Fine Pix zum selber machen... :-)
30.11.2006 (18.11.2007)
Pro:
Handling, Schwenk - Display, Sucher, Bedienung wie dSLR, Mignon - Batterien, 2 cardslots, Super - Makro, Lieferumfang
Kontra:
kein Bildstabilisator, merkbares Rauschen ab 400 ISO, verglichen mit DSLR langsam
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 AMGaida
Über sich:
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung...
Mitglied seit:18.03.2003
Erfahrungsberichte:63
Vertrauende:48
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 88 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ausgangssituation: ********************* Ich bin ambitionierter Hobby-Fotograf, fotografiere gerne an Rennstrecken schnelle Autos, im Urlaub Landschaften und Gebäude und auch gerne mal Menschen. Davon abgesehen möchte ich aber noch mehr machen. Von gelungenen Nachtaufnahmen über S/W-Portraits bis zum berühmten "Wassertropfen" ist die Liste der Dinge, die ich noch vor mir habe, relativ lang. Doch mit meiner alten Kamera, der Minolta Dimage Z1, die als Kompaktkamera mit großem Zoom-Bereich schon einige Möglichkeiten bot, war ich mittlerweile an meinen Grenzen angelangt. Zudem sind mit den gut 3 Megapixeln auch nur kleinformatige Abzüge möglich. Bei einem A4-Druck wird es mit der Qualität schon schwierig. Zudem hatte die Kamera schon immer Probleme mit schlechtem Licht, teilweise fokussierte sie gar nicht mehr und Fotos wurden zur Glückssache. Außerdem war das Rauschen ab ISO 200 schon störend. Es war also Zeit für etwas Neues, am liebsten mit Autofokus-Hilfslicht, um bei Dunkelheit dennoch scharfe Aufnahmen machen zu können. Zudem hatten mich Fotos der Canon eos 350D eines Freundes im Urlaub beeindruckt. Ich wollte auch in Richtung dSLR gehen und erkundigte mich über Preise und Möglichkeiten. Schnell kam heraus, dass ich 4-stellige Preise für die eos inkl. gutem Weitwinkel- und brauchbarem Teleobjektiv nicht zahlen wollte. Aber da gibt es ja diese Bridge-Kameras, oder auch Prosumer-Kameras genannt. Gehäuseform und Bedienung erinnern sehr an dSLRs, der Sensor ist jedoch kleiner und weniger aufwendig und es gibt auch nur ein Objektiv. Da dieses jedoch häufig über eine große Brennweiten-Spanne verfügt, schien diese Klasse für mich perfekt. Besonders deshalb, weil diese Kameras einige hundert Euro Ersparnis im Vergleich mit einer dSLR-Kamera bedeuten. Außerdem bin ich nicht im Besitz eines Camcorders und bei manchen Gelegenheiten ist es von Vorteil, wenn man Videos mit der Digitalkamera machen kann. Diese Möglichkeit bieten meines Wissens nach die meisten dSLRs nicht.
Auswahlverfahren: ********************* Nach ein wenig Lektüre auf den eingehenden Internet-Digitalkamera-Portalen kam ich auf 3 Modelle in der engeren Auswahl. Die Panasonic Lumix FZ50 und die beiden Fuji-Modelle S6500fd und S9500 bzw. deren Nachfolgerin S9600. Die Fuji S6500 kostete inkl. brauchbarer Speicherkarte ca. 400 eur im Internet, die S9600 ca. 500 eur und die FZ50 ca. 650 eur. Ich sah mir alle drei Kameras live an und dabei fiel die FZ50 sofort raus. Sie gefiel mir einfach nicht, fühlte sich an wie ein Ziegelstein und trotz des begehrenswerten Bildstabilisators, konnte sie mich nicht überzeugen. Zudem hat sie kein 28er Weitwinkel-Objektiv, was einen sehr großen Unterschied in der Praxis macht. Da kann noch so oft der klangvolle Name "Leica" auf dem Objektiv prangen. ;-) Die S6500fd war eine sehr gute und zugleich günstigere Alternative als die S9600, ich habe länger überlegen müssen, doch der für mich unbrauchbare Sucher (25% kleiner als bei der S9600 und nur die halbe Auflösung) und das nicht schwenkbare Display verbunden mit der etwas billigeren Machart (Stativgewinde aus Plastik statt Metall, kein Blitzschuh, keine CF-Cards möglich, nur seltene xd-cards, kein Einstellrad etc.) überzeugten mich bald, dass ich mich mit der S6500 nicht anfreunden konnte. Aufgrund des guten, und neueren Chips im Vergleich zur S9600 wäre sie jedoch eine gute Alternative!
