Janice Deaners neuer Roman "5 Tage, 5 Nächte" ist im Rowohlt Verlag erschienen und als rororo Taschenbuch für 9.90 Euro erhältlich.
Der Originaltitel lautet "The body spoken" und ist erstmals 1998 erschienen.
Vielleicht erinnert sich noch jemand an meine begeisterte Besprechung von J. Deaners ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von Die_Buchhaendlerin über Fünf Tage, fünf Nächte / Deaner, Janice 12. Januar 2002
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
sehr hoch
Spannung:
ziemlich spannend
Humor:
wenig humorvoll
Aufmachung:
ok
Pro:
talentierte Autorin, eine Geschichte zum Eintauchen
Kontra:
sie hat ein noch besseres Buch geschrieben
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Janice Deaners neuer Roman "5 Tage, 5 Nächte" ist im Rowohlt Verlag erschienen und als rororo Taschenbuch für 9.90 Euro erhältlich. Der Originaltitel lautet "The body spoken" und ist erstmals 1998 erschienen.
Vielleicht erinnert sich noch jemand an meine begeisterte Besprechung von J. Deaners "Als der Blues begann"? Damals hatte ich mir fest vorgenommen, auch unbedingt ihr neues Buch zu lesen, was ich jetzt - mehr oder weniger in einer einzigen Nacht und das trotz 436 Seiten - getan habe. Die Tatsache, dass ich praktisch nicht mehr aufhören konnte, bis mir gegen 2 Uhr die Augen zufielen (dann ging's aber gleich nach dem Aufwachen weiter damit) spricht ja eigentlich schon Bände. Bevor ich näher auf den Inhalt und Stil eingehe, möchte ich nur als Fazit feststellen, dass ich ganz bestimmt auch ihr drittes Buch, so sie denn mal wieder eines schreiben sollte, lesen werde!
Inhalt:
Eine Frau und ein Mann lernen sich auf einer Zugreise quer durch die USA kennen, sie verbringen fünf Tage und Nächte miteinander. Während dieser Zeit erzählt die Frau dem Mann ihre Geschichte. Soweit die Rahmenhandlung; nichts Ungewöhnliches also, eher eine sehr traditionelle, geradezu klassische Erzählhaltung, (ich lese gerade auch Hauffs "das kalte Herz" zum ca. 10. Mal in meinem Leben, da ist das auch so: in der Geschichte "das Wirtshaus im Spessart" erzählen sich die Gäste ihre Geschichten, eine davon ist das "kalte Herz" - das nur als Beispiel dafür ), die ich aber sehr gerne mag. Die Frau, sehr elegant, weiblich und schön, beginnt ihre Bekanntschaft mit den Worten: Ich habe die letzten 5 Jahre als Mann gelebt. Eine Eröffnung, die den Mann natürlich irritiert und neugierig macht, aber die neue Bekanntschaft scheint die Worte, die ihr nur so herausgerutscht sind, zu bereuen und möchte nichts von sich preisgeben. Langsam kommen sich die beiden aber immer näher und die Frau erzählt ihr Leben, sie erzählt in Schlafwagen, in Hotels auf Zwischenstationen, sie erzählt in der Wüste, im Speisewagen und immer wieder im Schlafwagen. Ihre Story zieht den Mann (dessen Namen man nie erfährt) so in den Bann, dass er immer, wenn sie nicht mehr weiterreden möchte, so lange bittet, bis sie es doch tut. Eine Art Spiel zwischen den beiden beginnt: er glaubt ihr, dann doch wieder nicht, er möchte Beweise, sie jedoch steht auf dem Standpunkt, sie müsse ihm nichts beweisen, er könne ihr glauben oder es sein lassen. Der Drang die "Wahrheit" über sie herauszubekommen, führt natürlich zu gegenseitigem Misstrauen, das jedoch immer wieder überwunden wird: Hemy (erst nannte sie sich Oscar nach ihrem Bruder) gibt immer mehr von ihrem Leben preis, er jedoch ist noch nicht fähig über sich zu sprechen. Im Laufe der Zeit wird immer klarer, dass diese Reise für beide, aus den unterschiedlichsten Gründen, sowohl einen Abschluss als auch den Aufbruch zu etwas Neuem darstellt.
