidenschaft von ihm ist und einmal das Basketballspielen. Basketball spielen die Kids auf einem Platz vor einem Wohnhaus in der Bronce. Und aus diesem Wohnhaus werden sie von einem gewissen Fenster aus heimlich beobachtet. Den Bewohner kennt keiner. Er lebt nur in seiner Wohnung und läßt sich Lebensmittel und alles nötige einfach durch einen Lieferservice bringen. Keiner der Jungs weiß, wer dort wohnt und schon bald ranken sich die unheimlichsten Gerüchte und Theorien um das Fenster. Das gibt natürlich Anlass zu einer Mutprobe. So soll Jamal in das Haus des nächtens eindringen und einen Gegenstand aus demselben entfernen und mitbringen.
Bei seinem Einstieg ist der Junge fasziniert von den vielen Büchern, die er dort vorfindet. Er bleibt viel zu lange dort und erschrickt furchtbar, als der Bewohner der Wohung (Sean Connery) plötzlich wach vor ihm steht, obwohl er ihn schlafend gewähnt hat. Kopflos macht sich Jamal auf die Flucht und vergißt dabei in der Wohnung des Mannes seinen Rucksack. Diesen erhält er am nächsten Tag zurück. Er fällt ihm praktisch vor die Füße aufs Basketballfeld. Zuhause guckt er sogleich nach, ob der Inhalt des Rucksacks noch vollständig ist. Alles da, im Gegenteil es ist sogar mehr enthalten. Jamals literarische Aufzeichnungen sind korregiert und kritisiert worden. Eine Tatsache, die den Jungen zunächst aufregt, aber auch neugierig macht. So beschließt er, sich den Unbekannten näher anzusehen und stattet ihm einen Besuch ab. Doch dieser kanzelt ihn an der Tür ab mit den Worten, er solle ihm 5000 Worte darüber schreiben, warum er sich von seiner Tür fernhalten solle. Dieses macht der verdutzte Jamal und so entsteht eine sonderbare Freundschaft zwischen dem Jungen und dem Einsiedler.
Im Laufe der Zeit sstellt sich heraus, daß man es mit William Forrester zutun hat. Er ist ein Schriftsteller, der sein lebenlang nur ein Buch verfaßt hat, das allerdings ein Bestseller wurde und allen Literaturstudenten als Vorzeige- und Nachschlageobjekt dient. Forrester hat eine ganz eigene Theorie über das Schreiben und vesucht diese seinem für sein Dafürhalten talentierten jungen farbigen Freund zu vermitteln. So lernt Jamal, der durchaus Potential zum Schreiben hat, wie man schreibt, um einen Bestseller zu schreiben, wie man schreibt, damit man selbst damit zufrieden ist. Die einzige Bedingung, die Forrester stellt, ist die daß niemand etwas über ihn erfahren darf und kein geschriebenes Wort von den beiden seine Wohnung verlassen darf. Zwischenzeitlich führen die beiden geistreiche, oft amüsante Gespräche und schenken sich verbal einfach nichts. Für Jamal soll in dieser Zeit ein neues Leben beginnen. Er soll von seiner staatlichen Schule in der Bronx auf eine private Schule wechseln. Er soll dort vornehmlich das Basketballteam der Schule zum Sieg führen. Nebenbei sind die Lehrer von seinen literarischen Fähigkeiten begeistert. So wechselt Jamal an die Privatschule und muß lernen sich an ihr zurechtzufinden und auch durchzusetzen. Mit Hilfe von Forrester kann er seine Aufgaben im Literaturunterrricht sehr ausfeilen und verbessern. Dieses stößt einem verbitterten Professor , der es selbst nicht zum Schriftsteller gebracht hat, bitter auf und dieser beobachtet Jamal genauer. Seine Hausarbeiten, die er mit mentaler Unterstützung von Forrester machte sind so gewaltig überdurchschnittlich, daß er Jamal zu einer Arbeit in der Schule in seinem Büro bringt, die er abhandeln soll,da er an Jamals Können zweifelt.
