O lala, incroyable!

5  18.07.2002

Pro:
Man lernt wirklich was sinnvolles, tolle Sprache, wenig Aufwand fürs Abitur selbst, relativ locker

Kontra:
Ständiges Vokabelbolzen, man sollte kein Lektüremuffel sein

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Arbeitsaufwand:

Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:

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DeeperX

Über sich:

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Es war einmal in Klasse 11. Die Zeit war gekommen und ich musste also die wohl schwerwiegndste und schwierigste Entscheidung, was meine Schullaufbahn angeht, treffen. Die LK-Wahl (zu deutsch:Leistungskurs)! Da ich in Klasse 11 eigentlich in keinem Fach richtig überzeugen konnte, fiel mir die Wahl besonders schwer, eine Sprache wollte ich jedoch auf jeden Fall als LK wählen. Also wählte ich Französisch. Wie sich herausstellen sollte die optimale Wahl!

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Die Schwierigkeit:

Französisch ist eine wirklich tolle Sprache, doch meiner Meinung nach um einiges Schwieriger erlernbar als Englisch. Das fängt bei der Grammatik an und hört bei den Vokabeln auf, die teilweise sehr schwer einprägsam sind (auch weil sich viele Worte sehr stark ähneln). Die Zeiten und Verbformen sind jedoch, hat man einmal das Schema durchschaut, bei fast jedem Verb, egal wie es endet, problemlos durchkonjugiert. Ich hatte Französisch insgesamt 6 Jahre, dadurch kam es mir extrem zugute, dass ich langsam ein gespür für die Sprache entwickelt habe. Meistens sehe ich bereits beim ersten Lesen, ob man das nun wirklich in der Form schreiben kann oder nicht und vor allem ob ein Satz stilistisch gut oder schlecht ist. Auf den Stil wird im Französisch LK besonders geachtet. Vorrausgesetzt wird dabei, dass der Schüler keine "dummen" Fehler mehr macht, sondern nur noch Schwierigkeiten bei grammatischen Ausnahmefällen hat. Auch der ein oder andere vergessene Accent, von denen es im Französischen 3 an der Zahl gibt, wird verziehen (obwohl man mit der Zeit auch dafür ein Gespühr entwickelt und besser abschätzen kann, ob nun ein Accent gesetzt wird oder nicht wenn man es absolut nicht weiß). Diktate werden in der Oberstufe eigentlich nicht mehr geschrieben, lediglich Textverstehensaufgaben und Übersetzungen (von Französisch auf Deutsch). Die Übersetzungen, so meine Erfahrung, gestalten sich dabei sehr einfach, lediglich das ein oder andere unbekannte Wort machte mir Schwierigkeiten. Aber das ist wohl alles eine Frage des Lernens. Hat man von Anfang an in Französisch aufgepasst und fleissig seine Vokabeln mitgerlernt, dürfte es nicht soviele Probleme diesbezüglich geben. (Jaja, ich sehs ein, ich hätt in früheren Klassen bereits sorgfältiger die Vokabeln lernen sollen *g*). Die Textverstehensaufgaben waren auch nicht sonderlich schwer, lediglich die Aufgaben, wo es darum ging , einen freien Text mit sauberer Argumentation auf französisch zu schreiben bereitete mir Schwierigkeiten (aber meistens, weil die themen so gewählt waren, dass ich auch auf Deutsch nicht wußte, was ich schreiben sollte). Leider ist es bei Sprachen oftmals auch so, dass der jeweilige Lehrer eine nicht ganz unwichtige Rolle dabei spielt, ob es nun leichter oder schwerer zur Sache geht, ich hatte da eine sehr faire Lehrerin.

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Lektüren:

Da Französisch genauso eine Sprache wie Deutsch ist (*g*), heißt es gerade im LK: Viele Lektüren lesen und bis zur Unkenntlichkeit auseinandernehmen, bis auch dem Dümmsten das Letzte Stückchen Unwissenheit aus dem Kopf geprellt wird. Wir haben insgesamt in 2 Jahren LK insgesamt 5 Lektüren gelesen, die mehr oder weniger spannend waren. Carmen (gut), L´Etranger von Camus (sehr interessant), Mme Bovary (betet zu Gott, dass ihr das nie lesen müßt!), Lacombe Lucien (sehr gut) und Au revoir les enfants (mittelprächtig). Für jede Lektüre wurden mindestens 6 Wochen geopfert (a 5 Stunden pro Woche). Meines Erachtens wurde alles viel zu ausführlich behandelt, aber das ist Standart. Wenn ihr also nicht gerne lest, dann solltet ihr euch wirklich überlegen, Französisch überhaupt zu wählen! Die Lektüren waren auch bis auf Mmme Bovary, dass echt übelst schwer war, sehr gut und flüssig zu lesen, mit teilweise interessanten Themen wie die Zeit des 3. Reiches in Frankreich usw.

