Fragebogen zum Kindertrösten

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Fragebogen zum Kindertrösten

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Gerade aus einer Mutter-Kind-Kur zurück, machte ich mich ans gegenlesen der vielen Berichte meiner Vertrauten und stieß dabei immer wieder auf den Fragebogen zum Thema Kindertrösten. Bislang habe ich immer geglaubt, das Trösten eine Urmenschliche Kraft in uns allen ist, die immer abrufbar ... Bericht lesen





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... manche haben nicht mehr die Kraft dazu...
Erfahrungsbericht von Andrea5464 über Fragebogen zum Kindertrösten
21.10.2008


Produktbewertung des Autors:   


Pro: ein sinnvoller Fragebogen, gibt Raum sich Gedanken zu machen .  .  .
Kontra: kein Kontra

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Gerade aus einer Mutter-Kind-Kur zurück, machte ich mich ans gegenlesen der vielen Berichte meiner Vertrauten und stieß dabei immer wieder auf den Fragebogen zum Thema Kindertrösten.
Bislang habe ich immer geglaubt, das Trösten eine Urmenschliche Kraft in uns allen ist, die immer abrufbar und einsatzbereit ist, seine Arme und sein Herz zu öffnen um jederzeit bedingungslos seinem Kind emotional das geben zu können ...und vor allen Dingen auch geben zu wollen...was es in bestimmten Situationen von uns Erwachsenen braucht.
Doch leider habe ich erfahren müssen, das dies nicht immer selbstverständlich ist.
Während meines Kuraufenthaltes in einer Mutter-Kind-Kureinrichtung an der Nordsee habe ich viele Mütter erlebt, die nicht mehr die Kraft haben, ihre " schwierigen " Kinder in die Arme zu schließen, habe Mütter erlebt, die so überfordert waren, das selbst liebevolle Worte und ein durch gegenseitige Akzeptanz geprägtes Miteinander nicht mehr möglich war.
Ich habe Mütter erlebt, die ihre kleinen Kinder einfach auf den Balkon ausgesperrt haben, da sie das Geschreie des Kindes nicht mehr ertragen konnten, obwohl gerade dieses Kind mit seinem Verhalten doch nur zeigen wollte, wie sehr es sich nach Liebe und Tröstung sehnt. Ich habe Mütter erlebt, die eines ihrer Kinder als Liebling bevorzugen und die anderen eher mit Verachtung strafen, obwohl diese neben ihr saßen und jedes abfällige Wort über sie mitbekamen oder Mütter, die von ihren Kindern das Einhalten von Regeln befolgen und selbst nicht in der Lage waren, diese selbst emotional so zu befolgen, das man hier von einem liebevollen und rücksichtsvollem Tonfall auch nur ansatzweise sprechen könnte.

Ich habe aber auch Mütter erlebt, die wie Löwen um ihre Kinder kämpfen. und ihnen - ohne Rücksichtnahme auf die eigenen Bedürfnisse - bis zur eigenen Selbstaufganbe versuchten, alles mögliche zu geben ...

Für mich Gründe genug, mich auch mal wieder mit einem Fragebogenthema zu beschäftigen bzw. auseinanderzusetzen. Da sich viele Fragen des Original Fragebogens ergänzen, habe ich die ein oder andere Frage allerdings sinngemäß zusammengesetzt.

1. Bist Du männlich oder weiblich ?

Aus meinem Nicknamen kann man ja schon deutlich entnehmen, das ich weiblich bin und eine Mutter bin ich noch dazu.

2. Wie alt bist Du ?

Nun, wenn man Kinder hat spielt das Biblische Alter keine Rolle, denn da paßt man sich den Begebenheiten doch irgendwie an...lach...aber aus meinem Pass kann ich entnehmen, das ich 44 Jahre alt bin.

3. Wieviele Kinder ( Mädchen oder Junge ) hast Du und wie alt sind sie ?

Ich bin stolze "späte " Mutter zweier Söhne...der Große ist 8,5 Jahre alt und der kleine gerade 4 geworden und beide halten mich und meinen Mann ganz schön auf Trab.

