Mach es dir selber !
09.10.2001
Pro:
Selbstgekocht : Schmeckt legger und macht satt
Kontra:
Gläschen : Schmeckt nicht so legger macht aber auch satt
Empfehlenswert:
Ja
 popeye007
Über sich:
Mitglied seit:22.07.2001
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 138 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Schon einmal einen Monat lang nur Fertigmenüs aus dem Supermarkt gegessen ? Wie, iehbäh, das schmeckt doch nicht ?Also warum sollte deinem / euren Kind die Fertigpampe aus dem Glas monatelang munden ! Deshalb lautet mein Plädoyer, welches ich im folgenden auch ein bisserl begründen möchte: Selbstgekochtes, was sonst?Nichts liegt mir natürlich ferner, als Onkel Hipp & Co irgendwelche qualitative Mängel an ihren Produkten zu unterstellen. Im Gegenteil, ich bin durchaus überzeugt, das die Glässchen unter höchsten hygienischen Bedingungen und mit qualitativ hochwertigen Rohstoffen hergestellt werden. Denn eine nachgewiesene Schlamperei auf diesem Gebiet wäre wohl für jeden Hersteller das wirtschaftliche Aus. Als unser Sohnemann allmählich die Funktion seines Kiefers entdeckte, das man damit auch kauen oder zumindest zerlutschen kann, stellte sich auch uns die Frage: Gläschen oder Selbstgekochtes?Probeweise haben wir ein paar dieser tollen Gläschen gekauft und auch selbst probiert. Als allerersten ist mir Nickbedingt natürlich aufgefallen das es extrem wenig Sorten mit Spinat gibt, was mich maßlos entsetzt hat :) Von der Optik ist es mir in vielen Fällen nicht gelungen, die Inhaltsstoffe zu erraten, irgendwie sieht alles ziemlich pampig aus. Der Geschmack erinnerte mich irgendwie an meine südlichsten Extremitäten die durch 5 Zehen begrenzt sind und durch Mangeldurchblutung bewusstseinseingetrübt sind. (Schonmal eine bessere Umschreibung für eingeschlafene Füße gehört?). Der Preis ist für die gebotene Menge ist auf Dauer auch nicht unerheblich.Den Preis würden wohl die meisten Eltern tolerieren und in Kauf nehmen, denn für einen kleinen Schnuffel ist einem ja nichts zu teuer (oder?). Aber wenn es dann noch nichtmal schmeckt? Ja, aber werden jetzt viele sagen: Ist selbstkochen denn vertretbar, nicht zu aufwendig und überhaupt praktikabel. Als Antwort reicht aus meiner Erfahrung ein einfaches: Ja, es ist praktikabel und vertretbar.Wir haben es folgendermaßen angestellt: Einmal pro Woche haben wir (o.k., ich gebs ja zu: meistens die Seemannsfrau) einen Topf Kartoffeln gekocht, dazu je nach Wunsch, Verfügbarkeit und Lust und Laune Broccoli, Blumenkohl, Möhrchen, Fenchel oder Kohlrabi. Natürlich auch dem Alter angemessen, wer empfindliche Kinder hat, was bei unserem Sohnemann nicht der Fall war, vielleicht nicht gleich zu Beginn Kohl, wegen der blähenden Wirkung.(hätte fast Treibhausgase geschrieben)Je nach Alter des Schnuffels sind dann irgendwann noch gekochte Putenfilets oder Schweinefleisch dazugekommen. Nachdem nun alles fertiggekocht ist, werden die einzelnen Bestandteile in einem frei wählbaren, schmackhaften Verhältnis gemischt, etwas Butter und oder Milch dazugegeben und zerstampft. Anfangs sehr fein mit einem Pürierstab, später dann nur noch gröber mit einem Kartoffelstampfer, ganz zum Schluß nur noch mit der Gabel in größere Plöckchen gestückelt.Anschließend haben wir die Portionen in vorhandene leere Gläser (Senfgläser, Champignongläser oder was sonst so von der Größe her hinkommt - aber vorher das Reinigen net vergessen...) gefüllt, mit dem Deckel verschlossen und in einen Kochtopf gestellt. Diesen etwa 3-4 cm mit Wasser füllen, Deckel drauf, 20 min Kochen und anschließend mit geschlossenen Deckel abkühlen lassen. (@popeye007) Danach waren die Gläser wirklich "eingekocht", beim Öffnen gab es sogar einen Vakuumknack. So präpariert halten die Mahlzeiten durchaus eine Woche im Kühlschrank, keine von ihnen war jemals verdorben. Zwischenfazit: Gesamtaufwand vielleicht eine Stunde, von denen 2 x 20 min einfach nur die Töpfe auf dem Herd stehen. Vom Kostenpunkt ganz zu schweigen, ein 2,5 kg Sack Kartoffeln - den man für eine normale Wochenportion nie und nimmer aufbraucht - kostet grobe 3 DM. Gemüse je nach Saison übern Daumen gepeilt 4 DM, was schon äusserst großzügig bemessen ist. Macht, wenn ich den ganzen Sack Kartoffeln großzügig miteinrechne, 7 DM für 7 Mahlzeiten. Mein Taschenrechner behauptet gerade, das wären 1 DM pro Tag.Natürlich höre ich die