Gedichte / Erich Fried

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Gedichte / Erich Fried

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Erfahrungsbericht über "Gedichte / Erich Fried"

veröffentlicht 28.01.2003 | pantherhh
Mitglied seit : 30.11.-0001
Erfahrungsberichte : 210
Vertrauende : 0
Über sich :
Ausgezeichnet
Pro jedes Wort - jeder Gedanke
Kontra was ich nicht finden konnte, vielleicht findet Ihr es (?)
sehr hilfreich

"Ge (h) dichte / r"

Lesen lesen - wieder_lesen - immer . wieder _lesen. Seit April 1997 besitze ich diese Gedichtsammlung - ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich sie in die Hand nahm –allein die „Abnutzung“ gibt Zeugnis davon – und danach zu urteilen: oft !! Und das ist gut so und tut Not.

Achtung dieser Bericht braucht Ausdauer! Und das "Warum dieses Buch!" hat drei Teile! – (sorry ?)

Persönliches Teil ("Warum dieses Buch!") 1:
In vielen Phasen meines Lebens – in vielen Stationen, mögen sie nun einmalig sein oder wiederkehrend, las ich die enthaltenen Gedichte. Mehr und mehr meine ich zu verstehen, was er (mir) sagen will und lese die Texte dennoch –und- immer wieder - neu – aus einem neuen Blickwinkel, auf neuem Hintergrund – immer wieder ... immer ... immer wieder ... wieder.
intensive Gefühle sind Wut und Hass genau wie Sehnsucht und Liebe
intensive Gefühle sind Trauer und Resignation wie Aufbegehren und Widerstand
und wie intensiv (diese) Gefühle !!!
und für alle findet er einzigartige Worte
Gänsehaut – Schaudern – Freude – Lachen .....


Eine Auswahl aus der Gedicht-Auswahl dieses Bandes zu treffen ist mehr als schwer, aber ich will es versuchen: und dabei nehm ich die Gedichte, die mich in diesem Augenblick am meisten bewegen (ABER: ER IST SO VIELSCHICHTIG)


Einschub:
Facts: In diesem Band findet Ihr auf 133 Seiten 113 Gedichte (mal wenige Worte – mal über eine Seite. Gefolgt von einem Nachwort (7 Seiten; von Klaus Wagenbach in dem er das Leben und Wirken von Erich Fried beschreibt. Einfühlsam, reflektierend, gekonnt, treffend: „Hier arbeitet ein Autor, der uns Fragen stellt, der Geschichte vorzeigt in einer auf Vergessen angelegten Gesellschaft.“ Auch das klingt nach in mir !

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und nun ... Leseproben:

Aufzählung zum Abzählen

Nagemenschen
Raubmenschen
Beutelmenschen
Stadtmenschen
Landmenschen

Wassermenschen
Luftmenschen
Säugemenschen
Mastmenschen
Schlachtmenschen

Übermenschen
Übermenschen
Mittelmenschen
Zweckmenschen
Geldmenschen

Halbmenschen
Doppelmenschen
Vollmenschen
Hohlmenschen
Normalmenschen

Hausmenschen
Höhlenmenschen
Uhrmenschen
Stundenmenschen
Tagmenschen

Eigentlich keine Art

Eigenartig
Wie das Wort eigenartig
Es ist fremdartig hinstellt
Eine eigene Art zu haben

Angst und Zweifel

Zweifle nicht
An dem
Der dir sagt
Er hat Angst

Aber hab angst vor dem
Der dir sagt
Er kennt keine Zweifel

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Persönliches Teil ("Warum dieses Buch!") 2:
wobei ich sagen muss
er kann viel viel mehr

er schafft es auf wundervollste Art
sich den unterschiedlichsten Arten von Gefühlen und Erfahrungen
auf immer wieder neue, auf immer wieder überraschende, auf immer wieder einzigartige Weise zu nähern - Facetten zu beleuchten sowie Details herauszuarbeiten // bekannte, bedachte, fremde, verdrängte, ...