4. Ist Dein Kind eher oft oder selten traurig und wenn ja, warum ist das so ?

Bei dieser Frage muß ich ein wenig ausholen und auch meine Kinder einzeln betrachten um ihnen gerecht werden zu können, denn sie sind - geprägt durch Erlebnisse in der Vergangenheit - in ihrer Entwicklung der eigenen , emotionalen Persönlichkeit sehr unterschiedlich und auch der Altersunterschied von 4,5 Jahren spielt dabei sicherlich eine Rolle.
Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, war die Welt für mich noch in Ordnung. Ich war überglücklich, habe jeden Schwangerschaftsmonat genossen und dem Geburtstermin entgegengefiebert. Als mein Sohn dann geboren wurde, hätte ich nichts lieber gemacht, als mich bedingungslos um ihn zu kümmern, doch zu der Zeit war ich noch Selbständig tätig , mein Mann in einer Ausbildung und somit erlebte mein kleiner Sohn sein erstes Jahr zwischen Praxis und der nicht ganz optimalen Zuwendung einer Nanny.
Dann wurde ich krank, mußte meine Praxis schließen und arbeitete fortan als Lehrerein, um meine kleine Familie ernähren zu können. Doch mein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend, es folgten zahlreiche Klinikaufenthalte in oft weit weggelegenen Kliniken und somit kam es zu ständigen ungewollten Trennungen von meinem noch kleinen Kind.
Für meinen Sohn war das schlimm, denn morgens noch zum Kindergarten gebracht und die Welt in Ordnung, so mußte er oft beim abholen erfahren, das ich krank und wieder plötzlich in einem Krankenhaus bin, unter diesen Situationen hat er sehr gelitten.
Er bekam Verlust- und Trennungsängste, weinte bei den geringsten Anläßen und zog sich immer mehr zurück. Als ich dann wieder schwanger wurde, mußte er auch hier erfahren, das Trennungen von der Mutter an der Tagesordnung lagen, denn zwei Drittel der komplizierten Schwangerschaft verbrachte ich im Krankenhaus .
Auch heute ist er sehr sensibel, weint schnell , seine feinfühligen Antennen sind immer ausgefahren und uns ist klar, das wir die Ursache für sein Emotionales Gefühlsleben sicherlich in seiner Vergangenheit zu suchen haben.
Ja, mein großer Sohn ist oft traurig und es tut meinem Mutterherz so manches Mal sehr weh, wenn er ängstlich ist, sich etwas nicht zutraut, Angst vor einem Arztbesuch hat oder weint, wenn ein Freund für ihn mal keine Zeit hat...

Mein kleiner Sohn hat sich in dieser Hinsicht völlig anders entwickelt. Er kennt mich ja nicht anders, ist mit meinen körperlichen Einschränkungen aufgewachsen und da ich seit seiner Geburt zu Hause bin, ist er emotional ganz anders an mich gebunden, als mein großer Sohn. Bei notwendigen Krankenhausaufenthalten bindet er sich völlig an meinen Mann und bin ich wieder da, stehe ich an seiner höchsten emotionalen Stelle und in seiner kleinen Welt ist wieder alles in Ordnung. Traurig sein aus Gründen von Trennung verarbeitet er schnell, da ja immer einer von uns da ist und mein Mann immer für Ablenkung sorgt. Für ihn ist es also Alltag.
Wenn der Kleine weint, dann liegt es meist daran, das er nicht seinen Willen bekommt ( Süßigkeit / Spielzeug im Geschäft / nicht spielen können mit Freunden...) oder an einem Streit mit seinem großen Bruder, aber das hat weniger mit Traurigkeit als mit Wut oder Trotzreaktion zu tun.
Somit geht er auch fröhlich strahlend durchs Leben und ich hoffe, das dies auch in Zukunft so bleiben kann...

