Le francais, la langue pour moi?

5  16.03.2002

Pro:
vielfältiger Unterricht

Kontra:
zeitintensiv

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Arbeitsaufwand:

Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:

Prüfungsanforderungen:

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littlewiggle

Über sich:

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Vertrauende:8

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Immer wenn's an die Leistungskurs-Wahl in der 12. Klasse geht, stellen sich manche diese Frage. Ich habe mich für den Französisch-LK entschieden und bereue es nicht. Hier möchte ich euch nun von meinen Erfahrungen erzählen.

Die Entscheidung für die Leistungskurse fiel auch mir schwer, aber vielleicht doch etwas leichter als anderen, denn letztendlich dachte ich mir, Sprachen kann man brauchen, ich interessiere mich dafür, Englisch und Französisch sind mitunter meine besten Fächer..... Warum also nicht?! Später dachte ich mir dann noch, super, für's Abi muss ich in meinen beiden LKs, Englisch und Franz, gar nicht so viel lernen, schließlich kann man entweder die Sprachen (plus Grammatik etc.) bis dahin oder eben nicht.

Zum Glück haben wir jetzt im Französisch-LK auch wieder die Lehrerin vom letzten Jahr, die wirklich super ist und deshalb konnte es dann gleich so richtig losgehen.

Der Unterricht in der Fremdsprache unterscheidet sich nicht allzu sehr von dem in der Mittelstufe, kann man insgesamt festhalten. Es kommt weder neue Grammatik hinzu, noch werden neue Aufsatzarten oder ähnliches geschrieben.
Aber der Stoff für's Abitur ist sehr breitgefächert und entsprechend muss auch der Unterricht gestaltet werden.


>> THEMEN:
Das Themenspektrum ist sehr vielseitig. Unter anderem haben wir im ersten Halbjahr und im jetzt laufenden zweiten folgendes behandelt: die Francophonie, das 17. Jahrhundert/französische Geschichte, aktuelle Politik, die Entwicklung von Paris, französische Lieder und Gedichte.

Nun noch kurz zu diesen einzelnen Abschnitten:

>> Francophonie:
so bezeichnet man die Gemeinschaft der Länder (Inseln) auf der Welt, in denen Französisch heute noch als offizielle Sprache oder auch nur im Amtsgebrauch verwendet wird. Teilweise sind sie auch noch finanziell von Frankreich abhängig. Zu dieser Gemeinschaft gehören zum Beispiel Exoten wie Guyana, Die Réunion, Martinique oder Guadeloupe.

>> le 17eme siècle/l'histoire:
im Prinzip Geschichtsunterrricht auf Französisch - ist aber nur halb so schlimm wie es sich anhört! Man braucht die geschichtlichen Hintergründe einfach, zum Beispiel beim Lesen einer Lektüre aus dieser Zeit, bei uns: Molière.

>> la politique francaise:
selten sprechen wir über die Politik in Frankreich. Wenn doch, dann eben nur zu speziellen Anlässen. Beispielsweise weist unsere Lehrerin uns eben auf aktuelle Wahlen hin. Gehört nicht wirklich zum zu lernenden Unterrichtsstoff.

>> le développement de Paris:
die Geschichte, wie Paris einmal entstand - von einer kleinen Siedlung an der Seine zur heutigen Großstadt und welche namhaften Leute Paris geprägt haben.

>> des poèmes francais:
kurze, leichte Gedichte lasen wir immer mit unserer französischen Muttersprachler-Assistentin. Sie ist noch ziemlich jung und spielt uns auch oft aktuelle oder zumindest zeitgenössige Songs vor. Auch kein Unterrichtsstoff, aber man gewinnt tolle Einblicke, beispielsweise in die französische Umgangssprache.


