Über mein Motorrad-GPS-System GPSmap 60CSx habe ich ja schon berichtet. Ein paar Details haben mich im Laufe der Jahre schon gestört, obwohl ich im großen und ganzen sehr zufrieden damit war und auch noch bin.
Am meisten hat mich über die Zeit gestört, dass das 60CSx keine TouchScreen-Bedienung hat. Das war gerade mit dicken Motorradhandschuhen mitunter während der Fahrt nicht immer leicht, die kleinen Tasten zu bedienen. Und dann war es mehr als lästig, wenn man einfach eine Stadt oder einen Ort anfahren wollte, dass man dies nur vornehmen konnte, wenn man entweder kurz vor dem Ort war oder man eine genau Adresse mit Straße und Hausnummer hatte. Also mal einfach so von Berlin nach Köln routen war nicht so ohne weiteres möglich.
Darum fieberte ich meinem ersten wasserdichten per Touchscreen zu bedienendem GPS-System entgegen, was nicht so teuer wie z.B. das zumo550 oder das TomTom Rider 2 ist. Meine Wahl fiel auf das nüvi 550 von Garmin.
Vereinzelt werde ich auch noch auf Unterschiede zum GPSmap 60CSx hinweisen, was für den einen oder anderen sicherlich von Interesse sein könnte, gerade wenn er überlegt welches Gerät er denn kaufen soll. Preis und wo gekauft:
Dieses Mal habe ich nicht nur in Deutschland, nein sogar in meiner Heimatstadt am KuDamm zugeschlagen. Gezahlt habe ich glatte 295 Euros bei der Firma Medianess, Kurfürstendamm 138 in 10711 Berlin. Der Kauf ging Mitte Februar 2009 über die Bühne.
Erste in Augenscheinnahme:
Auffallend ist, dass an dem Gerät bis auf den Ein-/Ausschalter an der Gehäuseoberseite überhaupt keine Schalter vorhanden sind. Und weiterhin keine abstehende Antenne wie beim 60CSx vorhanden ist. Das nüvi 550 sieht aus wie ein Mini-Fernseher, wobei das 60CSx schon eher mit einem Handy zu verwechseln war. Wie bei Garmin gewohnt überzeugt auch wieder die edle Verarbeitungsqualität.Es fässt sich gut und solide an.
Abmessungen und Gewicht:
Das nüvi 550 ist 10,7 cm breit und 8,5 cm hoch. Und es ist nur 2,3 cm tief.
Es hat ein Gewicht von 215 g.
Das Farb-Display hat eine Größe von 3,5 Zoll, was einer Bildschirmdiagonalen von 8,9 cm entspricht. Es ist 7,2 cm breit und 5,4 cm hoch. Die Auflösung beträgt 320 x 240 Pixel.
Interner Speicher und Speichererweiterung:
Der interne Speicher beträgt 2 GB. Auf ihm befindet sich gesamt Europa vorinstalliert. Per MicroSD-Karten lässt sich der Speicher erweitern. Waren bis vor kurzem nur 2 GB als maximale Speichererweiterung möglich, ist es seit neuestem per Firmwareupdate möglich, auch größere als 2 GB-Karten zu verwenden.
Stromversorgung:
Die interne Stromversorgung erfolgt über einen Lithium-Ionen-Akku, der austauschbar ist.Die Verriegelung dafür befindet sich an der linken Gehäuseseite. Garmin gibt eine Akkulaufzeit von 8 Stunden an. Das ist für den Normalbetrieb aber übertrieben. Bei einer Jungfernfahrt nach Magdeburg (1,5 Stunden eine Strecke), waren nach der Hinfahrt von der Akkukapazitätsanzeige der vier Balken bei vollen
Bilder von Garmin Nüvi 550
Zustand nur noch drei Balken zu sehen. Nach der Rückfahrt wurde nur noch ein Balken angezeigt. Ich würde mal tippen, dass der Akku so 5 bis 7 Stunden halten wird. Tendiere eher so in Richtung fünf bis sechs Stunden. Beim GPSmap 60CSx kommt man mit zwei vollen Mignonbatterien rund 8 Stunden weit. Jedoch sind auch 5 bis 6 Stunden Akkubetrieb nicht schlecht, aber für Tagesetappen, sei es nun bei Wandern oder Motorrad, Auto oder Boot fahren, eher unzureichend. Hierbei würde ich in jeden Fall mindestens einen vollen Wechselakku immer dabei haben, welcher in der Anschaffung aber recht teuer ist.