5. Tröstest Du Dein Kind mit Schokolade oder mit etwas anderem Süßem ?

Auch bei dieser Frage muß man sicherlich etwas weiter zurückdenken, denn man war ja selbst einmal Kind und meistens gibt man ja die Erfahrungen der eigenen Kindheit an seine Kinder weiter.
Bei meinen Eltern war es an der Tagesordnung, den Mangel ihrer Gabe an emotionalen Zuwendungen mit Hilfe von Süßigkeiten in jeglicher Form aus dem Wege zu gehen. Schokolade oder Lutscher als Trösterchen kamen also zahlreich und irgendwann lernt man dann als Kind, das man sich mit Hilfe von Süßigkeiten sogar Zuwendung von vermeintlichen Freunden erkaufen kann.
Das dann aus mit Süßigkeiten "getrösteten" Kindern mal dicke Erwachsene werden können, die sich dann aus Gründen der oralen Befriedigung auch später bei emotionalem Streß mit diesen "Tröstern" intensiv beschäftigen, brauche ich hier ja nicht zu erwähnen.
Aus diesen eigenen negativen und lieblosen Kindheitserfahrungen heraus, haben wir andere Möglichkeiten der Tröstungen in unserer Erziehung , was allerdings auch nicht heißen soll, das wir z.B. eine kleinere Verletzung oder einen erfolgreichen Besuch beim Kinderarzt nicht auch manchmal mit einem süßen Trostpflaster versüßen.
Aber Süßigkeiten als Ersatz von elterlicher Zuwendung würde bei uns niemals eingesetzt werden.

6. Oder tröstest Du es mit Zärtlichkeiten ( wie z.B. in den Arm nehmen ) ?

Wie eingangs schon erwähnt, habe ich gerade zu dieser Frage sehr negative und auch aufwühlende Erlebnisse in meinem kürzlichen Kuraufenthalt sammeln können.
Ich bin ja schon seit Jahren krank und oftmals bin ich so schmerzgeplagt, das ich meine Kinder nicht in den Arm nehmen kann. Allerdings hat der Satz : Ich habe keine Kraft mehr um meine Kinder in den Arm nehmen zu können...seit der Kur eine ganz andere , neue Bedeutung für mich bekommen.
Ja, mir fehlt oftmals die körperliche Kraft und es tut mir weh, wenn ich sehen muß, das eins meiner Kinder gefallen ist und bevor ich es aufheben kann, schon 3 andere Mütter oder mein Mann dort waren, um es in den Arm zu nehmen, aber ich habe die emotionale Kraft, dies zu tun und die ist so unbeschreiblich und unzerrütbar groß in mir, das ich weiß, das auch ich meinen Kindern alles geben kann, was sie in diesem Moment brauchen.
Das Zauberwort heißt hier Liebe,Verständnis und Zuneigung , ja - ich liebe meine Kinder und ich bin emotional immer für sie bereit, sämtliche Brücken zu verschieben, um ihnen nahe zu sein und ihnen die Akzeptanz und das Verständnis zu geben, das sie benötigen um sich emotional positiv zu entwickeln.
Die Psychologin in der Kurklinik - die ich aufsuchte, da ich das Gefühl hatte, nicht genügend Kraft zu haben, um meinen Kindern genug Mutter sein zu können, aufgrund meiner körperlichen Einschränkungen - sagte zu mir, ich sei eine starke Frau und meine Kinder könnten sich glücklich schätzen, mich als Mutter zu haben, da ich ihnen soviel offene Empathie und Verständnis entgegenbringen würde, dies können viele gesunde Mütter nicht.
Ich sehe das etwas anderes, ich bin glücklich Mutter sein zu dürfen und ist es da nicht normal, das offene und tröstende Arme sowie liebevolle Worte einfach dazugehören ?
Wenn ich nicht schnell zu meinen Kindern komme, dann kommen sie zu mir , in meine offenen Arme und so kann ich sie auf meinen Schoß nehmen, drücken und trösten, Tränen löschen oder Kummer einfach wegpusten...ich kann sie also doch trösten , ich bin genug Mutter für meine Kinder und meine Kinder geniessen diese Momente mit mir.
Es ist aber wohl war, und das wurde mir in der Kur auch sehr deutlich, das man diese Urkraft in sich haben und ständig pflegen muß, denn pädagogische Bücher oder Erziehungsratgeber alleine können diese Urkraft nicht in einem wecken, nicht das reden darüber sondern die Taten sind entscheidend, damit sich unsere Kinder, aber auch wir selbst, im Miteinander einer Familie wohlfühlen können.
Das heißt also, um mit Zärtlichkeiten trösten zu können, muß man sich auch selbst lieben und akzeptieren können, bereit sein, Zärtlichkeiten an sich selbst zu erfahren und ertragen können, sonst schafft man es nicht, diese positiven und emotional wichtigen Momente an seine Kinder weiterzugeben.

