Entscheidungshilfe Latein oder Französisch

5  18.11.2000

Pro:
neutral

Kontra:
neutral

Empfehlenswert: Ja 

Katja_

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In der 7ten Klasse ist es so weit (zumindest am mat.-naturwissenschaftl. Gymn.) man soll nun entweder Latein oder Französisch lernen, weiß aber garnicht, was da überhaupt auf einen zukommt. Wie soll nun ein Teenager, dem andere Dinge viel wichtiger sind als Schule, entscheiden, was er mindestens die nächsten 5 Jahre lernen will bzw. muss??

An vielen Schulen gibt es zwar Informationsabende von den betreffenden Fachlehrern für Schüler und Eltern, jedoch sind die Meinungen der Lehrkräfte nicht unbedingt immer 100% objektiv, da sie ja "Werbung" für "ihre" Sprache machen wollen. Es empfiehlt sich also besser Schüler aus höheren Jahrgangsstufen zu befragen, die diese Entscheidung schon hinter sich haben.

Ich bin im moment in der 11ten Klasse und habe seit der 7ten Latein. Ich sage von vornherein, dass meine Meinung sicher auch nicht objektiv ist!

Es heisst immer, wer in Mathe gut ist soll Latein, wer in Englisch gut ist soll Französisch nehmen, wobei ich finde, dass man das garnicht so pauschal sehen kann.

Wer seine Sprache aktiv anwenden will, wer ein gutes Sprachgefühl hat, wer seine Berufsziele so abgesteckt hat, dass sie ihn vielleicht oft ins Ausland bringen, der sollte meiner Meinung nach Französisch nehmen. Diese Sprache beinhaltet in ihrer Grammatik zwar viele Ausnahmen, aber dadurch dass man sie im Gegenteil zu Latein aktiv anwenden kann, vielleicht auch mal einen Schüleraustausch mit oder Urlaub in Frankreich macht, bekommt man mit der Zeit auch ein Gefühl für die Grammatik etc. Im Gegensatz zu Latein ist Französisch natürlich auch eine modernere Sprache, die Inhalte der Texte die gelesen werden beziehen sich direkt auf aktuellere Themen.

Wer sich gerne mit der Geschichte, mit Mythen und Sagen, etc. auseinandersetzt für den ist Latein sicher die richtige Wahl. In den ersten drei Jahren erlernt man die Grammatik und einige Vokabeln, man übersetzt verschiedene Texte und setzt sich mit dem Inhalt auseinander.
Behandelt werden Themen, Probleme und Alltagssituationen vergangener Zeiten, die aber auch heute noch aktuell sein können. Ab der 10ten Klasse werden dann die Werke verschiedener Autoren wie Cäsar (De Bello Gallico), Cicero (In Verrem), Ovid (Metamorphosen),.. übersetzt. (Hierfür gibts auch immer ne deutsche Übersetzung im Buchhandel *grins*)

Seit neuestem wird nun in der 11ten Klasse die Verwendung eines Lexikons in Schulaufgaben erprobt.

Zusammenfassung:

Latein:

+ klare Strukturen
+ Bedeutung von Wörter aus dem Deutschen ableitbar
+ hilft in Chemie, Bio und anderen Sprachen weiter, weil die Vokabeln dort immer wieder auftauchen
+ "improves your German!"

- (teilweise Ausnahmen in der Grammatik)
- teilweise veraltete Themen
- genaue Analyse der Wörter nötig (da sollte man nicht schlampig sein)


Französisch:

+ aktives Sprechen
+ Gebrauch im späteren Beruf/ Schüleraustausch / Urlaub
+ Sprachgefühl anwendbar
+ aktuelle Themen

- viele Ausnahmen
- Verwechslung von englischen und französischen Wörtern (basiert auf der Meinung von Mitschülern die Französisch haben)

Entscheiden muss jeder selbst, macht das beste draus!


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Silkini

Silkini

11.11.2001 16:52

ich glaube das wirklich viele Schüler ein Problem mit der Entscheidung haben, was sie wählen sollen.... Du hast gute Tipps zu einer Entscheidung gegeben. Gruß Silke

pituf1

pituf1

11.12.2000 23:48

ich hatte Französisch und Latein, wobei mir letzteres aber um vieles mehr gefallen hat. In Französisch sind vor allem die extrem hohe Anzahl an grammatischen Ausnahmen ein Hauptgrund dafür, dass ich diese Sprache gehasst habe. Latein hingegen war und ist eines meiner liebsten Fächer, da mussman nciht viel nachdenken, sondern stur nach den regeln vorgehen und übersetzen... Und im LK hat man nciht ganz so viel zu tun wie in anderen Fächern... Gruß Pituf

illuminata

illuminata

19.11.2000 04:02

Hallo Katja! Eine sehr ausgewogene Meinung zu einem leidigen Thema. Erst heute habe ich wieder mit meiner Tochter (12 Jahre und in der 6. Klasse) darüber gesprochen, weil ein Lehrer den Tipp gegeben hatte mit Französisch zu beginnen, weil Latein eine "tote" Sprache sei. Meine Tochter hat überhaupt keine Hauptfach, das ohne Probleme liefe, Mathematik aber ist das größte Problemfach. Trotzdem aber tendiere ich mehr zu Latein, weil es in seiner Struktur rein und klar ist und von daher sich auch formal fördernd bzgl. grammatikalischer und mathematischer Strukturen auswirken könnte. Außerdem ist Französisch für einen eher schlechteren Schüler auch nicht gerade leicht, sondern eventuell noch verwirrender. Insgesamt aber will ich, dass sie sich mit beiden Fächern auseinandersetzt. Ciao!:-))illuminata

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