Freie Waldorfschule Magdeburg

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Also ich berichte jetzt nicht über die Waldorfpädagogik an sich, sondern ausschließlich über den Schulalltag an der Freien Waldorfschule Magdeburg. Sie existiert jetzt seit etwas mehr als 13 Jahren und hat daher bereits eine Abiturklasse verabschiedet. Pro bekannter Klassenstufe (also von ... Bericht lesen





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Individualität im Mittelpunkt
Erfahrungsbericht von cheyenne2031 über Freie Waldorfschule Magdeburg
09.02.2006


Produktbewertung des Autors:   


Pro: individuelle Unterstützung, kindgerechte Lernmethoden, Eltern voll integriert
Kontra: Schulbeitrag vielleicht (Kosten)

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Also ich berichte jetzt nicht über die Waldorfpädagogik an sich, sondern ausschließlich über den Schulalltag an der Freien Waldorfschule Magdeburg.

Sie existiert jetzt seit etwas mehr als 13 Jahren und hat daher bereits eine Abiturklasse verabschiedet. Pro bekannter Klassenstufe (also von 1 bis 13) gibt es eine Klasse. Mein Sohn besucht die zweite Klasse in dieser Schule. In seinem speziellen Fall beträgt die Klassenstärke 26 Kinder. Das ist ungefähr auch der Schnitt der übrigen Klassen.

Die schule ist eine sogenannte Freie Schule, da sie nicht abhängig vom Einzugsgebiet mit Schülern versorgt wird. Man könnte es grob auch Privatschule nennen, obwohl es sich um einen Verein handelt, in den man automatisch beitritt, wenn man sein Kind hier einschulen lässt.

Es gibt hier auch keinen Schulleiter oder Direktor im üblichen Sinne, sondern einen Geschäftsführer. Der ist sozusagen für nahezu alles verantwortlich. Hinzu kommt ein Lehrerbeirat, einen Eltern-Lehrer-Kreis und einen Hortkreis, die helfend bei Entscheidungen zur eite stehen. Die Schule finanziert sich also weitestgehend aus Elternbeiträgen, die pro Kind zu entrichten sind, und einem eil staatlicher Unterstützung. Der Schulbeitrag wird individuell nach den Einkünften berechnet. Hierbei sind nur die Netto-Einkünfte berechnet ... man zahlt also für ein Kind einen Beitrag von 6% des Netto-Gesamteinkommens.Damit ist es auch finanziell weniger gut gestellten Familien möglich, ihrem Kind diesen Ausbildungsweg zu ermöglichen.

Nun mal kurz zum Unterricht:
Der baut sich folgender Maßen auf:
von 8 bis 9:45 Uhr Hauptunterricht (bestehend aus drei Teilen)
dann folgen 45minütige Unterrichtsstunden.
In der unteren Stufe sind das Fächer wie Malen, Handarbeit, Musik, Russisch, Englisch, Sport, Eurythmie. Fächer wie Rechnen, Lesen und Schreiben fallen in den Hauptunterricht als jeweiliger zweiter Teil. Zudem werden diese drei in Epochen unterrichtet (also 3-4 Wochen Rechnen, 3-4 Wochen Schreiben und Lesen und dann 3-4 Wochen Formenzeichnen. Später kommen dann Fächer wie Heimatkunde und Geschichte hinzu.

Ganz kurz zu den einzelnen Fächern in der Unterstufe:

MALEN

Umgang mit Farben und Techniken

HANDARBEIT

stricken, so werden in der ersten Klasse kleine Zwerge gestrickt und ein Flötenbeutel. Später Bälle und Puppen.

MUSIK

Gesang, Rhythmus und Flötenunterricht

RUSSISCH UND ENGLISCH

die Sprachen in Gesang und Geschichten

EURHYTHMIE

Umgang mit Bewegung und Musik, Rhythmusgefühl

Ich denke, dass das als grobe Beschreibung ausreichen sollte.

