Pardon, da hab ich mich wohl verwählt...
22.11.2003
Pro:
macht Spaß, wenn man die Sprache mag
Kontra:
stark lehrerabhängig, schwere Grammatik
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Arbeitsaufwand:
Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:
Prüfungsanforderungen:
mehr
 AufdenganznormalenWahnsinn
Über sich:
Don't criticize what you can't understand!
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Hallo alle miteinander, heute widme ich meinen Bericht meinem LK (Leistungskurs) Französisch – eine Wahl,die ich schon manches Mal bereut habe, doch zu meinen Gründen später. Ich werde sehr auf meine persönlichen Erfahrungen im Unterricht eingehen und nicht nur über Themen des Unterrichts, Klausuren etc. schreiben, da diese Erfahrungen hauptsählich für meine Bewertung verantwortlich sind.
Allgemeines Ich besuche in meiner Heimatstadt das Gymnasium, und nachdem man die elfte Klasse beendet hat, wird man vor die Wahl gestellt: Was für Leistungskurse wählt man? Da mein Talent hauptsächlich im sprachlichen Bereich liegt, fiel mir die Wahl überhaupt nicht schwer: Ich nehme Französisch und Englisch!!!
Leistungskurse werden im Gegensatz zu Prüfungs- und Grundkursen fünf- statt dreistündig unterrichtet, die Leistungen, die man in ihnen erbringt, fließen auch stärker ins Abitur mit ein. Das Wissen soll hier vertieft werden, bei den unterschiedlichen Themen geht man detaillierter vor als bei Grundkursen und es wird einem mehr abverlangt als in normalen Kursen. Unterricht und Klausuren
Man behandelt bei uns pro Semester ein Thema. Los ging es Anfang der 12 mit einem landeskundlichen Thema, und zwar mit Paris. Wir sprachen über die Stadt, die Kultur und das Leben in ihr, klapperten wichtige Stationen wie den Louvre, das Centre Pompidou und natürlich la tour Eiffel ab, außerdem haben wir ein paar Chansons gehört und besprochen. In 12/2 ging es dann weiter mit der absurden Literatur. Wir lasen L’étranger von Albert Camus und Huis clos von Jean-Paul Sartre, behandelten die Philosophie, die diesen Werken zugrunde liegt, und das Leben der beiden Autoren.
Nun, in 13/1, folgt die Beziehung zwischen Frankreich und den Maghreb-Staaten, hauptsächlich Algerien. Hierzu sprechen wir über den algerisch-französischen Krieg, seine Folgen, das Problem der vielen arabischen Einwanderer in Frankreich und so weiter. Wie es im nächsten Semester weitergeht, kann ich nicht sagen, bis jetzt wurde nur verkündet, dass wir wohl Les misérables von Victor Hugo lesen werden. Zwischendurch wird natürlich immer fleißig Grammatik eingeschoben, um zu wiederholen und nichts einrosten zu lassen. Außerdem werden Vokabeltests geschrieben. Man muss dazu sagen, dass Französisch aufgrund der komplizierten Grammatik eine schwere Sprache ist. Es gibt Zeiten wie den Subjonctif, der im Deutschen nicht einmal existiert. Konjugiert man das Futur und das Konditional, so klingen die Endungen der Verben sehr ähnlich und werden auch ähnlich geschrieben, sodass man hierbei leicht Flüchtigkeitsfehler sammeln kann. Hat man jedoch einmal begriffen, wie man die Verben konjugiert, so ist das Schema relativ einfach. Es bleiben noch einige extrem nette unregelmäßige Verben, die dann mal komplett aus der Reihe fallen, diese müsste man dann auswendig lernen, wozu ich ehrlich gesagt nie Lust hatte. Außerdem ist der Satzbau oft sehr verzwickt und wenn wir Aufgaben zu Präpositionen durchnehmen, gibt es bei uns oft ein lustiges Rätselraten, ob denn jetzt à, sur, de etc. verwendet werden muss.
Trotzdem kann man sich, wenn man mit nicht allzu niedrigen Voraussetzungen in den Leistungskurs kommt, ganz gut verständigen. Dass Fehler gemacht werden, ist meiner Ansicht nach normal. Doch es ist schon wichtig, dass man ein relativ großes Vokabular anwenden kann und die Zeiten beherrscht. Hat man die einmal drauf, kann man damit auch ganz gut umgehen. Natürlich lassen Fehler sich nicht vermeiden. Jedoch kommt es in Klausuren nicht nur auf die Grammatik an, neben der Sprachrichtigkeit werden auch das Ausdrucksvermögen und der Inhalt bewertet, und das fast gleichwertig. Hat man also viele Fehler gemacht, so kann man durch den Inhalt immer noch was rausreißen, wenn auch nicht allzu viel. Bei uns bestehen Klausuren immer aus einer Zusammenfassung des vorliegenden Textes, der Beantwortung von 2-3 Fragen und einem Kommentar.
