Frankfurt (Präsenzbörse)

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Frankfurt (Präsenzbörse)

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Bevor ich an meinem Ärger und an meinen Gedanken ersticke, muss ich mir Luft machen und versuche alles aufzuschreiben. Was wir seit fast einem Jahr an unserer Börse erleben müssen entspricht einem Horrorspektakel erster Güte. Speziell den Neuen Markt hat es niedergeschmettert und ... Bericht lesen





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1-6 von 68 Erfahrungsberichten    
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Betrug am Kleinaktionär!
Erfahrungsbericht von Hotti.com über Frankfurt (Präsenzbörse)
07.08.2001


Produktbewertung des Autors:   


Pro: fällt mir nichts ein
Kontra: falsch informiert und betrogen

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Bevor ich an meinem Ärger und an meinen Gedanken ersticke, muss ich mir Luft machen und versuche alles aufzuschreiben.

Was wir seit fast einem Jahr an unserer Börse erleben müssen entspricht einem Horrorspektakel erster Güte.

Speziell den Neuen Markt hat es niedergeschmettert und anscheinend hat das niemand voraussehen können. Alle schlauen Analysten und Börsenspezialisten konnten anscheinend keine Anzeichen auf diesen Absturz erkennen. Bis kurz vor dem Zusammenbruch wurden in den Medien Aktien von Pleite-Unternehmen weiterhin zum Kauf empfohlen, mit Kurszielen, die sich im Nachhinein als "Traumtänzerei" erwiesen.

Eine Gewinnwarnung folgte der nächsten, Insolvenzverfahren waren an der Tagesordnung, Planzahlen und Quartalzahlen mussten nach unten revidiert werden und betrügerische Unternehmen kamen ans Tageslicht. Die betroffenen Firmen aufzuzählen kann ich mir und euch ersparen, die Liste wäre zu lang und Börseninteressierte kennen diese Unternehmen sowieso.

Analysten und Charttechniker, die sonst in jeder Sendung bei Blomberg und NTV zu sehen waren wagten sich nicht mehr hervor, suchten das berühmte Mauseloch..was hätten sie auch sagen sollen.

Unzählige Kleinaktionäre, die sich voller Vertrauen auf Planzahlen der Unternehmen, Aussagen von Fachleuten und Bankern verliessen, haben nun ihr mühsam erspartes Geld verloren. Die Hoffnung ein "Stückchen vom Kuchen" abzubekommen hat sich nicht erfüllt.

Viele haben sogar Kredite aufgenommen, Konten überzogen oder ihr Eigentum mit Hypotheken belastet. In schwierigen Zeiten ist sich jeder selbst der Nächste. Die Banken und Broker fordern ohne Rücksicht das geliehene Geld zurück und manch ein Kleinaktionär steht vor grossen finanziellen Problemen.

Wer hat denn nun eigentlich in dieser Zeit an der Börse verdient? Unser verlorenes Geld muss ja irgendwo sein. Da sind zunächst einmal die Banken, die selbst in solchen schweren Zeiten noch fette Gewinne einstreichen und ganz sicher auch einige Manager und Vorstandsmitglieder, die sich an dem Geld der Klein-Börsianer sicherlich erfreuen.

Unternehmensleitungen, denen Betrug, falsche Informationen oder das Zurückhalten von Infos, sowie Insiderhandel vorgeworfen werden kann, sollten mit ihrem privaten Vermögen dafür haften, um den geschröpften Kleinaktionären wenigstens einen kleinen Teil des verlorenen Vermögens wiederzugeben. Doch so wie es aussieht, kommen diese Herrschaften ohne Konsequenzen davon.

Schuld an dem Desaster hat ganz sicher zu einem Teil die Börse selbst, die seinerzeit jedem Unternehmen, das einigermassen zufriedenstellende Daten vorlegte, den Börsengang eröffnete.

Ob diese Zahlen und Unterlagen wirklich auf Herz und Nieren geprüft wurden, wage ich stark zu bezweifeln, denn wäre das der Fall gewesen, wären viele Unternehmen ganz sicher nicht am Neuen Markt erschienen.

Ganz besonders verärgert bin ich über Äusserungen in der Presse und Laufbänder unten auf dem Blombergsender. Da hiess es: alle Kleinäktionäre müssten schliesslich wissen, dass es an der Börse auch runter gehen kann!! Wie wahr gesprochen.

Mit Kursverlusten kann jeder umgehen, wenn sie im Rahmen des normalen Börsengeschäftes entstehen. Keine Frage, dass man auch mit Kursverlusten rechnen und leben muss.

Wenn diese Kursverluste jedoch durch arglistige Täuschung der Unternehmen entstehen, durch falsche Prognosen oder Unternehmenszahlen ist das für mich Betrug und nichts anderes.

Wie viele andere bin ich nicht rechtzeitig abgesprungen, habe Verluste zu beklagen, die für meine Verhältnisse schon hoch sind. Doch verschuldet habe ich mich zum Glück nicht und nage auch nicht am Hungertuch.

Das Börsengeschehen werde ich weiterhin beobachten und werde mit großer Wahrscheinlichkeit nicht wieder einsteigen. Doch bis ich diese Entscheidung treffen muss, wird noch einiges an Zeit vergehen.

Eines kann ich mit Fug und Recht behaupten: ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt und werde mich auch in Zukunft ganz sicher an meine Erfahrungen erinnern.

Es wird lange dauern, bis sich der Neue Markt von diesem Tiefschlag erholt, wenn er sich überhaupt erholt! Das Vertrauen der Kleinaktionäre ist weg und Grossinvestoren werden diesen Markt in Zukunft sicher meiden, weil die finanziellen Aussichten gleich null sind.

Zunächst werde ich über längere Zeit hinweg nur als stiller Beobachter fungieren!


Hotti.com

   

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