Futura Finanz.
Man sollte sich erst einmal Gedanken machen wer diese Firma ist und was Ihr Ziel ist.
Die Futura Finanz ist ein Vermittler Betrieb. Das heißt Sie wird der exklusive Vermittler eines Produktes. Wie der Name schon sagt für Finanz Produkte.
Hier fängt das Problem an. Ich behaupte das sich die Firma FF nicht das Kundenfreundlichste Produkt zur Vermittlung aussucht, sondern das mit den höchsten Provisonserlösen.
Mit der Provision kommt das nächste Problem. Geld!
Provision gibt es nur wenn das Produkt verkauft wird. Glauben Sie nicht das auch nur einer der "kleinen" Vermittler auch nur einen Euro festen Monatslohn bekommt. Nein er bekommt Provision. Verkauft er nichts , bekommt er nichts! Man kann also nicht von einer objektiven Beratung aussgehen, wenn vom Abschluß eines Vertrages die Lebensqualität des Vermittlers abhängt.
Wir haben eine schöne Kette Die Frankonia macht Druck auf die Futura. (Es gibt ja noch andere Allfinanzbetriebe die auch vermitteln können), die Futura macht Druck auf Ihre Vermittler. ((Einheiten machen, Interne Charts,interne Rivalität(ich hab nen porsche und du?), kleine Belohnungen oder Desinteresse am Vermittler)) wie soll so ein Vermittler realistisch beraten, wenn er ständig in einer Art konkurrenzkampf ist?
ach ja vermittler ? was ist das eigentlich ? ein berater ? nein!
Ein Vermittler vermittelt in freiberuflicher Tätigkeit für eine Firma ein Produkt. Leider ist nicht ganz klar wann ein Vermittler haftet und wann nicht. Die Futura sagt Ihren Vermittlern das sie nicht haften und nur die Firma für Schadensersatzansprüche eintritt. (ob und wann ein vermittler haftet kann ich leider auch nicht richtig beantworten)
Wieder stelle ich die Frage, wie jemand der denkt er müsse für Fehler nie einstehen, objektiv beraten kann.
Wie gesagt abgsehen davon das er ja nicht "berät" weil er dies ja eigentlich nicht darf und er ja auch kein Berater ist.
Wie sieht aber eigentlich das Leben eines FF Vermittlers aus?
Am Anfang wird er geworben, ob als zufriedener Kunde, als Schüler/Student oder Arbeitsloser. ( Ich will hier keinen weglassen aber ich denke das sind die Hauptgruppen).
Für 120 Euro hat man gleich die Möglichkeit in einem relativ guten Hotel für 2 Tage den Vorträgen einiger FF Vermittler zu rauschen. Viele sagen auch Gehirnwäsche dazu. Dies finde ich zu hart. Sagen wir einfach man bekommt gute Laune, positive Energien und knallharte Fakten die leicht verständlich gemacht wurden im Minutentakt um die Ohren geknallt.
Die einen wedeln mit Geldscheinen, die anderen machen tolle Spiele und wieder andere machen Anhand von lustigen Folien den Leuten klar das KLV und BSV längst überholt sind und das die FF das ultimative Produkt zur Altersvorsorge hat. Ich würde so gerne Namen nennen, doch ich denke das wäre nicht korrekt.
Neben einem guten Essen gibt es abends feucht fröhliche Cocktails in der (kleinen) Hotelbar. Man soll sich ja näher kommen. Und mit wem man mal getrunken hat, den vertraut man doch irgendwie, oder?
Was viele nicht wissen ist das ein paar der Redner auch erst ein paar Monate dabei sind und nur fleißig das nachreden was sie dauernd hören (dazu kommen wir später) und während sie auf dicke Hose machen haben sie meist mehr Probleme sich den Caipirinha leisten zu können als die "Neuen".
Angekommen an einem Pegel der Emotionen und voller Geldträume wird vor Abfahrt noch eine Liste erstellt auf der die lukrativsten Bekannten, Freunde und Verwandten eingetragen werden. Und weil es schön ist werden gleich noch Termine gemacht.
Hier fängt das Psychospielchen übrigens an. Der beste bekommt nämlich nicht nur Applaus sondern auch schon mal kleine Geschenke.
Ein paar Tage später legen sich die Emotionen meist wieder ein wenig. Das ist aber nicht schlimm den die Termine stehen ja schon :)
Zusammen mit seinem Mentor ( der meist mehr abhängig vom Neuen ist als andersherum ) geht man auf die ersten Termine. Meist Leute die das Verkaufsgespräch absolut verinnerlicht haben. ( Das Verkaufsgespräch gibt es auf 3 DIN A4 Seiten zum Ausweniglernen. Dazu meist gleich noch ein paar Blätter auf denen steht wie man unangenehmen Fragen ausweicht. ) Anfängliche Skepsis der neuen Kunden wird meist durch den Vertrauensbonus ausgebremst. Schnell wird der Vertrag gemacht. Den Emissionsprospekt (da stehen auch die Risiken drin...) gibt es später oder nie.
So werden die ersten Verträge gemacht. Der Neue bekommt Geld und freut sich. Erst später wird er erfahren, dass alle über ihm auch daran verdient haben und er eigentlich nur den kleinsten Teil kriegt. Wenn er überhaupt soweit kommt, dass er es erfährt.