Jedoch kann man nicht sagen, dass man überdurchschnittlich viel zuhause arbeiten müsste. Da gibt es Fächer, wo der Aufwand deutlich höher liegt. Was mir den Spaß dann verdorben hat
Tja, wie gesagt hatte ich mich wirklich gefreut. In den unteren Klassen hat mir Französisch immer Spaß gemacht. Das wäre wahrscheinlich so weitergelaufen, wenn nicht, ja wenn nicht meine Lehrerin sich dem in den Weg gestellt hätte. Wir sind eine ziemlich winzige Gruppe – 10 Leute (darunter ein männlicher Vertreter). Eigentlich ist für einen LK eine Mindestanzahl von 15 Leuten erforderlich – unser Kurs wurde vom Direx nur genehmigt, weil das Französisch-Interesse an unserer Schule kaum vorhanden ist und man so über jede noch so kleine Anzahl von Willigen erfreut war.
Eigentlich ist eine kleine Gruppe ja nun ziemlich lernfördernd. Meine Lehrerin beschränkt sich aber dadurch auf ziemlich ermüdendes „Reihumgehen“. Das heißt, wenn wir z.B. einen Text laut lesen, liest jeder immer ca. drei Sätze, dann folgt der Nachbar und dessen Nachbar und so weiter. Ähnlich wird bei Hausaufgaben vorgegangen. Wir fangen vorne links an, jeder liest reihum seine Antwort vor. Spätestens bei der fünften Person hat man alles schon mal gehört – egal, es kommen alle dran, und wenn es uns schon aus den Ohren kommt. Selbes Verfahren bei gemeinschaftlich zu lösenden Grammatikzetteln. Nacheinander beantworten alle einen Satz, in den z.B. die richtige Präposition eingesetzt werden muss. Immer wieder die gleiche Prozedur, jede Stunde. Auf Inhalte in schriftlichen Aufgaben wird gar nicht groß eingegangen. Hauptsache, man trifft so ungefähr den Kern des Ganzen, wichtig ist fast nur, dass die Grammatik ok ist. Es haben schon mal zwei Leute zwei verschiedene Antworten zu einer Frage vorgelesen, auf die es jedoch nur eine Antwortmöglichkeit gab. Reaktion der Lehrkraft: „Inhaltlich gut, aber einige grammatikalische Schwächen.“ Und das zu beiden Antworten.
Außerdem versteht es die „Lehrkraft“, jedes noch so interessante Thema einfach kaputtzumachen. Beispiel: die Lektüren von Camus und Sartre. Ich finde die Bücher wirklich interessant, kann auch die Philosophie und Ansichten, die dahinter stehen, sehr gut nachvollziehen und in vielen Punkten teilen. Wenn man jedoch in jeder zweite Stunde Fragen zu bearbeiten hat, auf die man immer dieselben Antworten geben muss, wenn man immer wieder anhand von vielen Szenen den Charakter und die Gleichgültigkeit von Meursault, dem Protagonisten Camus’, auseinandernehmen muss (wer L’étranger - Der Fremde - gelesen hat, weiß, dass sich quasi auf jeder Seite die gleichen Charaktereigenschaften zu erkennen geben, bis sich das Ganze zum Ende hin wandelt), wenn man immer wieder erklären soll, welche Philosophie Camus vertritt und wo das erkennbar wird ( nur so ungefähr jeder dritte Satz macht das deutlich), dann wird einem schnell langweilig. Nicht nur das, nach einer gewissen Zeit ist man frustriert. Nun mag man natürlich denken: Hey, ist doch klasse, da kann man wenigstens ordentlich Punkte abstauben – nein, nein, nein, es ist einfach nur langweilig!
Wir kommen uns alle blöd vor, wenn wir zum zehnten Mal innerhalb von zwei Wochen erklären sollen, was ein sog. Harki ist. (très simple: Algerier, der im algerisch-französischen Krieg auf Seite der Franzosen gekämpft hat). Angeblich, „um euer Wissen zu festigen, damit ihr ganz genau versteht worum es geht“. DAS IST DOCH OFFENSICHTLICH!!!! ES IST EINFACH!!! Wie soll man so etwas innerhalb von zwei Wochen vergessen, wenn man schon drei Mal darüber gesprochen hat??? Niemand, nicht ein einziger hat noch Lust, diesen Unterricht zu machen. Ihr müsstet uns mal sehen, wie wir Stunde für Stunde im Klassenraum sitzen. Lange Gesichter, hochgradig gelangweilt. Das muss man als Lehrer doch merken, oder nicht?