>> TEXTARBEIT:
Bei uns ist es so, dass wir zwar ein Textbuch haben, aber kaum etwas daraus lesen. Meist bekommen wir themenspezifische Texte kopiert plus Fragen dazu. Die Themen, die ich ja oben schon beschrieben habe, können in verschiedenen Textarten behandelt werden. Manchmal lesen wir Interviews oder Artikel aus der Zeitschrift "L'Express", dann sind es mal wieder Sachtexte oder Ausschnitte aus Büchern.
Die Texte werden in der Regel in der Klasse gelesen und dort auch besprochen. Das heißt, die Vokabeln werden (auf französisch) erklärt und auch wenn es Verständnisprobleme gibt, wird versucht, diese gemeinsam zu klären. Anschließend beschäftigen wir uns mit den Fragen zum Text, von denen es verschiedene gibt: manchmal wird durch die Fragestellung nur der Inhalt wiederholt, dann wieder muss man Stilmittel finden oder wie denn eigentlich der Autor zu dem Thema steht, über das er geschrieben hat (z. B. kritisch, satirisch). Oft gliedern wir auch den jeweiligen Text in Sinnabschnitte, von denen wir manchmal auch Absätze übersetzen müssen...... Womit wir beim nächsten wären!


>>ÜBERSETZEN:

...wird viel geübt! Die Deutsch-Französisch-Übersetzung gibt's (zum Glück, meine ich) nicht mehr; es wird ausschließlich Franz-Deutsch übersetzt. Das nennt sich dann Version. Als Hilfsmittel, auch beim Abi und bei Klausuren, ist der sogenannte "Micro Robert de Poche" vom Pons-Verlag zugelassen, in dem man die französischen Wörter in der Fremdsprache erklärt findet. Das macht das Ganze natürlich viel schwerer, denn oft sucht man verzweifelt nach dem passenden deutschen Ausdruck.


>>AUFSATZ:

So gesehen gibt es eigentlich nur eine Art von Aufsatz in der Kollegstufe: den berüchtigten commentaire personnel. Er besteht aus einer themabezogenen Einleitung, Argumenten (z. B. für und/oder gegen eine bestimmte Sache), und einem abschließendem Kommentar. Das Ganze muss im Abitur dann 300 Wörter in etwa haben, und an diese 300 wird sich im ersten Halbjahr langsam herangetastet. Die Themenstellung bei diesen Erörterungen sind recht einfach und es kommt nie vor, dass jemand mit einem Thema überhaupt noch keine Erfahrungen gemacht hat. Das "Sujet" kann z. B. die Schule sein, die Freizeit, Klamotten und und und.... Commentaires lässt unsere Lehrerin meistens zu Hause und oft auch freiwillig schreiben und korrigiert sie dann ausführlich.


>>KLAUSUREN:

Ja, ja, für's Abi sind nun mal die Noten wichtig und am schwersten ins Gewicht fallen die der zwei Klausuren pro Halbjahr. Die Klausuren bestehen entweder aus Text/Fragen dazu/Version oder aus Text/Fragen dazu/Commentaire. Ich gehe meistens so vor: erst wird der Text durchgelesen, dann die Fragen dazu beantwortet und anschließend kommt noch die Erörterung, bzw. die Übersetzung. Dafür hat man 2 Schulstunden à 45min. Zeit. Die Ansprüche, die unsere Lehrerin stellt, sind recht hoch. Man muss dabei aber bedenken, dass wir es dann im Vergleich zu den Kursen, wo das Niveau niedriger ist, es im Abitur leichter haben werden.


>>SONSTIGE NOTEN:
Eine leicht verdiente Note ist immer die Mitarbeit. Sich einfach mal melden, wenn man was weiß, ist schnell getan und es muss auch niemand fürchten, er spreche zu schlecht, denn oft achtet der Lehrer mehr auf den Inhalt des Gesagten und verbucht die Spontaneität (die eben auch Flüchtigkeitsfehler mit sich bringt) als Pluspunkt.