Einwände, das ich bei den Zutaten niemals genau weiß, ob sie gespritzt sind, welche Qualität sie haben. Letzlich weiß ich es bei den Industrieprodukten auch nicht zu 100%, und ob da Konservierungsmittel mitenthalten sind auch nicht. Nicht alle Inhaltsstoffe müssen nämlich angegeben werden, wie ich kürzlich in der Apotheke erfahren haben(als Beispiel): Der Apotheker meinte nämlich, das im gekauften Kinderhustensaft Alkohol enthalten ist, der aber erst von der Menge her knapp unter der Kennzeichnungspflicht wäre. Soviel zum Thema Inhaltsstoffe.Geschmacklich übertrafen diese Gerichte in jedem Fall die Fertiggläser, es war durchaus appetitlich, auch für erwachsene Seemänner. Und was genau drinnen ist wußten wir auch wesentlich besser als bei gekauften Gläsern. Meine innere Logik, die ich als ohne jegliche Nahrungsmittelchemischen Kenntnisse einfach mal so in den Raum stellen möchte, saget mir auch: Etwas, was in einem Glas über ein Jahr haltbar ist kann eigentlich niemals so vitaminreich sein, wie etwas, was frisch zubereitet und entweder sofort oder spätestens nach einer Woche verspeist wurde.Probleme hat unser Kind dadurch jedenfalls nie gehabt, er hat es immer wirklich gerne gegessen - und falls nicht zumindest mit Hochgenuß auf seinem Lätzchen verteilt. Wenn wir für uns warm gekocht haben, wurde auch immer etwas mehr gekocht. Kartoffeln wurden dann halt etwas salzärmer gekocht und z.B. mit Spinat (was auch sonst...) vermengt. An dieser Stelle die Bemerkung, das für diese Zwecke die Spinat Minis, kleine Spinatwürfelchen, sehr praktisch sind. Nudeln waren auch problemlos für ihn mitzukochen, die Tomatensoße wurde erst für ihn zubereitet, abgeschöpft und anschließend für uns nachgewürzt. (Hehe, aber nicht meiner Frau erzählen: Ein Schnuffel, der versucht eine Originallange Spaghetti in den Mund einzusaugen ist wirklich sehr amüsant, das Lätzchen aber hinterher ein Fall für die Kochwäsche..) Meine Meinung also: Mit ziemlich wenig Aufwand lässt sich durchaus problemlos für Kinder mitkochen. Es ist schmackhafter, hat in unserem Fall keine negativen Erscheinungen, unser Sohn ist bis heute ein guter Esser, um nicht zu sagen: ein Schlemmermäulchen. Mit ein bisschen Organisation ist immer abwechslungsreiches Essen vorhanden, von den preislichen Vorteilen ganz zu schweigen.Gläser waren bei uns nur für den absoluten Notfall oder für unterwegs vorhanden, dann allerdings auch meistens Gläser mit Fruchtbrei, denn diese schmecken zumindest halbwegs attraktiv. Und Äpfel oder Birnen einzukochen war dann selbst uns ein wenig zu umständlich. Ich habe keinerlei Probleme, wenn Eltern sagen: Das ist nichts für uns, aus den verschiedensten Gründen. Jeder wie er mag und kann. Ich sehe den Bericht eher als Denkanstoß für zweifelnde Eltern, wie einfach man soetwas hinbekommt. Insofern also: Mach es dir selber, das Essen für dein Kind.Zu guter Letzt: Die Überschrift dieser Kategorie lautet: "Frage Selbstgekocht oder Gläschenkost" und jetzt soll ich empfehlenswert ja oder nein ankreuzen. Äh, wie jetzt? Klar sind selbstgekochtes oder Gläschenkost empfehlenswert, anderenfalls würde der Lütsche ja verhungern. Nach einer inneren (@popeye007)Konsultation entschließe ich mich, die Bewertungen im Sinne von "Selbstgekochtes" abzugeben, sprich empfehlenswert: Selbstgekochtes. Viele liebe Grüße und Danke fürs Lesen, eure Kommentare oder Erfahrungen, auch Kritik kann ich durchaus vertragen (oder ignorieren :))Euer Seemann. Und noch zum Schluß ein Speciell für Hottie: Dieser Bericht hat 1121 Wörter und 7646 Zeichen, somit sind also meine beiden letzten Berichte zusammen etwa genauso lang wie dein letzter alleine *superfrechgrinst* Ende.
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05.08.2003 12:21
netter bericht
08.07.2003 21:41
Da ich gerade vor dieser Frage stehe, hat mich Dein Bericht natürlich sehr interessiert und sehr witzig geschrieben war er außerdem...meine Große bekam aus Zeitgründen ( klingt komisch, war aber so ) Gläschen...der Kleinen soll jetzt frische Kost bekommen und ich freue mich für ihn, weil ich mehr Zeit habe...LG, Majali
19.02.2003 13:32
Ich stimme dir zu jedoch sollte man Milch im ersten Jahr nicht zugeben und auch keine Gewürze, wie Salz. Unserer kleinen schmeckts auch besser als Gläschen und der große Bruder verweigert beim vorkosten die Gläschen. Na dann selbst ist leckerer!! Gruß Anne13