(Latein)Vokabeln lernen und nicht wieder vergessen

5  04.09.2003 (16.09.2003)

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Empfehlenswert: Ja 

Trinity007

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Ein Blick in mein altes Ex-Heft der 5. Klasse zeigte es wieder einmal: Nicht die Übersetzungen waren mein Problem, sondern vielmehr die Vokabeln. Und nichts ist meiner Meinung nach ärgerlicher, als wenn man unter 10 Fehlern 8 Vokabelfehler findet. Vor allem wenn man ja die neuen Vokabeln gelernt hatte, aber leider die Älteren schon wieder vergessen hat. Deshalb möchte ich euch heute zwei Lerntechniken vorstellen, die besonders das Langzeitgedächtnis unterstützen.

5-FÄCHER-LERNKASTEN
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Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um einen Vokabelkasten mit fünf Fächern. Diesen Kasten kann ich wirklich empfehlen, da er bei regelmäßiger Nutzung wirklich Erfolg verspricht (an meiner alten Schule ist er mittlerweile für die 5-Klässler Pflicht geworden).

Ausführung
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1. Alle Vokabeln auf Karteikarten schreiben (auch die Wörter, die man bei Hausaufgaben, Schulaufgaben oder Sonstigem nicht wusste)
2. Alle Vokabeln in das erste Fach geben (das erste Fach muss täglich (!) – etwa 5 bis 10 Minuten – wiederholt werden)
3. Vokabeln, die beim Abfragen nicht gewusst wurden, bleiben im ersten Fach, die übrigen wandern weiter ins Zweite
4. Wenn das zweite Fach voll ist (aber erst dann!), wird auch dieses wiederholt: nicht gekonnte wandern zurück ins erste Fach, die gekonnten weiter ins Dritte
5. Die übrigen Fächer funktionieren ebenso: nicht gekonnte Vokabeln kommen immer ins erste Fach, die gekonnten Wörter ein Fach weiter

Vorteile
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Der Zeitaufwand ist nicht bedeutend größer als beim „normalen“ Lernen. Einfach den Lehrer fragen, ob man die Wörter anstatt ins Vokabelheft auch auf Karteikarten schreiben kann. So bleibt die Arbeit die selbe. Bei meinen Nachhilfeschülern habe ich relativ schnell eine deutliche Verbesserung ihres Wortschatzes bemerkt, so dass ich wirklich behaupten kann, dass der Kasten seinen Zweck erfüllt und die Wörter bei regelmäßiger Anwendung (!) auch im Gedächtnis bleiben.

Nachteile
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Der Kasten ist eher für Anfänger geeignet, da es doch sehr viel Arbeit machen würde, wenn man als 9-Klässler noch einmal alle Vokabeln abschreiben müsste.

Erhältlich ist der Kasten in jedem besser geführten Schreibwarengeschäft.


LERNTECHNIK FÜR SEHR DISZIPLINIERTE SCHÜLER
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Mit dieser Lerntechnik habe ich nur eingeschränkte Erfahrungen, da ich niemanden kenne (mich miteingeschlossen), der wirklich das ganze Programm durchgehalten hat. Ich will es euch aber nicht vorenthalten, da man angeblich 99% der auf diese Weise gelernten Wörter nie wieder vergisst.

Ausführung
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1. Die zu lernenden Vokabeln in Einheiten von je maximal 9 Wörtern einteilen
2. Erste Einheit lernen: jeweils 3 Wörter lernen, wiederholen, durcheinander abfragen/schreiben; mit den nächsten 3 Vokabeln ebenso verfahren; dann alle 6; dann die letzten 3; dann alle 9
3. Danach etwas anderes erledigen

4. Zweite Einheit lernen (siehe bei 2.)
5. Etwas anderes erledigen

6. Erste und zweite Einheit wiederholen
7. Drei bis vier Stunden später beide Einheiten wiederholen

8. am Morgen des nächsten Tages wiederholen
9. am Nachmittag des nächsten Tages wiederholen
10. eine Woche später wiederholen
11. ein Monat später wiederholen
12. drei Monate später wiederholen

Vorteile
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Ich kann mir vorstellen, dass man mit dieser Methode die Vokabeln sehr gut im Gedächtnis behält, kann es aber nicht aus eigener Erfahrung heraus bestätigen.

Nachteile
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Man muss wohl über eine gehörige Portion Selbstdisziplin verfügen, um das alles auch auf Dauer durchzuhalten (oder eine strenge Mama haben, die einen wachen Blick auf das Ganze hat ;-)). Aber als Minimalprogramm reichen auch die Punkte 1-7; 9; 10.


MEINE EIGENEN TIPPS
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Zu meiner Schande muss ich an dieser Stelle einmal gestehen, dass ich selbst äußerst faul war, was das Vokabel-Lernen betrifft (wenn das nur keiner meiner Nachhilfeschüler liest *g*). Aber da ich mich eher dazu überwinden konnte, jeden Tag ein wenig zu lernen, als vor Schulaufgaben Stunden am Schreibtisch zu sitzen, entwickelte ich im Laufe der Zeit ein System, das mir eigentlich ganz gute Noten bescherte ;-).

