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Sexy Salma ist Frida Kahlo

4  09.10.2003

Pro:
ungewöhnliche Liebesgeschichte aus Mexiko

Kontra:
zuviel Beziehungsgeschichte

Empfehlenswert: Ja 

emilia35

Über sich: fange an fragebogen zu mögen.... aber nun bin ich erstmal für ein paar tage weg. ciao ciao

Mitglied seit:27.09.2003

Erfahrungsberichte:52

Vertrauende:10

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 40 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Frida Kahlo, die Special-Malerin aus Mexiko, Vorbild für viele Frauen und Feministinnen hat ein sehr interessantes und ungewöhnliches Leben geführt. In Mexiko ist sie fast sowas wie eine Nationalheilige, und die Menschen sind sehr stolz auf sie. Was gibt ihr Leben alles her! Leiden-schaft, ungewöhnliche Liebesbeziehung, Revolution, Kunst und Politik. Das ist ausreichend Stoff für einen Film. Als Frida-Kahlo-Bewunderin habe ich mich sehr auf diesen Film gefreut, bin aber etwas enttäuscht wieder rausgegangen(dazu im Fazit mehr).
Aber der Film ist schon toll und berichtenswert.

*****Zur Geschichte:

Frida Kahlo lebt in den 20er Jahren als junge Frau in Mexiko-City, ihre Eltern sind Intellektuelle und sie studiert an der Uni. Als politisch interessierte junge Frau bewundert sie wie viele ihre Kommilitonen den großen revolutionären Maler Diego Riveras. Diego malt vor allem Großbilder von der Revolution und er ist schon ganz schön berühmt in dieser Zeit. Frida verliebt sich schon bei der ersten Begegnung mit ihm (sie schaut ihm heimlich zu, wie er ein Modell verführt).

Ihr Leben nimmt jedoch eine entscheidende Wende, als sie bei einem Busunfall schwer verunglückt. Metall bohrt sich durch ihren Körper und sie erkrankt so schwer, das sie Monate ans Bett gefesselt ist. Ihr Leben scheint beendet, es ist unwahrscheinlich, das sie wieder laufen kann. In ihrer Bewegungslosigkeit im Bett beginnt sie zu malen, sie bemalt ihren Gips und drückt durch die Malerei ihren Schmerz aus.
Durch ihren starken Willen schafft sie es wieder zu laufen, wenn auch stark eingeschränkt.

Sie nimmt erneut Kontakt zu Diego Rivera auf und zeigt ihm seine Bilder. Er beginnt sich für sie zu interessieren und schon bald sind sie ein Paar.
Aber was für ein Paar! Der große behäbige und ältere Diego und die kleine ,zarte und gebrechliche Frida, die sich gerne folkloristisch kleidet. Sie sind die Stars auf jeder Party, beide beeindrucken durch ihr unkonventionelles Auftreten. Beeindruckend ihr enger Tanz mit der Fotografin Tina Modotti. Frida kleidet sich auch mal als Mann, sie verführt Frauen und Männer (wer wusste schon, das sie eine Affäre mit Trotzki hatte?), und liebt hingebungsvoll Diego. Diego kann ihr jedoch nicht treu sein, was eigentlich kein Problem war, denn Frida hat das nicht von ihm erwartet. Sie hat allerdings Loyalität verlangt, und da enttäuscht er sie schwer, als er ihre Schwester verführt. Frida ist stark verletzt und leidet sehr, was sie erneut in ihren Bildern gut ausdrücken kann.

Fridas Leben an der Seite von Diego, ihr Leiden mit ihrer Krankheit, ihre Exzentrik, ihre Bilder, ihre Anteilhabe an den politischen Entwicklungen in Mexiko, all das ist im Film enthalten. Weitere Themen sind auch, die Wertschätzung einer Frau in der Gesellschaft und welche Bedeutung Bilder für die Menschen haben.

Bemerkenswert im Film ist auch, wie die Geschichten teilweise durch ihre Bilder erzählt werden, das ist filmographisch gut gemacht. Die Schauspieler spielen mit großer Überzeugung, die Bilder sind wunderschön und farbenprächtig, selbst an der Musik gibt es nichts zu meckern (dafür gab es wohl den Golden Globe).

****Darsteller:

*Frida Kahlo - Salma Hayek
Sie ist ja bekannt durch Filme wie Desperado oder From Dusk till Dawn. Salma, Mexikanerin, hatte großes Interesse an der Verfilmung des Lebens von Frida Kahlo. Deshalb ist sie auch Coproduzentin und war überglücklich sie spielen zu dürfen. Sie sieht Frida unglaublich ähnlich und spielt sie wunderbar kraftvoll. Ihre sexy Kurven kommen aber nicht so ganz zur Geltung, schließlich war sie quasi körperlich behindert (aber ich glaube die schmachtenden Männer kommen nicht zu kurz im Film).

*Alfred Molina - Diego Riveras
Bekannt z.B. aus Chocolat (der Bürgermeister) und viele andere Filme. Er spielt den behäbigen Diego wundervoll und überzeugend.

*Weitere Schauspieler: Geoffrey Rush (Fluch der Karibik), Antonio Banderas (Desperado), Saffron Burrows, Ashley Judd, Edward Norton usw.

*Regisseurin: Julie Taymor

*Filmlänge: 118 min

*FSK: ab 12 Jahre

*****Persönliche Meinung:

Ein schöner Film, der viele Menschen die wunderbare Frida Kahlo kennenlernen lässt. Tolle Bilder, leidenschaftliche Story und ausdrucksstarke Darsteller. Was ich schade fand, das der Film sich hauptsächlich mit der Liebesbeziehung zu Diego beschäftigt. Nicht das die nicht genug Stoff hergeben würde (sie war ja doch recht unkonventionell, besonders für diese Zeit), aber ich hatte wohl erwartet, das mehr auf die politischen Hintergründe eingegangen wird, oder ihre Beziehung zu Trotzki stärker thematisiert wird. Vielleicht hatte ich einfach viel zu viel erwartet, wie gesagt, es gibt soviel Stoff zu dieser Frau, das man es wohl auf etwas reduzieren muss. Vielleicht fand ich den Film ein klein wenig zuviel "Hollywood" für diese besondere Frau.
Vielleicht liegt es auch daran, das einfach nur das Leben verfilmt wurde und es bei der Darstellung der ungewöhnlichen Frau bleibt, es gibt keine Denkprozesse für den Zuschauer, es ist einfach nur Geschichtserzählung. Oder meine Maßstäbe sind zu hoch, ich stehe mehr auf solche Genies wie Emir Kusturica oder Terry Gilliams, Jim Jarmusch oder Tim Burton.
Aber lohnenswert auf jeden Fall der Film. Nicht nur für Salma Hayek-Fans.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Cyvessa

Cyvessa

13.10.2003 10:57

Ich fand den Film super ... mal was anderes. Stehe auch nicht auf kommerzielle Hollywood streifen. NUR : Etwas mehr Meinung wäre besser gewesen.

Sternentaler

Sternentaler

10.10.2003 10:19

Das ist ein richtig guter Bericht. Ciao, Ute.

Thomas_Groh

Thomas_Groh

09.10.2003 21:18

Sehr schöner Film. Gesehen damals in einem der schönsten Kinos Berlins: Im FaF. Grüße, Thomas

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