Jetzt ist es also raus: Auch in industriell hergestellter Babynahrung finden sich zum Teil hohe Konzentrationen an Acrylamid, einem Stoff, der sowohl Krebs erzeugt als auch das Erbgut verändert! Mahlzeit!
Wer jetzt lieber selber kochen will (Selbstgekochtes gilt als unbelastet!) - hier kommen ein paar Tipps und Tricks von einer überzeugten Selbstkocherin:1. Gemüsemahlzeiten
Grundsätzlich vorweg:
Babys brauchen keine Abwechslung biem Essen! Das heißt, dass man praktischerweise immer ein doppelte Portion kochen und die Hälfte für den nächsten Tag im Kühlschrank aufbewahren kann. Oder man kocht gleich genug für fünf oder mehr Mahlzeiten und friert das Gemüse dann portionsweise ein (geeignet sind 200 ml-Gefrierdöschen). Wer unbedingt möchte, kann das Gemüse auch heiß in (geerbte oder geschnorrte) Babykost-Gläschen füllen, sofort verschließen, der eintretende Vakuum-Effekt macht das Ganze auch ca. zwei Wochen haltbar. Ich finde Einfrieren einfacher und weniger zeitaufwändig.Die erste feste Mahlzeit für Babys sind traditionell die sog. Frühkarotten. Dazu kauft man einen Bund Möhren (für den Anfang am besten die etwas dünneren, zarteren), putzt und schält diese, schneidet dann Scheibchen in einen nicht zu großen Topf, Wasser drauf bis alles gut bedeckt ist, Deckel drauf, kochen. Ich habe immer erst alles auf höchster Stufe zum Kochen gebracht und danach auf schwache Hitze gestellt, bis das Gemüse weich war. Wenn ausreichend Wasser im Topf ist, muss man sich während der Garzeit um nix weiter kümmern. Dann das Wasser abgießen und die Möhren mit einer Gabel fein zerdrücken oder mit dem Pürierstab zerkleinern. Einen Stich Butter in das noch warme Gemüse geben, durchrühren, fertig. Bei Tiefkühlgemüse habe ich die Butter erst nach dem Auftauen zugegeben.
Nach diesem Prinzip lässt sich der Speiseplan beliebig erweitern: Zunächst werden die Möhren durch Kartoffeln ergänzt; wenn das Baby sich daran gewöhnt hat, kann man Kartoffeln z.B. mit folgenden Gemüsen ausprobieren:Kohlrabi, Fenchel, Rote Bete, Zucchini, Spinat, Kürbis, Schwarzwurzeln, Mangold, Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl
Dabei gilt: Erst mal vorsichtig an das Neue gewöhnen lassen, wird etwas abgelehnt, lieber auf Bekanntes zurückgreifen und in ein paar Wochen nochmal probieren.Die Menge richtet sich nach dem Appetit des Babys, beruht also auf Erfahrungswerten; als Faustregel gilt: 1/3 Kartoffeln, 2/3 anderes Gemüse.
Später können die Kartoffeln auch durch Reis oder Nudeln ersetzt werden, allerdings nicht zu häufig, da die Kartoffeln wichtiges Vitamin C liefern. Außerdem ist es für Reis oder zerdrückte Nudeln besser, wenn die Kinder schon ein paar Zähne haben.Thema Fleisch: Ein- bis zweimal pro Woche eine etwa eiswürfelgroße Menge gekochtes Fleisch (Rind, Geflügel) reicht völlig aus; am besten eine größere Menge vorkochen, pürieren und in einem Eiswürfelbehälter einfrieren. Man kann statt dessen auch ebensogut ein frisches Eigelb unter das heiße Gemüse rühren. (Aufpassen, dass es auch wirklich noch so heiß ist, dass das Eigelb gar wird!)
Thema Gewürze: keine verwenden! Salz, Pfeffer und auch Kräuter sind überflüssig. Das Gemüse schmeckt auch so ziemlich lecker (mir jedenfalls) und die Kinder vermissen nichts. Im Gegenteil: Sie sind durch die neue Geschmackserfahrung wirklich ausreichend gefordert. Wer unbedingt will, kann ein paar Kräuter an das Gemüse geben, aber bitte auf keinen Fall Salz, das kann den empfindlichen Flüssigkeitshaushalt des Babys erheblich durcheinander bringen und ist wirklich überflüssig!Thema Schadstoffe: Wer will, kann wie viele Gläschenkost-Hersteller Bio-Gemüse verwenden, ich habe das je nach Angebot und Geldbeutel abgewechselt. Man weiß ja nie so genau, was im Gemüse drin ist, mir war es wichtiger sicherzustellen, dass bei der Zubereitung keine zusätzlichen Schadstoffe entstehen!