Die Rahmenhandlung hat schon was, sie ist auch nicht uninteressant, aber im Vergleich zur "richtigen" Geschichte, nämlich Hemys Kindheit und Jugend, bleibt sie doch etwas blass . Das liegt daran, dass diese wahnsinnig packend und beeindruckend geschrieben ist.
Der Zeitrahmen sind die 70er Jahre, ländliche Kleinstadtidylle, Hemy lebt mit ihren beiden Schwestern Zellie und Frieda, ihrem geliebten Bruder Oscar zusammen mit den eher unkonventionellen Eltern Bo und Lourdes in einem Landhaus. Lourdes, der Vater ist Schriftsteller, der sich meist erfolglos an Theaterstücken versucht. Da er auf diese Weise kein Geld ins Haus bringt, beschließt die leicht bohemehafte Bo, das Schnapsbrennen zu lernen und eröffnet ein "Speak easy" Lokal (d.h. In den Zwanziger Jahren während der Prohibition gab es diese Lokale, in denen illegal Alkohol ausgeschenkt wurde). In den 70ern machte das natürlich nicht besonders viel Sinn, aber es gelingt ihr tatsächlich aus diesem Nostalgiegag heraus, ein gut besuchtes und beliebtes Lokal zu machen mit Live-jazzmusik, Auftritten und illegal gebrannten Schnaps. Die ganze Familie hilft mit. Das geht so lange gut, bis der Destillierkessel explodiert und die ganze Sache auffliegt. Doch auch Gefängnis und Lizenzentzug bringen Bo nicht davon ab, wieder neu zu beginnen, diesmal braucht sie allerdings Hilfe von dem zwielichtigen "Happy". Es läuft nicht mehr ganz so gut, denn immer gibt es Ärger mit Happy, die Eltern untereinander streiten häufiger, Lourdes beginnt zu trinken. Hemy und Oscar fühlen sich immer mehr zueinander hingezogen , was auch nicht unproblematisch ist. Dennoch: als Hemy 15 Jahre alt ist geschieht etwas in ihrem Leben, das alles, was vorher war, wie das reinste Paradies aussehen lässt. Ich möchte jetzt nicht zu viel erzählen, sonst ist die Spannung ja weg, deshalb flüchte ich mich jetzt mal in etwas nebulöse Andeutungen wie: dramatische Ereignisse, Schüsse, Bomben, Einsamkeit, Hass, Rache, eine grässliche Ehe, aber auch Freundschaft und Hoffnung.
Oh je, das hört sich ja nach einer richtig kitschigen Räuberpistole an! Aber nein: Gottlob kann J. Deaner besser schreiben als ich und ich sage euch: es ist nicht kitschig, sondern anrührend, ernsthaft, bewegend und sehr, sehr traurig... Je mehr wir von Hemy, ihrer Familie und ihren Freunden (und Feinden) erfahren, desto tiefer wird man in den Bann gezogen; auf mich wirkte das alles wie ein Sog. Der Leser kann den Mann im Zug, der immer mehr hören möchte, sehr gut verstehen. Langsam aber sicher verändert das Gehörte auch den Mann selbst und die Beziehung der beiden zueinander. Erst gegen Ende des Buches wird die Ausgangsfrage, warum Hemy so lange als Mann gelebt hat "erklärt" bzw. so erzählt, dass sich der Leser schon selbst einige Gedanken über die Motive machen muss.
Leser, die unbedingt eine fertige Geschichte mit entweder Happyend oder Sadend wollen, kommen nicht unbedingt auf ihre Kosten, denn, wie bereits gesagt: diese Reise ist ein Aufbruch ins Unbekannte...