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und noch ein weiteres Beispiele:

Status Quo

Wer will
Dass die Welt
So bleibt
Wie sie ist
Der will nicht
Dass sie bleibt

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Und ich (wiederhole vielleicht und)sage gern: – es ist seine differenzierte Sichtweisen und vor allem die Worte, die Gleichnisse, die Bilder, die er findet, dich mich immer wieder auf´s Neue in seinen Bann ziehen .- wie Magie ...
Es ist das Lächeln, das er auf mein Gesicht zaubert – es sind die Grübelfalten auf meiner Stirn, die ich auch ihm verdanken, es sind die Minuten und die Stunden, die er mich nachdenken macht, es ist so vieles, was ich auch ihm verdanke.
Er fasziniert mich! Das trifft es wohl am ehesten. Mit seiner Einfachheit – mit seiner Brillanz – er findet den Ausdruck wo ich noch nach der Bedeutung suche.
All seine Erfahrung: im Leid wie in der Freude vermag er auszudrücken.

Ich finde mich in so vielem wieder – auch in seiner Bitterkeit, die doch nichts von Verbitterung hat.
oder
entdecke ganz neue Seiten . schaue genauer hin . hinterfrage


Hierfür ein „letztes“ Beispiel
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Grenze der Verzweiflung

Ich hab dich so lieb
Dass ich nicht mehr weiß
Ob ich dich so lieb habe
Oder ob ich mich fürchte

Ob ich mich fürchte zu sehen
Was ohne dich
Von meinem Leben
Noch am Leben bleibe

Wozu mich waschen
Wozu noch gesund werden wollen
Wozu noch neugierig sein
Wozu noch schreiben

Wozu noch helfen wollen
Wozu aus den Strähnen von Lügen
Und Greueln noch Wahrheit ausstrählen
Ohne dich

Vielleicht doch weil es dich gibt
Und weil es noch Menschen gibt
Wie du geben wird
Und das auch ohne mich

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"Warum dieses Buch!") : zum dritten
Selbst wenn manches von ihm bitter klingt oder nenn ich es besser abgeklärt (?) – ich liebe es mich in seine Zeilen zu verlieren !!
Deshalb ist dies weitaus mehr für mich als ein Bericht für mich !!!
Nein, es ist eine weitere Hommage an ihn, der für mich ein Begleiter ist – der mir immer und immer wieder begegnet - der mich nachdenken macht, herausfordert, mich immer und immer wieder fordert (so wie ich es mag), der Stellungnahme verlangt, der in Worte fasst, was ich kaum zu denken vermag !

Und ich bedauere, dass „es ist ,was es ist“ am Bekanntesten ist, denn es zeigt nur einen kleinen Aspekt seines Könnens.


*********
Erich Fried:
Nur ganz kurz ein paar Stationen seines Lebens (wer es ausführlicher mag, dem empfehle ich bei www.erichfried.de nachzusehen).
Im Mai 1921 erblickte er das Licht der Welt und nach langer Krankheit starb er im November 19882 in London. Nicht nur Gedichte hat er verfasst, sondern er übersetze auch fast alle Werke von Shakespeare – und einen Roman „Ein Soldat und ein Mädchen“ hat er geschrieben.
********

Es braucht keinen Anlass – es braucht „nur“ den Mut sich den Worten zu stellen !!!


Bewertung – nun gut: wenn es Not tut

"Nachschub" für viele Gedanken

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Dieser Erfahrungsbericht wurde 5076 mal gelesen und wie folgt bewertet:
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Estefania veröffentlicht 09.03.2005
    Schöner Bericht, dem man anmerkt, wie sehr Du Fried schätzt. Gruß Estefania
  • themanwiththeplan veröffentlicht 26.08.2003
    Man merkt Deinem Bericht wirklich in jeder Zeile an, wie sehr Dich diese Gedcichte bewegen. Ein Freund hat mir Fried empfohlen, ich wollte einfach mal sehen, was hier bei ciao dazu gesagt wird. Und Deine Worte bestärken mich darin, mir dringend etwas von Fried in meine Sammlung einzufügen. Danke und Gruß, petra
  • PadiZH veröffentlicht 26.05.2003
    Was mir vor allem an seinen Gedichten gefällt, ist, dass sie sehr zum Nachdenken anregen und man sich tatsächlich nach etwas Reflektion darin wieder findet. Danke!
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Produktdaten : Gedichte / Erich Fried

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Autor: Erich Fried

Autor Nachname: Fried

Autor Vorname: Erich

Autor Name invertiert: Fried, Erich

Titel: Gedichte

Medium: Taschenbuch

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