2. Obst-GetreidebreieAuch hier kann man auf Fertigprodukte verzichten. Das Grundrezept für einen Getreidebrei lautet: zwei Esslöffel Getreide auf 100 ml Wasser, aufkochen, von der Platte nehmen, Deckel drauf, quellen lassen, fertig. Als Getreide kann man alle Arten von Flocken verwenden (z.B. Hafer, Hirse, Dinkel, Reis) oder auch einfach Mehl. Ich habe am liebsten Bio-Haferflocken (Kleinblatt) verwendet, die sind unkompliziert in der Zubereitung und enthalten viel Eisen.
Den fertigen Brei ergänzt man durch die Zugabe von etwas Fett (am besten ein Teelöffel Sonnenblumenöl) und/oder Obst: für den Anfang ein geriebener Apfel, später eine zerdrückte Banane. Die meisten Kinder mögen anderes Obst meistens gar nicht, weil es doch relativ sauer ist. Außerdem gibt es dann gerne einen wunden Po. Wer damit keine Probleme hat, kann auch einen Esslöffel Orangensaft an den Brei geben.Kinder, die älter sind als ein Jahr oder nachweislich Kuhmilch gut vertragen, können den Brei auch mit Milch oder halb Milch/halb Wasser bekommen.
Alternativ kann man auch einen Zwieback oder zwei mit heißem Wasser zu Brei vermantschen (mit oder ohne Obst). Achtung: keine Kekse verwenden! Auch hier wurden hohe Acrylamid-Belastungen nachgewiesen!!! In den vorliegenden Tests hat bis jezt der Bioland-Zwieback die niedrigsten Werte gezeigt.Mit diesen Breien (Gemüse und Getreide-Obst) kann man die industriell hergestellte Babynahrung vollwertig ersetzen! Die angebotene Vielfalt an fertigen Baby-Menüs im Gläschen bedeutet nicht, dass den Kindern damit auch mehr Nährstoffe zur Vefügung gestellt werden. Im Gegenteil, bereits vor einigen Monaten haben Tests erwiesen, dass in industriell hergesteller Babynahrung zu wenig Fett und Vitamin C enthalten ist. Hinzu kommt jetzt die nachgewiesene Belastung mit Acrylamid. Dies allein ist meiner Meinung nach schon Grund genug, auf Selbstgekochtes umzusteigen.
Daneben gibt es auch noch andere Vorteile: Dadurch dass die Breie in der Regel nicht ganz so fein zerkleinert sind, fällt vielen Kindern das Umsteigen auf "richtiges" Essen nicht so schwer. Wenn das Essen mit steigender Anzahl an Zähnen weniger zerleinert werden muss, lernen die Kinder auch, den individuellen Geschmack von Kartoffeln und einzelnen Gemüsen zu unterscheiden. Dies soll Studien zufolge bewirken, dass sie generell besser essen und weniger Speisen ablehnen (für mein Kind kann ich das bestätigen: ein 100%iger "Allesfresser).Billiger ist Selberkochen übrigens auch, genaue Zahlen lassen sich zwar nicht angeben (das hängt zu stark davon ab, ob man z.B. Bio-Gemüse kauft), Schätzungen gehen aber davon aus, dass fertige Babynahrung etwa doppelt so teuer ist wie selbst gekochte.
Einziger Nachteil ist der Arbeitsaufwand, wobei ich es wenig aufwändig finde, zwei Möhren und eine Kartoffel zu schälen, zu schnippeln und 20 Minuten später zur zerdrücken. Mitnehmen kann man die selbst gekochten Mahlzeiten in einem Plastikschälchen mit Deckel ebenso gut wie ein Gläschen, auch dieses kann man einfach zum Aufwärmen in die Mikrowelle stellen, fertig.Vielleicht kann ich ja ein paar Leuten Mut machen, es mit Selberkochen zu probieren - es ist wirklich einfach, billig und gesund!
20.01.2003 17:45
kann deinen prima bericht nur unterstreichen, da auch bei uns fast alles selbst gekocht wird. habe allerdings deinen bericht mal ausgedruckt, da ich interessantes gefunden habe. lg
20.01.2003 12:30
Ab und an koche ich auch mal extra für den Kleinen, und dann direkt die doppelte portion. Sooo umständlich isses nicht, obwohl ich wirklich meist auf Fertigbreis und Gläschen zurückgreife. Allerdings isst er auch oft von unserem essen mit. Mich nerven die Lebensmittel-Skandale ziemlich! Vor Jahren hieß es auch mal, man sollte babykost nicht in der Mikrowelle erwärmen... ;-) Liebe Grüße, Petra
18.12.2002 09:34
hohe konzentration? .. nicht so ganz *lach*, denn mikrogramm sind nur tausendstel anteil und das bekommen sie unter umständen auch mit der normalen nahrung!! übrigens kann man die nährstoffe nicht so ganz beibehalten, wenn man selber kocht - ausser man kocht ein! aber das ist super aufwand und lohnt sich nicht wirklich!! .. meine mama musste früher nur für mich kochen und sie sagt, es war ein graus .. weil ich so gemäkelt habe!! .. lasst euch mal dadurch nicht verrückt machen, denn weisst du was, du früher gegessen hast!! .. wie sagte schon grönemeyer? bangemachen gilt nicht ... liebe grüsse mafi