Stil: Deaners Erzählstil ist eher traditionell, keine großen Sprachexperimente, Rückblenden ja, aber immer einfach nachvollziehbare. Das Buch ist "leicht zu lesen" zumindest, was den Stil angeht, vom Inhalt her sieht das schon etwas anders aus. Themen, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch ziehen sind : Gewalt und Tod, die Rolle von Frauen bzw. ihr "Wert", die vielfältigen Facetten von Sexualität, Vorurteile, die Frage nach Schuld, welchen Einfluss kann Beten und Meditieren auf Menschen haben, um nur die wichtigsten zu nennen.
Mein Urteil: 5 Tage, 5 Nächte ist ein richtiger Roman im altmodischen Sinne. Was ich damit eigentlich meine? - Eine Geschichte, die einen alles um sich herum vergessen lässt, die eine andere Welt , die einem so lange man darin liest realer erscheint, entstehen lässt. Ein Buch, um sich darin zu verlieren und einzutauchen und vor allem um mit zu fühlen.
Fazit: auf alle Fälle absolut lesenswert!
Dennoch, so schön ich diesen Roman empfinde und so talentiert die Autorin auch ist, und auch wenn ich mich bereits auf ihr 3. (meines Wissens noch nicht geschriebenes) Buch freue: im Vergleich ihrer beiden Titel zueinander, fand ich "Als der Blues begann" doch noch beeindruckender. Daran gab es überhaupt gar nichts auszusetzen, während ich mich hier manchmal von der Zuggeschichte gestört gefühlt habe, an manchen Stellen wirkt sie etwas zu konstruiert und auf Effekte bedacht. Das ist aber nur ein kleiner Einwand am Rande.
Pro: fesselt, Kontra: kann die Faszination leider nicht bis zum Schluß aufhalten
Er hatte sich gerade einen Platz in dem Zug von New York nach Los Angeles gesucht, als sich diese Frau neben ihn setzte. Anstelle der normalen belanglosen Konversation erzählte sie ihm als erstes, sie hätte in den letzten 5 Jahren als Mann gelebt. Damit beginnt die Autorin Janice Deaner einen Roman, in dem eine Frau einem völlig Fremden während einer Zugfahrt ihre Lebensgeschichte erzählt. Diese Fahrt wird 5 Tage und 5 Nächte dauern, und er wird ... ...hätte. Ihre Kindheit mit ihrem Vater, der sich auf den Dachboden verzieht, um zu schreiben. Mit ihrer Mutter, die aus dem heimischen Wohnzimmer eine sogenannte Flüsterkneipe macht, um dem Vater diese Träume zu ermöglichen.. ihre inszestuöse Beziehung zu ihrem Bruder Oscar, dessen Namen sie später benutzt, um ihr Leben als Mann zu führen. Mit einer gewissen Kälte erzählt sie ihm jeden Schicksalsschlag, die Explosion ihres Hauses, bei der sie ihren ...
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Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
sehr hilfreich
08.12.2001
Seelen-Striptease Bewertung fürFünf Tage, fünf Nächte / Deaner, Janicevon
Amazonexx1
Pro: Faszinierender Blick in die Abgründe der Seele Kontra: Das Ende ist etwas zäh
...ihm, sie habe die letzten fünf Jahre als Mann gelebt. Als er sie fragte warum, schaute sie ihm in die Augen und sagte, das sei eine lange Geschichte." Und so beginnt die verstörende Geschichte zweier Menschen, die sich zufällig im Zug auf der Fahrt von New York nach L.A. treffen. Gemeinsam verbringen sie diese fünf Tage und fünf Nächte - beide auf der Flucht vor ihrem privaten Trümmerfeld, dass sie hinter sich zu lassen hoffen. Von der Frau fasziniert ... ...Über die Autorin
Fünf Tage, fünf Nächte ist nach ihrem Erstling "Als der Blues begann" der zweite Roman der amerikanischen Schriftstellerin. Sie wurde 1966 im US-Staat Michigan geboren, studierte Film und wurde als Filmemacherin ausgezeichnet. Sie selbst sagt über dieses Buch: "Ich wollte schon immer eine Zugreise machen und eine Geschichte über mich selbst erfinden. Im Zug habe ich einen Mann kennen gelernt, aber seinen Namen ...
