Mit Französisch zum Abitur
11.05.2003 (27.05.2003)
Pro:
interessant, wunderschöne Sprache
Kontra:
Vokabeln lernen, stilistisch hohes Niveau
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Arbeitsaufwand:
Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:
Prüfungsanforderungen:
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 Chellcy
Über sich:
Vielleicht ist unsere Welt nur die Hölle einer anderen...
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EINLEITUNG Ich habe seit der 7. Klasse Französisch und als sich mir in der 11. Klasse die Frage stellte, welchen LK (= Leistungskurs) ich in der Oberstufe belege, entschied ich mich für Französisch. Dies hatte zum einen den Grund, dass ich am Ende der 11. Klassse eine 2 (11 Punkte) hatte und auch ansonsten immer gut bis befriedigend gewesen war. Außerdem hatte ich die spätere Französisch-Lehrerin schon 1 Jahr gehabt und kam sehr gut mit ihr klar.
FRANZÖSISCH-LK Am Anfang der 12. Klasse waren wir dann ein 9-köpfiger Leistungskurs, mit 1 Jungen und 8 Mädchen! C. tut mir noch heute leid, wenn ich an sein "Hahn- im- Korb- dasein" denke *g* Anmerken muss ich hier noch, dass wir sehr für unseren Franz.-LK kämpfen mussten, da unsere Schule (leider) sehr naturwissenschftlich eingestellt ist: Sie einen Chemie-LK mit nur 7 oder 8 Leuten genehmigen wollten, unseren Franz.-LK mit anfangs 10 Leuten aber nicht! In dem besagten Chemie-LK sind jetzt übrigens nur noch 5 Leute!!!
Zunächst möchte ich jetzt auf die behandelten Themen eingehen: 12. Jahrgang
Im ersten Halbjahr war unser Kursthema: Märchen, Novellen, Zeitungsartikel und Paris Wir haben viele Märchen und Novellen gelesen:
Z.B.: - "La Barbe Bleu" - "Le petit chapreon rouge" - "Les Muets" - "L'Hôte" von Albert Camus etc. Hierzu haben wir die Texte gelesen, analysiert ud interpretiert, die Personen charakterisiert und natürlich viele viele Vokabeln zum Thema lernen müssen.
Danach haben wir uns mit Paris beschäftigt. Hierzu haben wir einige Sachtexte (natürlich auf französisch!) gelesen, die sich mit der Stadtentwichlung vor einigen Jahrhunderten beschäftigen, mit einigen Sehenswürdigkeiten oder berühmten Plätzen und Straßen, auf spezielle Stadtteile, mit ihren Problemem und Besonderheiten etc. Zu diesem Thema mussste jeder von uns ein ca. 5 minütiges Referat zu einer berühmten Sehenswürdigkeit halten. Zum Thema Zeitungsartikel haben wir mehrere Artikel gelesen und Vokabellisten zum Thema bekommen. Außerdem haben wir für 3 Monate eine französische Zeitung abonniert, die wir auch privat lesen sollten, ohne dass wir in der Schule auf jeden Artikel eingehen.
Im zweiten Halbjahr war unser Kursthema dann die Besetzung Frankreichs von den Nationalsozialisten, der Widerstand und die Kollaboration. Ich fand dieses Kursthema am interssantesten, obwohl der 2. Weltkrieg bis zur 12. Klasse natürlich schon zig mal behandelt worden war, jedoch meist aus Sicht der Deutschen und nie so speziell auf Frankreich bezogen. Ich habe hier Dinge gelernt, die ich vorher noch nicht wusste! Zunächst haben wir viele Sachtexte gelesen, die sich mit der Besatzung, der Judenverfolgung, den großen Massenfluchten, dem Widerstand, der Kollaboration etc. beschäftigen. Wir haben uns ersteinmal Hintergrundwissen mit Daten und Fakten angeeignet, um später unser Kursthema zu vertiefen.
