Kann man nach zwölf Ehejahren noch ineinander verliebt sein, fragt Marie ihren Mann François? Die Antwort des französischen Streifens »Le Secret« soll offenbar lauten: nein, natürlich nicht. Beziehungen scheinen ein Ablaufdatum zu besitzen wie Lebensmittel. Statt »mindestens« »höchstens haltbar ... Bericht lesen
deutsch-französischer Krimi: Bei einem Klassenausflug stoßen Élia und Lora auf einen halb verfallenen Bunker - und auf eine Plastiktüte voller Geld und Schmuck. Ob hier ein Dieb seine Beute versteckt hat? Sie gehen der Sache auf den Grund und geraten dabei in große Gefahr.
18 cmVon Lauriel, AngelikaBei einem Klassenausflug stoßen Élia und Lora auf einen halb verfallenen Luftschutzbunker und auf eine Plastiktüte voller Geld und Schmuck. Ob hier ein Dieb seine Beute versteckt hat? Sie gehen der Sache auf den Grund und geraten dabei in große Gefahr.
18 cmVon Lauriel, AngelikaBei einem Klassenausflug stoßen Élia und Lora auf einen halb verfallenen Luftschutzbunker und auf eine Plastiktüte voller Geld und Schmuck. Ob hier ein Dieb seine Beute versteckt hat? Sie gehen der Sache auf den Grund und geraten dabei in große Gefahr.
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Erfahrungsbericht von Posdole über Geheimnis, Das - Le secret 16.12.2001
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Kann man nach zwölf Ehejahren noch ineinander verliebt sein, fragt Marie ihren Mann François? Die Antwort des französischen Streifens »Le Secret« soll offenbar lauten: nein, natürlich nicht. Beziehungen scheinen ein Ablaufdatum zu besitzen wie Lebensmittel. Statt »mindestens« »höchstens haltbar bis ...«.
Die 35jährige Marie (Anne Coesens) ist seit zwölf Jahren mit François (Michel Bompoil) verheiratet und beide haben einen zweijährigen Sohn. Marie, Vertreterin einer mehrbändigen Enzyklopädie, und François haben weder großen Streit miteinander, noch scheint ihre Ehe gescheitert. François wünscht sich noch ein zweites Kind; Marie will nicht. Sie liebt ihren Mann, der sehr fürsorglich ist, und ihren Sohn, doch irgend etwas scheint ihr in ihrem Leben zu fehlen. Das Angebot ihres Chefs, eine Abteilung der in der Firma zu leiten, statt Klinken zu putzen, lehnt sie ab, weil ihr dann die Luft zum Atmen fehle, wenn sie den ganzen Tag hinter dem Schreibtisch sitze.
Auf ihren Besuchsfahrten bei potentiellen Kunden lernt sie den schwarzen amerikanischen Tänzer und Tanzlehrer Bill (Tony Todd) kennen. Bill ist anscheinend aus New York geflüchtet, um in dem extravaganten Haus eines Freundes die Freuden des Lebens zu genießen: Er arbeitet nicht, schläft lange, geht kaum aus dem Haus und hat ein (rein sexuelles) Verhältnis mit einer verheirateten Frau. Marie ist von Bill fasziniert und besucht ihn unter Vorwänden mehrmals. Bill zieht sie immer mehr an, und so entschließt sie sich, mit ihm ebenfalls ein sexuelles Verhältnis zu beginnen. Jede freie Stunde besucht sie Bill und genießt die pure Lust am Sex mit ihm.
Anfangs versucht Marie, dieses Verhältnis vor ihrem Mann zu verschweigen. Doch als sichtbare Zeichen am Hals Maries nichts mehr zu verbergen scheinen, gesteht sie ihm das Verhältnis mit Bill. Es sei ihre Sache, er habe damit nichts zu tun. François ist außer sich, versteht nicht, zieht aus ...
»Das Geheimnis« bleibt auch für den Betrachter dieses Films ein Geheimnis. Der Streifen, voll von freizügigen Szenen, wärmt eine sattsam bekannte Geschichte auf. Eine unzufriedene Frau bricht aus dem Ehealltag aus. Warum, bleibt, wie gesagt, ein Geheimnis. Marie selbst erklärt des öfteren, auch gegenüber ihrer Mutter, dass sie die Gründe nicht kenne. Sie gehe einen Weg, ohne zu wissen, wohin er führe, aber sie müsse diesen Weg gehen.
Dabei ist der Film sicherlich nicht unrealistisch; denn derartige Ausbrüche aus dem »Ehealltag« sind sicherlich nicht selten. Allein, es bleibt die berühmte Frage: »Was will der Künstler uns damit sagen?« Virginie Wagon vermittelt den Eindruck, ein Geheimnis mehr oder weniger lüften zu wollen. Dabei kann sie allerdings den intellektuellen Anspruch, den der Film vermittelt, nicht einlösen. Die Dialoge zwischen Marie und Bill bzw. Marie und François sind oberflächlich und nichtssagend, der rührende und besorgte Protest von Maries Mutter gegen das außereheliche Verhältnis ebenso. Bill scheint nichts anderes zu sein als ein sexuelles Objekt für Marie, und umgekehrt. Was bleibt, ist der vermeintliche oder tatsächliche Reiz heimlicher sexueller Besessenheit.
Trotz allen Bemühens gelingt es Wagon nicht, die handelnden Personen charakterlich überzeugend zu zeichnen, obwohl alle drei Hauptdarsteller redlich und bemüht spielen. Insofern stellt der Film die anfangs zitierte Frage nur scheinbar. Unverständlich bleiben auch Episoden wie das Gespräch zwischen Marie und ihrer Mutter, die ihr erklärt, sie würde wegen einer unheilbaren Augenkrankheit langsam aber sicher erblinden. Oder eine Szene, in der Marie heimlich im Haus, in dem Bill lebt, ein Video anschaut, auf dem er als Tanzlehrer zu sehen ist. Solche Szenen wirken im wahrsten Sinn des Wortes wie eingeflickt; es bleibt völlig unklar, welchen Zusammenhang sie mit der Haupthandlung haben. Virginie Wagon scheint mit diesen Episoden etwas vermitteln zu wollen; doch es kommt nicht an. Die relativ häufig dargebotenen sexuellen Szenen des Films bekommen schließlich ein solches Übergewicht in bezug auf den Film insgesamt, dass man den Eindruck nicht los wird, sie seien Surrogat für Ansprüche, die die Regisseurin nicht erfüllen kann.
So geheimnisvoll »Das Geheimnis« daher bleibt, so offen und banal wirkt auch der Schluss des Films, als Marie und François bei einer Hochzeitsfeier in einen Swimmingpool springen und sich fragend anschauen.
Ich schaute beide fragend an.
Das Geheimnis (Le Secret) Frankreich 2000 Regie: Virginie Wagon Hauptdarsteller: Anne Coesens, Michel Bompoil, Tony Todd