Frida

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Eine starke Frau - bis zuletzt

5  11.09.2003

Pro:
Thema  -  Darsteller  -  Musik

Kontra:
es gibt sicher Leute die was auszusetzen haben, ich nicht

Empfehlenswert: Ja 

antjemue

Über sich: Leserückstand wird langsam aber sicher aufgeholt ;o) Ich will keinen Schnee :-(

Mitglied seit:05.06.2001

Erfahrungsberichte:378

Vertrauende:116

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 109 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Am Montag habe ich den Elternabend von meinem Zwerg geschwänzt. Der Termin wurde kurzfristig festgelegt. Langfristig hatten wir jedoch am einzigen freien Abend meines Freundes in dieser Woche einen Kinobesuch geplant. Bislang hatte mein Freund, wenn dieser Film in den verschiedenen Kinos unserer Stadt lief, immer Dienst.

Da es jedoch in dem Elternabend hauptsächlich um den Bildungsweg nach der 4. Klasse ging und ich durch meinen Großen und die Kinder meines Freundes glaube darüber mittlerweile gut Bescheid zu wissen, ist mein Gewissen nicht ganz so schlecht.

Ich habe den Kinobesuch in jedem Fall genossen und möchte Euch nun den Film, den ich sah kurz vorstellen.

1953 - Die Bilder der mexikanischen Malerin Frida Kahlo (1907 - 1954) werden erstmals in Ihrer Heimat ausgestellt und Frida liegt zu Hause, durch Krankheit ans Bett gefesselt und darf dieses nicht verlassen. Aber nicht mit Fredutschka! An so einem Tag! Sie darf das Bett nicht verlassen, gut, läßt sie sich eben im Bett zu ihrer Ausstellungseröffnung bringen.

1925 - die achtzehnjährige Frida ist ein lebensfrohes junges Mädchen auf der Suche nach "Ihrem" Leben, in dem sie sich nicht unterordnen will. Da wird sie bei einem Busunglück schwer verletzt. Verletzungen an der Wirbelsäule und Beinbrüche an dem bereits durch Kinderlähmung geschwächten rechten Bein fesseln sie ans Bett und werden sie ihr ganzes Leben lang begleiten.

Ihre Eltern, der Fotograf Guillermo (Roger Rees als liebevoller Vater) und die streng religiöse Mutter Matilda (Patricia Reyes Spindola), nicht gerade mit Reichtümern gesegnet, nehmen große finanzielle Belastungen auf sich, um ihr die bestmögliche Behandlung angedeihen zu lassen.

Im Gispskorsett gefangen, bemalt Frida um Ihre Schmerzen zu bekämpfen zuerst dieses. Als darauf kein Platz mehr ist, schenkt ihr der Vater eine speziell für sie gebaute Staffelei und Frida malt und malt und hofft, dass sie irgendwann einmal wieder laufen kann.

Als sie das geschafft hat, besucht sie den bis über die Landesgrenzen hinaus bekannten Maler Diego Rivera (Alfred Molina). Dieser soll ihre Bilder "kritisieren". Diego ist fasziniert. Sowohl von ihren Bildern, als auch von ihr selbst. Sie werden ein Paar und heiraten. Der Elefant und die Taube...

Der von Julie Taymor inszenierte Film über die von Salma Hayek überzeugend gespielte Künstlerin ist mit den lebens- und farbenfroh knalligen Bildern und der herrlichen Musik eindeutig gelungen. Obwohl es unmöglich ist, in einem Film das ganze Leben eines Künstlers einzufangen, ist es Julie Taymor gelungen dem Zuschauer das Wesen der Frida Kahlo zu vermitteln und aufzuzeigen, wie sie die ständigen Zerreißproben Ihres Lebens meisterte.

Frida kennt seit dem verhängnisvollen Unfall kein Leben ohne Schmerzen. Trotz des langsamen aber unaufhaltsamen körperlichen Verfalls, legt sie eine fast ungebrochene Energie und Lebensfreude an den Tag. Zwei Dinge halten Fridas Leben zusammen: das Malen und - trotz seiner Untreue (ständige sexuelle Affären, sogar mit ihrer eigenen Schwester) und eigene sexuelle Erlebsnisse sowohl mit Männern als auch Frauen - die Liebe zu Diego.

Die politische Einstellung von Frida und Diegos (Kommunisten aber keine Stalinisten) wurde eher oberflächlich gestreift. Nach meinem Empfinden ergänzend, aber nicht störend, für Zuschauer, die die beiden mexikanischen Künstler daran messen aber sicher zu kurz.

Beim Ansehen des Filmes erlebte ich ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Ich lachte mit der jungen unbeschwerten Frida, weinte, als sie den schweren Unfall hatte, schmunzelte über den Anfang der Beziehung zu Diego, war tief erschüttert als sie eine Fehlgeburt erlitt und den deformierten Embryo, aufgestellt in einem Glas vor dem Bett, malte, sehr bewegt, als sie Ihrem Diego 17 Tage vor der Silberhochzeit das Geschenk übergab...

„Man hielt mich für eine Surrealistin. Das ist nicht richtig. Ich habe niemals Träume gemalt. Was ich dargestellt habe, war meine Wirklichkeit.“ (Frida Kahlo)

Ich habe einen wundervollen Film gesehen, den ich nur empfehlen kann. Für mich selbst steht fest, dass ich ihn mir in jedem Fall auf Video oder DVD zulegen werde und ich ihn im Kino zwar das erste, aber nicht das letzte Mal gesehen habe.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Cybersyssy

Cybersyssy

07.08.2009 13:03

Liebe Grüße, Elena

blonde_lady

blonde_lady

15.07.2009 18:19

Kenne ich gar nicht.

t.schlumpf

t.schlumpf

27.07.2008 18:18

Den Film habe ich immer noch nicht gesehen ;o)

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