Erfahrungsbericht über

Fujitsu CELSIUS Mobile H

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung Fujitsu CELSIUS Mobile H

 

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siemens sana in corpore sano

3  28.01.2003 (12.10.2003)

Pro:
Es schaut toll aus und hat viiiiieeeele Extras

Kontra:
Nicht alle Extras sind wohl durchdacht !

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Verarbeitung

Akkulaufzeit

Kontraste

Festplatten-Kapazität

Bedienung/Ergonomie

Software-Ausstattung

mehr


grantlsack

Über sich: Vom Winterschlaf direkt in die Frühjahrsmüdigkeit... und wieder zurück!

Mitglied seit:14.10.2002

Erfahrungsberichte:115

Vertrauende:94

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 107 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

[PRAE VERBI PROOEMIUM]
In meinem Beruf steht und fällt meine Glaubwürdigkeit (und selbstredend die meiner Firma) Kunden gegenüber mit meiner Ausstrahlung, die über jeden Zweifel erhaben ist, meiner Kompetenz, die zweifellos außer Frage steht, und meinem technischen Equipment, dessen Betrachtung dieser Text zum Inhalt haben soll.
Im Speziellen liegt der Fokus dieses Berichts auf meinem Laptop, dem
„FUJITSU SIEMENS CELSIUS Mobile H“,
mit dem ich mich seit nunmehr über einem Jahr nahezu täglich beschäftigen darf.

Welcher Teufel unseren Einkäufer geritten hat, als er 50 dieser Edelteile bestellte, weiß ich wohl, werde mich aber hüten, dieses Geheimnis Preis zu geben, denn ich möchte weder Fujitsu Siemens Computers (im Folgenden durch „FSC“ abgekürzt), noch meine Firma dem Vorwurf unlauterer Absichten aussetzen. Stattdessen schiebe ich es einfach auf den Patriotismus, der uns allen doch so eigen ist, und verkünde:
„Die Achse“ hat Italien ausgebootet (die Italiener haben eh nur „Bahnhof“ und „nix Dorf“ verstanden) und die neueste Technologie in ergonomische portable Form gepresst.
Ein „Gerät mit allen Schikanen“, sozusagen das „Flaggschiff der tragbaren Fujitsu-Siemens-Flotte“, kurz und gut: “Schnickschnack zum Mitnehmen!“

Bevor jedoch schon im Vorwort meine Begeisterung nicht mehr brechbare Wellen schlägt, gehe ich nun übergangslos zum nächsten Kapitel, nämlich in medias res:


[DEUS EX MACHINA]
(This chapter contains detailed technical information, so: “Scroll over, Beethoven!”)

System:
Intel® Mobile Pentium® 3 Prozessor 1.2 GHz mit SpeedStep Technologie

Grafik / Display:
15.1“-TFT-UXGA Display
Professionelle Workstationgrafik nVIDIA Quadro4 500 Go GL, mit 64 MB Videospeicher und TwinView

Benutzerfreundlichkeit:
Abnehmbare Tastatur für ergonomisches Arbeiten
TouchPad Zeigegerät, zwei Maustasten
„FlexiBay Konzept“ für DVD/CD-RW Combo Laufwerk, bis zu zwei Akkus, bis zu zwei zusätzliche Festplatten, LS-240 Laufwerk

Sicherheit:
Boot-Lock über Fingerprintsensor oder Passwort
Integrierter SmartCard Reader

Connectivity:
Eingebautes 56 Kbps V.90 international Modem
IEEE1394 FireWire on board
Digitaler / analoger Video-Out (DVI-I)
Fast Infrarot Link (Fast IrDa 1.1)
2 USB Ports
S-Video Out

Software:
Microsoft Windows 2000 Professional

Abmessungen und Gewicht
42 x 340 x 278 mm, 3,5 kg (inkl. Akku u. DVD/CD-RW)

(that’s it, Beethoven, read on!)


[NAVIGARE NECESSE EST]
“Eine Seefahrt, die ist lustig…”, und damit einem nichts vor Augen schwimmt, ist ein guter Bildschirm bei einem Computer fast das Wichtigste!
Das CELSIUS ist mit einem 15“-TFT-Bildschirm ausgestattet, der maximal 1600x1200 Pixel darstellt; Was sage ich! Nicht MAXIMAL, IMMER!
Na ja, 800x600 geht auch noch, aber da kann man die Klötzchen echt mitzählen! Alle anderen Auflösungen, die wir einzustellen versuchten, führten dazu, dass wir mit dem Gesamtbild unzufrieden waren, sprich: Es entstanden unsaubere, verschmierte Grafiken, die dem Auge eher abträglich sind als dazu führen, unsere Pupillen mit Wohlwollen auf die Arbeit zu richten...
Glücklicherweise verfügt ein modernes Windows® über Eingabehilfen für Sehgeschädigte, so dass auch normal dreinblickende Menschen aus gesundem Abstand verfolgen können, was auf dem Bildschirm geschieht!
So bleiben die Icons Stecknadelkopfgroß, während die Buchstaben sich lesen lassen wie die zweite Reihe beim Augenarzt.


