Eine Frage, die nicht zu beantworten ist!
16.04.2001
Pro:
beide Anlageformen sehr empfehlenswert
Kontra:
bei beiden Anlageformen sind die Risiken nicht außer acht zu lassen
Empfehlenswert:
Ja
 best_tigger
Über sich:
"Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Beden...
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Bevor ich mit meiner eigentlichen Meinung zu diesem Thema beginne, erst einmal ein paar einleitende Worte. Durch meinen Beruf bin ich an allem, was mit diesem Thema zu tun hat, sehr interessiert. Also habe ich auch ein paar Meinungen der ciao User gelesen und bei einigen die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Andere waren aber auch richtig gut. Dieser Bericht soll keine Empfehlung werden. Vielmehr möchte ich meine eigene Meinung zu beiden Anlageformen darlegen. Vielleicht kann sich der ein oder andere auch damit identifizieren. Die direkte Anlage in Einzelwerte:Eine Anlage in Einzelwerten ist eine recht kostengünstige Anlageform. Es fallen lediglich die Depotgebühren und die Gebühren für Kauf und Verkauf (Bankprovision und Maklercourtage) an, die jedoch bei der Vielzahl der Direktbanken fast gegen Null tendieren. Außerdem bietet diese Anlage überdurchschnittliche Renditechance, birgt aber auch hohe Verlustrisiken. Das Verlustrisiko kann man durch eine Anlage in Standardwerte etwas reduzieren, aber ganz auszuschalten ist es nicht. Sehr wichtig ist die genaue Auswahl der Titel. Dies ist bei der Unmenge von Aktiengesellschaften eine sehr zeitintensive Aufgabe. Und wer hat heutzutage schon viel Zeit. Das nächste Problem bei der Auswahl ist das richtige deuten von Unternehmensmeldungen. Alle Unternehmen veröffentlichen sogenannte adhoc Meldungen. Dies sind kursbeeinflussende Informationen die der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden. Diese Form der Nachrichtenveröffentlichung wird jedoch von vielen Unternehmen mehr und mehr missbraucht. Es werden völlig unrelevante Informationen veröffentlicht, die den Kurs in eine bestimmte Richtung lenken. Es bleibt fast ausschließlich den Analysten vorbehalten, diese Nachrichten richtig zu interpretieren. Nachzulesen sind diese Nachrichten zum Beispiel bei www.vwd.de. Diesen Dienst finde ich sehr gut, da er aktuell und übersichtlich ist. Auch eine Unmenge von Zeitschriften befasst sich mit der Anlage in Einzelwerte. In jeder Wirtschaftszeitung werden Kaufempfehlungen abgegeben, an die sich der interessierte Anleger halten kann. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn auch die Journalisten sind keine Hellseher. Durch die richtige Mischung aller Auswahlmöglichkeiten liegt man sicher recht gut. Dazu dann noch eine Portion gesunder Menschenverstand und die Wahl der Aktie sollte getroffen sein. Wichtig bei dieser Anlageform: Sie sollte langfristig gesehen werden. Sicherlich verdoppeln sich manche Aktienkurse innerhalb kürzester Zeit und man sollte Gewinne realisieren, aber auch zur jetzigen schwachen Börsenzeit sollte man Zeit und Geduld haben. Ein Substanzwert erholt sich auf alle Fälle wieder. Außerdem sollte man sich bestimmte Ziele setzen. So sollte man sich von Anfang an sagen, bei welchen Kursen man verkauft (sowohl nach oben als auch nach unten). Ich selbst hatte einen Wert, der sich fast verdoppelt hat und ich habe mir immer wieder gesagt: Noch einen Euro und dann noch einen Euro. Jetzt ist er weniger als die Hälfte des Einstandskurses wert. Eine gute Möglichkeit übermäßige Verluste zu vermeiden ist eine Stop-loss Order. Die Anlage in Aktienfonds (gilt zum größten Teil für alle Fonds, möchte mich aber auf Aktienfonds beschränken):Diese Anlageform ist etwas sicherer als die Anlage in Einzelwerten, da das Anlagerisiko von den Fondsmanagern auf viele verschiedene Aktien verteilt wird. Genau dies ist aber auch das Problem, für die häufig nur durchschnittliche Wertentwicklung. Durch die breite Streuung wirkt sich das starke steigen eines einzelnen Titels im Fonds nicht so deutlich auf das gesamte Fondsvermögen aus. Dieser Aspekt wird durch zum Beispiel Branchenfonds etwas entkräftet, da oft