Tagebücher gegen den Hass
11.08.2008
Pro:
schauspielerische Leistungen, Musik
Kontra:
Schwarz - Weiß Malerei
Empfehlenswert:
Ja
 templerthomas
Über sich:
Lesetipp des Monats - http://einestages.spiegel.de/s tatic/topicalbumbackground-xx l/24248/skizzen_ ...
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Vorwort: Freedom writers ist ein Film in der Tradition von Der Club der toten Dichter, das Idealbild einer Lehrerin setzt sich mit sehr viel Engagement an einer Ghetto Schule durch. DVD Daten: Darsteller: Hilary Swank, Patrick Dempsey, Scott Glenn, Imelda Staunton Regisseur: Richard LaGravenese Komponist: Mark Isham Format: Dolby, PAL, Surround Sound Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Türkisch (Dolby Digital 5.1) Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch Region: Region 2 Bildseitenformat: 16:9 FSK: Freigegeben ab 12 Jahren Studio: Paramount Home Entertainment Produktionsjahr: 2006 Spieldauer: 117 Minuten Preis: 9,95 Euro
Inhalt und eigene Meinung: Die idealistische junge Lehrerin Erin Gruwell (Hillary Swank) kommt in ihrem ersten Jahr an eine Ghetto-Schule mit desillusionierten Kids die in einer von Gangs und Rassenunterschieden beherrschten Umgebung aufwachsen. Zuerst scheitert die Lehrerin die für die SchülerInnen in ihren perfekten Klamotten und mit ihrer Ausdrucksweise einfach nur eine Witzfigur ist. Bis sie nach Auseinandersetzungen an der Schule auf eine unkonventionelle Idee kommt - die Schüler sollen ihre Erfahrungen in einem Tagebuch aufzeichnen (Projekt Freedom writers) und den Schülern mit richtigen Bücher (was von der Schulbehörde abgelehnt wurde) etwa Themen wie den Holocaust näher bringt. Um die Unterrichtsmittel zu finanzieren nimmt sie Nebenjobs auf, was wiederum ihre Ehe mit ihrem Mann Scott (Patrick Dempsey) in arge Nöte bringt.
In dem Bereich gibt es haufenweise klischeehafte und schlechte Filme (zu denen ich auch Dangerous Minds zähle), dieser Film überzeugt jedoch durch eine sehr gute schauspielerische Leistung von Hillary Swank (spielt die Frau je mal schlecht?) und realistische Wendungen (die Lehrerin gerät über ihr Mega-Engagement in eine Ehekrise mit ihrem Mann der sie kaum noch zu Gesicht bekommt, ihr Engagement kommt beim Direktor nicht gut an etc). Auch die Schauspieler der SchülerInnen überzeugen rundherum. Im Gegensatz zum Einheitsbrei der Schuldramafilme ist die Wandlung des Klassenklimas durchaus glaubwürdig. Der Film erzählt eine wahre Geschichte und ist daher umso eindringlicher. Auch der Soundtrack und die Nebenstorys überzeugen.
Was mich jedoch störte ist die Stypisierung der anderen Lehrer die entweder als rassistisch dargestellt werden oder komplett gegen jegliche Lernfortschritte der Schüler. Es wäre hier realistischer gewesen andere Lehrer als schlichtweg faul darzustellen. Von der Sorte gibt es viele - in allen Ländern. Typus wieso soll ich etwas tun wenn ich eh mein Gehalt bekomme. Auch der Typus "unfähig zum Unterrichten" (so leicht ist der Job ja nicht ;-) kommt nicht vor. Beide Typen reagieren immer negativ wenn engagierte Lehrer auftauchen, aus Neid, da sie selber im Vergleich schlecht aussehen etc. Ich denke so wird es wohl gewesen sein. Aber nein, die Gegenspieler sind Rassisten oder generell Gegner eines engagierten Unterrichts. Ich kann mir kaum vorstellen dass ein Rassist lange an einer von Latinos und Afro-Amerikanern beherrschten Schule "Weißenklassen" bilden konnten oder sich vehement gegen die Benützung von Büchern im Unterricht wehrten. Und welcher Direktor würde es nicht toll finden wenn eine berühmte Überlebende des Holocaust an seine Schule kommen würde (alle Direktoren lieben Publicity ;-). Vor allem die Gegenspielerin Imelda Staunton (schauspielerisch hervorragend von der großartigen Vera Drake dargestellt) wird als cholerische, frustrierte Lehrerin überzeichnet. Dabei hat sie durchaus Argumente - etwa das wohl kaum jeder Unterricht so funktionieren kann wie Erin Gruwell sich dies vorstellt. Da schimmern dann die Grautöne im Schwarz-Weiß Film hervor, aber eben nur kurz und nur für sehr aufmerksame, kritische Zuschauer. Wäre es generell US-Lehrern zuzumuten Nebenjobs anzunehmen (etwa als Hotel-Receptionistin) um Schulmittel für die SchülerInnen zu finanzieren? Kann jeder Lehrer aus seiner Stunde ein Happening machen? Wohl kaum.
Im Film wird dies durch Pathos und den zweifelsfreien Unterrichtserfolg überdeckt. Dennoch bleibt die Leistung der Lehrerin Erin Gruwell sehr bewundernswert und lobenswert. Wie sie es schaffte die Gang und Rassengrenzen in ihrer Klasse zu sprengen ist eine Meisterleistung der "Lehrerkunst". Zudem macht der Film Appetit auf das Buch. Das Buch mit den Aufzeichnungen der SchülerInnen kam nach dem Film sofort auf meine Leseliste. Mit einem anderen Regisseur als LaGravenese (Der Pferdeflüsterer) der für den Pathos, die Schwarz-Weiß Malerei und kitschige Szenen verantwortlich ist - wäre der Film wohl ein Meisterwerk geworden. So ist es einfach ein generell gelungener Film mit Schwächen. Der Film funktioniert dank durch die Bank erstklassigen schauspielerischen Leistungen, dem wahren Hintergrund, toller Musik und authentischen Nebenstorys.
ciao.de Fazit: Gut
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01.09.2008 10:27
Kenne den Film noch nicht, aber z. B. Dangerous Minds ist ja ähnlich von der Story... Also klingt auf jeden Fall sehenswert :-) LG
25.08.2008 00:29
Ehrlich gesagt käme es mit nie in den Sinn, den Film auch nur leihweise anzuschauen, denn bei der Inhaltsangabe kann eigentlich nach meiner Ansicht kein wirklich gescheiter Film bei herauskommen...
23.08.2008 12:41
vielleicht schaue ich ihn mir an