So kommt es zu einem Eklat. Jamal weiß nicht, was er schreiben soll und erinnert sich an einen Text, der zu Übungszwecken in Forresters Wohung geschrieben worden war. Doch dieses ist ein großer Fehler, denn es durfte ja kein Wort die Räumlichkeiten Forresters verlassen und so schreibt Jamal einen Bericht über ein Thema, das Forrester vor Jahren schon publiziert hatte und gilt somit als überführt des Schummelns. Jamal wird gerade noch gestattet das Basketballteam zum Sieg zu führen, ansonsten schwimmen ihm die Felle an dieser Schule davon. Enttäuscht beschwert er sich bei Forrester. Doch dieser baut darauf, daß er gesagt hätte, daß kein Wort seine Wohnung verlassen dürfe und ist damit im Recht. Jamal soll ein Entschuldigungsschreiben für seine Klasse aufsetzen, daß er seine Leistungen nicht auf Grund seiner Fähigkeiten erbracht hat, sondern durch die Hilfe eines dritten. Doch dieser Aufforderung seines Lehrers will Jamal nicht nachkommen. Er bittet Forrester um Hilfe, doch dieser blockt ab. Schließlich wähnt er sich im Recht und ist mit seinem Einsiedlerleben so beschäftigt, daß er sich außerhalb seiner vier Wände nicht um Jamals Angelegewnheiten kümmern kann.
Das Leben außerhalb seiner Wohnung bereitet dem freiwillig Eingesperrten arge Probleme. Zu seinem Geburtstag überlegte Jamal ihm eine Freude zu bereiten und mit ihm ein Fußball spiel anzusehen. Doch Forrester ist dem Tumult da daußen nicht mehr gewachsen und bricht buchstäblich zusammen. Lediglich ein Besuch auf einem leeren Stadionplatz ohne weitere Menschen kann ihn erfreuen. So sehr hat sich Forrester in seine Einsamkeit zurückgezogen. Doch Jamals Unglück durch den schiefgegangenen Test bringt Forrester zum Nachdenken... Er tut etwas für ihn absolut ungewöhnliches um Jamal zu helfen und erfüllt sich zu guter Letzt noch seinen Lebenstraum.
An dieser Stelle möchte ich gerne enden. Denn das Ende des Filmes ist einfach großartig und das möchte ich nicht vorwegnehmen. Meine Meinung zu dem Film ist folgende: Ich ziehe meinen Hut vor der schaupielerischen Leistung Sean Connerys. Ebenso vor Rob Brown. Beide Männer haben einen Film abgeliefert, der seines gleichen noch suchen muß. Die Thematik des Films ist für mich eine wunderbare. Wenn jemand selbst dem Schreiben verfallen ist, so wie ich und ich denke gerade hier auf dieser Plattform einige andere auch, die darin dieselbe Leidenschaft ewntwickelt haben, ist dieser Film die reinste Offenbahrung.
Ich kann den Ausführungen Forresters folgen und wenn ich dann in mein Herz sehe, ist es genau das, was ich beim Schreiben selbst empfinde, was er Jamal zu erklären versucht. Schreiben ist eine Leidenschaft. Man schreibt aus dem Bauch heraus und Forrester hat völlig recht, daß die Texte, die man für sich selbst schreibt am besten werden als die, die man für andere schreibt. Warum ist das so? Weil man selbst sein stärkster Kritiker ist. Mir muß ein Text gefallen und wenn ich wirklich hundertprozentig damit zufrieden bin, dann weiß ich, daß er gut ist. Dieses ist eine Tatsache, die in dem Film nur zu deutlich wird. Forrester lehrt, aus dem Bauch heraus zu schreiben, zu schreiben um des Schreibens Willen. Gerade diese erste rohe Fassung ist das, was dem Schriftsteller am meisten bingt. Sie ist es, die ihm das Gefühl bringt, etwas zu stande gebracht zu haben und nicht die korregierte, überarbeitete Version. Man muß aus dem Bauch heraus schreiben mit Gefühl und dann danach den Verstand dazuschalten. Eine bemerkenswerte Theorie und doch steckt etwas Wahres drin, denn mit Gefühl und Herz entstehen die besten Texte. Sie sind mit Seele geschrieben und gerade deshalb gut.