7. Tröstest Du Dein Kind auch schon mal mit Spielsachen ?

Auch hier ist der Grund für die Tröstung der entscheidende Auslöser, denn nicht jeder Tränenausbruch benötigt gleichermaßen Zuspruch und Tröstung.
Als meine Kinder z.B. zur Operation ins Krankenhaus mußten, war für sie vorrangig wichtig, das ich bei ihnen war und sie in den Arm nehmen und streicheln konnte, als sie aus der Narkose wach wurden. Natürlich haben sie auch ein Spielzeug bekommen, aber nicht als Tröstung, sondern eher als Belohnung für die Tapferkeit, die sie hinterbracht haben, also für das durchhalten bei den schmerzhaften Verbandwechseln etc. und zum kuscheln natürlich auch, oder um die Langeweile im Krankenhaus zu vertreiben.
Ansonsten gibt es bei uns Spielsachen nur zu Geburtstagen, Weihnachten etc., also als reines Geschenk.
Trösten mit materiellen Werten halte ich für grundsätzlich falsch, denn diese Dinge können keine emotionale Zuwendung ersetzen.
Als Kind hätte ich mir mehr Zuwendung meiner Eltern gewünscht, Materiell habe ich alles im Überfluss bekommen,emotional aber zu wenig, und die Kindheit meines Mannes war auch nicht gerade rosig .Viele Eltern / Großeltern aber auch Verwandte ziehen sich mit materiellen Dingen schnell aus ihrer Verantwortung, klar - ein Spielzeug kaufen geht halt schneller, als sich stundenlang mit einem Kind emotional zu beschäftigen. Aber was macht denn solch eine tröstende Erfahrung aus und worüber können Kinder nachhaltig erzählen und auch zehren...vom Spielzeug oder von der liebevollen Zuwendung ?
Vom meinem Großvater z.B. gab es nie materielle Dinge, er war witzig, hatte immer tröstende Geschichten auf Lager, die mich wieder zum lachen brachten und sein Herz floß vor emotionaler Zuwendung mir gegenüber nur so über, und daran erinnere ich mich heute noch gerne, nicht aber an die Puppen und Steiftiere, die ich von meinen Eltern jahrelang bekommen habe.
Hier haben mich also meine eigenen Kindheitserinnerungen geprägt und mit meinem Großvater als liebevolles Erinnerungsbeispiel gehe ich mit meinen Kindern den gleichen Weg.

