---DIE "GROßE" BEI DEN KLEINEN---
04.01.2004
Pro:
Vergütung ;), man lernt und tut etwas
Kontra:
Seminare können langweilig sein, nicht jeder hat soviel Glück wie ich
Empfehlenswert:
Ja
 Jandira
Über sich:
Mitglied seit:15.08.2000
Erfahrungsberichte:417
Vertrauende:67
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Bevor ich meine Ausbildung dieses Jahr im August anfing, da absolvierte ich ein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ, im Kindergarten. Bevor ich aber ein FSJ anfing musste ich mich erst einmal erkundigen wo man sowas machen kann. Meine Wahl fiel auf das Diakonische Werk in Bremen. Bremen halt weil ich hier wohne ;), aber wir hatten auch Leute aus ganz Deutschland die dafür extra nach Bremen gezogen sind. Ich rief brav beim Diako an und sagte dort was ich wollte. Einige Zeit später bekam ich dann einen Termin zum vorstellen, dort wurde dann gefragt in welchem Bereich ich denn ein FSJ machen wolle. Es gibt da die Möglichkeit im Krankenhaus, Altersheim, Obdachlosenheim, Behindertenheim und Kindergarten. Kindergarten war eher meine Richtung und ich hatte Glück, ein Kindergarten in meiner Nähe hatte einen Platz und dort sollte ich mich vorstellen. Pro Bewerber gibt es auch erstmal einen Platz zum bewerben, der Kindergarten bekam auch keinen andren zur Auswahl. Fand ich damals schon fair und finde es heute noch ;). Der Kindergarten sagte mir sehr zu und die lieben Leute nahmen auch mich und so fing dann August 2002 mein FSJ dort an.
So bekam ich also einen Vertrag wo dann alles aufgeschrieben war: Arbeitszeit, Vergütung, Pflichten, Rechte, etc. pp. Da ich also beim Diakonischen Werk in Bremen war kann ich nur darüber berichten ;) und über den Kindergarten. Das war übrigens der Kindergarten Himmelskamp in Bremen-Nord.
Der Kindergarten hatte jedoch nur von 8-14 Uhr geöffnet, meine Arbeitszeit betrug jedoch 37,5h laut Vertrag. Also habe ich die 6h im Kindergarten gearbeitet, Montags war noch Mitarbeiterbesprechung von 15-18 Uhr und dann noch Vorbereitungszeit von ca. 1,5h 2-3x die Woche. Das durfte ich aber meistens zu Hause erledigen, sehr kulant fand ich das ;). Normalerweise bekam ich das Geld für das Mittagessen vom Diako bezahlt, allerdings brauchte ich in meinem KG nichts bezahlen, das wurde intern geregelt. Ihr seht, ich hatte verdammt viel Glück :). Auch die Erzieherinnen und die Köchen sowie die Leiterin, alle sind echt nette Leute. Die Kinder sowieso ;). Sie freuen sich alle wenn ich sie mal besuchen komme und ich besuche sie auch gern.
Die Arbeit dort hat mir sehr viel Spaß gemacht, konnte ich doch mit den Kindern spielen und wenn ich z.B. Ideen zum basteln hatte konnte ich sie auch mit den Kindern ausleben. Ich war also nicht einfach eine Praktikantin, was für viele Betriebe heißt: Jemand der billig die Drecksarbeit erledigt, nein, ich wurde dort für voll genommen und wenn ich mal sagte, sorry, aber das kann ich einfach nicht! dann brauchte ich es auch nicht tun. Obwohl ich alles machte, denn es hat Spaß gemacht. Bis auf die, sorry, Kotze von einem Kind, das brauchte ich nicht wegmachen, denn ich hätte glatt daneben noch mehr hingespuckt ^^. Aber nun zum Diako.