So wurde es also die S9600. Mit ihr kann ich wunderbar über den Sucher fotografieren, kann, auf ein Stativ montiert, das schwenkbare Display ausklappen und neigen, und freue mich jedesmal wieder über die Blenden- und Belichtungszeit-Auswahl per Rändelrad in griffgünstiger Position. Vorteile in der Bedienung, die für mich bei Auswahl der S9600 gegenüber der S6500 überwogen. Die 9,1 Megapixel der S9600 im Vergleich zu den 6,3 Megapixeln der S6500 sehe ich nicht als Vorteil sondern eher als Nachteil. Je weniger Platz man den Pixeln auf gleichbleibender Sensorfläche lässt, umso mehr kann die Bildqualität leiden und umso eher ist Bildrauschen zu befürchten. Man könnte also sagen, dass hier weniger doch mehr ist und dass der S6500-Chip im Gehäuse der S9600 für mich die perfekte Fuji-Kamera gewesen wäre. Kauf: ****** Angesehen habe ich mir die Panasonic und die S9600 beim ach so SAU-billigen Media Markt nebenan. Mit Preisen 100,- Euro über den günstigsten Internet-Händlern, hat Media-Markt natürlich nicht nur bescheuerte, irreführende Werbung sondern auch keine konkurrenzfähigen Preise. Bestellt habe ich - aufgrund bester Erfahrungen - dann bei Amazon für 479,- Euro, was zum Kaufzeitpunkt einer der besten Preise im Internet war.
Innerhalb
Bilder von Fujifilm FinePix S9600
von 2 Tagen war die Kamera da und ich vermisste im Lieferumfang lediglich die 4-Standardbatterien, worauf Amazon gleich mit einem Warengutschein in Höhe des Preises eines 4er-Sets Mignon-Akkus reagierte. Top-Service mal wieder von Amazon!Beim Öffnen der Kiste fand ich folgendes vor: - Fujifilm FinePix S9600 Kamera - 256MB CompactFlash I Speicherkarte (Transcend 80x) - USB-Anschlusskabel - Audio/Video-Kabel - Objektivdeckel mit Befestigungsschnur - Sonnenblende - Tragegurt - (Standardbatterien gehören eigentlich auch dazu)
Zudem gibt es noch: - Kamerasoftware Hyper Utility Software HS-V2 Version 3 - Kamerasoftware Image Mixer VCD2 LE for FinePix - USB-Gerätetreiber - Handbuch / Bedienungsanleitung Die 256MB-Karte ist in jedem Fall schon mal brauchbar, vor 3 Jahren wollte mich Minolta noch mit einer im Lieferumfang enthaltenen 16MB-Karte zum Lachen bringen, was ihnen übrigens auch geglückt war. Panasonic liefert die FZ50 heute sogar noch mit einer 32 MB SD-Karte aus. Man hat angesichts von 20MB Fotogröße im RAW den Eindruck, die Zeit sei bei Panasonic stehengeblieben... einfach frech. ;-)
Dennoch braucht man natürlich in der Praxis auch bei der Fuji etwas mehr als 256 MB, wenn man die Auflösung oder sogar das mögliche RAW-Format nutzen möchte. Zur Verdeutlichung: Ein RAW-Bild in voller Auflösung ist bei der Fuji ca. 18 MB groß, ein JPEG immer noch 4,2 MB. Auf 256 MB gehen also ca. 15 RAW-Bilder, dann ist das Ding am Ende. Ich wollte aber gerne etwas mehr als 15 Fotos machen, also kam eine Transcend 4GB-CF Karte ins Haus. Im Internet nach kurzem Preisvergleich wurde ich bei mobilejoker.de (siehe Bericht) fündig. Gut 80 Euro finde ich nicht zu teuer. Der Akkusatz (4x 2600mAh AA-Mignonzellen von Hama) kam wie erwähnt für kleines Geld von Amazon. Erfahrungen: *************** Ich möchte hier nicht alle technischen Details runterleiern… das meiste lässt sich auf www. Digitalkamera. de oder auf der Herstellerseite http:// www.fujifilm. de/ nachlesen (Leerstellen beachten). Hier möchte ich lieber auf meinen Eindruck und meine Erfahrungen mit der Kamera genauer eingehen.