Oder man nutzt, wie in meinem ausführlichen Test zur Cote d' Azur die externe Stromversorgung mittels herkömmlichen kleinen USB-Anschlusses. Habe ich direkt an die Motorradbatterie angeschlossen. Hier kann man aber auch den Kontakt zu einem Zigarettenanzünder im Auto, zu einem Netzteil oder aber auch zu seinem PC herstellen. Ist der externe Stromversorgung hergestellt, wird auch immer der Akku mit voll geladen, was ich sehr praktisch finde.
Bedienung: (Allgemein, Zieleingabe und Extras)
Allgemein:
Vorweg möchte ich anmerken, dass sich das nüvi 550 sehr einfach und intuitiv bedienen lässt. Den Blick in irgendwelche Anleitungen kann man sich bei diesem Gerät eigentlich sparen. Lieber in der Praxis mal alles ordentlich austesten.
Nach dem Einschalten gelangt man auf die Standardanzeige. Hierbei werden einem angezeigt bzw. kann man auswählen: oben links die Qualität des Satellitenempfangs in fünf Balken, oben in der Mitte der ausgewählte Verwendungsmodus (es gibt hier auszuwählen 1. Kraftfahrzeug, 2. zu Fuß, 3. Fahrrad, 4. Roller), oben rechts die Uhrzeit und daneben die schon erwähnte vierbalkige Akkustandsanzeige. Unten rechts die Einstellungen für die Lautstärke und Extras. Unter Extras fallen weitere Einstellungen und sämtliche weiteren Extras. In der großen Bildmitte kann man jetzt noch entweder direkt zur Kartenansicht wechseln oder die Zieleingabe vornehmen, zu der ich jetzt gleich kommen möchte. Zieleingabe:
Die Zieleingabe kann auf sehr vielfältige Art und Weise erfolgen. Man kann, eine Adresse direkt eingeben, man kann direkt sein abgespeichertes „Zu Hause“ auswählen, man kann zu den sogenannten „Points of Interests (POI)“ wechseln, die man z.B. frei nach einzugebenen Namen oder direkt in die Untermenüs für Restaurants, Tankstellen, Transport (Bahnhöfe, Flughäfen und Autovermietungen), Unterkünfte (Hotels, Pensionen, Gasthöfe), Einkaufsmöglichkeiten, Banken und Geldautomaten, Parkmöglichkeiten, Unterhaltungsangebote, Erholungsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten, Krankenhäuser, Öffentliche Einrichtungen und Autoservices (Autohändler/-teile, Autovermietung, Autowerkstatt, Rastplatz/Touristeninfo) auswählen kann. Weiter kann man dort „kürzlich gefunden“ auswählen, das sind die Ziele, die man zuletzt zuvor ausgewählt hat und seine Favoriten auswählen (eigene Wegpunkte oder POIs), Straßenkreuzungen eingeben, Extras auswählene, Städte direkt eingeben, seine zuvor komplett abgespeicherten Routen auswählen, direkt e Koordinaten eingeben (interessant für Bootsnavigation), zuvor gespeicherte Geocaches auswählen, oder auch direkt von der Landkarte sein Ziel auswählen.
Zu guter Letzt gibt es dort noch die „Tracback“-Funktion, bei der man den zuvor absolvierten Weg direkt wieder auf dem selben Weg zurück navigieren kann.
Extras:
Unter Extras finden sich folgende Punkte:Einstellungen, mit den Unterpunkten System, Navigation (hier kann das Routing auswählen „kürzere Zeit“, „kürzere Strecke“ und „Luftlinie“ und Routingvermeidungen festlegen (Kehrtwenden, Autobahnen/Fernstraßen, Mautstraßen, Verkehr, Fähren, Fahrgemeinschaftsspuren, ungeteerte Straßen)), Anzeige, Uhrzeit, Sprache, Karte, Sicherheit, Alarme und das Positionsformat festgelegt werden.
Aktuelle Position (wo bin ich Funktion) mit nützlichen Angaben wo man sich befindet wo nahe gelegene Krankenhäuser, Polizei, Tankstellen und auch Pannenhilfe zu finden ist.