Danach haben wir den Rest des Schuljahres an einer sehr guten Lektüre gearbeitet: "Un sac de billes" von Joseph Joffo. Dieser Roman beschreibt aus der Sicht des jüdischen Joseph Joffo als etwa 10-jähriges Kind die Anfänge der Judendiskriminierung in Paris und schließlich seine Flucht vor den Nazis zusammen mit seinem 2 Jahre älteren Bruder durch fast ganz Frankreich! Es werden neben den vielen guten und schlechten Erfahrungen auch ihre Abenteuer, ihre Kreativität beim Bewältigen der Probleme und viele Gefahren beschrieben, man lernt jedoch auch einiges über historische Ereignisse. 13. JAHRGANG
Meiner Meinung nach wurde hier der Unterrrichtsstoff um einiges schwerer. Im ersten Halbjahr haben wir "La Cantatrice chauve" von Eugène Ionesco und "Huis Clos" von Sarte gelesen. Zwei sehr schwierige Theaterstücke!! "La Cantatrcie chauve" fand ich anfangs wirklich schrecklich, da es sich bei diesem Theaterstück um ein sogenanntes "Anti-Theaterstück" handelt. Das Wort absurd beschreibt es sehr gut! Es gibt keine wirkliche Handlung, die Personen und Charaktere sind nicht wichtig. Ionesco wollte mit diesem Stück den Menschen die Augen öffnen und ihren Sprachgebrauch kritisieren.
"Huis clos" handelt von 3 Personen in der Hölle, die auf ewig verdammt sind in einem Zimmer miteinander zu leben. Die Strafe besteht darin, dass sie sich auf immer und ewig streiten werden! Im Laufe der Geschichte werden die Lebenslügen der 3 aufgedeckt jeweils einer der 3 durch die anderen beiden entlarvt. Jegliche Bindungsversuche scheitern, da es sich um eine homosexuelle Frau, eine heterosexuelle Frau, die von allen Männern bewundert und geliebt werden möchte und einem heterosexuellen Mann, der die heterosexuelle Frau zwar begehrt, aber sie nicht liebt und diese ihn auch nicht wirklich anerkennt. Im zweiten Halbjahr, also schon nach dem schriftlichen Abitur, haben wir uns mit den französischen Kolonien beschäftigt (Sachtexte, Songtexte, Zeitungsartikel). Das war eher langweilig, da es sehr theoretisch alles war und nicht so anschaulich, wie ich erwartet habe. Momentan lesen wir "L'Etranger" von Albert Camus.
ARBEITSAUFWAND Ich denke, dass dies immer sehr stark vom Lehrer abhängt, denn allgemein sagt man ja, dass bei Sprachen der Arbeitsaufwand eher gering ist. Ich hatte jedoch eine ziemlich anspruchsvolle Lehrerin, so dass man wirklich immer gut mitmachen, regelmäßig seine Hausaufgaben machen und Vokabeln lernen musste. Wir haben im 12. Jahrgang sogar mal jede Woche einen Vokabeltest geschrieben! Französisch war immer eines der Fächer, wo ich stets meine Hausuafgaben machte und im Unterricht auch konzentriert mitgearbeitet habe (naja, jedenfalls meistens *g*). Und wir haben immer ziemlich viele Hausaufgaben aufbekommen und mussten ja auch viel zuhause lesen. Für die Klausuren musste ich zwar lernen, aber es hielt sich noch in Grenzen. Ich habe meistens nur 1-2 Tag voher die Notizen im Heft durchgelesen und z.T. auswendiggelernt, Vokabeln gepaukt und v.a. etwas für den Stil getan, der sehr wichtig ist.
SCHWIERIGKEITSGRAD Also meiner Meinung nach ist Französisch einfacher als Englisch, da es gewisse Regeln bei der Aussprache gibt, die du auf jedes Wort, auch unbekannte, anwenden kannst. Die Grammatikregeln erscheinen zwar zunächst komplex und komplizert, aber sind im Grunde gar nicht so schwer! Wenn man sie erstmal durchschaut hat, ist das echt kein Problem, auch wenn es einige Ausnahmen gibt, aber sowas gibt es ja bei jeder Sprache!
