Frettchen und seine Sonderheiten
27.07.2000
Pro:
super lieb und verschmust
Kontra:
manchmal etwas nervtötent
Empfehlenswert:
Ja
 Nanshe
Über sich:
Mitglied seit:25.07.2000
Erfahrungsberichte:101
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 9 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nun habe ich hier ja schon einige Meinungen über Frettchen gelesen. Die einen richtig gut und die anderen naja. Doch jetzt ist es Zeit, mal einiges Genauer zu erklären. Das Frettchen ist in Raubtier und gehört zu den marderartigen. Der Iltis ist der direkte Vorfahre. Wann das Frettchen nun genau als Haustier auftauchte, kann man nicht mehr sagen. schon zu Zeiten von Sokrates wurde ein Tier beschrieben, welches kleine Vögel mag und gerne Honig nascht und der Beschreibung einem Frettchen ähnelte. Frettchen wurden schon vor der Katze als Maus und Rattenfänger eingesetzt. Fest steht auch, das immer dort Frettchen gehalten wurden, wo es eine große population von Wildkaninchen gab.
Frettchen sind Haustiere, die manchmal ein wenig Geschick benötigen, gar nicht so schwer zu halten. Sie können bis zu 10 Jahre alt werden. Das sollte man sich auch vor Augen führen, wenn man sich so ein Tier anschaffen möchte. Bevor man sich das Tier anschafft, sollte man sich um das Zubehör kümmern. Damit schon alles fertig ist, wenn das Frettchen einzieht. Käfige, die es bereits zu kaufen gibt, sind meistens viel zu klein und sehr teuer. Ich empfehle einfach einen alten Schrank nach seinem Geschmack um zu bauen. Zur Ausstattung sollten auf jedenfall eine Schlafgelegenheit (Hängematte oder Schlafbox), Katzentoilette, Futter- und Wassernapf gehören. Dazu kommt dann noch das Spielzeug. Den Käfig sollte man peinlich sauber halten und ein Großputz pro Woche gehört zum Standartprogramm. Sollte das Tier in einem Außengehege gehalten werden, muß das Schlafhäuschen isoliet sein und das Gehege darf nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden. Auch wir genießen ja den Schatten. Auch der Ort sollte nicht zu zugig sein.
Das Futter ist dann das nächste Thema, welches nicht ganz leicht ist. Man kann seinen Frettchen mit rohem Fleisch und Eintagskücken füttern, doch sollte man darauf achten, das es frisch ist. Den durch rohes Fleisch werden einige Krankheiten ausgelöst. Schweinefleisch sollte man gar nicht roh füttern. Wir füttern hauptsächlich Katzentrockenfutter und auch Katzendosenfutter. Das schmeckt den beiden und hat fast die gleiche Zusammensetzung wie Futter direkt für Frettchen. Man kann daher auch direktes Frettchenfutter geben, doch ist auch dieses recht teuer. Dazu gibt es dann immer mal Gurke, Salat, Apfel, Melone und Alete Babybrei. Zur Abwechslung dann auch mal Ei. Milch sollte man nicht geben oder nur in sehr geringen Mengen. Denn Frettchen können Milch nicht richtig verdauen und bekommen Durchfall. Als Leckerchen kann man alles nehmen, was für Katzen nimmt. Auch da gibt es natürlich dierekt Leckerchen für Frettchen. Von gewürzten Speisen sollte man ganz abstand nehmen, da Salz für Frettchen das reinste Gift ist. Über die Haltung kann ich nur sagen, das ein Frettchen kein reines Käfigtier ist. Es braucht seinen täglichen Auslauf und seine Spielstunden mit seiner Bezugsperson. toben, kuschel und balgen will man mit seinen Freunden und Artgenossen. Da wird dann auch alles untersucht und durchstöbert. Man sollte das Zimmer schon Frettchensicher gestalten. Denn kein Loch ist klein genug um dort nicht durchzuschlüpfen und kein Blumtopf steht hoch genug um ihn nicht auszugraben. Fretttchen klettern überall hoch und wollen alles untersuchen. Dabei fällt schon mal das eine oder andere herunter, wenn man es nicht sicher genug weg stellt. trotzdem sollen und müssen dies Spielzeiten wenigstens 2 Stunden,besser sogar noch mehr Stundne betragen. Für Kinder unter 10 sind Frettchen nicht unbedingt geeignet, da sie im Spiel schon mal recht ruppig werden könnten und auch schon mal zwicken können. Frettchen lassen sich auch schnell und mit ein bischen Geschick an ein Geschirr gewöhnen, dann manchen Frettchen lieben es spazieren zu gehen. Man muß nur auf die Hunde achten und das das Geschirr nicht zu locker ist, sonst sind sie ganz schnell weg.
Zum Geruch kann ich nur sagen, wenn man die Tiere kastieren läßt und den Käfig peinlich sauber hält, ist der Geruch kaum merkbar. Man kann sie zwar auch baden, doch Frettchen sind sehr reinlich. Also wenn schon Baden dann mit einem milden Kindershampoo oder dierekt für Frettchen. Regelmäßige Tierarztbesuche und die Impfungen gehören auch zu den regelmäßigen Pflichten. Frettchen neigen schon mal gern zu Ohrmilben oder anderen Parasiten. Die Fähen (weibliche Tier) sollte, wenn nicht gezüchtet werden soll, auf jedenfall kastriert werden. Denn 90 % der Tiere verfallen in einen Dauerranz, die meist tötlich endet.
Frettchen kann man zwar alleine halten, aber sie lieben die Gesellschaft ihrer Artgenossen. Man sollte sie wenigstens zu zweit halten. Wir haben 2 dieser Kobolde und wollen uns gar nicht von denen trennen. Sie sind super lieb, verspielt und verschmust und stinken auch nicht. Zwicken tun sie nur beim toben und auch da nicht richtig.
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01.10.2000 01:19
Hey, ich bin begeistert! Du sprichst mit aus dem Herzen! Es wird leider viel zu wenig aufgeklärt! Nicht jeder liest ein Buch, bevor er sich das Tier anschafft! Und hab sogar schon von einer Tierärztin in HH Eidelstedt gehört, die ein Frettchen in Dauerranz nicht kastrieren wollte, da sie angeblich unter "Artenschutz" stehen!!!Ich versuche gerade herauszufinden, welcher Arzt das war! Ist das Artenschutz oder Artenmord? Auch in Zoofachgeschäften wird über die Gefahr der Dauerranz selten berichtet!
11.08.2000 20:51
Eine Super-Meinung! Sehr umfassend! Ich kann alles bestätigen. Zufügen möchte ich, daß man dann, wenn man ein Frettchen einzeln hält (das ist nicht ideal), dieses in jedem Fall täglich bespielen sollte. 2 Stunden Auslauf sind das absolute Minimum, zumindestens bei meinem Frettchen, sonst wird es "rebellisch". Eine gute Idee ist es, mit dem Frettchen Besuche bei anderen Frettchen-Besitzern/Frettchen zu machen. Frettchen lieben Artgenossen-Kontakt über alles. Mein Frettchen liebt darüberhinaus als Lieblings-Speise übrigens Kräuterquark (keine Durchfälle, wahrscheinlich wg. Gewöhnung von Kleinauf).