Seitensprünge, Sex und Kunst
29.07.2003
Pro:
Darsteller, musikalische Untermalung, man erfährt etwas über Mexiko und Frida Kahlo
Kontra:
Die Umsetzung hat nicht meinen Geschmack getrofffen . Zu viele "unwichtige" Dinge werden zu lange behandelt, dafür manch interessantes ein wenig unter den Tisch gekehrt .
Empfehlenswert:
Ja
 Molekül
Über sich:
An die B³-Cup-Abstimmer: Am liebsten ist mir eine Stimmabgabe in folgender Form: "Spiel-Nummer:...
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Es ist schon einige Zeit her, dass ich diesen Film im Kino gesehen habe. Doch ich erinnere mich noch ziemlich gut dran, weil ich mit großen Erwartungen ins Kino gegangen bin, die allerdings nicht so richtig erfüllt wurden. Ich ging doch mit gemischten Gefühlen wieder raus. ------ Story: ------
Wir befinden uns Anfang des 20. Jahrhunderts in Mexiko zu einer Zeit von Revolution und Aufbruchsstimmung. Die junge Frida Kahlo lebt ein unbeschwertes Leben. Sie wohnt mit Vater (Fotograph), Mutter (Mestizin) und ihren Geschwistern im Casa Azul ("Blaues Haus"). Schon in jungen Jahren zeigt sich eine gewisse rebellische Ader und es wird klar, dass diese Frau selbstbewusst ist und das, was sie will auch macht. Doch ein schwerer Busunfall im Alter von 18 Jahren führt ihr schwere Unterleibsverletzungen zu und fesselt sie ans Bett. Durch diese Umstände beginnt sie zu zeichnen. Sie zeichnet v.a. sich und ihr Gipskorsett. Sonst hat sie kaum eine Beschäftigung, denn durch den Gips kann sie sich nicht wirklich bewegen. Nach und nach wird ihr Strich immer feiner, ihre Bilder immer besser und man merkt, dass diese Frau das Talent zum Zeichnen hat.
Nach einer schmerzhaften und qualvollen Zeit lernt Frida allmählich wieder das Laufen und beschließt, ihre Bilder von dem sehr geschätzten Künstler Diego Rivera beurteilen zu lassen. Dieser ist von den Gemälden begeistert, was Frida im zunächst nicht glauben müchte, doch recht schnell werden die beiden ein Liebespaar und heiraten auch. Aber diese Ehe ist keinesfalls eine richtig glückliche. Denn Diego ist ein klassischer Schürzenjäger und als Frida ihn mit ihrer eigenen Schwester erwischt, wendet sie sich von beiden ab. Den ganzen Film über versucht Frida ihre physischen (Unfall) und psychischen (Diego) Schmerzen in ihren Bildern zu verarbeiten. Sie malt sich einfach alles von der Seele. Aber nicht nur in der Kunst sieht sie eine Möglichkeit der Problemverdrängung, sondern auch im Alkohol. So trinkt sie sich - v.a. auf Feiern - gerne einen über Frust und Schmerz.
Als Leon Trotzki mit seiner Frau im Casa Azul Zuflucht sucht, rächt sich Frida bei Diego und fängt eine Affäre mit dem deutlich älteren Trotzki ein. Eine neue, kleine Wendung in diesem Film und ihrem Leben. Das Ende ist bemerkenswert, wird an dieser Stelle aber natürlich nicht verraten. ;)
------------- Schauspieler: ------------- Mit den beiden Schauspielern Salma Hayek (Frida Kahlo) und Alfred Molina (Diego Rivera) ist Julie Taymor (Regie) wirklich der perfekte Griff geglückt. V.a. Salma überzeugt als die bekannte, mexikanische Malerin perfekt. Sie scheint wirklich Frida zu sein. Im ganzen Film über hat man das Gefühl, dass hier tatsächlich Frida Kahlo vor der Kamera steht. Nein, nicht, dass sie davor steht, sondern, dass sie einfach ihr LEben lang von der Kamera begleitet wurde und das hier der Zusammenschnitt ist. Auch Alfred Molina überzeugt in diesem Film voll und ganz. Ich denke, dass man weder an diesen beiden noch an der gesamten restlichen Besetzung etwas aussetzen kann.
-------------- Meine Meinung: -------------- Wie eingangs erwähnt, bin ich mit großen Erwartungen in diesen Film gegangen. Seitdem ich spanisch lerne, interessiere ich mich auch für die spanischsprechenden Länder, im besonderen für Cuba und Mexiko. Da ich vorher viel postitves über diesen Film gehört hatte, beschloss ich, ihn mir anzuschauen. Doch der Film war anders als ich dachte. Es ist ein grandioser Film, keine Frage. Ein sehr künsterlischer Film, aber nicht mein Geschmack. Das Leben von Frida wird gut dargstellt, aber meiner Meinung nach werden die körperlichen und geistigen Folgen des Busunfalls nicht ausreichent bearbeitet. Sie hat lediglich eine, zugegeben recht große, Narbe. Eine einzige, von einem Unfall bei dem sie von einer Eisenstange förmlich aufgespießt wurde. Die Tatsache, dass sie eine lange Zeit im Bett lag, wird natürlich aufgegriffen, aber ein bißchen unter den Tisch gekehrt. Fast wird es als positiv dargestellt, weil sie dadurch das Zeichnen angefangen hat. Ich muss gestehen: Ich habe während des Films mehrmals auf die Uhr geschaut, weil er an einigen Stellen doch recht langatmig war. Andere Dinge, wie z.B. warum Frida so einen Ruhm erlangt hat, wurden aber außer Acht gelassen. Die Fokusierung auf Sex, Fremdgehen und Alkohol gehört wohl zum Leben Fridas dazu, ist aber nicht das, was mir gefällt. Vielleicht hat mir der Film auch nicht so richtig zugesat, weil mir die Bilder nicht gefallen. *g*
------ Fazit: ------ Obwohl man wohl meine Enttäuschung über den Film bemerkt, will ich ihn dennoch empfehlen, da es im Grunde ein gutgemachter Film ist. Trotz der Schwächen erfährt man einiges über das ereignisreiche Leben von Frida Kahlo und über das Mexiko zu der damaligen Zeit. Ein Land in Unruhe und Aufbruchstimmung.
3 Sterne + eine Empfehlung für diesen Film. ---------------- Allgemeine Info: ----------------
FRIDA (USA/Kanada 2002) L Darsteller: Salma Hayek-Jimenez, Alfred Molina, Geoffrey Rush, Antonio Banderas, Saffron Burrows, Ashley Judd, Edward Norton u.v.a.m. Regie: Julie Taymor Drehbuch: Diane Lake, Gregory Nava, Clancy Sigal, Anna Thomas. Musik: Elliot Goldenthal (Golden Globe). FSK: 12 Genre: Drama Dauer: 118 Min.
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03.12.2004 00:07
also, ich fand den film wahnsinn! bericht okay,...haette aber auch mehr sein koennen...
07.08.2003 16:28
Der einzige Grund für mich, sich den Film überhaupt jemals reinzuziehen wäre dann wohl Salma Hayek itself...LG vom Füsh
31.07.2003 14:08
Nun, ansehen werde ich ihn mir auf jeden Fsll noch, da ich 1. Die Malerin Kahlo schätze, 2. die Schauspielerin Hajek klasse finde, 3. den Soundtrack liebe. Nun weiß ich also, was ich vom Film erwarten darf und was nicht:-)