Mein erster Ausflug ging in die Kölner Altstadt. Auf 9Mn (9 Megapixel mit normaler Qualität) eingestellt, konnte ich ca. 85 Bilder machen, das sollte für einen Abend reichen. Nach den ersten Versuchen im Gegenlicht und später auch im völlig Dunklen war ich ziemlich zufrieden. Die Programmeinstellungen bieten eigentlich alle Möglichkeiten. Vom Automatik-Programm über Programme zur Sport-, Portrait-, Landschafts- oder Naturlicht-Aufnahme bis zu 4 manuellen Programmen wo Blende und Belichtungszeit einzeln oder komplett manuell eingestellt werden können. Alles von der Bedienung her wie bei einer dSLR und nur wenig Menükreuz-Fummelei. Zudem kann in den meisten Programmen die Bildqualität und die ISO-Zahl getrennt eingestellt werden, man hat also wirklich freie Hand, wenn man weiß was die ganzen Werte bedeuten und welchem Zweck welche Einstellung dient. Wie ich in vielen Internet-Beiträgen bzw. -Reviews gelesen habe, so bin ich auch selbst der Ansicht, dass die S9600 als reine "Automatik-Kamera" ihren Einsatzzweck verfehlt, hier findet man einfacher zu benutzende Kameras auf dem Markt, deren Elektronik das Bild intern schon "fertig" verarbeitet. die S9600 lässt dagegen mit moderater interner Nachbearbeitung der späteren elektronischen Bildverarbeitung (EBV) mehr Raum und Möglichkeiten. Wer selbst bestimmen, ausprobieren und variieren will und sich obendrein ein wenig mit EBV auskennt, wird daher seine Freude haben. Mir haben bereits die ersten Bilder richtig Spaß gemacht, auch wenn ich erstmal viel experimentiert habe.