[MULTUM, NON MULTA]
Schnickschnack-Erfahrungen:

[MULTUM I. - DENS LIVIDUS]
Anfangs freute ich mich sehr, als ich mein Laptop aus der Tasche nahm und meine Ansprechpartner freudig erregt in die Hände klatschten mit den Worten „Ist das nicht der mit der abnehmbaren Tastatur?“ - „Richtig“, entgegnete ich dann mit einem verschmitzten Lächeln auf meinen Lippen, „Bluetooth-Technologie vom Feinsten! Sie können das Keyboard bis auf eine Entfernung von 10 Metern mit sich tragen und dennoch weiter tippen - Sie sehen zwar nicht mehr, WAS Sie tun, aber Sie können es!“ Die Begeisterung schlug meist augenblicklich in fassungsloses Kopfschütteln um. Nun, gar so sinnlos ist dieses Feature wirklich nicht:
Bei einer Präsentation werfe ich das Bild gerne mittels eines Beamers an eine nahe gelegene Wand, schließlich kenne ich die meisten meiner Kunden nicht so genau, als dass mir Entzücken bereitete, zu zwölft vor meinem 15“-Bildschirm zu kuscheln. Die mich dann umgebende Wärme wäre alles andere als wohlig...
Apropos Wärme: Der Name „CELSIUS“ kommt, scheint’s, nicht von ungefähr! Die Marketing-Strategen von Fujitsu-Siemens haben sich nämlich etwas dabei gedacht (was allein schon erstaunlich ist bei Marketing-Strategen), denn der Computer setzt auch schon nach relativ kurzer Laufzeit eine Temperatur frei, die sich mit der Heizleistung einer Kaffeemaschine messen kann! So wird es den geneigten Leser nicht verwundern, dass ich die Tastatur meist vor den Rechner platziere (ich mag mich an diese Schreibweise so gar nicht gewöhnen...) und meine Tasse auf das Gehäuse stelle. Immerhin werde ich so zu zügigem Kaffeekonsum angehalten, denn nach einer halben Stunde ist auch im vollsten Becher nur noch ein dunkelbrauner Bodensatz vorzufinden!


[MULTUM II. - VICTORIAM AB RATIO]
Zwei kleine, hitzebeständige Aufkleber prangen auf dem Gehäuse:

„intel inside“
Damit mag man leben (können oder müssen)...

„Designed for Microsoft® Windows®2000 Professional“
Das nehme ich den Herstellern übel!
Im Prinzip ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Hersteller, getrieben von reiner Geldgier, solch neckische „Papperl“ (austrisches Wort für Abziehbildchen) auf seinen Produkten anbringt, wohl wissend, dass diese Empfehlung so gut ist wie jede andere, doch die Entwickler des „CELSIUS“ nehmen das „Designed for“ wirklich ernst: Außer „Microsoft® Windows®2000“ lässt sich nämlich kein anderes Betriebssystem problemlos installieren!
Meine erste Tat, nachdem ich dieses edle Teil in den Händen hielt, war, dass ich eine RedHat Installations-CD einlegte und den Rechner startete. Fröhlich leuchtete aus dem Bildschirm der bekannte rote Hut mir entgegen, und ich wollte der Konfiguration freudig ihren Lauf lassen, doch mitten in der Hardwareerkennung blieb Linux einfach stehen. Irgendein Bauteil meines nagelneuen Laptops wollte sich partout nicht erkennen lassen. Ich bin im Übrigen der Meinung, dass Carthargo vernichtet werden soll, ebenso die BlueTooth-Entwicklungsabteilung von Fujitsu-Siemens! Sämtliche mir bekannten und vorliegenden Versionen von RedHat-Linux gaben an derselben Stelle auf...
Zweite Wahl: S.u.S.E! Hier lief wenigstens die Installation durch, jedoch wurde nur bei etwa jedem dritten Neustart die Tastatur erkannt - immerhin! Doch dann setzte nach ca. 30 Sekunden der Stromsparmodus des Laptops ein: Der Bildschirm wurde schwarz und Linux gab auf.
Nur ein (auf einer anderen Maschine) selbst compilierter Kernel schuf Abhilfe, jedoch bekamen wir das Problem mit der Tastatur nie wirklich in den Griff.
Schließlich gaben wir uns geschlagen und kontaktierten den FSC-Support um unser Problem fachmännisch lösen zu lassen:
„Schönen guten Tag und herzlich willkommen in der Supporthotline von FSC, mein Name ist Blablabla..., wie kann ich Ihnen helfen?“
„Moin. Wir hätten da gern ein Problem: Vor uns liegt das neue CELSIUS, wir haben hier nun Linux installiert, aber...“
„LINUX??? Wie haben Sie das denn zum Laufen bekommen? Das hat hier noch keiner geschafft...“
*klick*
SEHR HILFREICH!
Zugegeben, Linux ist (noch) nicht das Allerweltsbetriebssystem, aber wenn wir zwei Blondies, die gerade mal 10 Jahre Erfahrung damit haben, es installiert bekommen, dann erwarten wir „etwas mehr“ Kompetenz von einer (kostenpflichtigen) Hotline, wenn wir mal auf ein Problemchen stoßen!


