Erfahrungsbericht über

Gardena 1481-20 4000/4 I Electronic PLUS Classic

Gesamtbewertung (5): Gesamtbewertung Gardena 1481-20 4000/4 I Electronic PLUS Classic

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... und es läuft, und läuft, und läuft ...

4  03.08.2004

Pro:
einfache Installation, Bedienung, unauffällig

Kontra:
Kunststoffgewinde

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Bedienung

Zuverlässigkeit


koeter1097

Über sich:

Mitglied seit:11.09.2003

Erfahrungsberichte:62

Vertrauende:35

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 56 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hat man erst einmal den eigenen Garten, merkt man es recht schnell: das ganze Grünzeug braucht Wasser, und zwar viel. Zwar ist der Schlauch schnell an den nächsten Hahn angeschlossen, die Quittung für allzu sorglosen Umgang erhält man aber spätestens mit der nächsten Abrechnung der Stadtwerke. Auf der Suche nach Alternativen stößt man fast unweigerlich auf den eigenen Brunnen, schließlich gibt’s das damit geförderte Grundwasser kostenlos. Nur – irgendwie muss es nach oben...

** Vorüberlegungen **

Grundsätzlich gilt es, zwei Arten von Pumpen zu unterscheiden. Es gibt zum einen Pumpen, die „oben“ stehen bleiben und das Wasser über einen Saugschlauch ansaugen. Dies hat den Vorzug, dass die Pumpe problemlos zugänglich ist, außerdem ist diese Bauform vergleichsweise günstig. Der Nachteil hat physikalische Ursachen. Die im Ansaugschlauch stehende Wassersäule kann nicht beliebig hoch sein. Nach ziemlich genau 9m reißt sie unweigerlich ab, und zwar völlig unabhängig davon, wie kräftig oben gesaugt wird. Auch noch so starke Pumpen können diesen Effekt nicht umgehen.

Liegt der Grundwasserspiegel tiefer, bleibt nur eine sogenannte Tauchpumpe. Diese Pumpe wird abgelassen, bis sie ins Grundwasser eintaucht. Dort kann sie das Wasser ohne Umwege ansaugen und es in (beinahe) beliebige Höhen drücken. Da diese Pumpen recht kompakt ausfallen und zudem aufwändig vor dem sie ständig umgebenden Wasser geschützt werden müssen, sind sie recht teuer. In jedem Falle stellen sie die professionellere Art der Wasserförderung dar.

Ist diese Entscheidung gefallen, sollte man sich darüber klar werden, was die Pumpe können muss. Werden viele Verbraucher angeschlossen, besteht also ein ungewöhnlich hoher Wasserbedarf in einem bestimmten Zeitraum? Dann sollte man nicht an der Leistung sparen, sonst tröpfeln am Ende nur Rinnsale. Wann brauche ich die Pumpe, wie schließe ich sie an? Wenn ich mehrmals täglich einige Liter Wasser zapfe, sollte die Pumpe über einen Druckschalter verfügen. Dies bedeutet, die Pumpe kann rund um die Uhr angeschlossen und eingeschaltet bleiben, sie beginnt mit Aufdrehen des Hahns automatisch mit der Wasserförderung. Brauche ich die Pumpe dagegen nur selten, kann ich möglicherweise auf den Druckschalter verzichten.

In unserem Falle liegt der Wasserspiegel bei etwas über acht Metern, die Angelegenheit ist also grenzwertig. Aus Kostengründen konzentrierte sich die Suche trotzdem auf eine „Saugpumpe“. Die Herstellerangaben für die maximale Saughöhe schwanken zwischen sieben und neun Metern. Sind einige Hersteller besonders vorsichtig, oder können deren Pumpen tatsächlich nicht mehr? Wie dem auch sei, die Recherchen nach einer „neun Meter Pumpe“ führten zur:

** Gardena 4000/4i **

Diese Pumpe zählt zu der von Gardena so genannten Serie der Hauswasserautomaten – andere Hersteller sprechen in diesem Zusammenhang von Hauswasserwerken. Man meint wohl das gleiche, diese Geräte unterscheiden sich von einfachen Gartenpumpen durch den integrierten Druckschalter und sind auch für die Festinstallation geeignet.

Diese 4000/4i stellt das Einstiegsmodell der Gardena-Serie dar und zeichnet sich durch 800W Leistungsaufnahme, eine maximale Fördermenge von 3600l/h, 9m Ansaughöhe, Kunststoffgehäuse
Bilder von Gardena 1481-20 4000/4 I Electronic PLUS Classic
Gardena 1481-20 4000/4 I Electronic PLUS Classic Bild 59868 tb
Gardena 4000/4i
sowie ein einstufiges Pumpenlaufwerk aus. Andere Modelle des Herstellers leisten bis zu 1300W und können bei Bedarf über dreistufige Laufwerke und Edelstahlgehäuse verfügen.

