Legalisierte Ausbeuterei
08.02.2002 (25.01.2003)
Pro:
Wer auf Ausbeutung steht . . .
Kontra:
so ziemlich alles
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Einstellungschancen:
Aufstiegschancen
Verdienstmöglichkeiten:
Sozialleistungen:
 Kladie01
Über sich:
Mitglied seit:24.11.2000
Erfahrungsberichte:17
Vertrauende:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 53 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich habe diese schmerzhafte Erfahrung, eine Friseurin zu sein, machen müssen. Im Jahre 1997 trat ich eine Ausbildung zur Friseuin, in einem ganz bekannten Salon direkt am Marktplatz in Siegburg, an. Anfangs war es ganz nett, doch die Begeisterung verflog ziemlich schnell. Gesetzliche Pausen-, Urlaubs- und Arbeitszeitregelung kennt da niemand. Um einige Beispiele zu nennen: Es ist im Friseurberuf schon Alltag, keine Pausen zu haben (ausgehängter Pausenplan ist nur ein Alibi) und wie eine Maschine durchzuarbeiten. Essen war schon mal gar nicht drin. Wie soll ein körperlich arbeitender Mensch den ganzen Tag ohne Essen auskommen? Ich mußte als minderjähriger Lehrling neun Stunden durcharbeiten; und gnade Dir Gott, jemand hätte sich deswegen beschwert...das traut sich ja auch niemand, man solle ja dann kündigen, wenn es einem nicht gefällt. Nur als Raucher hatte man mal die Chance an die frische Luft zu gehen. Im Sommer bei 30 °C, OHNE Klimaanlage, laufenden Fönen und Hauben eine Tortur. (Nach meiner Ausbildung hatte ich in einem anderen Salon einen 12 Stunden Tag, ... richtig!...ohne Pause.) Im ersten Lehrjahr, mit 16 Jahren gab es für mich satte 23 Tage Urlaub, das entspricht der tariflichen Urlaubsregelung eines Friseurs im ersten Gesellenjahr. Tariflich sind 27 Tage Mindesturlaub vorgeschrieben. Sicherlich beschwert man sich dann auch beim Chef, aber die einzige Antwort die ich bekam war: "Sie haben unterschrieben, ich und ihre Eltern. Also was wollen sie noch?" Leider ist man in dem Alter nicht hartnäckig und läßt sich davon einschüchtern, denn gegen so eine Dreistigkeit hätte man ganz sicher angehen können. Naja und der Lohn eines Lehrlings im ersten Lehrjahr ist fast 1/3 von dem, was ein Lehrling im ersten Lehrjahr als Industriekaufmann/frau verdient. Keine Sorge, wenn man mit der Ausbildung fertig ist, bekommt man netto satte 1.600,- raus.... in Euro sind das dann 818,06 €.... Das ist kein Lohn, das ist Schmerzensgeld. Ich bin der Meinung, dass es dann besser ist, man arbeitet als Klofrau oder als Putze, selbst die bekommen mehr und die Ausbildung hat man sich ganz gespart. Selbst Fortbildungen und Seminare werden grundsätzlich auf Wochenenden und auf Feiertage gelegt. Teilweise werden, wenn man in der Woche zu Schulungen geht, Urlaubstage abgezogen. Ich frage mich, wieso viele Friseure das über sich ergehen lassen. Ich frage mich, wieso keiner eingreift. Es gibt doch gesetzliche Regelungen. Denn ein Ausbildungsvertrag mit untertariflicher Urlaubsgenehmigung wird von der Handwerkskammer als genehmigt zurückgeschickt....tragen die keine Brillen? In anderen Branchen wäre das undenkbar. Es ist in der Tat eine einzige Katastrophe. Oder kennt jemand einen Chef, der seiner schwangeren Angestellten kurz vor dem Schwangerschaftsurlaub rät, sich berufsunfähig zu melden (mehr Dreistigkeit und Egoismus geht nicht). Ganz lustig ist auch die Tatsache, dass mein Ex-Chef, nennen wir ihn einfach Herr Salek, von seinen Lehrlingen verlangt hat, die weißen Wände, die wir ja angeblich versaut haben, Samstag nach der Arbeit um 15:00 zu streichen. Von sechs Lehrlingen ist nur einer gegangen (that was me), ... was ja auch richtig ist. Am liebsten hätte ich ihm als Lehrling einen Kleinkredit für einen Maler und Anstreicher gegeben. Es sollte tatsächlich auch mal ein Lehrling, in der Regel unkündbar, sogar mal die eigene Kündigung unterschreiben, weil dieser falsche Dauerwellflüssigkeit aufgetragen hat... wofür der Lehrmeister eigentlich zuständig ist.... Durch Zufall hat das der Lehrlingswart unterbunden (ein kleiner Lichtblick). Würde man diese Vorkommnisse dieses Salons als Soap verfassen, da wäre Dallas, Denver Clan, GZSZ .. ein Witz; Lug, Intrigen, Betrug as its best!!! Außerdem braucht man sich gar nicht auf einen schönen Feierabend zu freuen, denn bei dem Verdienst kann man noch schön bis spät in den Abend schwarz schuften, denn ohnen dieses Geld wäre Überleben gar nicht möglich. Aufgrund dieser Tatsachen dürfte es ja dann auch schwer sein vernünftig ausgebildet zu werden, in den meisten Fällen steht waschen, kehren und Handtücher falten drei Jahre auf dem Lehrprogramm. Kein Wunder, dass Lehrlinge gesucht werden, diese kann man gut für Zuarbeiten mißbrauchen. Wobei es nicht besonders schwer ist durch die Prüfung zu kommen. Wer Bock hat zu verblöden, kann ja gerne die Friseurausbildung antreten. Grundfächer wie Mathe und Deutsch werden schon länger nicht mehr in den Berufsschulen unterrichtet. Man lernt höchstens abzustumpfen, auf die eigene Meinung und eigenen Bedürfnisse und grundlegende Rechte zu verzichten. Es kehren nicht umsonst jedes Jahr 50 % der frisch gebackenen Gesellen diesem Handwerk den Rücken zu.
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14.01.2010 22:14
also ich ich geb dir absolut allem recht...das mit dem malern kenn ich ,genauso wie übungsabende und seminare am freien tag bzw müsen nachgearbeitet werden.ach ja wir hatten noch messen wo wir hingehen mussten als lehrlinge den eintritt bei 215€ lehrlingsgehalt aber selber zahlen mussten!trotz allem macht mir das firsieren ja spaß..aber ein leben ist es ech tnciht nur wenn man nen mann hat der sehr gut verdient und man aus spaß arbeiten geht auf 400€ basis...ach ja ich hatte aber deutsch und mathe in der schule :-)lg sabrina
29.11.2009 14:51
man ist immer seines eigen glückes schmied und wer nicht wagt, der nicht gewinnt...so hab ich das schon immer gehandhabt und habe dadurch auch immer auf mein recht gepocht...es gibt halt dinge, die man selbst in die hand nehmen muss und wenn selbst die eltern bei minderjährigen nicht auf klauseln im vertrag achten, weiß ich auch nicht mehr wo wir noch hinkommen sollen...lg steffi =o)
16.07.2004 22:19
Kann dir in allen punkte nur recht geben.Mir erging es genauso.MFg sante