Da ich an dem Abend kein Stativ dabei hatte, habe ich auch die Fotos in der Dunkelheit aus freier Hand gemacht. Dafür bin ich überaus zufrieden. Das Bildrauschen fängt störend ab 400 ISO an, ab 200 ISO wird es merkbar. Bilder mit 800 ISO sind nur noch mit starker Nachbearbeitung wirklich gut. Im Kreis der nicht-dSLR ist das aber durchaus normal und die Fuji bewegt sich hier eher an der Spitze der Konkurrenz. Einzig die S6500fd schneidet ab ISO400 etwas besser ab. Top-Aufnahmequalität darf man bei hohen ISO-Werten also nicht erwarten. Die Kamera fokussiert mit grünem AF-Hilfslicht aber auch in ziemlicher Dunkelheit sehr schnell und zielsicher, die Auslöseverzögerung ist sehr kurz und die Speichergeschwindigkeit trotz recht großer Bilddateien angenehm und praxisgerecht. Den Blitz habe ich mittlerweile relativ häufig verwendet. Er hat keine allzu große Reichweite, mit der Leitzahl 6 ist er auch eher als schwach zu bezeichnen, meine alte Minolta hatte einen fast doppelt so starken eingebauten Blitz. Für Vordergrundbeleuchtung bei manueller Hintergrundausleuchtung mit Stativ eignet sich der Blitz aber sehr gut. Sollte bei geringen Distanzen das Blitzlicht mal zu hell sein, ist es hilfreich den Makromodus zu aktivieren. Die intelligente Blitzsteuerung übernimmt dann eine automatische Absenkung der Helligkeit. Natürlich lässt sich bei Überbelichtung der Blitz auch manuell in +/- 1/3EV-Stufen verstellen. Wer häufig auf Hochzeiten oder Parties fotografiert, wird sich sowieso einen externen Blitz zulegen. Bei der S9600 hat er auch die Möglichkeit einen solchen (beliebigen Herstellers) zu montieren! Sehr positiv an dem eingebauten Blitz ist jedoch, dass er relativ weit vom Objektivmittelpunkt entfernt ist und dadurch in keinem Modus bisher die typischen "Roten Augen" auftraten. Also braucht es kein Vorblitzen o.ä., einfach drauf losblitzen und gut ist's. ;-)
Der Weißabgleich der Kamera funktioniert im Automatikmodus schon sehr gut. Nur indoor bei Halogenlicht empfand ich ihn manchmal als eine Spur zu warm/rot. Sollte man in den übrigen Voreinstellungen kein passendes Weiß finden, ist bei der S9600 natürlich auch ein manueller Weißabgleich über ein weißes Blatt Papier möglich. Die Verschlusszeiten der Programme im Stativ-Betrieb sind bis 30 Sekunden eigentlich lang genug. Eine Verwacklung durch die Betätigung des Auslösers ist durch eine Draht-Fernbedienung oder den Selbstauslöser (der kurze 2-Sekunden-Auslöser ist hier praktisch!) zu vermeiden.
Der Strombedarf der Kamera scheint mir ziemlich gering zu sein bzw. die Laufzeit der Akkus ist einigermaßen lang. Meine 3 Jahre alten 2300er Ni-Mh Akkus hielten fast 400 Fotos inkl. einiger Blitzaufnahmen und Fotobetrachten bzw. Rumspielen. Die neuen, stärkeren Akkus können das noch etwas übertreffen und kommen auf ziemlich genau 500 Fotos mit ca. 1/5 Anteil Blitzaufnahmen. Leider wird nur die Restlaufzeit der Akkus nicht sonderlich präzise angezeigt. Es kann vorkommen, dass man eine Zeit lang ohne Akku-Meldung fotografiert hat, beim nächsten Anschalten zeigt dann die Akku-Warnung ROT und die Kamera geht nach 5 Bildern aus. Aber durch die Mignon-Batterien kann man an der nächsten Ecke einfach neue Batterien reintun, bis die Akkus wieder geladen sind. Normale AA-Batterien halten übrigens ca. für 200 Fotos. Inzwischen habe ich in einam Jahr ca. 8000 Fotos gemacht und die Bedienung der Kamera ist in Fleisch und Blut übergegangen. Ich empfinde sie als absolut intuitiv, obwohl ich vorher nie mit einer Fuji-Kamera fotografiert hatte. Die manuelle Bedienung des Zoom-Objektivs per Drehring überzeugt ab der ersten Sekunde, weich drehbar und ohne Widerstand ist er doch schwer und seidig … einfach perfekt. Wer seinen Bildausschnitt mal so gewählt hat, will keine +/- Knöpfchen mehr drücken. ;-)
