Erfahrungsbericht über "Freddy's New Nightmare (DVD)"

veröffentlicht 23.09.2017 | Cosmay
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Vertrauende : 488
Über sich :
Manchmal muss man einfach nach seiner Nase gehen. Auch wenn man sie sich dabei mal einschlägt. (Romy Schneider)
Durchschnittlich
Pro umfangreiches Bonusmaterial, potentialträchtige Story, Robert Englund im Doppel
Kontra viel zu viel Gekreische und Geheule, unausgegorene Umsetzung, oberflächlich und langamtig
besonders hilfreich
Bildqualität
Klang
Tonformat:
Action:
Anspruch

""God will not take me.""

Kurzeindrücke.

Kurzeindrücke.

Grad der Teil der „Nightmare on Elm Street“ Reihe, den ich als rigoros gelungen im Hinterkopf andächtig verankert hielt, sollte mich bei der neuerlichen Sichtung am just gestrigen Abend regelrecht enttäuschen. Die alles überbordende Mixtur aus wildem Gekreische wie einer für mein heutiges Empfinden eben doch eher wirr-unausgegorenen Story inmitten des rund 100 Minuten umfassenden Horrorfilm

“Freddy’s New Nightmare“

(Original: "New Nightmare", Alternativtitel: "Wes Craven's New Nightmare", "A Nightmare on Elm Street 7: The Real Story", "A Nightmare on Elm Street Part 7: Freddy's Finale", "A Nightmare on Elm Street Part 7: The Ascension", "Real Nightmare, "Nighmare VII" oder schlichtweg "Freddy 7")
nervte und langweilte mich wechselseitig, besticht dieser jedoch immerhin recht erfreulich anhand seiner Mixtur aus „Freddy Krueger ist eine rein fiktive Filmfigur“ und „Freddy lebt“, die man gewiss mit Augenzwinkern betrachten könnte, sofern und soweit man nicht eher damit beschäftigt ist, ohnehin heftig zu zwinkern, um nicht in den Schlaf abzudriften.

Der Witz per se des im Jahre 1994 unter der Regie seitens Wes Craven geführten Leinwandspektakels ist der, dass es nun nicht um eine authentische Story rund um Freddy Krueger (Robert Englund) geht, sondern vielmehr um die Vermarktung eben jenes fiktiven Films.

Entgegen vorangegangener Absprachen soll Heather Langenkamp, die im ersten sowie dritten Teil die Rolle der Nancy Thompson spielte (somit dort tatsächlich dargestellt von Heather Langenkamp) nunmehr an einem weiteren, abermals endgültig letzten Teil der Reihe mitwirken.

Ausgerechnet ihr Lebensgefährte Chase (David Newsom) arbeitet tricktechisch versiert an Freddys neuer Hand, offenbarte Heather jedoch anhand ihrer wiederkehrenden Alpträume nichts von seinem aktuellen Auftrag. Dadurch, dass auch der gemeinsame Sohn Dylan (Miko Hughes) von schlechten Träumen geplagt wird und überdies schlafwandelnd berichtet, dass sein Stoffdinosaurier ihn vor dem Bösen zu beschützen versucht, ist Heathers Motivation an der neuen Wes Craven Adoption mitzuspielen, eher geringfügiger Natur. Da jedoch auch Robert Englund (als Robert Englund) bereits an der Fortführung der Reihe interessiert scheint, wird Heather förmlich überfahren, während Chase indes passenderweise während einer buchstäblichen Autofahrt eine Begegnung mit dem eben doch echten Freddy Krueger (ebenso dargestellt von Robert Englund) erleidet....
Die Umsetzung
hätte meines Erachtens nach durchaus ein absoluter Kracher werden können. Die Idee, im nunmehr siebten Teil zu offenbaren „war alles nur Show“ um sodann jene Enthüllung wiederum zu widerlegen, trägt durchweg Potential inne, welches jedoch bedauerlicherweise nur marginal genutzt wurde.

Es verwirrt gewissermaßen bereits, dass Heather von Anfang an solche Angst vor ihren / wegen ihren Alpträumen hat, jedoch im weiteren Verlauf nicht wirklich äußert, dass sie an Freddy Krueger als solchen glaubt. Sobald sie sodann eben doch entsprechende Warnungen ausstößt, wirkt sie wiederum zu wenig überrascht, während ebenso die Emotionen grundsätzlich sparsamer Natur eingeetzt wurden.

Soll heißen:
Abermals erscheint hier kaum eine Figur ernsthaft verblüfft bishin schockiert, wenn unerklärliche respektive blutige Fakten ihren Tribut zollen, wohingegen inmitten von „Freddy's New Nightmare“ dergestalt gekreischt, gebrüllt und geheult wird, dass es mir persönlich schlichtweg gravierend auf die Nerven ging.