Zu den weiteren Merkmalen zählen ein integrierter Filter, der angesaugte Sandkörner daran hindern soll, das Laufwerk zu beschädigen, sowie ein Rückschlagventil, damit das sich einmal in der Filterkammer befindliche Wasser nicht wieder in den Brunnen zurück fließt.

Schon interessanter ist die fest programmierte, elektronische Steuerung. Diese steuert den Druckschalter, so dass sich die Pumpe einschaltet, wenn der Druck unter einen bestimmten Wert sinkt. Wird die Entnahmestelle geschlossen, baut die Pumpe noch für ca. 10 Sekunden Druck auf und verfällt danach in den Bereitschaftsmodus. Das ist schließlich so gewünscht, wenn ich Wasserhahn oder Gartenschlauch auf- und zudrehe. Eher unerwünscht ist dieser Effekt bei Undichtigkeiten auf der Druckseite, wie z.B. dem berühmten Loch im Gartenschlauch. Muss die Pumpe innerhalb von zwei Minuten mehr als sieben Mal anlaufen, unterstellt die Software ein Leck und die LEDs melden eine Störung.

Kommt kein Wasser mehr aus dem Brunnen, z.B. weil der Vorfilter verstopft ist, wird dies von der Elektronik ebenfalls erkannt. Die Pumpe wird automatisch abgestellt, bevor sie Schaden nehmen kann. Auch hier gibt’s die Fehlermeldung per LED.

Die wirklich wichtige, weil nicht nachrüstbare Grundausstattung ist also vorhanden. Zusätzlich wird eine Sauggarnitur benötigt, also ein ausreichend langer Saugschlauch mit Filter und Rückflussstop, sowie ein entsprechendes Pendant auf der Druckseite – entweder Gartenschlauch oder eine Festinstallation mit Kupferrohr und Wasserkran.

Gardena bietet sowohl für Saug- als auch Druckseite das benötigte Zubehör an. Es kann hier auch auf Fremdanbieter zurückgegriffen werden, wer weiter liest wird aber feststellen, das dies Probleme mit sich bringen kann. Die UVP für die Pumpe beträgt 179 EUR, der Fachhandel bietet sie nur sehr, sehr selten günstiger an. Die Sauggarnitur eines Drittanbieters hat uns inkl. 9m Schlauch noch mal runde 40 EUR gekostet, die originale Gardena-Lösung dürfte deutlich darüber liegen. Auf der Druckseite kann dann der Gartenschlauch angeschlossen werden.

** Inbetriebnahme **

Ist ein geeigneter Platz für die Pumpe gefunden, sollte man auch direkt die mitgelieferte Befestigungsplatte montieren. Es handelt sich um ein einfaches Stück Kunststoff mit zwei Aussparungen, in die die hinteren Füße der Pumpe gestellt werden. Äußerst simpel, aber ausreichend, da sich die Gardena während des Gebrauchs nicht bewegt.

Als nächstes wird der Saugschlauch mit dem Rückflussstop versehen, der in unserem Fall noch einen recht groben Vorfilter in Form eines Drahtkorbes enthält. Aufgabe des Rückflussstops ist es, die im Schlauch stehende Wassersäule daran zu hindern, wieder in den Brunnen zu fließen – die Pumpe würde nur Luft ansaugen und durch den Trockenlaufstop sofort stillgelegt.

Soll Wasser aus einem ganz neuen Brunnen gefördert werden, ist an dieser Stelle etwas Vorsicht angesagt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die ersten paar Kubikmeter Wasser erhebliche Mengen Sand enthalten. Gelangen davon größere Mengen ins Pumpwerk, kann man seinen schönen Hauswasserautomaten gleich wieder entsorgen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte zuerst eine Handschwengelpumpe einsetzten und sich die Wasserqualität kritisch ansehen. Ich habe mir damit geholfen, einen alten Damenstrumpf als Feinstfilter um den Drahtkorb des Rückflussstops zu binden. Auch dann ist beim ersten Zapfen noch Vorsicht angesagt, alles in allem aber eine gute Alternative zur schweißtreibenden Handpumpe.