Manuell kann auch fokussiert werden. Das Drehrad ist ebenfalls sehr fein zu bedienen, könnte sogar noch ein wenig schwergängiger sein. Wichtig ist hierbei, dass man nicht zu schnell dreht, denn die Fokussierung wird auf dem Sucher/Display leicht verzögert angezeigt. Wenn man also am Fokussier-Ring dreht und zwischendurch die optimale Fokussierung erreicht hat, so hat man auch meist schon darüber hinaus weitergedreht. Wenn man die Fokussierlupe auf dem Display nutzt (nur bei 30 Bildern/Sekunde Displayfrequenz möglich), ist ein recht gutes manuelles Fokussieren möglich. Besonderheiten: ****************** Hier möchte ich einige Dinge aufführen, die mir als "Besonderheiten" im positiven sowie im negativen Sinne aufgefallen sind. Als erstes wird man sagen: "da fehlt ein Bildstabilisator". Und in der Tat, die Konkurrenz in dieser Klasse bietet so etwas teilweise schon an. Viele nennen eine automatische ISO-Anhebung bereits einen Bildstabilisator, andere haben tatsächlich Systeme, die den Verwacklungsbewegungen entgegen wirken. Diese Systeme sind dann sinnvoll, wenn man häufig längere Belichtungszeiten über 1/60 realisieren will, also unbewegte Motive bei nicht optimalem Licht fotografieren will. Bei schnellen, sich bewegenden Motiven (Autorennen, Fußball, Skifahren, Kleinkinder, Haustiere etc.) muss man den Nutzen einer solchen Funktion eher in Frage stellen. Mir ist hier eine gute Bildqualität, eine zuverlässig schnelle Auslösung und ein reaktionsschneller und zielsicherer Autofokus mit umfangreichen Einstellmöglichkeiten doch etwas wichtiger. All dieses bietet die S9600 und steht damit im Kreise der Konkurrenz recht gut da.
Besonders wichtig finde ich auch, dass die Kamera wie erwähnt keinen Modell- oder Hersteller-typischen Akku verwendet. Wenn der nämlich leer ist, muss man entweder einen teuren Zweitakku zur Hand haben oder man guckt in die Röhre. Werden wie bei der S9600 handelsübliche Mignon-Akkus verwendet, kann man beim Aldi für 99ct einfach einen 4-er Satz Batterien kaufen und sich damit behelfen. So einfach ist das. ;-) Auch ein entscheidender Punkt ist das Speicherkartenformat. Eine 4GB xd-Karte ist 1. schwieriger zu bekommen und 2. deutlich teurer als eine entsprechende CompactFlash Karte mit 120-facher Geschwindigkeit. Das konnte ich bei meinem Karten-Kauf merken und sehe daher den CF-Slot der S9600 gegenüber z.B. der S6500fd als relevanten Vorteil an.
Als ein Manko empfinde ich, dass die Kamera RAW-Dateien im Fuji-eigenen .raf-Format speichert. Meine Photoshop-Version konnte dieses Format erst nicht lesen/bearbeiten und es war daher ein Update nötig. Zudem installierte ich zuerst einmal die mitgelieferte Software. Die nervt allerdings doch etwas aber ich hatte schon herausgefunden, dass das kostenlose Bildprogramm "Irfanview" auch .raf-Dateien liest. Etwas seltsam ist die automatische "Stand-By-Schaltung". Man kann sie aus Akku-Spargründen auf 2 oder 5 Minuten einstellen bzw. ganz ausstellen. Das Problem ist nur, dass ich es von anderen Kameras so kenne, dass die Kamera dann bei Bedienung des Auslösers oder einer anderen Taste wieder "aufwachte". Die Fuji bleibt aus... egal auf welcher Stellung der Ein/Aus-Schalter steht. Man muss sie also ausschalten und wieder einschalten, um sie wiederzubeleben. Das ist etwas unpraktisch gelöst.