Nun mögt ihr einwenden: Warum sprecht ihr mit eurer Lehrerin nicht darüber? Tja, das haben wir bereits. Ich habe den Anfang gemacht, zwei andere Leute sind mir beigesprungen und wir haben wortwörtlich gesagt, dass der Unterricht langweilig ist. Wir haben eine halbe Stunde auf sie eingeredet, haben gesagt, was uns stört und was wir stattdessen interessanter fänden. Doch sie hat es nicht verstanden!!! Der Unterricht hat sich kein bisschen gebessert. Es wird auf uns nicht weiter eingegangen, sondern der Stoff, den sie wahrscheinlich schon fünfmal so behandelt hat, einfach durchgezogen. Zu bestimmten Themen bieten sich Diskussionen bestens an, ja die Themen schreien förmlich nach einer Diskussion. Nein, wir müssen schriftlich eine Aufgabe dazu beantworten, auf die unterschiedlichen Meinungen, Ansichten und Vorschläge wird nicht eingegangen. Es ist ein stumpfes Abarbeiten, in die Tiefe gehen wir kaum. Fazit
Der Unterricht bei uns ist extrem einfach. Es wird einem wirklich nicht viel abverlangt, wir drehen uns ständig im Kreis. Das Problem dabei ist einfach nur, dass in den Klausuren von uns erwartet wird, dass wir uns steigern, dass wir in den Klausuren das leisten, was man leisten muss. Nur leider leisten wir im normalen Unterricht nicht soviel, wie man leisten muss. Es ist sehr schwer, bei diesem Niveausprung Unterricht – Klausur mitzuhalten, was auch für das Abitur nicht sonderlich hilfreich ist. Ich kann mich bis jetzt nicht beschweren, die letzten beiden Semester lagen meine Noten jeweils bei 10 Punkten (entspricht einer 2-), aber trotzdem ist dieser Unterricht meiner Ansicht nach nicht sinnvoll. Ich möchte hier garantiert niemandem einreden, Französisch-LK sei der letzte Mist. Jedoch ist es halt einfach stark lehrerabhängig. Dass LK-Unterricht auch anders sein kann, weiß ich aus eigener Erfahrung. Der Englisch-LK macht mir Spaß, hier wird um einiges vielschichtiger, vielseitiger und interessanter gearbeitet. Meine Lehrerin hier gibt sich Mühe, ist für Anregungen offen. Ich bin auch davon überzeugt, dass Französisch im LK Spaß machen könnte. Meine Unzufriedenheit liegt eigentlich nur an der Lehrkraft – es macht mir Spaß, mit der Sprache zu arbeiten und ich werde auch in Zukunft höchstwahrscheinlich weiter mit Englisch und Französisch arbeiten. Doch auf Mutmaßungen darüber, wie der LK auch hätte sein können, kann ich meine Bewertung für meine Erfahrungen mit dem Leistungskurs nicht aufbauen, und deswegen vergebe ich drei Sterne - einfach, weil ich Französisch trotz des Unterrichts noch mag...
Machts gut Eure Sarah
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19.02.2006 21:56
hab auch französisch lk, aber der ist um ein gutes schwerer. auch die klausuren, aber die themen sind interessanter
22.02.2005 16:14
Leide immer noch unter dem bösne Fehler, vor 2 Jahren "Franzö sisch" in das Kästchen geschrieben zu haben *grummel* Themen haben wir im Übrigen ähnliche, is ja echt interessant - allerdings komplett andere Bücher (Les jeux sont fait, le malade imaginaire, les enfants du siecle, l'hote, mateo falcone, ou es-tu). LG, Schnuffi :) PS: Eine Frage noch: C'est quoi, un harki? ;)
29.01.2004 00:40
Ich hatte auch Englisch und Französisch als LK, letzteres bei einem Muttersprachler. Mir hat es beides Spaß gemacht, wiewohl meine Lehrer in beiden LK uns nicht eben mit Arbeit verschonten. Die französische Grammatik ist aber nicht so schwer (zumindest fand ich das nie), und auch die Sprache an sich ist überschaubar und nicht so schwierig. :-) Viele Grüße, P.