Schicke Technik mit Eigenheiten statt Grauerlei vom Grabbelmarkt
20.11.2009
Pro:
hochwertige Verarbeitung, ausgezeichnete Mechanik
Kontra:
Betriebssystem, Netzteil, Webcam
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Akkulaufzeit
Kontraste
Festplatten-Kapazität
Bedienung/Ergonomie
Software-Ausstattung
Treiber
mehr
 mausmal33
Über sich:
Money can't buy happiness - that's what shopping is for!
Mitglied seit:24.06.2009
Erfahrungsberichte:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 27 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Jetzt musste es einfach sein: Ein neues Notebook der Extraklasse habe ich mir gegönnt. Ich wollte kein dröges Grauerlei von Grabbelmarkt, daher habe ich mir das Fujitsu Lifebook T 1010 geleistet. Das Wichtigste vorweg: Das ist nicht nur ein Notebook, sondern auch ein Tablet mit drehbarem Display und Touchscreen. Und ich finde, dass es super-schick aussieht, mit seinem weiß-gemusterten Gehäuse, der einen Perlmuttglanz aufweist. Das hat sich überdies als sehr praktisch erwiesen, da es völlig schmutzabweisend ist und keinerlei Fingerabdrücke sichtbar sind. Meine Erfahrungen im Gebrauch teilen sich eigentlich in zwei Hälften: Das Licht und der Schatten. Denn ich finde einerseits die ideenreiche Mechanik und die Verarbeitung absolut genial, aber sie Software eher fürchterlich. Auch den Riesenklopper von Netzteil finde ich eine absolute Frechheit für ein Notebook der 2000-Euro-Klasse. Das macht selbst der 500-Euro-Thinkpad meiner Freundin um Längen besser beziehungsweise um mehr als die Hälfte kleiner und leichter.
Aber nun von Anfang an: Beim Auspacken fällt auf, dass eine genau zum Gehäusedesign passende, weiße Maus dabei ist: Sehr nett! Nur ist es eben keine Notebook-Maus, also groß und mit steifem Kabel. Daher lasse ich das Ding meistens zu Hause. Außerdem gibt es rechts am Notebook keinen USB-Anschluss, also dort wo die meisten Rechtshänder ihn für die Maus suchen würden – das stört mich. Nach einigem Herumlesen erfuhr ich, dass man das Notebook unbedingt erst aufladen muss – das ignorierte ich, steckte das Netzteil an und legte los, was erwartungsgemäß geklappt hat. Nach einigem – scheinbar endlosen – Installationsgewurstel, das die Maschine selbständig abarbeitet, ist sie nach ca. 1 Stunde einsatzbereit. Bis dahin gab es keinerlei Auffälligkeiten. Dann wollte ich erstmal in unser WLAN einbuchen: Hier hat sich das installierte Windows Vista Business als absolute Niete erwiesen: Erst mit Hilfe mehrerer Technik-Experten gelang mir das, was früher auf dem XP eine Sache von 60 Sekunden war. Woran es gelegen hat, kann ich nicht einmal sagen, nur, dass man den Schalter zum Ein-Ausschalten des WLAN mehrmals betätigen muss, sonst buchte sich mein Notebook nicht ins WLAN ein. Wenn es mal lief, war der Empfang sehr gut und das Internet flüssig. Der Schalter sitzt leider am rechten vorderen Rand sehr versteckt, so dass man ihn nicht sieht und erst sehr fummelig suchen muss. Mittlerweile hat mir ein Freund extra alle Geräte im WLAN umgestellt, damit das dusselige Vista besser damit klar kommt. Es dauert aber immer noch mehrere Minuten nach dem Einschalten, bevor ich ins Netz kann. Ob das am Notebook liegt oder am schlechten Betriebssystem kann ich nicht sagen. Ich finde das aber sehr störend und nicht zeitgemäß, weil das selbst mit wesentlich altmodischeren Geräten bei uns hier problemlos geht.