Sehr gut finde ich dagegen, dass es wie bereits angesprochen einen Selbstauslöser mit 2 und 10 Sekunden Wartezeit gibt. Somit kann man wunderbar bei Stativaufnahmen bei Nacht das Verwackeln beim Auslösen verhindern und muss nicht jedes Mal nervige 10 Sekunden bis zum Auslösen warten sondern nur 2. ;-) Richtig gut finde ich die Anzeigen im Betrachtungsmodus der aufgenommenen Fotos. Wenn man hier auf die Taste "Display/Back" drückt, bekommt man die letzten Aufnahmen entweder im 3er oder 9er-Paket angezeigt. Auch kann man hier durch Druck auf die "Info"-Taste alle relevanten exif-Daten des Bildes inkl. einem Histogramm einsehen. Weiterhin werden die Fotos nach Datum sortiert und ich kann z.B. bei einem mehrtätigen Städtetrip schnell ein Foto vom 1. oder 3. Tag finden und muss mich nicht an der Kamera durch hunderte Fotos wühlen, um ein bestimmtes zu finden. Auch nützlich finde ich die genaue Anzeige wieviele Fotos an welchem Tag gemacht wurden.
Ein kleines aber lästiges Manko ist die Umstellung von JPEG auf RAW. Sie funkltioniert nicht per einfachem Tastendruck sondern nur über die dritte Menü-Ebene… das ist etwas unnötig. Es gibt extra diese schöne F-Taste, über die Farbmodus, ISO-Zahl und Bildgröße eingestellt werden. Warum hat man hier nicht RAW und JPEG mit untergebracht? Ansonsten ist die Bedienbarkeit wie erwähnt wirklich sehr gut… ich kann nicht klagen, Fotografieren macht mit der Kamera einfach nur Spaß. RAW und JPEG parallel aufzunehmen ist i. Ü. nicht möglich mit der S9600. Wo wir gerade beim Spaß sind. Besonders toll ist die Makro-Fotografie mit der S9600 (siehe Fotos). Es gibt zwei Modi, das Makro und das Super-Makro. Der Makro-Modus kann übrigens schon bei einer Objektvnähe unter 2m verwendet werden! Im Super-Makro kann man mit dem Objektiv das Objekt berühren und es stellt dennoch sofort scharf. Sowas habe ich bisher noch nicht erlebt und auch hier setzt sich die Kamera deutlich von meiner bisherigen Minolta ab und beide Modi überzeugen zu 100%!
Überzeugend ist die Fuji im Übrigen auch, wenn es um Videos geht. Eine Digitalkamera ist kein Camcorder, das ist mir klar. Aber wenn es sich ergibt und man kurz ein Video machen kann, ist es einfach praktisch. Bei der S9600 kann ich durch den manuellen Drehring am Objektiv während des Videos zoomen und es wird automatisch nachfokussiert. Das hört man zwar ganz leise, aber es fällt nur auf, wenn keine sonstigen Nebengeräusche vorhanden sind, was ja eher selten der Fall ist. Die S9600 ist ergonomisch geformt, obwohl sie nicht zu den kleinsten Vertretern ihrer Art gehört. Anders als bei der Panasonic hat man nicht das gefühl einen Backstein in der Hand zu halten, sondern der deutlich ausgeformte Griff auf der rechten Seite sitzt super. Auch die Abstützung des Daumens ist stabil, insgesamt fühlt es sich passend an. Genauso auch die Vorderseite, auf der die Fingerkuppen aufliegen. Diese ist leicht gummiert und man hält die Kamera trotz der knapp 750g auch locker mal nur mit 3 Fingern anderen hin, um z.B. auf dem Monitor ein Bild zu betrachten, ohne befürchten zu müssen, dass gleich die Kamera entgleitet. Die ausgezeichnete Handlage begünstigt bei mir auch Fotos mit längeren Belichtungszeiten. Ich habe schon tolle Bilder gemacht mit 1/4 oder 1/6s Belichtungszeit!
