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Es geht im folgenden Bericht um Erläuterungen und Dokumente: Friedrich Schiller, Kabale und Liebe. Hg. v. Walter Schafarschik. Das Büchlein ist 1980 bei Reclam erschienen, 174 Seiten dick und für 4,60€ neu erhältlich (gebraucht gibt es das Buch möglicherweise noch günstiger, aber wer weiß, ... Bericht lesen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf aktuellen Titeln der Gegenwartsliteratur, die für den Deutschunterricht entdeckt werden. Lehrer/-innen bietet die Reihe über 100 sorgfältig aufbereitete Werke. Jeder Band beinhaltet eine fundierte Interpretation und abwechslungsreiche, methodenorientierte Unterrichtshilfen. Schnell und mühelos umzusetzende Stundenvorschläge, Klausurvorschläge und eine Fülle von Materialien versprechen einen erfolgreichen Literaturunterricht. Sämtliche Pflichtlektüren für das Zentralabitur werden berücksichtigt.
für Schüler« vermitteln fundiertes und leicht verständliches Wissen über die Lektüren im Abitur und die zu erwartenden Abituraufgaben (inkl. Lösungsvorschlägen). Jeder Band enthält neben Informationen zum Autor auch Inhaltsangabe, Figurenkonstellation sowie Aufbau und Analyse des Textes. Zentrale Textstellen werden gesondert interpretiert. Mit dieser Lektürehilfe werden Schüler-/innen umfassend und kompetent auf ihre Klausuren vorbereitet.
Abitur bietet Module für Unterrichtssequenzen und sofort einsetzbare Kopiervorlagen inklusive Lösungen - ohne Vorbereitung! Die Module beinhalten einen didaktischen Leitfaden, der die Lernziele klar benennt und zu einer umfassenden Erarbeitung des Textes führt. Die dazugehörigen, attraktiv gestalteten Kopiervorlagen trainieren Methodenkompetenz und Selbstevaluation der Schüler-/innen, enthalten klar angeleitete Schreibaufgaben und ermöglichen binnendifferenziertes Arbeiten für unterschiedliche Lerngruppen. Mehrere Einstiegsvarianten in die Beschäftigung mit der Lektüre und eine Aktualisierung von Themen erhöhen die Lesemotivation der Schüler/-innen. Die Integration aller Lernbereiche, Kreativität und spielerische Zugänge stehen dabei im Vordergrund. Gleichzeitig wird eine literaturgeschichtliche Verortung des Textes vorgenommen. Die Bände garantieren einen erfolgreichen Literaturunterricht und bereiten optimal auf die obligatorischen Lektüren im Abitur vor.
Textverständnis. Sie bietet somit eine opitmale Vorbereitung auf Unterricht und Klausuren. Mit Hintergrundinformationen zu Autor und Werk, einer ausführlichen Inhaltsangabe und einer systematischen Interpretation des Dramas unter folgenden Gesichtspunkten: Der Aufbau des Stücks; Die Sprache; Charakteristik der Hauptpersonen; Ein bürgerliches Trauerspiel?; Interpretation von Schüsselstellen.
Interpretation als Zentrum gruppieren sich 10 wichtige Verständniszugänge: * Erstinformation zum Werk * Inhaltsangabe * Personen (Konstellationen) * Werk-Aufbau (Strukturskizze) * Wortkommentar * Interpretation * Autor und Zeit * Rezeption * "Checkliste" zur Verständniskontrolle * Lektüretipps mit Filmempfehlungen * Raum für Notizen
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Erfahrungsbericht von Der_Namenlose über Friedrich Schiller, Kabale und Liebe. Erläuterungen und Dokumente / Schafarschik, Walter 20. März 2009
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
durchschnittlich
Unterhaltungswert:
sehr gering
Spannung:
ohne Spannung
Humor:
kein Humor
Aufmachung:
lieblos
Pro:
Liefert einige Materialien zur Entstehungsgeschichte und spart hier Recherchearbeit
Kontra:
Erläuterungen teilweise aus dem Textband übernommen, teilweise ganz überflüssig
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