Wichtig war natürlich das wir zur Arbeit gingen, und das regelmäßig ;). Aber wenn wir FSJler Probleme hatten, dann waren Bernd und Ute, unsere FSJ-Leiter, für uns da und halfen uns. Einige FSJler haben einige Male die Stelle gewechselt weil es Probleme gab und Bernd und Ute haben denen prima geholfen. Alle paar Wochen gab es ein 2-Tage-Seminar wo wir z.B. einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht haben oder einen Kinästhetikkurs. Ich hoffe ich habe das jetzt richtig geschrieben *gg*. Das ist ein Kurs der sicher für Altenpfleger oder Behindertenbetreuer interessant ist, denn in diesem Kurs haben wir gelernt wie man Menschen mit Hilfe der natürlichen Bewegung bewegt ohne groß kraft aufzuwenden. Das ist unheimlich hilfreich bei z.B. bettlägrigen Menschen oder welche die sich extra schwer und steif machen. Es gab auch zwei Wochenseminare, dafür fuhren wir extra nach Bederkesa. Die beiden Seminare waren anstrengend, wenn auch aber teilweise lustig. Abends haben wir nämlich oft "Theater"abende gemacht mit lustigen Spielen. Das Abschlussseminar, eine Woche halt in Bederkesa *gg*, war am lustigsten, jedenfalls der letzte Abend. Da wurden Bernd und Ute nachgemacht wie wir zum Vorstellunsggespräch ankamen und wie sie sich benommen haben. Bernd mit seinem Vollbart, Hosenträger, kariertem Hemd und Mütze, Ute mit ihrem Handy. Wir haben uns einfach kaputtgelacht wie die beiden FSJlerinnen das nachgemacht haben. Übrigens waren wir, am Ende, mit zwei Jungs und ca. 20 Mädels bzw. junge Frauen eine recht unterbesetzte Gruppe was die männliche Seite angeht, aber es hat dennoch Spaß gemacht. Jungs bzw. junge Männer können ein FSJ machen, es gilt aber nicht als Ersatz für die Bundeswehr bzw. Zivil.
Wenn man jedoch Erzieher/in werden will oder etwas anderes in die soziale Richtung gilt das FSJ z.B. als Vorpraktikum oder beim Studium wird es auch angerechnet. Also für die Leute die an sowas gedacht haben, aber bisher noch keinen Platz haben sollte mal an ein FSJ denken ;). Das FSJ ist aber auch praktisch wenn man noch nichts für die Zukunft hat, also keinen Ausbildungsplatz, oder ein Jahr überbrücken muss/möchte und dabei nicht auf der faulen Haut liegen will oder für Leute, die schauen möchten ob sie vielleicht für das Soziale geeignet sind. Mir fällt auch grad ein: Wer ein Jahr als FSJler gearbeitet hat bekommt für 6 Monate Arbeitslosengeld. Das FSJ geht ein Jahr, sieht man ja schon am Namen ;), man kann es aber auch in Ausnahmen bis zu 6 Monaten verlängern. Ein Freiwilliges Soziales Jahr können Jugendliche und junge Erwachsene von 16-26/27 Jahren absolvieren. Die Vergütung betrug bei mir ca. 370€ netto, Lohnsteuerkarte ist von Nöten. Da ich schon volljährig war als ich das FSJ anfing hatte ich 26 Tage Urlaub, Minderjährige haben 28 oder 29 Tage.
In dieser Vergütung war, wie gesagt, Geld für evtl. Essen auf der Arbeitsstelle, und Fahrtkosten. Der Rest war Taschengeld ;). Die Vergütung ist aber von den Anbietern eines FSJ abhängig, das Diakonische Werk bezahlt ziemlich viel. Mehr fällt mir leider nicht mehr ein, wer aber noch Fragen hat kann entweder auf der Homepage nachschauen: http://www.diakonie-bremen.de/ oder http://www.fsj-web.org/deutsch/regionen_detail.htm
oder einfach Fragen stellen, ich versuche sie dann zu beantworten ;). Bis denne...
Jandira
Lasst die Kommentare regnen ;)
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Freiwilliges soziales Jahr
|
|
04.02.2004 20:34
Schöner Bericht!
09.01.2004 14:42
Das ist sicher eine gute Erfahrung, die man nicht umsonst gemacht hat. Du hast ja rundum viel Glück gehabt. Hat es denn nun einen Einfluss auf deine zukünftige Berufswahl? Lieben Gruß, Antje
05.01.2004 17:07
Hallo! Ein wirklich guter und informativer Bericht...! Liebe Grüße, Lars :o)