Mein „Rezept“
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Zu Beginn meiner „Latein-Karriere“ fragte mich meine liebe Mama fast täglich die Wörter ab (was aus heutiger Sicht natürlich auch den Vorteil hatte, dass ich die Vokabeln auch lernen musste). Die Vokabeln, die ich nicht konnte, markierte sie mit einem Punkt und fragte mich diese dann auch in den nächsten Tagen noch ein paar Mal ab. Für mich selbst war Ausfragen eigentlich immer die beste Methode.

Da mich meine Mutter natürlich nicht die ganzen nächsten Jahre ausfragen konnte, musste ich mir wohl oder übel etwas Neues einfallen lassen: Um alle Wörter der vergangenen Jahre auf Karteikarten zu schreiben, war ich zugegebenermaßen zu faul und so beschränkte ich mich darauf, nur die Wörter aufzuschreiben, die ich bei Hausaufgaben, Ausfragen oder Schulaufgaben nicht wusste (was trotzdem noch eine Menge war *g*). Diese wiederholte ich dann regelmäßig, so etwa jede Woche.

Des Weiteren wiederholte ich auf Anraten eines ehemaligen Lehrers die Vokabeln auch nach folgendem System: Wenn wir zum Beispiel die Wörter von Kapitel 45 aufbekamen, wiederholten wir auch die Kapitel 5, 15, 25 und 35. Man kann es sich auch auf mehrere Tage aufteilen, denn normalerweise bekommt ja nicht jeden Tag neue Vokabeln auf. Die nicht gekonnten Vokabeln schrieb ich wiederum auf Karteikarten.

Das Schöne aus meiner Sicht war, dass man durch das ständige Wiederholen immer weniger Vokabeln nicht wusste und das hat mich doch ungemein motiviert.

Eselsbrücken
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Ich finde, dass man sich vor allem in Latein sehr viele Wörter herleiten kann. Besonders für die Menge an Verben, die mir persönlich immer die meisten Schwierigkeiten bereiteten, ist das sehr hilfreich. Aus diesem Grunde sollte man fit sein, was die Präfixe (Vorsilben) betrifft. Viele Probleme dürfte es aber hier nicht geben, da diese ja sehr viel Ähnlichkeit mit den Präpositionen haben. Ein kleines Beispiel:

„ducere“ = führen; „ad-ducere“ = hin-führen; „con-ducere“ = zusammen-führen

Auch wenn nicht alles so einfach herzuleiten ist, war es für mich schon eine sehr große Hilfe. Die Grundform sollte man aber immer gut lernen.

Ebenso kann man sich auch Wörter aus Fremdwörtern herleiten (z.B.: „exilium“ = Verbannung; von Exil).

Zu guter Letzt bleiben natürlich noch so kleine Sprüche wie „In die Semmel biss der Kater“ („semel“ = einmal; „bis“ = zweimal; „ter“ = dreimal; "quater" = viermal)


So, das war nun eine kleine Sammlung meiner Tipps, die ich im Laufe der letzten neun Jahre gesammelt habe. Auch wenn sich manches ein wenig aufwendig angehört haben mag, so viel Arbeit war’s eigentlich nicht, wenn man sich einmal einen Plan zurecht gelegt hat .

Euch allen wünsch’ ich noch viel Erfolg beim (meist doch recht lästigem) Vokabel-Lernen ;-)!

P.S.: Ab der 11. Klasse kann man – zumindest in Bayern – auf das Vokabellernen auch verzichten, denn ab da darf man dann auch ein Lexikon verwenden ;-). Wer allerdings dort dann jedes Wort nachschlagen muss, wird ein kleines Problem mit der zur Verfügung stehenden Zeit bekommen.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Mocat

Mocat

14.03.2004 20:41

Das sind wirklich tolle Tipps zum lernen, allerdings kann ich mich - mittlerweile im Abiturjahr - darüber freuen, das ich keine Vokabeln mehr lernen muss. Das war auch gar nie mein großes Problem, die Grammatik war nie mein bester Freund *grins* Ich wünsch dir noch einen schönen Sonntagabend, Gruß, Marlene

Plavalaguna21

Plavalaguna21

27.02.2004 13:01

Das karteikasten-System ist uns damals auch sehr empfohlen worden...hab es aber auch nie benutzt, muss ich gestehen *gg* Bei mir hat einfaches Lesen und wiederholen genauso gut geklappt...

reenste

reenste

02.02.2004 17:40

Werbung funktioniert eben doch! Nach Methode zwei hab ich die Biosachen fürs Abi gelernt...aber das hab ich mir damals selbst ausgedacht! LG reenste

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