Ist alles erledigt, sollte der Saugschlauch auf die passende Länge gekürzt werden. „Passend“ bedeutet einerseits, dass die Ansaugöffnung möglichst tief im Grundwasser versenkt wird. Andererseits aber nicht zu tief am Boden, da sonst – insbesondere beim Einschalten – ständig Sand mit angesaugt wird. Mindestens 50, besser 80 cm „über Grund“ sollten es schon sein. Also die komplette Garnitur ablassen, bis sie auf Grund stößt, wieder 80 cm hochziehen und den Schlauch entsprechend kürzen.

Beim ersten Mal muss der Schlauch noch „zu Fuß“ mit Wasser befüllt werden. Ist er so lang wie in unserem Fall, sollte er oben unbedingt so fixiert werden, dass die Pumpe von seinem Gewicht entlastet wird – mehrere Meter Wassersäule machen sich auch bei einem Querschnitt von nur einem Zoll heftig bemerkbar.

Ist der angepasste Schlauch angeschlossen, braucht noch die Filterkammer der Pumpe eine Befüllung mit drei Litern Wasser. Jetzt noch den Gartenschlauch anschließen (ein Zoll Außengewinde, die üblichen dreiviertel Zoll Anschlüsse passen nicht), Stecker in die Steckdose – fertig!

** Erfahrungen **

Im Prinzip funktioniert wirklich alles so einfach, wie oben beschrieben. Einziger Knackpunkt sind für mein Verständnis die Kunststoffgewinde auf Saug- und Druckseite. Es handelt sich zwar um genormte, 1’’-Aussengewinde, für die auch Fremdanbieter entsprechende Gegenstücke parat haben. Verwendet man aber, was sicherlich sinnvoll ist, Messinganschlüsse, wird’s kritisch.

Erst mal ist es eine wahre Kunst, die Messinganschlüsse wirklich gerade aufzudrehen. Mehrere Versuche mit schief aufgesetzten Anschlussstücken sind fast unvermeidlich, welche Folgen dann noch roher Krafteinsatz für die Kunststoffgewinde haben kann, lässt sich leicht ausmalen.

Viel schlimmer ist jedoch, dass die Kunststoffgewinde vergleichsweise kurz sind, also recht wenig Gewindegänge haben. Die meisten Messinganschlüsse benötigen höhere Gewinde, insbesondere auf der Druckseite. Wer also mehr möchte, als nur seinen Gartenschlauch anzuschließen, darf sich auf Ärger gefasst machen. Wir haben die Druckseite jedenfalls nur unter großzügiger Verwendung von Teflonband dicht bekommen.

Ich kann jedem Interessenten daher nur raten, in den sauren Apfel zu beißen und auf Originalzubehör zurückzugreifen. Der Hersteller hat unter der Bestellnummer 7109 eine Messingschnellkupplung im Angebot, an die wiederum Produkte mit Außengewinde angeschlossen werden können. Wenn’s dann noch tröpfelt, kann man wenigstens guten Gewissens zur Rohrzange greifen.

Sind diese Hürden genommen und läuft die Pumpe endlich im „Echtbetrieb“, sind allerdings fröhlichere Gesichter angesagt. Die Rückflussstops in Schlauch und Pumpe arbeiten zuverlässig, d.h. die Gardena musste bislang nie wegen ausbleibenden Fördermediums die Arbeit verweigern.

Der Druckschalter arbeitet extrem schnell – wer nicht weiß, dass sich nach dem Aufdrehen des Wasserhahns erst noch eine Pumpe zuschaltet, wird’s nicht vermuten. Der Wasserdruck lässt nur für einen Wimpernschlag nach. Zudem funktioniert das Ein- und Ausschalten praxisgerecht. Es ist also nicht erforderlich, den Wasserhahn bis zum Anschlag aufzudrehen, es kann vielmehr dosiert gezapft werden. Auch der Betrieb von Gartenbrausen, die vergleichsweise wenig Wasser durchlassen, stellen keine Hürde dar.

Apropos Wasserdruck. Auch wenn die 4000/4i das kleinste und leistungsschwächste Familienmitglied darstellt, hat sich noch niemand über mangelnden Druck beschwert. Wir nutzen die Gardena ausschließlich für den Garten und haben auch nie mehr als einen Verbraucher angeschlossen. Gefühlsmäßig ist der anliegende Druck nicht geringer als der aus der normalen Wasserleitung. Rasensprenger und ähnliches sind auf keinen Fall ein Problem.

Die Bedienung ist auch für Neulinge simpel. Es gibt nur einen Drehschalter, der nach der Inbetriebnahme von „start“ auf „run“ gedreht werden muss. Danach braucht man ihn nicht mehr.