[SUMMA]
Ich habe mich an dieses Gerät gewöhnt!
Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk und wer noch grantlt, hat die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben!
Für nahezu jede Unzulänglichkeit gibt es einen „Workaround“ und jemand, der sich viel mit Computern auseinandersetzt oder täglich damit arbeitet, weiß mit diesen Workarounds zu leben.
Der Preis spricht allerdings eindeutig gegen den Hausgebrauch dieses Computers, aber wer Firmengelder verprassen darf, dem sei dieser Laptop eingeschränkt (siehe Text) empfohlen!
(Übrigens spielt’s sich ganz hervorragend damit! Die eingebaute Graphikkarte, der Sound, der Bildschirm, der schnelle Prozessor, die Tragbarkeit - Ihr seid die Helden jeder LAN-Party!)


[SUPPLEMENTUM]
Damit wir heute etwas gelernt haben, folgt die Aufklärung über die Überschrift:
„mens sana in corpore sano” (dt. Übersetzung: "ein gesunder Verstand in einem gesunden Körper") ist ein oft missverstandenes Zitat aus Iuvenals Satiren (X 356):
Diese Satire handelt von der Torheit und Verderblichkeit der Gebete und Wünsche, die die Menschen an die Götter zu richten pflegen; nach zahlreichen Beispielen törichter Wünsche schließt sie mit der Mahnung:
„man überlasse den Göttern selbst, uns das wahrhaft Ersprießliche zu gewähren, und bitte sie nur um körperliche Gesundheit und gesunden Menschenverstand (... orandum est, ut sit mens sana in corpore sano).

Dass nur in einem gesunden Körper ein gesunder Verstand möglich sei, hat Iuvenal nie gesagt.

Dass nur in einem schönen Gehäuse ein hervorragendes Notebook stecken kann, hat grantlsack nie gesagt.

ut desint vires, tamen est laudanda voluntas…
Euer Klugschei**er ;-)

<grantlsa©k 2003/01/28 - update für jinky mit der bitte um besondere Beachtung (und Korrektur) der Grammatik ;-) >


PS: Damit wir heute etwas dazu_gelernt haben, folgen die Übersetzungen der Kapitelüberschriften:
„prae verbi prooemium” - „vor den Worten das Wort“ (wie üblich also: mein Vorwort)

„deus ex machina“ – der Geist in der (oder aus der ?) Maschine

„navigare necesse est“ - „Schiffahrt tut Not“ (hier im Sinne von: „Wenn ich die See seh’, brauch’ ich kein Meer mehr“)

„multum, non multa“ – viel, nicht vielerlei

„dens lividus“ - blauer Zahn (= bluetooth)

„victoriam ab ratio“ - Sieg über die Vernunft

„summa“ – Fazit

„supplementum“ – Nachtrag

Und als Schmankerl:
„ut desint vires, tamen est laudanda voluntas“ - "mögen auch die Kräfte fehlen, so ist doch der gute Wille zu loben" OVID

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sunnybird

sunnybird

01.04.2004 18:02

Ein toller Bericht, bei dem man gleich noch bissel was für die Lateinbildung tut, und das anspruchsvoller als bei Asterix und Obelix ;-)

bilip

bilip

10.03.2004 07:24

Das Marken-Geräte, Desktops oder Notebooks wie Redmond designed sind, brauchst du den Herstellern doch nicht übel nehmen ;-) Es ist nun mal der Normalzustand, gerade bei Fujitsu-Siemens die sprechen doch mit ihren keinen anderen an. Linux hat für viele was mit Basteln zu tun. Und FSI, sieht man an der Portfolio, etwas mit Lifestyle.

Tiffipania

Tiffipania

07.11.2003 15:06

Ach ja, "mens sana in corpore sano" hat mich jahrelang begleitet, prangte über dem Eingang zum Wohnheim, was früher mal eine TBC-Klinik war.

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