Die Verarbeitung insgesamt macht einen routinierten Eindruck, die Kamera wirkt hochwertig und stimmig gemacht. Einzig die Gummi-Abdeckung des Videoausgangs und des USB-Kabels ist nicht optimal, aber dennoch problemlos in der Handhabung. Dafür ist auch bei Montage auf einem Stativ der Akku-Wechsel problemlos möglich und auch an die Speicherkarten unter separatem Deckel kommt man gut heran. Zur Bildqualität sei noch etwas angemerkt. Häufig las man über den Vorgänger, die s9500, dass sie matschige, unscharfe Bilder mit blassen Farben produziere. Es gab damals für die s9500 einen Beileger von Fuji, auf dem man erläuterte, dass die neutrale Bildqualität der Kamera für professionelle Nachbearbeitung in Bildbearbeitungsprogrammen gedacht sei. Wer aus der Kamera "fertige" Bilder holen will, möge Schärfe, Sättigung und evtl. den Kontrast im Menü von "Standard" auf "Hart" einstellen. So bin ich auch von Anfang an mit meiner s9600 vorgegangen und kann nicht klagen. Die Bilder sind scharf, haben warme und realistische Farben und wirken insgesamt sehr harmonisch.
Fazit: ****** Wie aus dem Bericht heraus zu lesen, bin ich mit der Kamera bisher (knapp 8.000 Fotos) sehr zufrieden. Als einziges wirkliches Manko kann ich bisher den fehlenden Bildstabilisator ausmachen, der auch durch besondere Rauscharmut nicht ausgeglichen werden kann. Da muss jeder Interessent für sich entscheiden, inwiefern das ein wichtiges Kriterium ist. Bei manchen Situationen wäre es aber durchaus angenehm, zumindest die Wahl zu haben und einen Bilstabilisator verwenden zu können. Dafür ist die Fuji aber auch etwas günstiger als vergleichbare Konkurrenz mit Bildstabilisator. Im Kreis der Konkurrenz ist die S9600 eine relativ günstige Alternative und aufgrund der guten Ausstattung, dem Handling und nicht zuletzt der guten Machart, gebe ich gerne die volle Punktzahl und eine Empfehlung.
Den "Service" von Fuji habe ich bisher als gut beurteilt, da ich außer der Website und dem finepix-forum noch keine Serviceerfahrung mit dem Hersteller habe. Alleine dass es ein Forum gibt, in dem sich Fuji-Fotografen untereinander helfen können, Fragen gestellt werden oder auch vom "finepix-Team" kompetent beantwortet werden, gefällt mir sehr gut! Update:19.11.07 Mittlerweile habe ich mich doch zum Kauf einer dSLR entschlossen. Es gab v.a. 3 Gründe dafür. 1. ist das Rauschverhalten doch erheblich besser, 2. ist eine dSLR erheblich schneller (3Bilder/Sek, auch im RAW und auch mit Blitz, wenn es sein muss!) und 3. ist die Bildqualität einfach noch besser.
Ich habe mir die Canon EOS 400D gekauft und vermisse seitdem vor allem die Videofunktion der Fuji und auch die perfekte Handlage. Die Fuji war sogar noch schwerer als die EOS, aber sie lag einfach super in der Hand!
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Fujifilm FinePix S9600
|
|
21.03.2008 23:18
Wow.. war alles drinne! Ein sehr, sehr guter Bericht! Bh und liebe Grüße.
20.11.2007 21:59
eine klasse kamera... wir knipsen noch mit einer kleinen digi-cam :0(, aber wir sind ja auch keine profis ;0)) schöner bericht! lg bea
27.10.2007 17:14
Der Erfahrungsbericht sowie die eingestellten Fotos überzeugen in jeder Hinsicht - bzw. wirken nicht wie eine abgekupferte Bedienungsanleitung. Der Verfasser hat sich mit seinem Bericht sehr viel Mühe gegeben, was bei mir zumindest bewirkt, dass ich mir gerade die Kamera bei Amazon für mittlerweile 375 Euro bestellt habe. Der Preis bei Media Markt liegt übrigens immer noch einen 100er höher.