Erfahrungsbericht über

Fujitsu Siemens Computers Pocket LOOX 720

Gesamtbewertung (25): Gesamtbewertung Fujitsu Siemens Computers Pocket LOOX 720

 

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Eine Spielerei für Technik-Nerds mit zu viel Geld

2  07.09.2003

Pro:
Nette Spielerei, Taugt auch als MP3 - Player

Kontra:
Relativ kurze Laufzeit, total verbuggtes Betriebssystem, hoher Preis

Empfehlenswert: Nein  Der Autor besitzt das Produkt

paeppi

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Erfahrungsberichte:27

Vertrauende:7

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 34 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich werde hier der Vollständigkeit halber die technischen Daten etc. des Pocket PCs (nachfolgend PPC genannt) auch erwähnen - trotzdem werde ich hier nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten, und mir einen 5-Seiten-Bericht, der es versucht, alle Aspekte zu beleuchten sparen.

Vor ein paar Tagen war es dann soweit: Die Reise nach Hamburg war lange geplant, und die Abreise stand kurz bevor. Da saß ich mit einigen Freunden im McDonalds, von denen einer seit geraumer Zeit - Weihnachten 2002 um genau zu sein - im Besitz eines Fujistu Siemens Pocket Loox 600 ist.

Ich als Technik-Nerd bin schon lange beeindruckt von dem Teil, das wusste wohl auch mein Freund, der mir dann vollkommen unverhofft anbot, mir den PPC für die Reise nach Hamburg zu leihen. Damit ich auf der Zugfahrt was zum tun habe, und außerdem, hat der PPC ja auch einen Routenplaner, der Stadtpläne nicht nur ersetzt, sondern um Längen schlägt.

Dieses großzügige, und sehr vertrauensvolle Angebot abzulehnen, lag mir fern, das war klar. So ging es dann letzten Dienstag Abend mit dem Nachtzug auf nach Hamburg. PPC an Board.

Als erstes musste sich dieser als MP3-Player beweisen - tat er auch, bis auf einige kleinere Mankos: Der PocketMVP (besseres Konkurrenzprodukt zum MediaPlayer) bietet zwar die Möglichkeit, das Display komplett zu deaktivieren, deaktiviert aber mit nichten die Touch-Funktionen des Displays. Wer nicht aufpasst, kommt beim in die Tasche langen schon mal ans Display, und startet dabei ungewollt die Wiedergabe eines anderen Liedes, etc..
Auch das Laden des jeweils nächsten Musikstückes in der Playlist dauerte - zumindest von der CompactFlash-Card - recht lange. Mein guter alter Jazpiper war da schneller.

Nach einigen Stunden Musikhörens - dank 256 CompactFlash-Card ohne großartige Wiederholungen der selben Titel - zeigte sich dann aber das nächste Problem in Sachen Alltagstauglichkeit: Der Akku. Er war fast leer, und selbst in den recht modern aussehenden, hellblauen und tiefliegenden Nachtzügen der Deutschen Bahn gibt es am Platz leider keine Steckdose. Also was tun? Der Bahn-Erfahrene Leser ahnt böses: Die Toilette. Ja, dort gibt es Strom, eigentlich zum rasieren.

Nachdem ich tatsächlich ca. 2 Stunden auf der Toilette verbracht hatte, und der Akku voll schien, konnte auch ich es endlich dem Rest des Schlafwagens gleich tun, und - schlafen!

Morgens dann ging es nach dem Wegsperren des Gepäcks in Hamburg-Altona gleich auf Richtung Miniatur-Wunderland (siehe Bericht dazu). Aber in welche Richtung ging es doch gleich? Ähhhm, ja, der PPC ist dank Pocket Streets doch der Perfekte Stadtplanersatz? Okay, also dann mal los..

Der Zugriff auf den Hamburger Stadtplan wurde verweigert? Nochmal... ah, jetzt gehts... mal sehen.. Extras, Ort Suchen. Suche nach "Wunderland": Keine Übereinstimmungen. Suche nach "Modelleisenbahn": Ein Ort Namens "Moorfleet" wird angezeigt, der ist aber ganz sicher nicht in der Speicherstadt, sondern nahe der A1.

