"FMJ" ist eine Munitionseinheit
25.11.2002
Pro:
schauspielerische Leistung und Sinn des Films
Kontra:
teilweise euphemismus und Waffenfehler
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 baxmatan
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:31
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Thema: Full Metal Jacket (USA 1987) 1. Vorgeschichte 2. Daten zum Film 3. Darsteller und Crew 4. Inhalt 5. Meine Meinung
1.) Die Vorgeschichte Meine Freunde und ich schauen uns (Anti-)Kriegsfilme an, damit wir sehen, wie es früher in Kriegen und ähnlichem war und wir erhoffen uns bei solchen Filmen, dass sie Realitätsgetreu sind, keine Euphemie (Verharmlosung) aufweisen und auf einer wahren Begebenheit beruhen. Nach und nach fallen uns solche Filme ein, die wir dann gucken. In dem Fall war es Full Metal Jacket, den wir uns ausgeliehen haben - uncut. Wir haben gelacht, aber waren auch erstaunt über die Überwiegendheit an Ironie...
2.) Daten zum Film Originaltitel: Full Metal Jacket Genre: Antikriegsfilm Länge: ca. 116 Minuten Freigegeben ab 16 Jahren (gemäß §7 JÖschG FSK)
3.) Darsteller und Crew Darsteller: Matthew Modine (Private Joker bzw. J. T. Davis) R. Lee Ermey (Gunnery Sgt. Hartman) Vincent D’Onofrio (Private Paula bzw. Leonard Lawrence) Adam Baldwin (Animal Mother) Dorian Harewood (Private Eightball) Arliss Howard (Private Cowboy) Kevin Mayor Howard (Private Rafterman) Ed O’Ross (Lt. Walter J »Touchdown« Tinoshky) John Terry (Lt. Lockhart) Kieron Jecchinis (Crazy Earl) Kirk Taylor (Private Payback) und andere
Regie: Stanley Kubrick Musik: Mick Jagger, Vivian Kubrick Drehbuch: Stanley Kubrick, Gustav Hasford, Douglas Herr Kamera: Douglas Milsome Schnitt: Martin Hunter
4.) Inhalt Der Film beginnt in Paris Island, im Marine Corps Ausbildungsstätte, wo sehr viele Soldaten (darunter Private J.T. Davis, Private Lawrence, Private Cowboy u.a.) von Gunnery Sgt. Hartman wie der letzte Dreck behandelt werden. Der Sündenbock während der gesamten Ausbildung ist Privat Lawrence bzw. der vom Sergeant. Er ist ziemlich schwer gebaut, dadurch ist er nicht gerade sportlich, außerdem macht er so gut wie alles falsch, außer das Schießen. Darin ist er sehr gut, deshalb soll er ursprünglich auch weiterkommen. Jedoch gibt der Sergeant an, das alle Fehler, die er macht, nicht mehr von ihm selbst, sondern von den anderen Rekruten ausgebügelt werden sollen. Dadurch wird er nachts geschlagen und sehr arg missachtet. Am Ende der Ausbildung hat Private Joker die Aufsicht im Schlafsaal und er findet Private Paula im Pissoir mit einer durchgeladenen und entsicherten M14, die Patronen mit 7,62 mm FMJ (Full Metal Jacket) enthalten. Er spielt verrückt und als der Sergeant davon inne hat, wird der erschossen, anschließend erschießt sich Paula selbst. Tragische Situation... Wir haben Vietnam-Krieg zur Zeit der TED-Feiertage. Ab hier bekommt man eigentlich nur noch von Private Joker und Private Cowboy mit, die sich aber hinterher erst wiedersehen... Private Joker ist Kriegsberichterstatter und arbeitet für die Frontzeitschrift „Stars & Stripes“. Sein Kollege Private Rafterman muss zusammen mit Joker in eine kämpfende Einheit, da jetzt die Ted-Offensive droht... Dort trifft er seinen früheren Freund und Kollegen Private Cowboy wieder. Gemeinsam durchstehen sie so einiges, bis sie in ein Dorf gelangen, wo sie durch einen bzw. eine Scharfschütze/-in unter Beschuss geraten; einige sterben...
5.) Meine Meinung Klar, eigentlich wie in fast jedem Film waren auch hier die Darsteller und Regisseur, sowie Kamera- und Tonführung erste Klasse. Eine Kleinigkeit habe ich jedoch zu bemängeln. Private Cowboy hat eine eher Jugendliche Stimme. Man meint, sie würde nicht zu ihm passen.
Vor allem hat mir die Ausbildung der Marines gefallen. Sie wirkte auf mich sehr authentisch, ich habe mir immer eine Ausbildung so vorgestellt. In diesem Film sieht man, wie aus den eigentlichen Kampfmaschinen, eher auch weiche Personen werden. Im Krieg sieht man wie manche tadellos wie eine Kampfmaschine funktionieren (siehe Private Rafterman), aber manche werden auch schon mal geistig anders, als sie vor dem ganzen geschehen waren.
Allerdings ist der Film an manchen Stellen etwas anders geraten, als es in Wirklichkeit gewesen wäre. Als man die Scharfschützin stellen will, machen sich die Marines einen Plan, den normale Marines nicht gemacht hätten. Im Film laufen sie einfach wild drauf los, übers offene Feld, ohne jeglichen Schutz. Dabei hätte man von den Seiten kommen können – mit Deckungsmöglichkeit. Waffenprobleme gibt es auch im Film. Die Scharfschützin benutzt eine AK47, welches keine Scharfschützen-Waffe ist, die sich aber anhört wie eine Dragunov, welche eine Scharfschützenwaffe ist. Als dann hinterher das Gebäude der Scharfschützin gestürmt wird, ist es ganz klar eine AK47, die auch richtig klingt – komisch oder?
Das man keinen zurücklassen will, was in manchen Situationen der Fall ist, hat schon Ranger- oder Delta Force-Charakter. Die Scharfschützin wird hinterher von Private Joker erschossen, nachdem sie darum bettelt, das er ihr einen Gnadenschuss gibt. Zuerst scheut sich erst, aber dann schießt er doch. Das soll zeigen, dass es im Krieg keine Regeln und Grenzen gibt.
Zuerst scheint es ein patriotischer Film zu sein, aber als dann die zweite Hälfte des Filmes anfängt, mit dem Krieg, sieht man ganz deutlich in den Augen der Darsteller: Wären sie doch bloß nicht zur Ausbildung gegangen. Es ist ein inspirierender Film für die Leute, die den Krieg kennen lernen möchten, da er charakteristisch und schauspielerisch als Antikriegsfilm dargestellt wird. Ein gelungener Film ist es schon, jedoch wird hier einiges verharmlost, was einfach nicht verharmlost werden dürfte, da man den Krieg darstellen will, aber ich glaube zu der Zeit, wo der Film gedreht wurde, war das in Ordnung.
Allerdings sollte der Film ab 18 Jahren sein, das sage ich eigentlich bei allen Antikriegsfilmen, da es einfach sein muss.
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19.12.2004 01:12
nicht meine Welle,aber klasse Bericht
25.11.2002 21:04
Falsche Waffen zu falschen Zeiten am falschen Ort, das hat die Filindustrie doch schon immer hinbekommen, oder? Der Zuschauer wird es schon nicht merken..... :-))
25.11.2002 20:53
Der Film ist wirklich gut, ich habe ihn schon mehrmals gesehen, und er schockt immer wieder ein Bisschen!