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Pro: eine ungewöhnliche Geschichte toll umgesetzt Kontra: s. Text
...Schreibstil entnehmen können. „Fünf Tage, fünf Nächte“ liest sich wie ein Roadmovie, oder besser gesagt: Während man den Roman liest, entwickelt sich ein Roadmovie vor dem inneren Auge. Eine Reise quer durch die USA, fünf Tage und fünf Nächte lang, ist der Schauplatz einer Begegnung zwischen zwei Fremden, einem Mann und einer Frau. Beide haben ihr bisheriges Leben hinter sich gelassen. Schon bald kommen sich die beiden näher.
Soweit, so profan. ... ...antritt. Sie habe die letzten fünf Jahre als Mann gelebt, behauptet sie zu Beginn der Reise, sagt es vermutlich einfach so dahin, nicht ahnend, dass es ihren Sitznachbarn tatsächlich interessiert.
Her-und hergerissen zwischen Misstrauen und Neugier, entlockt er ihr ihre Lebensgeschichte. Als Jugendliche verliert sie aufgrund einer Explosion Haus, Besitztümer und einen Großteil ihrer Familie. Einzig ihre Schwester Zellie überlebt schwerverletzt. ...
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Pro: sensibel und nachdenklich Kontra: teilweise unglaubwürdig
...entschuldigend erklärt sie: ?Ich habe fünf Jahre als Mann gelebt.?
Fünf Tage und fünf Nächte, während der Reise quer durch die Landschaften des amerikanischen Kontinents erzählt sie ihm ihre Geschichte. Wie sie als ganz normales Mädchen aufwuchs, heiratete und später, als Mann getarnt therapeutisch mit Mördern und Vergewaltigern arbeitete. Der in seiner männlichen Rolle erschütterte Mitreisende versucht, immer mehr zu erfahren. Er ist nämlich selbst ... ...gestiegen und hat ein Leben in Trümmern hinter sich gelassen.
Wie in einem guten Road-Movie schickt die Autorin Janice Deaner (33) die Protagonisten auf die Reise zu sich selbst. Dabei finde ich die Darstellung der sensiblen Annäherung, die flüchtige erotischen Begegnung zweier Fremder durchaus gelungen. Wenn auch weniger glaubhaft und nachvollziehbar, die Tatsache, dass eine Frau 5 Jahre unerkannt als Mann (!!!) mit Straftätern gearbeitet haben ...
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Pro: ein atemberaubende Lebensgeschichte Kontra: ein zum Teil offenes Ende
Hemy Lourdes sitzt in einem Zug neben einem Mann. Beide sind auf dem Weg von New York nach L.A. und diese Reise dauert wie der Name schon sagt" 5Tage und 5 Nächte". Hemy beginnt dem Mann hre geheimnisvolle uznd sehr sonderbare Lebensgeschichte zu erzählen. Ich möchte nicht viel von diesem beeindruckendem Lebenslauf erzählen, da man ihn selbst lesen sollte und da man bei jedem neuen Lebensschritt überrascht ist von diesem und gezwungen wird, weiterzulesen. ... ...Jahre lang als Mann, het keine erfüllenden Liebesbeziehungen und sie lebt mit ihrer behinderten Schwester zusammen. Und das ist beiweitem noch niht alles!!! Das Buch ist bis zur letzten Minute spannend, obwohl die ersten paar Seiten ein wenig schleppend und träge sind. Der Mann an ihrer Seite verrät nicht viel über sich und warum er die Reise macht. Aus ihm wird man nicht schlau und dies ist das Einzige, was mich an dem Roman gestört hat. Er ist ...
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Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
hilfreich
13.04.2001
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