In dem Film wird auch erklärt, daß viele Schüler Interpretationen zu Forresters Werk anfertigen müssen. Dieses erinnert mich stark an meine eigene Schulzeit, speziell die letzen drei Jahre vor dem Abitur, wo wir auch ständig Erörterungen und Interpretationen von Texten abliefern mußten. Eine Sache, die durchaus Spaß machte und einen literarisch forderte. Doch irgendwo hatte ich immer den Gedanken dabei, wenn ich vor meinem Blatt saß und so in den Text hineininterpretierte, ob der Autor sich tatsächlich so viele Gedanken zu seinem Machwerk gemacht hatte wie ich jetzt. Ob die Interpretationen nicht einfach zu tief gingen, ob es überhaupt so viel Sinn haben sollte und ob ich nicht Dinge sah, die in der Wirklichkeit viel simpler gemeint waren. Und genau diese Frage kommt auch in den Film vor. Es war erstaunlich. Forrester sinnierte nämlich darber, daß sein Buch, das immer noch nach Jahren ein absoluter Bestesller war und in der Bücherei vorbestellt werden mußte, immer versucht werden würde zu interpretiert wrden. Daß sichd aran die LEute schon seit Jahren zuschaffen machen würden und dennoch keiner so recht verstehen würde, was er eigentlich aussagen wollte, da alle viel zu kompliziert und verschachtelt denken würden. Genau meine Gedankengänge, die ich auch beim Interpretieren immer hatte. Die Intensionen der Autoren lag vielleicht doch viel viel einfach, als ich es dachte... Weiter ist es nicht nur ein Film über das Schreiben,auch wenn dieses der Haupttenor ist. Es ist ein Film über die Freundschaft, eine ehrliche Freundschaft und deren Bedeutung. Eine Freundschaft, die auch scharfe Klippen des Unverständnisses und des Missverständnisses überlebt. Eine Freundschaft, die tief und innig geworden ist. Eine Freundsachft,die durch eine gemeinsame Leidensachft begann.
Man kann sehen, daß beide einen Nutzen aus dieser Verbindung ziehen können. Man erkennt klar, daß eine Freundschaft nur dann eine gute Freundsachft ist, wenn ein Gegenseitiges Nehmen und Geben vorhanden ist. Beide Männer praktizieren so eine Freundsahft, aber auch eine Freundschaft, in der sich nichts geschenkt wird. Und nur dadurch kann sie so rein und ehrlich sein. Wie ihr merkt, hat mich dieser Film sehr ergriffen und fasziniert. Ich kann viele Parallelen zu meinem Leben herstellen und denke, daß dieser Film einfach wertvoll ist und auch für andere wertvoll sein kann. Man sollte ihn sehen und sich nicht daran stören, daß die ganze Atmosphäre des Filmes sehr düster ist. Hier kommt es nicht auf Farben und Aktion an. Es ist ein leiser Film, ein Film, der zum Nachdenken anrgen soll, zwar unterhaltend gemacht, das schon, aber dennoch ein Film mit echten Denkanstößen.
Auch ein leicht rassistisches Problem wird in dem Film angesprochen. Da Jamal ein farbiger junger Mann ist, wird er von seinem Literaturprofessor auf seine Sportlichkeit reduziert, Daher kommen ja erst die Zweifel, daß ein Junge aus der Bronce nicht alleine solche literarischen Leistungen vollbringen kann.Ein Jammer Menschen auf ihre Herkunft und Hautfarbe zu reduzieren. Doch dieser Film belehrt auch so denkende Menschen eines Besseren... Ich möchte dem Film selbst alle Sterne und wenn ich hätte noch mehr verleihen. Er ist es wert gesehen zu werden.
Ich habe mir den Film Forrester- gefunden als DVD angesehen. Als Bonusmaterial sind noch ein Making of vorhanden, das das Entstehen des Filmes zeigt und ein Feature über Sean Connery. Auch über das junge Talent Rob Brown gibt es Matrial und ebenso einiges über den Regisseur. So erhält man im Bonusmaterial eine Menge Hintergründe zu einem bemerkenswerten Film. Es ist informativ und interessant, aber auch belustigend in gewisser Form. Ebenso kann man einige herausgeschnittene Szenen betrachten, was auch immer einen recht interessanten Einblick in den Film gewährt. Warum als DvD? Nun, weil die Bildqualität bedeutend besser ist als die eines Viedos. Der einzige Nachteil für mich persönlich besteht darin, daß ich nur einen DvD Player am Computer habe und so das Geschehen des Filmes am PC verolgen muß auf dem kleinen Monitor. Doch das ist dieser Streifen durchaus wert...
P.S. Diesen Bericht widme ich im Gegenzug einmal Dir, lieber Bernd. Ich weiß, daß Du ihn noch nicht kennst und kann Dir nur sagen, schau ihn Dir mal an!
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12.07.2002 15:57
Schon als der Film in den Kinos lief, wollte ich ihn mir anschauen, bin aber bis heute noch nicht dazu gekommen. Vielleicht am Wochenende?! Lieben Gruß, Simone
11.07.2002 23:20
Den ziehe ich mir gerade mit dem eDonkey! Mal sehen, ob ich den Film genauso sehe, wie du :o) Greets, Konrad
11.07.2002 15:21
Ich empfand den Film eher als Abklatsch von Good WIll hunting. Solide und gut produziert, zwar, aber nix Neues.