FRANZÖSISCH IM ABITUR Ich habe dieses Jahr im Februar mein Abi in Franz. gemacht. Der Stoff war echt viel... es musste alles aus 12.2 und 12.2 sowie aus 13.1 beherrscht werden (siehe oben). Also inhaltlich, sowie auch vom Vokabular. Dazu kam natürlich noch Grammatik und Stil! Alles in allem war es schon ziemlich viel zu lernen, viel mehr als ich bei der Wahl angenommen habe! Es kam letztendlich ein Romanauszug dran, und ich war so froh darüber, dass kein Ionesco oder Sartre als Thema drankam!!! Meine Ergebnisse bekomme ich diesen Freitag, also am 16.Mai! *zitter* Dann kann ich euch auch sagen, ob mir Französisch etwas fürs Abi gebracht hat!! *g*
FAZIT Alles in allem kann ich den Franz.-LK eigentlich nur empfehlen, wenn man Spaß an der Sprache hat und sich auch für Frankreich etc. interessiert! Man sollte sich aber klar machen, dass viele Lektüren gelesen werden und man auch viel Vokabeln lernen muss. Ich bin mit meiner Wahl aber durchaus zufrieden, da ich in den Klausuren in den 2 Jahren nie schlechter als 9 Punkte (3+) war und man wirklich eine Menge mitherausnimmt. Zu den Theaterstücken, die wir gelesen haben, waren wir auch im Theater selbst und haben uns die Stücke auf französisch angeschaut.
Ich hoffe ich konnte einigen ihre LK-Wahl etwas erleichtern!? :) Ich freue mich wie immer auf Kommentare
Salut Chellcy ***UPDATE*** (16.05.2003)
Yuhu, vor ca. 2 h habe ich erfahren, dass ich mein Abi wahrscheinlich schon vor der noch ausstehenden mündlichen Prüfung bestanden habe! In Französisch habe ich 11 Punkte (2) geschrieben!!!:D Das Lernen hat sich also gelohnt!!! Heute abend wird natürlich erstmal gefeiert!:D ***UPDATE*** (27.05.2002)
Ich hatte gestern meine mündliche Prüfung und habe mein Abi jetzt mit 2,3 bestanden und in der mündlichen 10 Punkte gemacht!!:) YUHU: NIE WIEDER SCHULE!!!:D
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22.09.2003 17:45
Da bin ich ja mal gespannt, was mich in der nächsten Zeit so alles erwartet ... Gruß Sprudlie
22.05.2003 22:08
Also erstmal Gratulation zur bestandenen Prüfung! Ich hatte auch Franz LK, hab mein Abi 2000 gemacht. Weiss jetzt auswendig gar nicht mehr, was wir alles gelesen haben. Auf jeden Fall das "Etudes Francaises Teil 2" und dann später mal eine richtige Leküre namens "L´amante anglaise" (Die englische Geliebte) von Marguerite Duras (bin mir nicht ganz sicher, ob die Autorin so heisst, aber so ähnlich). Wir hatten das Buch in Form vieler vieler Kopien, aber ich hab es mir dann mal in deutsch gekauft, damit ich auch mal den Inhalt komplett verstehe :-) Ich selbst hatte leider nur eine 4 auf dem Zeugnis, was aber hauptsächlich daran lag, dass ich eben keine Interpretationen schreiben, so wie man es in Deutsch macht. Dafür hatte ich nicht so viele französische Mängel. War aber mal interessant, einen Text über den Franz LK zu lesen. Gruss Daniel
18.05.2003 18:42
Herzlichen Glückwunsch zum Abi!!! Warum hast du denn schon im Februar Abitur-Klausuren geschrieben? Ich komm erst im Sommer in die 12 - Franze-LK is klar bei Französisch als erster Fremdsprache und Erdkunde bilingual F/D