Garmin Quest, das vielseitige GPS
19.02.2007
Pro:
Leicht, klein, lange Akkustandzeit, übernimmt exakt am PC vorberechnete Routen .
Kontra:
Bei problematischen Empfangsbedingungen steigt das Gerät schnell aus
Empfehlenswert:
Ja
 tuffberg
Über sich:
Mitglied seit:29.01.2007
Erfahrungsberichte:11
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 14 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet
Das Quest ist ein wirklich ausgezeichnetes Gerät. Obwohl ich zum Lesen normalerweise eine Brille benötige, komme ich selbst auf dem Motorrad - ohne Brille - mit dem bescheidenen kleinen Display zurecht.
Qualität: Nach 23 Monaten auf dem Motorrad war es aber offensichtlich zerschüttelt, trotz Gummi gedämfter Touratech-Halterung hatte es keinen Empfang mehr, aber, 2-Jahres-Gewährleistung sei Dank, wurde das Gerät vom deutschen Importeur kostenlos repariert. Jetzt funktioniert es wieder wie am ersten Tag. Einsatzempfehlung: Wer ein GPS nur für das Motorrad oder das Auto sucht, dem würde ich ein Gerät mit einem größeren Display empfehlen. Dort gibt es auch eine externe Stromversorgung. Wer wie ich das Gerät zu Lande, zu Wasser und in der Luft einsetzt, also quasi immer und überall, der ist mit dem kleinen, leichten und handlichen Quest genau richtig bedient. Die Akku-Standzeit von deutlich mehr als 10 Stunden ist absolut ausreichend. Wer tagelange Trekking Touren im Outback unternimmt, der sollte ein Gerät mit auswechselbaren Akkus oder Batterien vorziehen. Wer viel unter problematischen Empfangsverhältnissen navigieren will, also im Wald, in Häuserschluchten oder Gebirgstälern, der sollte ein Garmin Gerät mit neuerer Empfangstechnologie bevorzugen, beispielsweise das GPSmap 60 CSx. Da funktioniert der Empfang teilweise sogar noch in Gebäuden. Außerdem steuern der eingebaute Magnetkompass und der barometrische Höhenmesser noch ein paar empfangsunabhängige Komponenten bei. Einen Vorteil hat das Quest noch, den ich noch nirgendwo beschrieben gesehen habe: Bei einer Routenplanung am PC mit anschließender Übertragung zum Quest wird die fertig berechnete Route beim "Upload" 1:1 übertragen. Beim GPSmap 60CSx werden nur die Eckdaten der Route übertragen (Also von A über B, C, D, ... nach X) und das 60CSx rechnet sofort nach Dateneingang die Route aus. Der Haken ist: Selbst wenn die Berechnungsparameter im PC und GPS möglichst gleich eingestellt sind, kommt bei der Strassennavigation im 60 CSx fast nie exakt die gleiche Route raus.
Kartenmaterial: Mit geliefert wird i.d.R. die CitySelect Europe von Garmin. Eine exzellente routingfähige Vektor-Karte von Europa ohne Osteuropa. Sehr detailliert, die meisten Städte bis auf Straßennamenniveau, teilweise sogar Hausnummern und alles top-aktuell. Wenn das auch so bleiben soll, dann muss jedes Jahr für nicht ganz wenig Geld der Update gekauft werden. Jedes 3. Jahr würde ich das auf alle Fälle empfehlen. Eingebaut ist außerdem eine grobe Weltkarte - aber wirklich grob. Ich habe deshalb noch eine genauere Garmin Weltkarte hinzugekauft. Die ist zwar für Garmin Verhältnisse relativ preisgünstig, allerdings taugt sie auch nicht allzu viel. Sie ist nur geringfügig besser als die sowieso schon eingebaute Weltkarte und die wenigen Straßen sind nicht einmal routingfähig. Wer sonstige Karten in das Gerät laden will muss diese bei Garmin für teures Geld kaufen. Fremde Karten oder selbst gemachte funktioniert nicht. In folgenden Ländern sieht es aus eigener Erfahrung mit Karten z.B. sehr düster aus: Bhutan, unsere mehr oder weniger nahen Nachbarn Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien und das EU-Land Madeira.
Einen steinigen Weg gibt es allerdings: Eine normale Papierkarte auf den PC einscannen, dann die Bitmap-Karte mit einer geeigneten Software geokalibrieren, z.B. mit TTQV 4.0 von Touratech. Dann im TTQV 4.0 alle Straßen, die man hinterher im GPS haben will auf der Bildschirmkarte mit der Maus nachzeichnen und als Track im Garmin Quest abspeichern. Das sieht dann auf dem Bildschirm des Quest aus wie Strassen und ist besser als gar nichts. Das Ganze hat aber enge Grenzen. Ersten den Trackspeicher im Quest der nur 10.000 Trackpunkte fasst, zweites ist die Erfassungsarbeit mit der Maus eine Sauarbeit, drittens kann man später im laufenden Betrieb mit dem Quest natürlich keine Tracks mehr aufzeichnen und viertens sind die Tracks nicht routingfähig. Preise, Updates etc. Dazu will ich nichts sagen. Die Karten- und Gerätelistenpreise können bei www.garmin.de nachgeschlagen werden. Firmware-Updates können dort kostenlos heruntergeladen werden, ebenso softwaretechnische Updates der Kartensoftware. Updates der Kartendaten selbst gibt es auch dort, aber die müssen bezahlt werden.
Speicher Inzwischen gibt es ein Quest-2, das eine wechselbare Speicherkarte hat. Das heißt aber nur dass größere Kartenflächen im Gerät gespeichert werden können aus beim Quest-1 - etwa viermal soviel. Wer mit dem Quest-1 von Oslo an die Algarve fahren will, der muss einen Laptop mitnehmen um Karten unterwegs nachladen zu können, die eingebauten 243MB sind dafür zu wenig, ausser man weiss vorher schon genau wo man fahren will und speichert nur einen schmalen Kartenkorridor genau um die zu fahrenden Strassen ins Gerät. Dann könnte es reichen. Schluss Ich könnte noch stundenlang weitererzählen, aber irdendwann muss Schluss sein, auch wenn es noch viel zu erzählen gäbe. Vielleicht schreibe ich später mal eine Fortsetzung.
Fazit: Ein vielseitiger Strassennavigator für Auto, Motorrad und Fahrrad und auch Fußgänger und Wanderer.
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20.02.2007 12:18
Naja, bei mir reicht noch der Auto-Atlas. Lg Tobias
19.02.2007 21:43
Nicht schlecht, aber ich vermisse in deinem Bericht noch ein paar Infos zu Updatemöglichkeiten hinsichtlich Kartenmaterial, Bedienkomfort, Preis, Aktualität des verfügbaren Katenmaterials. VG