Wherigo und Hilfefunktion, Bildbetrachter, die gespeicherten Routen, ein elektronischer Kompass, Eigene Daten, eine Weltzeituhr mit Weltkarte, ein Taschenrechner und ein Umrechenprogramm für Währungen, Distanzen, Geschwindigkeiten, Temperaturen, Volumen und Gewichte.
Praktischer Gebrauch:
Zu aller Erst fällt nach dem Einschalten auf, wie unglaublich schnell sich dieses GPS-Gerät bei den Satelliten einloggt.
Und schon beginnt man seine Eingaben mittels des Touchscreens. Dies gestaltet sich sehr angenehm und die Eingaben werden mittels einen Tones bei jeder Eingabe bestätigt.
Genial sind die oben ausführlichst erwähnten Zieleingabemöglichkeiten. Einfach z.B. den Ort eingeben, wo man hin will, die Route wird in wenigen Sekunden berechnet und los geht’s. Wird zwischendurch der Tank leer oder man möchte einen Happen essen, kann man über die Zieleingabe z.B. eine nahe gelegene Tankstelle oder ein nahe gelegenes Restaurant auswählen. Dabei wird man gefragt, ob man dies dann als Zwischenziel in seine zuvor erstellte Route einbauen möchte, was man dann logischerweise bestätigt. Einfach nur genial und so beim GPSmap 60CSx nicht möglich.
Durch die Touchscreeneingabe geht das alles ratzifatzi.
Für alle Eingaben, bei denen man direkt was schreiben muss, steht eine ABC-Tastatur zur Verfügung, bei denen die Buchstaben ausreichend groß sind und man sie sogar mit dicken Motorradhandschuhen bedienen kann, dann jedoch schon grenzwertig.
Das Autorouting funktioniert auch ganz wunderbar und im Gegensatz zum 60CSx besser. Das nüvi 550 ermahnt einen nur zweimal wenn man von seiner Route abgekommen ist und berechnet dann sofort eine neue Routenführung. Das finde ich sehr praxisnah. Das GPSmap 60CSx hat sich da schon wesentlich länger bitten lassen, ehe es die Route neu berechnet hat, das es eher genervt hat.
Nun muss ich aber zu einem großen Nachteil des nüvi 550 kommen. Dem Display unter Sonneneinstrahlung. Fährt man nachts oder unter Bewölkung oder unter keiner Sonneneinstrahlung ist eigentlich noch alles ganz prima. Fällt aber Sonneneinstrahlung auf das Display, wird dieses ganz schwer ablesbar. Strahlt die Sonne dann auch noch direkt darauf, ist praktisch gar nichts mehr auf dem Display zu erkennen und man muss schon mindestens eine schützende Hand vorhalten um die Anzeige weiter wahr nehmen zu können. Hier ist das 60CSx topp! Die Anzeige beim 60CSx ist immer sehr gut und bei direkter Sonneneinstrahlung, genau das Gegenteil zum nüvi 550, ist die Anzeige sogar am besten. Das gibt einen klaren Punktabzug für das nüvi 550.
Kommen wir abschließend noch zur Darstellung auf dem Display während des eigentlichen Routings/Navigation. Da bin ich total begeistert beim nüvi 550.
Das Display gliedert sich in drei Bereiche, die ich wie folgt bezeichne: Die Kopfzeile, die Kartendarstellung und die Fußzeile.
In der Kopfzeile wird immer angegeben, in welche Richtung man sich gerade bewegt bzw. Abbiegehinweise werden dort angezeigt. Z.B. in 51 km auf A6 rechts abbiegen, oder in 3 km Kreisverkehr 2. Ausfahrt. Dies wird mittels eindeutigen Symbolen dargestellt.
In der Fußzeile wird links immer die aktuell gefahrene Geschwindigkeit und rechts immer die erwartete Ankunftzeit angezeigt, welche sehr genau ist. In der Mitte der Fußzeile hat man die Möglichkeit zum Menü zurück zu kehren.