So geht das ein paar Wochen. Man macht Verträge, bekommt Anerkennung, steigt dank hoher Einheitenzahl ins nächste Kapitel der Erfolgsgeschichte (?) auf und fühlt sich irgendwie wichtig.
Gleichzeitig werden andere Kontakte weniger gepflegt. Die Zweifler mag man eh nicht und die anderen haben ja kein Geld. So langsam aber sicher findet man neue Freunde in der Firma. Man hat eine neue Familie. ( Ja ok es ist ein kleines bißchen übertrieben )
Jetzt kommt der Wendepunkt.
Die Termine sind aus. Die Liste ist leer. Jetzt wird auf die Empfehlungslisten zurückgegriffen ( Jeder neue Kunde sollte ("muss") 5 potenzielle neue Kunden bennenen.
Juchuu
Ein paar Termine klappen zwar nicht, doch es geht weiter. Ca. 2 Monate. Jetzt werden die Termine sehr knapp. Das liegt auch daran das die Mentoren nicht mehr mitgehen. Der Vertrauensbonus ist ja fast weg!
Jetzt kommt die Ernüchterung. Keine Termine. Keine Anerkennung! Und das hübsche Geschenk was man auf Stufe 4 bekommt will man auch haben (eine schicke Uhr) ! Verzweifelt werden Telefonbücher gewälzt und Leute in Cafes angesprochen.
Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Nur die wortbegabtesten aller Berater kommen nun weiter.
An diesem Punkt gibt es nur 2 Möglichkeiten:
1. Aussteigen oder besser gesagt ausgestiegen werden :)
2. Neue Mitarbeiter suchen, die in der eigenen Struktur anfangen zu Arbeiten. ( Wir errinnern uns an den Mentor)
Denn das heißt neue Termine!
Ein paar der cleversten Vermittler überleben so relativ lange. Kommen vielleicht sogar irgendwann in Führungspositionen.. ( Sowas schafft man nur mit den Einheiten der Mitarbeiter, deren Einheiten man auch mit schreibt)
Für alle auf die Möglichkeit 1 zutrifft beginnt oft der soziale Abstieg. Sollten sie noch keine Schulden haben weil sie sich aufgrund der Erfolge in den ersten Monaten gleich ein hübsches Prestige Objekt zugelegt haben sind sie oft einsam. Entweder haben Sie viele Kontakte abgebrochen oder nicht mehr fähig ein "normales Leben" zu führen. Hinzu kommt das die ersten nun aufwachen. Sie lesen Finanzzeitschriften ( So wie auch ihre bekannten/verwandten Kunden ) und bekommen langsam Zweifel ob das Produkt wirklich so gut ist wie sie dachten. Rechtfertigungen im Familien und Freundeskreis werden folgen.
Das schlimmste an der Sache ist jedoch, wenn das Produkt floppt ( natürlich reine Fiktion ) hat man seine Familie, seine Freunde und seine Bekannten oft finanziell ruiniert. ( Die Gelder in KLV und BSV wurden natürlich gekündigt und in das Produkt gesteckt und im schlimmsten Fall besteht sogar Nachschusspflicht )
Und wir dürfen nicht vergessen es ist immer noch nicht abschließend geklärt ob man als Vermittler haftet.
Wenn ich nun eine Empfehlung abgeben soll würde ich sagen, dass Produkt ist perfekt für den Risikotypen der genügend Geld übrig hat auch mal eine riskantere Art zu wählen um sein Geld zu vermehren.
Normale Menschen sollten die Finger davon lassen. Und erst recht keine anderen Anlagen deshalb kündigen.
Ich will noch bemerken, dass sich das Leben eines FF Vermittlers nicht so entwickeln muss. Ich selbst habe jedoch oft gesehen, dass es sich so entwickelt hat. Das trifft aber auf viele Finanzvermittler zu, nicht nur die von der FF.
Ich hoffe ich konnte einigen helfen sich eine eigene Meinung zu bilden. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Etwaigige Rechtschreibfehler oder schlechtes Deutsch bitte ich zu entschuldigen. Ist schon spät ( oder wieder früh? )
Ich wünsche eine gute N8
14.08.2005 12:47
Bericht entspricht den Tatsachen. Vielen Vermittlern der FF ist zwischenzeitlich der Freundes- und Bekanntenkreis abhanden gekommen - warum wohl? Ich kenne einige der Vertriebler, kenne ihre Ausbildung, ihren derzeitigen Lebensstandard, ihr Auftreten, ihren persönlicher Aufstieg in dem Strukturvertrieb und ihren persönlichen Abstieg in ihrem bisherigen sozialen Umfeld.
18.06.2005 00:39
"bh" für einen typischen Strukki-Werdegang. Ein guter Anhaltspunkt für Leute die sich der Methoden nicht bewusst. sind. Gruß, der Molf
11.12.2004 14:13
Was für ein schwachsinn, was hat das mit dem Produkt zu tun. Und wenn Sie anderen empfehlen ihr Geld bei der Bank oder bei einer LV anzulegen, dann sage ich Ihnen das keine Ahnung haben! Mit freundlichen Grüßen!