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Arbeitsaufwand:

Was den Arbeitsaufwand insgesamt angeht muss ich sagen, dass es Fächer gibt, in denen man mehr tun muß, aber auch Fächer, in denen man es entspannter angehen lassen kann. Hat man in Sachen Grammatik alles soweit halbwegs drauf, müssen eigentlich nur noch regelmässig Vokabeln gelernt werden (das dafür regelmässig, wir haten in 2 Jahren 98 (!!) Vokabelzettel in DIN A4 Format, meistens von oben bis unten voll beschrieben. Diese Vokabeln mussten gelernt werden, auch im Hinblick aufs Abi, da alles wichtiger Wortschatz der wichtigen Themen war. Immer reichlich waren auch die Hausaufgaben, Bücher lesen, Texte verfassen, Texte zusammenfassen.....sowas nimmt schon ganz schön Zeit in Anspruch.
Was das Abitur selber angeht hält sich der Arbeitsaufwand sehr in Grenzen. Ich habe in Franz kaum was gelernt ausser nochmals die Vokabeln wiederholt (und 14 Punkte im Abi geschrieben!) Also fürs Abi hat mans wirklich leicht!

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Sonstige Themen/Am Rande

Ansonsten macht man natürlich viel Landeskunde (ihr geht nicht aus dem Franz LK, ohne jede größere Stadt und jeden größeren Fluß samt Lage zu kennen, das versprech ich euch!), französiche Politik (eigentlich sogar ganz interessant), man bespricht vel über die Probleme von Paris, Probleme des Zentralismus sowie die Rolle der kirche in Frankreich. Dazu kommt noch die Einwanderersituation in frankreich, die dort ein besonders heikles Thema ist (aufgrund der vielen ehemaligen Kolonien). Mit diesen Themen + Lektüren sind die 2 Jahre eigentlich auch schon recht gut abgedeckt. Für abwechslung ist gesorgt, auch wenn man alles schonmal in früheren Klassen angerissen hat.

Witzig war bei uns die Geschlechterverteilung. 3 Jungs standen 22 Mädels gegenüber, da hatte man ganz schön zu kämpfen *g*. Insgesamt eine wirklich tolle Zeit in der man was nützliches, was in der Schule nicht immer der Fall ist, gelernt hat. Eine Ausfahrt nach Paris war sogar auch noch dabei. Eine bessere Wahl hätte ich nicht treffen können! (Obwohl ich in Klasse 11 nur ne 3 in Franz hatte, lasst euch also von euren früheren Noten nicht abschrecken, sondern fragt euch selber, ob ihr Franz beherrscht oder nicht!)

In diesem Sinne: Au revoir et mille bisous!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Muzekatze

Muzekatze

25.12.2003 16:32

Ich habe auch Französisch LK und bei uns werden keine Übersetzungen gemacht...leider, denn meistens werden Erörterungen geschrieben. Aber ansonsten trifft eigentlich alles von deinem Bericht zu!!!

Cathrinne

Cathrinne

09.08.2003 16:22

super bericht, ja ich überleg auch ob ich franz lk wählen soll, aber da ich ja jetzt in die 11 komme, hab ich ja noch ein jahr zeit zum überlegen. gruß, cathrinne!

Chellcy

Chellcy

11.05.2003 16:03

Ich habe auch Franz.-LK und hab grade Abitur gemacht! Ich bin mit meiner Wahl auch sehr zufrieden! Bei uns war es zwar auch relativ arbeitsintensiv, aber doch interessant und fair. Wir haben aber viel mehr Lektüren gelesen als ihr! Momentan lesen wir auch grade "L'Etranger" bis ich am 16.Mai meinen letzten regulären Schultag habe. LG Chellcy

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