So galant die Auftritte von Robert Englund als er selbst gewesen sein mögen, so sehr begann ich bei der gestrigen neuerlichen Sichtung des Filmes ein wenig Bedauern um seine Rolle zu empfinden, wirkt dieser außerhalb seines Freddy Krueger Auftretens vereinzelt verloren in dem – sagen wir, wie es ist – unterdurchschnittlichen Drehbuch und beinahe fremd-beschämt. Dadurch, dass er gleich zwei (als er selbst sowie als Freddy Krueger) unpassende Synchronstimmen abbekam, wird dem geneigten Zuschauer auch noch der letzte Rest an Gutmütigkeit aus dem Leib gezerrt.

Der weitere Verlauf der Handlung, sofern man diese als solche überhaupt derartig titulieren darf, bleibt zum Großteil langwierig, bietet diese kaum Überraschungen, geschweige denn den Witz, der sich in den letzten Teilen zumindest zu zeigen versuchte. Selbst die Front, die eigentlich fast nur noch auf möglichst spektakuläre Todeskampfszenen hofft, wird bitterlich enttäuscht werden; wirkt überdies selbst der ewige Einfall, in irgendeiner (bescheuerten) Art Fred Kruegers Zunge zum Einsatz zu bringen, totalitär verloren und schrecklich albern, um nicht zu sagen: peinlich.

Viel zu sehr geht die Idee, Fred Krueger als echte Figur durch die Verkörperung der Filmfigur einen Nährboden zu liefern, in einem durchwachsenen Einerlei unter, so dass sogar die kleinen liebevollen Hinweise auf die vorangegangenen Teile der „Nightmare on Elm Street“ Reihe in sich selbst verloren wirken.

Die wie zufällig am Rande erwähnte Bemerkung, dass der erste „Nightmare on Elm Street“ Teil der beste während nicht zuletzt der dort gezeigte „Tod an der Zimmerdecke“ der raffinierteste gewesen ist, erstreckt sich im weiteren Verlauf des nunmehr siebten Teils auf den Zuschauer, der sich eigentlich nur noch an den Wiedererkennungswerten der Vorgänger erfreuen kann, bietet „Freddy's New Nightmare“ im inneren Kern viel zu wenig, um den Zuschauer bei Laune wie auch Begeisterung zu halten.

Spannung, Nervenkitzel oder gar nur den sog. Old-School-Charme sucht man hier meines Empfindens nach nahezu vollends vergebens; jene Front hingegen, die den bisweilen eigentümlichen schwarzen Humor wie auch Klamauk der vorangegangenen sechs Teile zu genießen verstand, werden womöglich mit der Rückführung zur Ernsthaftigkeit des quasi-Pilotfilms unzufrieden sein.

Der Legende nach war Wes Craven es selbst, dem die hier und dort zu humoristischen Elemente der Vorgänger zu viel der Fantasie waren, so dass er im Grunde genommen zu retten versuchte, was zu retten war ~ ungünstigerweise werden die meisten Zuschauer, die „Freddys New Nightmare“ überhaupt noch sehen wollen, genau die sein, die die Morbiditäten der Werke, mit denen Wes Craven streng genommen nicht viel zu tun hatte, zu schätzen wussten.

Die DVD selbst
liegt mir in Form der „Nightmare on Elm Street – Collection“ aus dem Hause Warner Brothers vor, für die ich seinerzeit als Import aus Österreich '''19,99 €''' zahlte. Via Amazon wird ein Preis von rund 26 € angezeigt, ist die Box derzeit jedoch nicht erhältlich.

Neben der '''Tonauswahl''' via Deutsch (Dolby Digital 2.0 Surround) sowie Englisch (Dolby Digital 5.1) steht dem etwaigen Interessenten der jeweils dazugehörige '''Untertitel''' zur Verfügung. Qualitativ  ist hinsichtlich des Tons meines Empfindens nach alles in Ordnung, sieht das Bild der späten 90er Jahre ebenfalls ordentlich aus und lässt selbst kleinere ins Dunkel verlagerte Details gut erkennen.

Wie bereits erwähnt erhielt Robert Englund hier gleich zwei neuerliche '''Synchronstimmen''', die mir weder in seiner Rolle als er selbst noch in seiner Rolle als Fred Krueger als passend erscheinen.