8. Auf welche anderen Arten und Weisen tröstest Du Dein Kind ?

Das ist ganz unterschiedlich, hängt davon ab, wer von meinen beiden Kindern Tröstung benötigt und natürlich auch davon, welches Ereigniss dem Kummer meiner Kinder vorausgegangen ist. Ein Patentrezept, das für beide passend ist, gibt es also nicht wirklich, denn Tränen sind ja meist das Ergebniss der unterschiedlichsten Gefühlsausbrüche und Erlebnisse bei ihnen.
Wenn mein jüngster Sohn , der noch ziemlich in seiner Trotzphase steckt und seinen großen Bruder oftmals im gemeinsamen Spiel unterbuttert, weint, dann ist eher Streitschlichtung als Tröstung angesagt, oder das trennen der beiden Kampfhähne. Hier wird dann von uns eher der Auslöser besprochen und wir suchen eine gemeinsame Lösung, mit der beide Kinder gut klar kommen können. Oftmals reicht dann aber auch ein guter Zuspruch.
Wenn mein großer Sohn weint, ist die Form des tröstenden Zuspruches - aufgrund seiner Vergangenheit - anders gelagert. Denn hier müssen wir oftmals erst für eine emotionale Auszeit für ihn sorgen, um dann zu einem späteren Zeitpunkt den Gefühlsausbruch nocheinmal aufzugreifen.Tröstung ist also ganz individuell, sie beinhaltet bei uns aber immer :
  • Zuwendung und Aufmerksamkeit
  • in den Arm nehmen, drücken, streicheln
  • kuscheln und Auszeit nehmen
  • Tränen wegkitzeln
  • den Auslöser besprechen
  • Rollenspiel, um das Verständnis für die Situation zu wecken
  • gemeinsame Aktivitäten, bei denen jeder Gleichberechtigt ist
  • je nach Fall auch mal eine Aktivität nur mit einem Kind
  • kreatives Arbeiten / Basteln, Malen zur Ablenkung und zur Stärkung des angeknacksten Selbstvertrauens
  • Entspannungsgeschichten - Traumreisen
  • entspannende Massagen
  • .... und vieles mehr, was für den jeweiligen Moment gerade passend ist

Doch das wunderbarste am Trösten ist das gegenseitige Nehmen und Geben, denn ein zufriedenes und glückliches Kind gibt einem selbst die viel zu wenig eigene Erhaltung von Tröstung doppelt zurück.
9. Lässt sich Dein Kind schnell trösten ?

Auch das hängt jeweils von dem auslösendem Faktor ab, denn nicht mit jeder erfahrenen Tröstung ist auch gleich das ursächliche Problem bzw. der Auslöser für den Gefühlsausbruch behoben und auch hier sind meine Kinder unterschiedlich stark in der anschließenden Verarbeitung.
Generell kann ich sagen, das es uns bei unserem kleinen Sohn leichter fällt, er schneller zufrieden ist, sich leichter ablenken läßt und auch der Kummer oftmals schneller bei ihm wie weggeblasen ist. Ein kurzer Zuspruch, tröstende Arme und kuscheln lassen ihn schnell wieder fröhlich sein.
Bei meinem großen Sohn dauert dies oftmals etwas länger und es kann sein, das er trotz Tröstung oftmals noch Tage mit seinem Auslöser emotional am arbeiten ist. Hier bedarf es mehr pädagogischen Zuspruchs, aber wir haben gemeinsam gute Wege gefunden, um seinen Kummer allmählich aufzuarbeiten. So trägt er z.B. einen Troststein ( Edelstein an einer Kette ), den er als positiven Verstärker immer bei sich hat...

10. Übernimmt Dein Partner auch mal das trösten Eures / Eurer Kinder ?

Aber ja, mein Mann und ich sind beide aus vollem Herzen Eltern und uns ist diese gemeinsame Verantwortung auch bewußt. Manchmal ist es sogar sinnvoller, das er den tröstenden Part übernimmt, denn wie schon erwähnt, haben wir zwei Söhne und da spielt die Vaterfigur eine ganz entscheidende Rolle in der Entwicklung . Außerdem tröstet mein Mann oftmals aus dem Kopf heraus, behält also die Ruhe dabei und den Überblick, das richtige Maß dabei zu behalten. Bei mir fließt manchmal das Herz über und ich Verausgabe mich mit meinen körperlichen Kräften, d.h. meine Kinder in den Arm zu nehmen, sie hochzuheben oder auf dem Schoß zu schaukeln, ist für mich sehr anstrengend und zieht oftmals danach eine Kraftlosigkeit hinter sich, die Kinder können diese Momente aber inzwischen gut einschätzen und wählen dann spontan den richtigen Tröstpartner und holen sich dann später eine Kuscheleinheit von mir.