In der Kartendarstellung wird logischerweise die zu befahrene Route dargestellt. Die Karte kann man sich in drei verschiedenen Versionen anzeigen lassen: 1. in 3D, 2. in 2D genordet und 3. in 2D in Fahrtrichtung. Unten rechts wird der aktuelle Kartenmaßstab angezeigt. Oben rechts kann man in den Kartenausschnitt hinein- oder auch heraus zoomen. Links daneben werden temporär Gefahrenstellen angezeigt, z.B. stationäre oder mobile Blitzer. Diese Anzeige funktionierte allerdings nicht so 100 prozentig. Ich würde sagen so zu 70 bis 75 Prozent. Was mir besonders gut gefällt ist die temporäre Anzeige unten links, wo Geschwindigkeitsbeschränkungen angezeigt werden. So kann man sich z.B. darüber vergewissern, dass man sich gerade auf der Autobahn auf einem 120 km/h beschränkten Bereich befindet oder auf der Landstraße z.B. auf einem auf 70 km/h beschränkten Bereich. Diese Anzeige war auch nicht immer zu 100 % korrekt. Jedoch würde ich sagen zu 90 bis 95 %.
Zu erwähnen ist noch, dass es auch sprachgestützte Abbiegehinweise gibt, die ich als Motorradfahrer allerdings nicht wirklich wahrnehme bzw. brauche. Ist wohl mehr was für die Autofahrer unter Euch.
Das Gerät bietet auch die Möglichkeit seine gefahrenen Tracks aufzeichnen zu lassen. So hat man später am PC die Möglichkeit nach zu schauen, wo man denn nun genau entlang gekommen ist.
Zubehör:
Das Zubehörangebot für das nüvi 550 ist bereits sehr umfangreich.
Neben diversen Kabeln/Stromversorgungen und Halterungen möchte ich Euch vor allen Dingen drei Dinge ans Herz legen:
1. Software
seit diesem Jahr bietet Garmin für jedes Gerät einzeln eine „lebenslange“ Softwareupdatemöglichkeit für 119 Euro für den City Navigator NT (Software von Navtech) an. Hierbei hat man die Möglichkeit seine Software bis zu vier mal jährlich auf den neuesten Stand zu bringen. In den Folgejahren sollen keine weiteren Kosten anfallen. Kann ich so nur empfehlen.
Solltet Ihr mit dem Gerät Wandern oder Querfeldeinfahrrad fahren wollen, solltet Ihr Euch die topografischen Karten zulegen.
2. Wenigstens einen Wechselakku würde ich Euch empfehlen.
3. Einen RAM-Mount-Halter für alle Zweiradfahrer. In Verbindung mit der Garmin Motorrad Halterung eine geniale Lösung, um das Gerät sicher an einem Lenker (Rohr) zu befestigen. Diese Halterung ist 1000 mal besser als beim GPSmap 60CSx gemacht, die mir schon einmal gebrochen ist. Die für das nüvi hat eine ganz tolle Verriegelung, die unverwüstlich scheint.
Ob man den erhältlichen TMC-Verkehrsfunkempfänger benötigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Fazit:
Das nüvi 550 hat mich auf meiner letzten Fahrt schwer begeistert. Bei mir bleiben da nicht mehr viele Wünsche offen. Es verbindet die Vorzüge von Autogeräten mit den Vorzügen von Outdoor-Geräten. Durch die MicroSD-Speicherweiterungskarten ist man flexibel. Das Gerät ist komplett wasserdicht.
Einen Stern Abzug gibt es für das miese Display unter Sonneneinstrahlung.
Hier ist das GPSmap 60CSx klar besser. Das 60 Csx würde ich auch für Leute empfehlen, die vorrangig wandern.
Für alle anderen Bereiche halte ich das nüvi 550 für besser und in der Summe seiner Eigenschaften für das klar bessere und modernere Gerät.
Ich hoffe, ich konnte Euch die Technik auf interessante Weise näher bringen und bedanke mich für Eure Lesungen und Bewertungen. Gegenlesungen kommen, wie immer.
13.02.2012 11:45
Da kann ja nichts mehr schief gehen, außer wenn die SOnne rauskommt ;-)
11.02.2012 05:25
Ich weiß gar nicht, wie mir der Bericht bisher durch die Lappen gegangen ist. Da will ich doch mal schnell die passende Wertung da lassen...LG
06.02.2012 19:07
hier ist der Brilli genau richtig plaziert..