Weiterhin müssen Referate gehalten werden. Wie oft, liegt beim Lehrer, bei uns ist es eines pro Jahr. In unseren letzten Referaten behandelten wir die Entwicklung Europas von der Steinzeit bis heute, wobei jeder von uns 15 Schüler(inne)n eine Zeit oder Epoche vorstellte. Muss natürlich in der Fremdsprache gehalten werden, gar nicht so einfach!

Die Abfragen sind recht komplex; man muss aber wirklich nur den durchgenommenen Stoff gut können.

Exen werden in Leistungskursen nicht geschrieben.


>> LEKTÜREN:
Im Moment lesen wir "les précieuses ridicules" von Molière. Da es in veralteter Sprache geschrieben ist, ist es teilweise schwer zu verstehen. Wenn man sich aber etwas damit beschäftigt und eingelesen hat, fällt es leichter.
Unsere Lehrerin bietet nebenbei außerdem an, dass man privat daheim einen ihrer französischen Romane lesen kann. Aber bisher, muss ich ehrlich sagen, war mir das zu anstrengend!

Ja, was ist nach dem Allem denn nun mein Fazit?
Ich für meine Person denke, dass ich mich richtig entschieden habe.
Für andere empfehle ich den Leistungskurs Französisch dann, wenn sie die Grammatik gut beherrschen, denn diese wird ja nicht wiederholt und einfach sich auch für die Sprache interessieren. Das ist enorm wichtig, damit man am Ball bleibt.
Ansonsten kann ich beruhigen; vieles ist wirklich nur halb so schlimm, wie es sich vielleicht anhört und auf jeden Fall machbar, sage ich jetzt einfach mal.
Hilfreich wäre es sicher auch, wenn man vorher weiß, welcher Lehrer den Kurs nimmt, denn allgemein in den LKs ist es besonders wichtig, dass man mit dem Lehrer zurecht kommt.

Hmm, die Pros und Kontras noch mal extra aufzulisten würde wohl doch den Rahmen sprengen. Bei denen, die den Bericht ganz gelesen haben, ist sicher das Wichtigste hängengeblieben.

Ich hoffe, ich konnte manchen bei der Entscheidung für (oder gegen?) Französisch etwas helfen oder zumindest einen Einblick in die Arbeit im LK geben.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
cooldani2000

cooldani2000

02.04.2002 14:47

Hi toller Bericht. Ich hatte auch Franz-Lk (Abi 2000) und war sehr zufrieden, wir durften den Micro-Robert aber bei der Überstezung nicht benutzen, nur beim Commentaire de texte.

Hideaway

Hideaway

24.03.2002 14:52

Ich hatte Französisch und Spanisch als Leistungskurs - das war das Schlimmste was ich machen konnte :-((( Mir lag es leider überhaupt nicht... Naja, C'EST LA VIE :-))) Liebe Grüße, Steffi

burk

burk

16.03.2002 12:26

Oh jeh, ich erinnere mich an mein Federmäppchen (es liegt fast direkt neben mir in der Schublade, darauf kannst du noch heute lesen "HkBaF" -- wenn meine Französischlehrer jemals verstanden hätten, was das bedeutet, dann hätt mir das zumindest bei der Französin sicher 1 Note schlechter verpasst "Heute keinen Bock auf Französisch" (jetzt isses ja verjährt <lol>). -- Aber ich muss sagen, Französisch hat mir alles in allem mehr Spass gemacht, als mein Lateinverscuh (innerhalb eines Jahres abgebrochen mit 5,8 im Jahresfortgang ;-) ). -- Stehen bei euch bei der Wahl des LK bereits die Lehrer fest? Das wär ja echt gut! Ich kenn das anders. :-( -- Die Themen klingen sehr gut und interessant und wirklich sprachlich allgemein bildend. -- Wenn du Spass an Französisch ahst, dannd enke ich auch, du hast da genau die richtige Wahl getroffen! -- vlG, Burkard

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