11. Kommt ein Kind,wenn es traurig ist, eher zu Dir oder zu deinem Partner um getröstet zu werden ?

Da mein Mann arbeitet und somit tagsüber nicht immer für die Kinder erreichbar ist, müssen sie also mit mir vorlieb nehmen, allerdings erzählen sie einschneidende " Kummererlebnisse " gerne noch am selben Tag meinem Mann, wenn er von der Arbeit kommt, die Kinder hängen dann wie Kletten an ihm, denn irgendwie hat ja immer einer etwas zu erzählen und mein Mann, er kann noch so müde von der Arbeit nach Hause kommen, nimmt sich dann auch die Zeit, um seinen Söhnen zuzuhören.
Mein großer Sohn war in seinen ersten Jahren sehr stark auf meinen Mann geprägt, was sicherlich an meiner häufigen Krankheitsbedingten Abwesenheit lag, und für mich war es hart zu erfahren, das wenn er weinte, gefallen ist, sich eher von meinem Mann in die Arme nehmen ließ und auch das trösten durch seine Hände mehr genoss, als durch meine. Gemeinsame Kuschelzeiten mit mir als Mama gab es wenige, und das mußte ich erst einmal verarbeiten.
Heute hat sich das gewendet. Mein großer Sohn genießt die gemeinsame Zeit mit mir, kommt auch zum kuscheln ausschließlich zu mir, unser Miteinander ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen, Akzeptanz und emotionaler Nähe und wir geniessen diese Momente gemeinsam sehr stark.
Mein kleiner Sohn teilt seine Aufmerksamkeit auf uns beide, läßt sich aber oftmals auch sehr gerne nur von mir trösten oder er holt sich die Tröstung und den notwendigen Zuspruch erst von dem einen und dann direkt von dem anderen. Er ist in dieser Beziehung ein kleiner Schelm , der sich weiß in den Mittelpunkt zu stellen und somit müssen mein Mann und ich uns vorher oft absprechen, welche Form an Tröstung nun sinnvoll ist und welche vielleicht eher nicht.

Gerade in der Mutter-Kind-Kur wurde meinem Mann und mir noch einmal bewußt gemacht, das wir den richtigen Weg in unserer gemeinsamen Erziehung , dem Lösen von Problemen, dem Umgang mit Trösten und dem Miteinander mit unseren Kindern gehen.
Selbst viele Mütter in dieser Kur schrieben mir im nachhinein, das sie unsere Einstellung und unser gemeinsames Miteinander als sehr positiv und für sie selbst klärend erlebt haben und sie aus den gemeinsamen Gesprächen mit uns viele positive Erfahrungen sammeln konnten, die es ihnen nun leichter machen, mit sich selbst und den eigenen Kindern klar zu kommen.
Wir haben also beide unsere negativen Erlebnisse der eigenen Kindheit nicht auf unsere Kinder übertragen und wir sind stolz und auch dankbar, dies geschafft zu haben und natürlich hoffen wir, das wir dies auch auf unsere Kinder soweit übertragen konnten und noch können, das sie zu selbständigen, emotional gereiften Menschen heranwachsen.


Und wieder einmal wurde aus einem Fragebogen ein langer Erfahrungsbericht, mich hat er nachdenklich gestimmt und dazu angeregt, meine eigenen Verhaltensweisen noch einmal zu hinterfragen und ... es geht mir gut damit.
Für's lesen meiner Ausführungen zu diesem Thema sage ich herzlichen Dank und wünsche Euch weiterhin eine schöne, aufregende und emotional positiv geprägte Zeit mit Euren Kindern.

Tschau bei Ciao sagt Eure Andrea5464...man liest sich. ( Okt. 08 )   
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28.01.2007

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