MEIN EIGENER EINDRUCK

Das richtige Wort ist mir dafür noch nicht eingefallen, aber soviel kann ich sagen. Einem Kind kann beinahe nichts besseren passieren, als diese Schule zu besuchen. Jedes Kind wird individuell gefördert und betrachtet. Die Kinder erhalten keine Zeugnisse mit Noten. Statt dessen gibt es ausführliche Beurteilungen von jedem einzelnen Fachlehrer. Der Klassenlehrer/in nimmt die Klasse in Empfang und begleitet sie dann bis zur 8 Klasse. Damit ist immer die gleiche Vertrauensperson gegeben. Die Kinder werden spielerisch und kreativ an den Lernstoff herangeführt, so dass es ihnen keinen Stress vermittelt. Es läuft alles ohne Druck. Die Kinder lernen ganz automatisch den Umgang mit zwei Fremdsprachen, dem Flötenspiel und dem Handwerkszeug. Und das alles ohne größere Anstrengungen. Ich beobachte das bei meinem Sohn ... er liebt die Schule. Er geht gern hin und vermisst den Unterricht sogar in den Ferien. Was wünscht man sich als Mutter mehr, als eine solche Begeisterung. Hätten sich das unsere Eltern nicht auch von uns gewünscht?

Noch etwas sei erwähnt. Es gibt keine Schulbücher, bzw. nur sehr wenige. Die Kinder stellen sich ihre Bücher selbst her. Sie erarbeiten sich den Inhalt und fassen es in Epochenheften zusammen. Damit ist es dem Kind erspart, morgens mit einem schweren Ranzen den Schulweg anzutreten.

Mein Fazit: Da ich weiss, dass mein Sohn sehr neugierig und wissbegierig ist, aber unter großem Druck nicht sehr effizient ist, war diese Schule absolut die richtige Entscheidung. Ich würde es jederzeit wieder tun. Er wird zusätzlich gefördert, da er ganze Fabeln bereits nach einem Tag auswenig gelernt hat. Wo würde er damit sonst beachtet werden? Es hilft ihm, sich in seinem ganz eigenen Tempo weiter zu entwickeln, ohne dabei auf andere warten zu müssen.

Ich kann jedem nur empfehlen, sich wenigstens Informationen über diese Schulart einzuholen ... man soll sich ja nicht sofort entscheiden. aber ich vergebe eindeutig die Note eins, obwohl das unüblich wäre ... lächel.

NACHTRAG BEZÜGLICH EINES KOMMENTARS:

Die Lehrer sind über die Maßen engagiert, arbeiten viele Überstunden in der Woche freiwillig mehr ... sind bestrebt, stets verfügbar für Schüler und Eltern zu sein. Ich kenne das aus der Klasse meines Sohnes sogar so, dass wir als Eltern gleich zu Beginn der Schulzeit die Privatadresse und Privattelefonnummer der Klassenleiterin bekommen haben, um jederzeit unsere Belange klären zu können. Es gibt regelmäßige Elternabende. Und wenn man sonst etwas mit der Lehrkraft zu besprechen hat, kann man jederzeit in Kontakt mit ihr treten.

Computer: also in den unteren Klassen wird das in der Tat nicht so gern gesehen, da die Kinder in einer Phase der Nachahmung stecken und diese zunächst einmal für die Verinnerlichung von Zahlen und Buchstaben, Fingerfertigkeiten und Musik genutzt wird. Aber es kommt später auch ganz gewöhnlicher Informatikunterricht hinzu. Aber da muss ich zugeben, dass ich mich nicht ausreichend damit befasst habe. Ich weiss also nicht genau, in welchem Schuljahr das Fach eingeführt wird. Ich meine es sei die 7. Klasse. Beschwöre es aber nicht.

Und nein, es ist nicht ausschließlich eine musische Schule ... man sollte es eher künstlerisch nennen. Wobei das aber kein Zwang ist. Wer eben nicht so künstlerisch veranlagt ist, kommt hier auch nicht zu kurz. Es wird viel über Musik, Tanz, Malerei, Handarbeit vermittelt. Das macht die Theorie beim Lernen weniger trocken. Die Kinder haben einfach mehr Spass am Lernen. Das sollte man lobenswert erwähnen.

Noch eins: Es wird sehr viel Wert auf die Mitwirkung der Eltern gelegt. Es besteht daher auch ein enger Kontakt nicht nur zwischen Eltern und Lehrern sondern auch zwischen den Eltern an sich. Ich nenne es mal liebevoll eine übergroße Familie.

Ich hoffe, ich konnte ausreichend weiterhelfen.

Liebste Grüße
cheyenne2031   


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