In Punkto Geschwindigkeit gibt es ein merkwürdiges Phänomen: Das Gerät hat eine Intel Core2Duo P8400 mit 2,27 GHz und 4 GB Ram. Das sollte eigentlich nicht langsam sein, der Leistungsindex der Systemsteuerung liegt bei 3,8. Aber das Betriebssystem fühlt sich zäh an wie dicker Rübensaft. Das fand ich sehr enttäuschend. Es scheint so, als könnte da Fujitsu nichts dafür, denn auf der anderen Seite sind auch anspruchsvolle Anwendungen wenn sie mal laufen dafür rasend schnell. Nun zur ausgezeichneten Mechanik: Hier hat Fujitsu meiner Meinung nach ein paar Spitzenideen eingebaut. Das Display kann man nämlich nach beiden Seiten um 180 Grad drehen und auch völlig flach nach hinten wegklappen. Das Scharnier aus massivem Metall sieht sehr solide aus und hält das Display in jeder Stellung zuverlässig fest. Nichts knarzt, quietscht oder wackelt, das ist Profi-Qualität. Wenn man das Display um 180 Grad dreht (so dass der Bildschirm von der Tastatur abgewandt ist), kann man es auf die Tastatur herunterklappen und erhält ein Tablet. Hier haben sich die Japaner etwas ganz Geniales einfallen lassen, denn der Verschlußmechanismus, der das Notebook im normalen, zugeklappten Zustand sicher verschließt kann man einfach durch den Deckel wippen und er hält dann auch das Display in der Tablet-Stellung zuverlässig fest. Finde ich sehr gut gelöst. Sobald man das Display in die Tablet-Stellung bringt, dreht es sich auch automatisch auf hochkant- praktisch. Sogar ein kleines Touchpad ist auf dem Deckel integriert, damit kann man in Tablet-Stellung scrollen. Links vorne am Gehäuse ist ein Stift integriert, der stabil aussieht und auch zuverlässig im Gehäuse verankert wird, so dass man ihn nicht zufällig verliert. Leider spiegelt das Display und ist auch nicht sehr hell, sodass ich im Freien oder bei starker Raumbeleuchtung damit nicht arbeiten kann. Auch der Farbton lässt sehr stark zu wünschen übrig, denn alles hat einen massiven Blaustich. Fotos oder Videos kann ich eigentlich gar nicht vernünftig beurteilen, auch da liegt der 500-Euro-Billigthinkpad meiner Freundin meilenweit vorn. Dafür kann ich das Fujitsu T1010 mit dem Finger bedienen – das klappte bei mir nach kurzer Eingewöhnung recht gut.
Fujitsu hat auf das Notebook noch etwas Spezial-Software draufgepackt: Der "Display Manager" kann den externen VGA-Anschluss steuern, etwa wenn man einen Beamer anschließt. Leider ist der externe Anschluss lediglich analog – da fände ich angesichts der Preisklasse einen zusätzlichen digitalen Anschluss eher angemessen. Auch muss man etwas fummeln bis der Projektor wirklich das tut was man will – das geht nicht zuverlässig automatisch wie bei anderen Notebooks am selben Projektor. Ich verwende inzwischen einfach die Klondisplay genannte Einstellung und schalte die Anzeige am Notebook manuell runter auf das, was der Projektor kann. Das funktioniert einwandfrei. In Punkto Betriebsdauer gibt es nichts zu meckern, da hält das Notebook im Schnitt gute 4 Stunden durch. Die Tasten wirken präzise, das Touchpad und die Maustasten absolut exakt. Auch hier vergebe ich in Punkto Mechanik klar die Note 1. Einzig der Scrollbereich am rechten Rand des Touchpad sorgt bei mir öfter für Verwirrung, da man allzu leicht draufkommt. Der Sound ist Notebook-typisch mehr ein Krächzen und die Webcam ist noch schlimmer als die in den meisten Handys verbaute Technik – eher ein unnützes Gimmick, das matschige Bilder liefert. Zusammen mit der stark abweichenden Farbwiedergabe taugt für mich das Notebook also eher nicht für Multimedia. Was es sonst noch zu wissen gibt: Das Gerät liegt gut in der Hand, ist nur gut zwei Kilo schwer, wirkt aber ziemlich dick und klobig neben einem macbook.
Mein Fazit: Spitzenmechanik, die auch Profi-Ansprüchen genügt – mit kleinen Abstrichen beim Display. Inzwischen habe ich mich mit der nervigen Software abgefunden und möchte das Teil nicht mehr hergeben, denn es ist ein echter Hingucker und Handschmeichler.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Das könnte Sie interessieren
 |
Fujitsu LIFEBOOK T901
Zu diesem Produkt wurde noch kein Erfahrungsbericht geschrieben.
Jetzt bewerten
Zum Angebot für € 129,00
|
 |
Fujitsu Stylistic Q550
(+) leicht, geräuschlos, außdauernder Akku, gutes Display (-) Verarbeitungsqualität, Lieferumfang, langsam
1 Testbericht
Zum Angebot für € 500,00
|
 |
Fujitsu LIFEBOOK T730
Tablet PC - Intel Core i5 460M / 2.53 GHz / 3 MB Cache, Intel Core i7 640M / 2.8 GHz / 4 MB Cache, Keine CPU, Intel Core i3 370M / 2.4 GHz / 3 MB Cache - Festplattenspeicher: 320 GB, 128 GB, 0 GB - RAM: 4096 MB, 0 MB, 2048 MB
Zu diesem Produkt wurde noch kein Erfahrungsbericht geschrieben.
Jetzt bewerten
Zum Angebot für € 1.149,00
|
Verwandte Tags für Fujitsu LIFEBOOK T1010
|
|
21.11.2009 00:33
Gefällt mir sehr gut Dein Bericht. Wäre toll, wenn Du mehr Absätze machen würdest... :-) Danke :-)
20.11.2009 23:28
Ganz schönes Kraftpaket! Super Bericht übrigens!
20.11.2009 23:15
Ein bischen mehr Struktur in den Text und schon liesst es sich viel schöner. Für deinen 2. Bericht ist dieser hier schonmal sehr gut gelungen. Kompliment...