Der eine oder andere mag sich vielleicht noch erinnern, dass ich Ciao vor einiger Zeit mit einem Bericht zu Schillers „Kabale und Liebe“ beglückt habe. Ein Kritikpunkt an der Reclam-Ausgabe war damals der Anlagen – vom Kommentar bis hin zur Bibliographie. Nun, ich habe mir schließlich auch den grünen „Erläuterungen und Dokumente“-Band zu „Kabale und Liebe“ bestellt. Extra für euch quasi. Und das war kein Spaß, glaubt mir, der Ärger über dieses Bändchen hat mir das eine oder andere graue Haar beschert… aber fangen wir ganz vorne an. Es geht im folgenden Bericht um Erläuterungen und Dokumente: Friedrich Schiller, Kabale und Liebe. Hg. v. Walter Schafarschik. Das Büchlein ist 1980 bei Reclam erschienen, 174 Seiten dick und für 4,60€ neu erhältlich (gebraucht gibt es das Buch möglicherweise noch günstiger, aber wer weiß, wie ein einmal sorgfältig durchgearbeitetes Reclam-Heft aussieht, wird von dieser Möglichkeit vermutlich Abstand nehmen). Der Vollständigkeit halber noch die ISBN: 3-15-008149-1
Meine Erwartungen an das Buch
Ich weiß, ich werde nicht müde darauf hinzuweisen, aber hat jemand hier die zweisprachige Reclam-Ausgabe des Nibelungenliedes gelesen? Dort gibt es einen ausführlichen, äußerst nützlichen Stellenkommentar sowie ein Nachwort und eine umfangreiche Bibliographie. Und nun halten wir die durchschnittliche Reclam-Klassikerausgabe daneben: knapp 20 Seiten äußerst knappe Worterläuterungen, die für Mittelstufenschüler nützlich, für alle anderen jedoch z. T. vollkommen überflüssig sind. Wirklich wichtige Anmerkungen (Anspielungen im Text auf andere Stücke oder die Bibel etwa) fehlen dagegen normalerweise völlig. Das Nachwort ist zu einer „Nachbemerkung“ zusammengeschmolzen, die gerade eine Seite füllt und nur die absoluten Eckdaten, etwa das Datum der Uraufführung, enthält. Für eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Text reicht das einfach nicht aus!
Ich habe nun gehofft, dass die mir fehlenden Dinge einfach in den grünen „Erläuterungen und Dokumente“-Band ausgelagert wurden, schließlich ist der Herausgeber der Gleiche wie bei der Reclam-Textausgabe. Dazu habe ich einige Dokumente zur Entstehungsgeschichte, etwa Briefe von Schiller zur Arbeit an seinem Stück, erwartet.
Noch einmal kurz zur Erläuterung: Die Reclam-Heftchen gibt es neben dem bekannten gelb noch in vier anderen Farben: rot (Fremdsprachentexte) und orange (zweisprachige Ausgaben) brauchen in diesem Zusammenhang nicht weiter interessieren. Blau sind Lektüreschlüssel für Schüler, grün z. B. literaturwissenschaftliche Fachbücher (etwa Bücher über den mittelalterlichen Artusroman oder „Bibliographieren für Literaturwissenschaftler“). Wer zudem das hohe Niveau der ebenfalls grünen „Interpretationen“-Bände kennt, die Texte enthalten, die sich v. a. an Studenten und Lehrer richten dürften, erwartet natürlich, dass das ebenfalls grün gekennzeichnete „Erläuterungen und Dokumente“-Heft sich an ein ähnliches Publikum richtet. Leider musste ich feststellen, dass diese Erwartungen falsch sind.
Das Buch
Das Buch ist in insgesamt sieben Teile gegliedert, die zunächst noch vielversprechend klingen. Etwas irritierend ist aber schon, dass der erste Teil nicht Kommentar, sondern „Wort- und Sacherklärungen“ betitelt ist. Aber immerhin, ca. 60 Seiten Umfang, das muss den Literaturwissenschaftler doch glücklich machen, oder? Falsch gedacht. An dieser Stelle beginne ich mich das erste Mal über das Buch aufzuregen: die Erläuterungen sind gegenüber der Textausgaben erweitert. Sprich: manche Erläuterungen sind nur etwas ausgeweitet, andere werden eins zu eins übernommen. So bekommt man ein Buch natürlich auch voll! Nun ja, dann bleiben ja immer noch 40 Seiten Nettozuwachs gegenüber den Kommentaren im Textband. Ach nein, hier ist ja der Schriftgrad größer als in diesem…
Doch auch die Ergänzungen lassen nicht unbedingt frohlocken. Hinzugefügt wurde bei vielen Wörtern etwa die Wortherkunft. Was „Rabenvater“ bedeutet, weiß man auch, ohne die genaue Herleitung des Wortes zu kennen. Ist zwar gar nicht uninteressant, tut aber für die Interpretation des Stückes nichts zur Sache. Noch ein Beispiel gefällig? „78,33 Pavian: altfrz. babouin, Affenart aus der Gattung der Hundsaffen.“ Nun, haben wir doch wieder etwas dazugelernt. Was Ferdinand meint, wenn er sagt, das bisschen an von Kalb verschwendete Hirnmasse hätte gerade noch gereicht, aus einem Pavian einen Menschen zu machen, sollte jedoch auch ohne diese äußerst sachdienliche Erklärung möglich sein.