Dann suchen wir halt manuell. Geschickt scrolle ich - die Speicherstadt suchend - durch Hamburg. Als plötzlich ein mir ach so bekanntes Geräusch meine Ohren ereilte. Der im Hintergrund laufende MP3-Player spielte die letzten 0.5-1 Sekunden immer und immer wieder. Das kenne ich noch, aus Windows9x zeiten. Mal probieren, vielleicht lässt sich ja noch was tun? *Drück* *Klick* *Klick* .. nein, das wars dann wohl. Dann muss halt der Aus-Knopf hinhalten. Fehlanzeige! Auch der war vom globalen Softwareabsturz wohl betroffen. Okay, dann der im hinteren Teil des Gerätes eingearbeitete Reset-Knopf. Ja, das geht.

Aber Lust habe ich jetzt keine mehr. Ich packe das gute Stück weg, und Frage den nächsten Passanten, wo es zur Speicherstadt gehe. Er antwortet detailliert und freundlich - für Augsburger wie mich ganz ungewohnt, aber das ist ja auch Hamburg. :-)

Okay, Stunden später, ich will ein paar Notizen auf dem PPC festhalten: Meine beiden Mitreisenden und ich haben diverse Rechnungen - wie z.B. den Eintritt ins Wunderland, oder die 3-Tage-Fahrkarte für den Hamburger Nahverkehr, nicht von Anfang an getrennt, sondern es hat immer einer vorgestreckt. Jetzt wollten wir wissen, wer wem wieviel Schuldet. Also, wie gesagt, eine kurze Notiz, nebenbei während dem Essen bei McDonalds......

Glaubt ihr wirklich, das hat geklappt, liebe Leser? Der Cheeseburger war kalt, bevor ich ihn angelangt hatte, und die Rechnung im Kopf gelöst, bevor ich sie eingetippt hatte - die Eingabe ist nämlich - egal wie, ob mit Mini-Tastatur, Buchstabenerkennung, Strichzugerkenner, oder was auch immer - saumäßig schwierig, und eher als Geschicklichkeitsspiel zu gebrauchen.

Okay, also das gute Stück wieder weggepackt, und den Rest des Tages ohne weitere Abstürze genossen ;-)

Abends dann im Zelt: Wir hatten an ALLES gedacht, was man zum Zelten braucht: Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Campingkocher, .... aber etwas fehlte. Licht. Wir hatten nur eine einzige Taschenlampe, deren Akku nach ca. 10 Minuten den Geist aufgab. Und jetzt? Richtig, der PPC hat ja ein Licht, und dank Stromanschluss am Zeltplatz, würde uns das sogar nicht nach den ersten 30 Minuten ausgehen. Hier bewährte sich das gute Stück dann endlich: Er liefert genug Licht, das wir uns zurechtfinden, und danach spielten wir noch gut 1 Stunde "Montagsmaler" (einer Zeichnet ein zusammengesetztes Wort, die anderen müssen es erraten) auf dem PPC. Hat echt Spaß gemacht, auch wenn das jetzt komisch klingt ;-)

Die nächsten Tage verliefen relativ unspektakulär: Abends wurde er wie gehabt als Lichtquelle und Spielgerät benutzt, Tagsüber als MP3-Player. Einen Falk-Stadtplan hatten wir uns schon gegen Ende des ersten Tages besorgt, sodass uns weitere Torturen mit Pocket Streets erspart blieben.

Auf der Rückfahrt dann wollte ich ein paar der mitgebrachten Spiele dann noch probieren: Need For Speed, Doom und Age of Empires gibt es alle drei für den PPC.

Need For Speed spielt sich schrecklich, die Steuerung per Stift ist fummelig. Gleich wieder raus hier.

Dann mal ran, Doom, da kann man ja nicht viel falsch machen. Oder? Auch hier: liebevoll umgesetzt, aber die Steuerung ist was für Masochisten.

Nur Age Of Empires konnte überzeugen: Es spielt sich zwar auch ein wenig fummelig, ist aber bedienbar, und macht sogar richtig Spaß. Trotzdem, nach einem Spiel ist auch hier Schluß, die Rechte Hand tut von der ungewöhnlichen Haltung weh.

Insgesamt bin ich zwar nach wie vor recht beeindruckt, was mit so kleinen Geräten heutzutage möglich ist - ich erinnere mich an meinen Atari ST1024, der für Prozentstücke der Rechenleistung ein vielfaches an Platz und Strom fraß, aber 400 € für so ein Gerät ausgeben, das würde ich nie.

