Dieser Erfahrungsbericht wurde von 7 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Der Neue Markt im Keller? Schön wär's! Er ist teilweise schon auf dem Weg zum Mittelpunkt der Erde. Aber das muß ja gar nicht schlecht sein. Die Kinowelt Medien AG zum Beispiel hat binnen 15 Monate seinen Kurswert um 97 % eingedampft. Das ehedem Milliardenschwere Unternehmen ist nur noch ein paar 'läppische' Millionen wert. Laßt uns also jetzt zusammenlegen und die Mehrheit im Konzern übernehmen: Wir feuern den Vorstand und führen die Geschäfte zur neuen Blüte. Kinowelt ist nämlich überaus interessant. Ein neues Management könnte Phönix wieder aus der Asche flattern lassen: Mit Video und DVD macht Kinowelt hervorragende Geschäfte. Die ollen Filmkamellen aus ihrem riesigen Filmstock werden damit neu und sehr erfolgreich vermarktet. Unternehmerisch war Gründer und Chef Michael Kölmel zeitweise durchaus Visionär. Leider versäumte er es, ein professionelles Team um sich zu scharren. Mit dem Einkauf und Handel von Film- und Fernsehrechten machte sich das Unternehmen dann auch auf der ganzen Welt unmöglich. Kinowelt zahlte astronomische Preise. In Hollywood spricht man dank Kölmel & Co vom "dummen deutschen Geld". Bertelsmann und Kirch konnten nur den Kopf über die Greenhorns aus München schütteln und ihre Sender anweisen, die teuerst gekaufte Filmware fortan zu boykottieren. Seit dem sitzt Kinowelt auf seinem 600 Millionen teuren Filmpaket und kann es - mangels eigener Sender - nicht verticken. Lediglich Onix und NBC versenden - unbemerkt von der Öffentlichkeit - für kleines Geld ein paar Spielfilme. Die ARD durfte sich zum Schnäppchenpreis einige Rosinen aus dem Gesamtpaket herauspicken. ZDF bekam auch was ab, über den (mutmaßlich dürftigen) Preis wurde nichts vermeldet. Den Senderboykott von RTL, Sat1, Pro 7, Kabel usw kann nur ein rundum neues Management aufbrechen. Ohne die Vermarktung des Filmpaketes fressen die Zinsen das Unternehmen mittelfristig kaputt. An Bargeld fehlts! Die defizitäre Tochter Sportwelt mußte sich von vielen Fußballclubs trennen. Fans und Sportpresse sparte daraufhin nicht mit herber Kritik. Der Filmverleiher Arthaus (auch eine defizitäre Tochter)wurde gleich ganz dicht gemacht. Filmkunstgänger werden sich darüber grämen. Trotz dieser Maßnahmen ist weit und breit kein Dagobert Duck als Investor zu sehen. Die kreditgebenden Banken unter der Führung der HypoVereinsbank ahnen, dass mit den Kölmelbrüdern im Vorstand die Brautschau auch vergeblich sein wird. Die Herren hatten ihre Chance. Sie haben das in sie gesetzte Vertrauen enttäuscht. Hier können nur neue Leute Boden gutmachen. Das Potenzial des Unternehmens liegt in den Filmrechten (wenn sie denn endlich verkaufbar werden), in den hervorragenden internationalen Co-Produktionen großer Kinoereignisse (z. B. 'Herr der Ringe'). In guten deutschen Produktionen (z. B. 'Sams'), in dem schon genannten Video- und DVD-Geschäft, in der Kinokette und in vielem mehr. Kinowelt verfügt über erfahrene Produktionsfirmen, einem großen Filmverleih und diversen Multiplex-Kinocenter: Das ist langfristig eine perfekte und ausbaufähige Vermarktungskette. Fazit: Kauft keine Aktien des Unternehmens - laßt uns statt dessen ein paar Mio. zusammenkratzen und den ganzen Laden übernehmen. Es lohnt sich!