Die wirklich wichtigen Erklärungen muss man sich aus diesen anfangs erheiternden, irgendwann jedoch nur noch ermüdenden Ausflügen des Kommentators Schafarschik mühsam herauspicken. Ab und an findet man nämlich tatsächlich interessante Hinweise: Analogien zu Schillers erstem Stück „Die Räuber“, auf Lessings „Emilia Galotti“, auf Bibelstellen, auf Shakespeares „Romeo und Julia“. Alle drei bis vier Seiten findet sich mal ein solcher Glückstreffer. Warum sind diese wirklich wichtigen Erklärungen nicht gleich in den Anhang des Textbandes gewandert? Eigentlich eine Unverschämtheit.
Der zweite Abschnitt bietet als Ergänzungen ein Fragment der ersten Niederschrift sowie Varianten aus dem „Mannheimer Soufflierbuch“, Ergänzungen die für bestimmte Zwecke durchaus nützlich sind und deren Auslagerung in einen separaten Band vollkommen verständlich ist. Ein kleiner Aufreger folgt wiederum im dritten Kapitel (unter dem sich Hinweise zum Stoff finden sollen). Die Anmerkungen zu den stofflichen Einflüssen sind komplett aus dem Kommentar der Nationalausgabe zitiert! Ebenfalls zitiert sind die Bemerkungen zu den Zuständen in Württemberg zu Schillers Lebzeiten, die sich unzweifelhaft auf die Entstehung des Stückes ausgewirkt haben. Doch hier handelt es sich zumindest um eine aus unterschiedlichen Büchern zusammengetragene Materialsammlung. Zumindest als Anleitung zum Weiterlesen ist diese brauchbar.
Kapitel IV. und V. kommen am nächsten an das heran, was ich von diesem Buch ursprünglich erwartet habe. Das vierte Kapitel versammelt Bemerkungen zur Entstehungsgeschichte des Stücks – u. a. Briefpassagen Schillers, Kapitel Nummer fünf ist der Rezeptionsgeschichte gewidmet und enthält Rezensionen zum Stück selbst sowie zu verschiedenen Aufführungen.
Abschnitt 6 soll sich dann anscheinend an Lehrer richten (?). Er ist mit „Texte zur Diskussion“ überschrieben. Hier finden sich Gedichte, ein Auszug aus Leisewitz’ „Die Pfandung“ sowie theoretische Texte der Zeit, die sich mit der Situation der unteren sozialen Schichten im 18. Jahrhundert auseinandersetzen. Die Texte werden fast ohne jeden Kommentar aneinander gereiht und sollen die Rezeption eindeutig in die Richtung der Absolutismuskritik lenken, als wäre keine andere Deutungsweise möglich. Den Abschluss des Bandes bilden dann Literaturhinweise, auf die insgesamt 5 Seiten entfallen
Fazit
Ich frage mich ehrlich gesagt, für welche Zielgruppe Reclam dieses Büchlein geschrieben hat. Für Schüler? Dafür fallen die Kommentare zu kurz aus, zudem werden sämtliche Materialien ohne ausreichenden Kommentar geliefert, was eine selbstständige Bearbeitung durch Schüler eigentlich unmöglich macht. Für Studenten? Die benötigen meiner Ansicht nach 75% des Anmerkungsteils nicht, sollten selbst in der Lage sein, sich eine Kommentarstelle aus der Nationalausgabe herauszusuchen und werden sich zudem daran stören, dass das Buch einseitig auf die Frage des Ständekonflikts hin angeordnet ist. Mir persönlich haben allenfalls die Briefpassagen ein wenig Recherchearbeit erspart. Für Lehrer? Für diese gilt wohl das gleiche wie für Studenten, die Vergleichstexte sind eine nette Idee, sind in weitgehend unkommentierte Form allerdings auch nur mäßig gewinnbringend. Somit kann ich diesem Band unterm Strich leider kein gutes Zeugnis ausstellen und vergebe 2 von 5 Sternen.
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