Es ist halt nach wie vor eine nette Spielerei für Technik-Nerds, die sich ohne Beschäftigung zu Tode langweilen. Wer einen Terminplaner und/oder Notizblock braucht: Die gibts für paar Euro im Schreibwarenladen. Wer sich einen ernsthaften PC-Ersatz erhofft, möge sich in der Oberklasse der Notebooks umschauen.

Daher leider Gesamt-Fazit: Unnütz! Aber wer das Geld hat, .....

Technische Daten:
-----------------

Prozessor:
Intel PXA 250 Application Prozessor mit 400 MHz

Speicher:
32 MB ROM, 64 MB RAM

Display:
240 x 320 Pixel, TFT Touchscreen, 65.536 Farben

Schittstellen:
- Mikrofon und Lautsprecher intern (Qualität: miserabel)
- Kopfhörer (3,5 mm Klinkenstecker)
- Headset-Anschluss
- IrDA (115 KB)
- USB 1.1, seriell (zum Datenaustausch mit PC)
- Netzteil
- Bluetooth (Leistungsklasse 1 - Hoher Bereich)

Laufzeit:
Bis zu 10 Std. (Anm. d. Red: In euren kühnsten Träumen, liebe Fujitsu-Siemens AG)
Bis zu 100 Std. im Standby betrieb

Erweiterungssteckplätze:
SD/MMC Karten-Steckplatz
Compact Flash Steckplatz Typ II

Betriebssystem:
Microsoft Pocket PC 2002

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
bauernjung

bauernjung

07.09.2003 14:33

Super Bericht. Ansprechendes Design. Gruß, Stefan

paeppi

paeppi

07.09.2003 13:52

Wie ich schon zu Anfang des Berichtes schrieb, handelt es sich ganz bewusst nicht um einen Bericht, der den Anspruch stellt vollständig zu sein, sondern nur um meine eigenen Erfahrungen und Meinungen. Das ich für diese die von dir, lieber larshermanns, angegebenen Vergleichspunkte nicht brauche, versteht sich von selbst. Meine Meinung gründet sich auf dem, was ich mit dem PPC erlebt habe, und das habe ich doch recht ausführlich erzählt. Auch, wenn die Schrifteingabe an Pocket PCs allgemein so schlecht ist, wieso sollte ich dies dann in meinem Erfahrungsbericht nicht erwähnen dürfen? Ich fand es unpraktisch, und zwar speziell bei diesem Gerät, ob es nun bei 1000 anderen Geräten der selben Klasse auch so ist oder nicht tut dabei nichts zur Sache. Es ist nunmal - ich betone nochmals - MEINER Meinung nach ein Nachteil am Pocket Loox 600, egal wieviele andere PPCs den selben Nachteil haben. Um das noch zu erwähnen, die vom Hersteller angegebene Laufzeit findest du unten bei den technischen Daten. Bitte erst lesen, dann meckern. Danke, gruß, paeppi

larshermanns

larshermanns

07.09.2003 13:13

Du hast zwar einige Anwendungen beschrieben, nicht aber, was dieser Organizer überhaupt alles zu bieten hat. Was ist denn von Anfang an alles enthalten? Wie ist die Menüführung? Das mit der Zeichenerkennung (Buchstaben etc., die nach einer Art "eigenen Schrift" erkannt werden) ist allen PDA'a gemein und sollte nicht unbedingt als Negativpunkt erscheinen. Meine Verlobte arbeitet ebenfalls mit einem PDA (täglich) und hat damit keinerlei Probleme! Wenn Du schon ein Produkt verreißt, dann solltest Du zuvor aber such erwähnen, was dem Käufer vom Hersteller her versprochen wird. Mit welchen Erwartungen geht man denn an den Kauf dieses Organizers heran? Erst dann kann man nämlich sehen, ob Deine Kritikpunkte überhaupt gerechtfertig sind! Welche Akkuleistung wird denn beispielsweise versprochen? Immerhin hast Du Dich auch darüber beschwert. Welche Zeiten gibt man denn an für Stand-by und Dauerbetrieb? Dies müßte doch irgendwo ersichtlich sein und gehört folglich auch in Deinen Bericht! Liebe Grüße, Lars :o) *Shake Heads*

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