Das „Display“ besteht aus gerade mal drei LEDs. Die geschickte Kombination sowie die Möglichkeit, auch mal schnell oder langsam zu blinken, lässt jedoch eine erstaunliche Informationsvielfalt zu. Neben der reinen Betriebsbereitschaft signalisieren die LEDs Störungen wie zu geringe Fördermengen auf Saug- oder Druckseite, zu geringe Wassermenge oder eben Undichtigkeiten im System.

Diese Fehlermeldungen sind äußerst hilfreich, da die Pumpe nicht einfach die Arbeit einstellt, sondern auch mitteilt, wo der Schuh drückt. Ich hatte zu Beginn das Problem, dass der Saugschlauch nicht richtig verlegt war und sich dadurch immer wieder Luftblasen bildeten, bis schließlich nichts mehr ging. Von außen ist so was kaum zu erkennen, die Wassermangel anzeigende LED hat Lokalisierung und Behebung des Fehlers erheblich beschleunigt. Der Neustart erfolgt mittels Drücken des Reset-Knopfes. Einfacher geht’s kaum.

Und sonst... gibt es die gewohnt hohe Gardenaqualität. Dass man hier in Sachen Kunststoffverarbeitung jahrzehntelange Erfahrungen hat, merkt man dem Produkt durchaus an. Alles sitzt und passt und fühlt sich hochwertig an, es stellt sich schnell das Gefühl ein, für den nicht unbedingt niedrigen Kaufpreis einen guten Gegenwert erhalten zu haben.

Auch nach Ablauf der zwei Jahre Garantie darf man noch auf ein paar Jahre Betrieb hoffen, zumindest lässt die Ersatzteilwirtschaft von Gardena darauf hoffen. Auf der Herstellerhomepage kann man jedenfalls hübsche Explosionszeichnungen samt Bestellnummern abrufen. Die Kunststoffgewinde gibt es hier übrigens nicht – hat man sie ruiniert, muss wohl eine neue Pumpe her.

Mit der Zeit neigt man dazu, das Gerät in seiner Unauffälligkeit zu vergessen, zumal es mit einem noch erträglichen Arbeitsgeräusch läuft. Der Hersteller verspricht gemessene 74 dB(A), was sich in der Praxis wie ein Staubsauger der „Flüsterklasse“ anhört. Hinzu kommt die Sorglosausstattung mit der praxisgerecht programmierten Elektronik – so bald von irgendwo Unheil dräut, schaltet die Pumpe sicherheitshalber ab.

** Fazit **

Mit der Gardena 4000/4i erwirbt man ein Hauswasserwerk der Mittelklasse. Man ist den Aldi-Pumpen schon ein gutes Stück entrückt, insbesondere was Sicherheit, Komfort, Qualität und Ersatzteilversorgung angeht, hat aber kaum halb so viel gezahlt wie für ein Schmuckstück von Grundfos oder anderen high end-Anbietern.

Wer nicht mehr möchte, als in den Sommermonaten seinen Garten zu bewässern, braucht nicht mehr zu investieren. Eigentlich ein rundum überzeugendes Angebot, wenn die unseligen Kunststoffgewinde nicht wären. Ein klares „empfehlenswert“, aber leider nur mit vier von fünf Punkten.

Eigentlich sollte an dieser Stelle noch ein Abschnitt „Tipps und Tricks“ zum Thema Brunnen und sonstigen Alternativen, Standortwahl, gesetzlicher Fragen und so weiter folgen. Irgendwann musste ich aber feststellen, dass der Bericht damit nicht mehr vertretbare Ausmaße angenommen hätte. Die entsprechenden Infos gibt’s inzwischen extra unter "Tips und Tricks".
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
engel95

engel95

26.04.2007 00:12

Super guter Bericht, der mir nun die Entscheidung was ich kaufe abgenommen hat.Danke, das es solche ausführlichen und guten Berichte gibt wie diese!!!

bgbln

bgbln

01.04.2007 23:01

Alle Achtung, ich habe bei Ciao noch nie einen so informativen, sachkundigen und dann auch noch in beispielhaftem Deutsch verfassten Bericht gelesen wie diesen! - Habe mir die Gardena 4000 gestern zugelegt, bevor ich den Bericht gelesen hatte - und habe schon die Rohrzange angelegt... Zum Glück nicht zu heftig. Auch ich bin sehr zufrieden (Baumarktpreis war ebenfalls 179 EUR).

Spuddl

Spuddl

21.03.2005 23:00

erstklassige Beschreibung und die eigene Meinung und Erfahrung kommt dabei auch nicht zu kurz. Jetzt brauchen wir nur noch den nötigen Brunnen und dann kanns losgehen :o). LG Anke

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