die Aktien einer Branche im ganzen steigen oder fallen. Außerdem sind die Kosten im Vergleich zum Kauf oder Verkauf von einzelnen Aktien viel höher. Beim klassischen Fonds trifft dies ganz zu. Es wird vom Kunden ein Ausgabeaufschlag bezahlt und das Management entnimmt jeden Monat einen bestimmten, meist geringen Prozentsatz als Gebühr (dieser Aspekt wird von vielen Anlegern nicht beachtet, kann aber von großer Bedeutung sein). Deshalb sind diese Fonds auch für die langfristige Anlage geeignet (drei bis fünf Jahre). Für die kurzfristige Anlage (ein bis zwei Jahre) sind die sogenannten Tradingfonds geeignet. Hier zahlt der Kunde keinen Ausgabeaufschlag, es wird aber ein recht hoher Prozentsatz vom Management aus dem Fondsvermögen entnommen (monatlich). Im Vergleich zu anderen Anlageformen bietet der Fonds immer noch überdurchschnittliche Renditechancen. Jedoch auch hier nicht mit zu großen Erwartungen herangehen. Eine Rendite von 15 Prozent ist sehr gut. Mehr ist natürlich besser, aber sollte auf Dauer nicht unbedingt Vorausgesetzt werden. Und wenn es nur 5 Prozent werden ist es immer noch besser als ein Sparbuch. Auf langfristige Sicht haben die meisten Fonds diese Zahlen auch erreicht. Gab es mal zwei magere Jahre folgten meist zwei drei richtig gute und die Durchschnittsrendite wurde erreicht. Doch auch bei Fonds wird die richtige Auswahl immer schwieriger. In Deutschland gibt es inzwischen über 4000 Fonds. Da den richtigen zu finden ist äußerst schwierig. Auch hier helfen wieder zahlreiche Analysten, Zeitschriften und der gesunde Menschenverstand. Ein Problem für viele ist die Undurchsichtigkeit ihres Fonds. Das Fondsmanagement hält sich mit Informationen über die Anlagestrategie und die Wahl einzelner Titel sehr zurück. Man muss diesen Spezialisten also fast blind vertrauen. Doch dafür sind es ja schließlich Spezialisten. Die Anlage in Fonds ist besonders für die Leute zu empfehlen, die regelmäßig bestimmte (auch kleinere) Summen sparen wollen und das über Jahre hinweg. Hier kauft man viele Anteile, wenn der Kurs im Keller ist und wenig Anteile, wenn die Anteile teuer sind. Durch diesen Effekt ist die Wertsteigerung oft noch höher als bei Einmalanlagen. Zusammenfassung der Vor- und Nachteile beider Anlageformen (sicher nicht alle, aber für mich die wichtigsten) Vorteile Aktien: - hohe (überdurchschnittliche) Renditechancen - niedrige Gebühren einmalig bei Kauf und Verkauf Nachteile Aktien: - hohes Risiko - unübersichtliches „Angebot“ - zeitintensive Anlageform Vorteile Fonds: - Risikostreuung - gute Renditechancen - Verwaltung durch Profis Nachteile Fonds: - oft hohe Ausgabeaufschläge - regelmäßige Entnahmen durch Fondsgesellschaft - „undurchsichtige“ AnlageformIhr seht also, dass auch ich nicht sagen kann, was besser ist. Dies kann keiner. Jeder Anleger ist anders und muss für sich selbst entscheiden, was für ihn in Frage kommt. Wichtig ist es, nicht blind zu kaufen, sondern sich beraten zu lassen, oder selbst genau zu prüfen. Meiner Meinung nach ist die gute Mischung genau das richtige. Ich habe in meinem Depot Einzeltitel und fonds genauso wie gemischte Fonds und einen Geldmarktfonds als Liquiditätsreserve. Die Liquiditätsreserve ist bei der Anlage in Wertpapieren nicht zu unterschätzen. Es sollte immer darauf geachtet werden, etwas Geld in der Hinterhand zu haben, um auch bei schwachen Börsenzeiten Liquidität zu haben und nicht ungewollt den einen oder anderen Wert mit Verlusten zu verkaufen. Also dann viel Spaß beim „zocken“ wünscht euch euer best_tigger P.S.: Zum Schluss noch ein Zitat (weiß leider nicht mehr von wem): „Die Börse ist keine Einbahnstraße!“ Und genau das haben viele Anleger gedacht und sie sind in den letzten Monaten eines besseren belehrt worden.
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16.08.2001 20:52
Tja, da kann man kaum was dazufügen - sehr gut!
03.05.2001 11:55
Interessanter, guter Bericht! Gruss, sjs
26.04.2001 10:43
Hi Dirk, der Tupperbecher kostet um die 20 DM, also viel zu teuer einer normaler sehr guter Becher kosten ca. 10 DM. Viele Grüße Sylvia