AVA-Software für Profis mit Geduld
16.10.2009
Pro:
Professionell, umfassend,
Kontra:
Sehr umständlich, teuer
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Benutzerfreundlichkeit
Stabilität:
mehr
 EKij
Über sich:
Mitglied seit:21.02.2009
Erfahrungsberichte:13
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Seit ca. 1988 benutze ich als Architekt die Ausschreibungs- und Kostensoftware von G+W. Seit einiger Zeit heißt das Programm aus unerfindlichen Gründen "California 3000". Als Architekturbüro mit vielen Ausschreibungs- uind Kostenverfolgungsaufgaben benötigen wir ein Profi-Programm. Dazu wurden bis zu 4 Lizenzen erworben, zur Zeit benutze ich nur 2. Die Lizenzen werden elektronisch eingepflegt. Das Programm deckt mit dem modularen Aufbau alle Leistungsbereich ab. Mit dem Grundmodul können Leistungsverzeichnisse erstellt werden mit integrierten Mengenermittlungs-Werkzeugen, die Angebote können mit beliebig vielen Bietern ausgewertet werden mit Fehlerverfolgung usw. Die resultierenden Preisspiegel sind gut lesbar und können in verschiedener Form ausgedruckt werden. In den folgenden Leistungsabschnitten Beauftragung, Rechnungskontrolle, Abnahmen, Gewährleistungskontrolle usw. sind alle notwendigen Schritte vorkenfektioniert. Die Kostenkontrolle nach DIN 276 ist ebenfalls integriert, Veränderungen können verfolgt und dokumentiert werden. Weitere Module sind "Raumbuch", "Budgetkontrolle" und LV-Erstellung über Bauteile. Das Programm bietet eine Reihe von Schnittstellen zu Programmen aus dem Baubereich wie diversen CAD-Programmen, Bauzeitenprogrammen und Ausschreibungs-Texten. Mit dem Programm können große und größte Projekte sicher gehandhabt werden, es sind alle Formen des Lay-Out und der Formulare möglich. Netzwerkfunktionen sind selbstverständlich ABER: Das Programm war schon immer sehr umständlich. Inzwischen ist es ohne einen Spezialisten kaum noch zu handhaben. Ich als einfacher Architekt muß mich, um in meinem Büro damit vernünftig arbeiten zu können, mit MSI-Servern herumschlagen, die sich mit den Fire-Walls beißen, wenn ich ein Projekt zur Bearbeitung mit nach Hause nehmen will brauche ich nicht nur eine weitere Lizenz sondern muß mein Laptop höcht verwirren mit zwei Programm-Versionen versehen. Bei jedem Neukauf eines Rechners fängt die Prozedur der Einrichtung neu an usw. Die Archtiektur des Programmes ist zwar erläuterbar, aber für jemanden, der das nicht jeden Tag macht, äußerst kompliziert und verwirrend. UND: Die Handhabung ist manchmal extrem umständlich. Wohl aus dem Gedanken heraus, dass es nur eine "richtige" Reihenfolge der einzelnen Schritte gibt (LV-Angebote-Angebotsauswertung-Beauftragung-Rechnungen-Abnahmen-Schlussrechnungen-Mängelbeseitigung) kann davon nicht oder nur mit Tricks abgewichen werden. Die Projektstadien Kostenschätzung, Kostenberechnung, Kostenanschlag, Auftrag, Nachtrag und Kostenfeststellung lassen sich nicht überspringen und müssen abgearbeitet werden. Es ist unmöglich, einen Auftrag zu schreiben bevor nicht die voherigen Schritte eingegeben und festgezurrt werden. Bei großen Projekten ist das im Grunde auch sehr sinnvoll, da sonst Bereiche in Gefahr sind, vergessen zu werden. Aber bei kleineren Projekten wie Einfamilienhäusern oder Umbauten, oder Projekten, in denen man anderen Architekten z.B. nur in der Bauleitung hilft, ist das extrem störend und hinderlich. Wenn ich z.B. nur die Kostenkontrolle ab Auftrag zu bearbeiten habe, muß ich vorher alle Daten mühsam (per GAEB) einlesen, die vorherigen Projektphasen nachträglich erzeugen, die Aufträge nachträglich erzeugen (nur, damit ich auch Rechnungen bearbeiten kann) und kann erst dann das Programm verwenden. Die dazu erzeugten Datenmengen sind erheblich und verlangsamen die Rechner deutlich (und die sind auf relativ neuem Stand). Die Handhabung wird dadurch nervig. Deswegen werde ic mir ein anderes Produkt zulegen. UND: Es gibt einige Routinen, die das Programm installiert hat. So werden z.B. die Abschlagszahlungen gerundet. Wer das nicht möchte, muß tief in den Innereien der Formblätter herumsuchen, um diese Funktion auszustellen. Oder zu verändern, denn manche Bauherren wünschen keine Rundung, andere nur Rundungenauf 100er usw.
Es gibt natürlich eine Hotline. Die Berechtigung, diese Hotline nutzen zu dürfen ist recht teuer. Und: Die Hotline gibt es nur zur normalen Geschäftszeit, Mittags sind 2 Stunden Pause und Freitags ist um 16°° Uhr oder so Schluss. Welcher selbständige Architekt kann seine Fragen auf die Kernzeiten beschränken? Fazit: Umfassendes und professionelles Programm für größere Projekte und für Büros, die einen Spezialisten für das Programm haben. Ansonsten ist eher abzuraten.
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15.02.2013 15:10
Ich arbeite in einem Ingenieurbüro ab und an mit diesem Programm
16.10.2009 11:21
...die Rechnerauslastung scheint enorm zusein ;-)...abgesehen von den Umwegen der Bearbeitung :))...und als Tip ein bischen mehr Strucktur würde daslesen etwas vereinfachen..z.B. Leerzeilen zwischen Hauptabsätzen ;-)CC
16.10.2009 11:13
Vielleicht gibt es zu dieser Software ja eine Alternative, die nicht so kompliziert ist. http://www.weka-architektur.de/search.php?query=Kostenplanung