Nicht zuletzt wegen der mitnichten authentisch wirkenden Stimme empfiehlt es sich meines Erachtens nach, den Film möglichst in der Originalfassung zu sehen, wirkt zumindest das kontinuierliche Gekreische nicht ganz so ein- bzw. aufdringlich.

Da sich die Box erwartungsgetreu einzig und allein der „Nightmare on Elm Street“ Reihe widmet, gelangt der Inhaber nach Einlegen der Disc in ein entsprechendes Abspielgerät auch unumwunden ins - '''sehr lieblos gestaltete, jedoch umso übersichtlicher geratene Hauptmenü, welches von einer akustischen Dauerschleife untermauert ist.'''

Wer bei der Sichtung des Hauptfilmes einschläft, wird somit immerhin automatisch wieder wach, wenn sich das Geplätscher der Soundkulisse förmlich ins Hirn, wenn nicht gar die Blase, des Zuschauers frisst.

So vielversprechend das Bonusmaterial in Form von

  • Audiokommentar von Wes Craven
  • Eine verrückte Truppe (0:51 min.)
  • Zwei Welten (2:04 min.)
  • Filmemacher (4:38 min.)
  • Das Problem mit Fortsetzungen (1:35 min.)
  • Der Weg zum Filmemacher (7:54 min.)
  • Sadomasochismus (0:54 min.)
  • Freddy gegen Pinhead (2:55 min.)
  • Freddys wahnsinnige Energie (1:40 min.)
  • Der Ursprung von Schauergeschichten (2:03 min.)
  • Die Vorliebe für Schauergeschichten (1:34 min.)
  • Freddy als Sexobjekt (1:58 min.)
  • Keine Zaubertricks mehr (2:27 min.)
  • Lagerfeuergeschichten (1:43 min.)
  • Ein Monster mit Persönlichkeit (0:33 min.)
  • Erschaffung von bleibenden Horrorcharakteren (1:33 min.)
  • US-Kinotrailer (2:29 min.)

auch klingen mag, so wenig habe ich mich hier damit befassen wollen, bin ich zu guter Letzt vollends offen gesagt eher froh, dass ich die Komplett-Box nunmehr endgültig gesichtet wieder ins Regal stellen kann.

Mit der Freigabe ab 16 Jahren gehe ich in diesem Fall absolut konform, involviert „Freddy's New Nightmare" meines Empfindens nach keinerlei handfest verstörenden Szenen, alldieweil das wenige Blut, das hier verteilt wird, schrecklich unschrecklich, weil überaus künstlich, aussieht.

Summa summarum

hatte ich speziell diesen vermeintlich letzten Teil weitaus besser in Erinnerung als ich ihn bei der neuerlichen Sichtung empfand.

Ich mag kein Geheimnis daraus machen, dass ich durchaus gewillt bin, mir in den nächsten Tagen ebenfalls „Freddy vs. Jason“ nochmals anzuschauen und hierbei nunmehr bereits damit rechne, dass ich auch diesem nicht (mehr) viel abgewinnen werde ~ markanterweise ist und bleibt es jedoch Fakt, dass mich der Großteil der „Nightmare on Elm Street“ Reihe zwar eher enttäuschte, ich mich dessen ungeachtet jedoch selbst als Fred Krueger Fan bezeichnen würde.

Sei es, wie es wolle:
Für sich selbst betrachtet taugt „Freddys New Nightmare“ meines Erachtens nach nicht viel, wirkt insbesondere in seiner durchaus vielversprechenden Grundidee allzu umständlich erzählt, während speziell keinerlei psychologischer oder gar bloß emotionaler Tiefgang zu finden sein durfte.

Die kleinen Kniffe rund um die Verschmelzung des Films-im-Film wollen tragischerweise nur selten aus sich heraus, verschenken sich Szenen rund um Robert Shaye als Robert Shaye. Sarah Risher als Sarah Risher sowie John Saxon als John Saxon somit schlechterdings selbst und hinterlassen bei mir eher einen schalen denn einen runden Beigeschmack.

Was dennoch bleibt, ist eine neutrale Empfehlung für all jene, die sich für die Ereignisse der Elm Street erwärmen können und mittels diesem Teil zumindest eine irgendwie ja doch in sich abgeschlossenes Film-Reihe sichten möchten.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Rolfo1 veröffentlicht 24.10.2017
    Gratuliere zum Brilli. LG Rolfo
  • NatrixNatrix veröffentlicht 22.10.2017
    Hast du den Diamanten etwa ohne mich bekommen? Pah.
  • Ela675 veröffentlicht 18.10.2017
    gerne BH und Glückwunsch zum Brilli
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Produktdaten : Freddy's New Nightmare (DVD)

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Genre1: Horror

Ciao

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