Erfahrungsbericht von JoeBLN über Geheimsache: schwul / Fred Hunter 21.03.2000
Produktbewertung des Autors:
Niveau
leichte Kost
Unterhaltungswert
hoch
Spannung
ziemlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
berührt ein wenig
Pro:
sehr humorvoll und spannend, witzige Figuren
Kontra:
etwas prüde
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Die Helden in dieser "neuen" und frechen Krimiserie innerhalb der Bad Guys Reihe des Bruno Gmünder Verlages sind Alex Reynolds, sein "Ehemann" Peter Livesay und seine Mutter. Diese drei leben zusammen in einem kleinen Häuschen in Chicago und bilden ein herrlich freches und auch unbekümmertes Gespann völlig konträrer Charaktere.
Inhalt des ersten Romans (1998 veröffentlicht): Als Alex nach Wochen mal wieder im "Charlene's" rumhängt, spricht er mit vielen und doch niemandem. Jedenfalls kann er sich am nächsten Tag, als der CIA vor seiner Tür steht, an niemand Speziellen erinnern. Am Abend zuvor wurde er aber auf dem Klo des "Charlene's" plötzlich brutal angegriffen. Ihm gelang zwar die Flucht, doch was will jetzt der CIA von ihm? Frank O'Neill – der leitende Beamte - behauptet dann auch noch, Alex wäre durch sein Gespräch mit einem der Gäste in eine Agentensache geraten. Und er will das haben, was dieser Gesprächspartner Alex gegeben hätte. Denn dieser Überbringer ist nun tot und hatte das besagte etwas nicht mehr bei sich. Es ginge um die nationale Sicherheit, und genaueres dürfe er nicht sagen. So geht man aber nicht mit den Reynolds um – zumal die Gefahr für Alex und seine Familie nach einem Einbruch in deren Haus immer größer wird. So gerät die kleine Familie nicht ganz freiwillig, aber von den Ereignissen überrollt und mitgezogen immer tiefer in dieses Intrigenspiel der Mächte, in dem anscheinend jeder nur lügt...
Eines vorweg: All zu ernst sollte man dieses Buch nicht nehmen. Fred Hunter erzählt die gesamte Story mit einer gehörigen Portion Humor. Allerdings kommt die Spannung auch nicht zu kurz. Ich habe das Buch förmlich verschlungen, weil es mitreißt. Es gibt viele Verwicklungen, Lügen und Intrigen - nur langsam wird man als Leser (genau wie unsere Helden) in den Fall gelassen. Dabei wird man immer wieder mit Krumen gefüttert, bis es zu einem überraschenden Show-down kommt.
Die drei Hauptfiguren werden von Hunter liebevoll eingeführt. Dabei verzichtet er allerdings auf tiefschürfende und hintergründige Charaktere. Lieber stellt er uns die Personen durch ihre Beziehung zu einander vor. So wäre da zum Beispiel die liebevolle, aber auch dominante, die elegante aber auch widerborstige Mutter. Alex hat ist sehr offen und extrovertiert mit leicht dramatischem Hang. Peter dagegen ist wie ein ruhiger Pol, um den die beiden hyperaktiven, sich ständig gegenseitig behakenden Satelliten, kreisen. Diese Konstellation lässt Hunter natürlich die Möglichkeit offen durch Situationskomik die Handlung auf zu lockern.
Die Erzählweise ist leicht, beschwingt und wie nebensächlich. Allerdings verwendet Hunter viele Vergleiche, um Situationen zu beschreiben. Und wie jeder schwule amerikanische Buchheld muss Alex dauernd auf irgendwelche alten Filmschinken verweisen, mit denen man als Deutscher oft wenig anfangen kann. Überhaupt wird die Story ja aus Alex' Sicht erzählt und als Leser bekommt man herrlich viele seiner teilweise wirren und komischen Gedanken und Ansichten mit. Leider fehlte mir - wieder typisch amerikanisch – für ein "schwules Buch" der Mut zur Erotik, der für mich den Roman noch prickelnder gemacht hätte.
Fazit: Das Buch ist ein humorvoller und spannender Einstieg in die neue Krimireihe. Sollte man lesen.
Geheimsache: schwul Fred Hunter 1998 im Bruno Gmünder Verlag erschienen 246 Seiten für 12,95 EUR ISBN 3861874075